Mehr Selbstwertgefühl als hochsensibler Mensch – ein kompletter Guide

Gelassenheit ist die angenehmste Form des Selbstbewusstseins

– Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach –

Hast Du Dich schon einmal gefragt, warum Du als Hochsensibler Dein Selbstwertgefühl so oft von äußeren Bedingungen und der Anerkennung von anderen abhängig machst? 

Heute geht es um ein absolut wichtiges und spannendes Thema für dich als hochsensiblen Menschen.

Ein Thema, das mich seit Jahren selbst beschäftigt, um- und antreibt: Selbstwertgefühl.

Ich halte ein starkes Selbstwertgefühl für den wichtigsten und zentralsten Aspekt für ein erfülltes, zufriedenes und glückliches (Beziehungs-)Leben für dich als hochsensiblen Menschen.

Damit steht und fällt einfach alles.

Ein unsicheres Gefühl seiner selbst ist die Ursache für nahezu alle Selbstzweifel, Ängste, Neurosen und zwischenmenschlichen Probleme.

Auch bei mir hat es einige Jahre gedauert, bis ich an die Wurzel meiner Probleme und der sich ständig wiederholenden Verhaltensmuster gekommen bin. Es hat gedauert, bis ich vollkommen verstanden habe, dass diese Probleme durchweg aus einem unsicheren Selbstwert resultierten.

Und erst dann, nach dieser ehrlichen Erkenntnis, konnte ich damit anfangen, mein Selbstwertgefühl von Grund auf neu aufzustellen.

Solange musst du nicht warten.

Damit du heute schon damit anfangen kannst, dein Selbstwertgefühl als hochsensibler Mensch neu aufzustellen, habe ich dir diesen Grundlagenartikel zum Thema Selbstwertgefühl zusammengestellt.

In dem Artikel wirst du erfahren, was Selbstwertgefühl eigentlich bedeutet, wie du dir als hochsensibler Mensch ein stabiles Selbstwertgefühl aufbauen kannst und warum du nur aus dieser inneren Stabilität heraus glückliche Beziehungen führen kannst.

Weil letztlich geht es doch darum in deinem Leben, oder?

Du willst Beziehungen führen, in denen du dich authentisch zeigen kannst, die dich nähren, erfüllen und wachsen lassen. In denen du ein Geschenk für dich und dein nahes Umfeld bist. In denen du dich mit deinem ureigenen Wesen verbunden fühlst. 

Von unserer Entwicklung als Mensch sind wir nun mal humanoide Wesen, die Jahrtausende in Horden und Clans zusammengelebt haben. Dieses Erbe ist tief in unserem Hirn verankert und kann nicht einfach ausgeschaltet werden.

Ja, von unserem Ursprung her sind wir Beziehungswesen.

Genau deshalb macht ein großer Teil unseres subjektiv empfundenen Glücks unsere Beziehungsfähigkeit zu anderen aus.

Dafür ist es aber erstmal notwendig, dass du eine sichere und stabile Beziehung zu DIR aufbaust.

Zu deinem Wert.

Zu deinem Glauben an dich und deinen Fähigkeiten.

Doch was ist das eigentlich genau: ein starkes Selbstwertgefühl?
Wie definiert es sich?

Lass es uns gemeinsam anschauen.

Selbstwertgefühl: Was bedeutet das eigentlich?

Da draußen wird viel geredet und geschrieben über das Thema Selbstwertgefühl. Vieles davon stimmt und inspiriert. Manchmal habe ich allerdings den Eindruck, dass manch einer ein gesundes Selbstwertgefühl mit einem aufgeblähten Ich oder rücksichtslosem Egoismus verwechselt. Nicht so mein Fall. Und nicht mein Ansatz für diesen Artikel.

Am besten gefallen mir Berichten und Erkenntnisse von Menschen, die von der anderen Seite kommen, sprich, von einem unsicheren und zweifelnden Selbstwertgefühl und sich irgendwann auf dem Weg zu sich gemacht haben. Erforscht, gefühlt und gelitten haben und aus all diesen Erfahrungen und Erkenntnissen ihre Definition von Selbstwert gefunden haben. Daran gewachsen sind.

So wie es mein Kollege Tim Hamer in seinem Artikel zum Thema Selbstwertgefühl stärken beschreibt.

Und übrigens wie bei mir.

Auf einen Satz gebracht ist Selbstwert das Gefühl, das du dir selbst gegenüber zuschreibst. Der Wert also, den du dir ganz persönlich gibst – und zwar jeden Tag und in allen Lebenslagen.

Anders ausgedrückt:

Wenn du deinen eigenen Wert kennst und vor allem schätzst, bist du im Besitz eines gesunden Selbstwertgefühls.

Foto: Aziz Acharki auf unsplash.com

Verleugnest du hingegen deinen eigenen Wert oder kennst ihn schlichtweg nicht und hältst dich daraus schließend für wertlos, hast du ein schwaches oder sogar gar kein Gefühl deiner selbst (beim Letzteren wären wir schon im pathologischen Bereich, zum Beispiel bei einem Mensch mit einer ausgeprägten narzisstischen Störung).

Du siehst:

Es hat sehr viel damit zu tun, wie du dich jeden Tag siehst, bei alledem, was du tust und dich in Beziehungen gibst:

  • Liebevoll oder Ablehnend?
  • Aufmunternd oder Demotivierend?
  • Akzeptierend oder Verstoßend?

Leidest du unter einem schwachen Selbstwert, siehst du dich und deine Handlungen eher als minderwertig, unbedeutend, fehlerhaft und nicht liebenswert an. Dann machst du dich von den Urteilen und Bestätigungen von außen abhängig.

Du stehst unter einem immensen Druck, anderen gefallen zu müssen, weil du nur daraus einen Wert oder sogar deine Existenzberechtigung als Mensch beziehst. Wirklich ein mieses Gefühl, kann ich dir sagen. Und ein Teufelskreis.

Kennst Du das?

Du machst nahezu alles, um andere (z.B. den Partner), nicht zu enttäuschen, was fast zwangsläufig in ein Co-Abhängigkeitsverhalten mündet.

Dich treibt eine ständige Angst vor Ablehnung und Verlust an.

Um diesen Schmerz zu vermeiden, der dich unmittelbar an den Schmerz deines inneren (verlassenen) Kindes erinnert, verbiegst und verstellst du dich bis zur Unkenntlichkeit deiner selbst. Du weißt nicht mehr, wer du bist, was du willst und was du kannst.

All das wird von außen, von anderen, vorgegeben und definiert. Du machst deinen Wert komplett von den Meinungen, Aktivitäten und Bedürfnissen anderer abhängig. Wirklich nicht gut.

Eine weitere Verhaltensweise aus diesem unsicheren Selbstwertgefühl ist, dass du bei den kleinsten negativen Bemerkungen zu deiner Person oder Tätigkeit überempfindlich, hypersensibel und gekränkt reagierst. Mitunter sogar wütend bis explodierend.

Ich bin mir sicher, dass dir dieses Verhalten als Hochsensibler bekannt. Ich kenne es zumindest. Und durfte es auch bei anderen Hochsensiblen in den letzten Jahren mehr als einmal beobachten. Wer einen schwachen Selbstwert hat, muss diesen mit allen Mitteln verteidigen, um nach außen hin als „stark“ und selbstbewusst zu erscheinen. Doch steht diese Maskerade auf sandigen Untergrund.

Von hier aus ist der Übergang zu narzisstischen Verhaltensweisen fließend. Ein Narzisst ist ja nichts anderes, als ein Mensch, der sich innerlich leer fühlt, einen sehr schwachen Selbstwert hat und gerade deshalb nach außen hin Fassaden aufbaut, wie materieller Erfolg, gesellschaftliches Ansehen, Schönheitsideale, um mit diesen Luftschlössern sein mangelndes Selbstwertgefühl zu kompensieren. Nichts fürchtet er mehr, als „entlarvt“ zu werden, sprich, dass jemand im Außen seine Unzulänglichkeit oder Unsicherheit entdeckt.

Wie es Luftschlösser (oder Illusionen) so an sich haben, zerfallen sie schnell. Die Fassade und dass daraus resultierende angenehme Gefühl halten nur für eine kurze Weile an. Die Gefühle der eigenen Minderwertigkeit und Fehlerhaftigkeit kehren unweigerlich und schnell zurück.

Ständig muss ein Mensch mit einem schwachen Selbstwertgefühl sich erneut unter Beweis stellen. Noch mehr leisten, blenden und verführen, um die innere Leere nicht fühlen zu müssen. Willkommen in unserer Leistungsgesellschaft. Das Rad dreht sich immer schneller, bis es irgendwann zur totalen Erschöpfung kommt (Burnout, Depression, Selbstmord).

Zurück zu dem, was ein gesundes Selbstwertgefühl nun ausmacht.

Zunächst einmal ist das ein sehr subjektiver Prozess, wie man sich selbst fühlt und bewertet. Es hängt im Wesentlichen damit zusammen, welchen Eindruck du von deiner eigenen Person hast. Von deinen Fähigkeiten, Talenten, Begabungen, die du hast, den Beziehungen zu deinen Mitmenschen und auch, wie sehr du ein Leben im Einklang mit aufgestellten Werten führst.

Schauen wir uns diese drei Punkte etwas näher an.

Eine gute Selbstwahrnehmung

Ein gutes Gefühl von sich selbst zeichnet sich dadurch aus, dass du deinen Gefühlen, Wahrnehmungen und Empfindungen vertraust. Du weißt, was du kannst und nicht kannst. Du akzeptierst dich mit deinen Stärken wie Schwächen. Du kennst deine Licht und Schattenseiten, deine Potenziale wie alten Verletzungen und übernimmst insbesondere für deine Wunden Eigenverantwortung.

Du agierst immer weniger deine unerlösten, kindlichen Gefühle, wie zum Beispiel Wut, nach außen hin aus. Du erlangst zunehmend die Fähigkeit und das Bewusstsein, deine Projektionen auf deine Mitmenschen (Partner!) zurückzunehmen. Den Schmerz, die Wut, die Trauer, zu umarmen, als dir zugehörig anzusehen und sie dadurch letztlich zu erlösen.

Des Weiteren zeichnet eine gute Selbstwahrnehmung aus, dass du dir Fehler schnell vergibst, deinem inneren Kritiker nicht mehr die Kontrolle überlässt. Du erkennst, dass dieser Kritiker eine alte Stimme aus der Vergangenheit ist, der dir ständig übernommene Glaubenssätze von engen Bezugspersonen (Eltern!) einflößen will – die aber mit deiner heutigen Realität nicht mehr viel zu tun haben.

Talente und Begabungen

Menschen, die immer wieder ihre Komfortzone verlassen und sich dadurch neue Fähigkeiten und Erkenntnisse aneignen, steigern ihr Selbstvertrauen und dadurch ihr Selbstwertgefühl. Wie im vorherigen Punkt schon erwähnt, zeichnet ein starkes und ruhendes Selbstwertgefühl aus, dass du hundertprozentig weißt, was deine Talente, Werte, Fähigkeiten und Begabungen sind. Und an diese auch noch glaubst, wenn von außen Kritik oder Abwertung kommt.

Deine Talente und Werte gleichen einem fest verwurzelten Baum, der auch dem stärksten Sturm standhält. Sie sind dein Rückgrat und Kompass durchs Leben. Du kannst in schwierigen Zeiten darauf immer wieder zurück greifen. Du kannst dich auf dich verlassen! Um deine Talente, Fähigkeiten und Werte herauszufinden und zu bestimmen, bedarf mitunter einiger Zeit, doch diese Investition lohnt sich in jedem Fall.

Beziehungsqualität zu anderen Menschen

An der Qualität deiner Beziehungen zu anderen Menschen kannst du erkennen, wie stark und gesund dein Selbstwertgefühl ausgeprägt sind. Wie sehr du sich selbst annimmst – und liebst!

Punkt!

Umso mehr du in dir ruhst, dir deines Wertes bewusst und sicher bist, umso mehr Tiefe, Harmonie und Qualität werden deine zwischenmenschlichen Beziehungen erlangen. Sie sind wie ein Spiegel für die Ausprägung deines Selbstwertgefühls.

Foto: Kristopher Roller auf unsplash.com

Gibt es in deinen zwischenmenschlichen Kontakten viel Streit, Drama, Verletzung und Enttäuschung, wiederholen sich ständig die gleichen Beziehungsmuster, ist dies ein sicheres Anzeichen dafür, dass du an dir zweifelst, dir deiner selbst nicht sicher bist.

Streit und Verletzungen, die von einer anderen Person an dich herangetragen werden, hängen immer mit dir selbst zusammen, niemals mit der anderen Person. Andere Menschen lösen in dir nur etwas aus, was du selbst noch nicht gesehen hast oder dir einfach nicht eingestehen willst. Sie drücken deine inneren Knöpfe.

Menschen mit einem unsicheren Selbst haben immense Angst vor Konflikten und dem Ausdrücken von eigenen Bedürfnissen und Wünschen und ordnen sich deshalb oft unter und verleugnen sich selbst. Es fällt ihnen sehr schwer, einen Standpunkt, von dem sie überzeugt sind, einem anderen gegenüber zu vertreten.

Spannend ist, dass Menschen mit einem starken Selbstwertgefühl sich in Beziehungen nicht überlegen fühlen, oder ihr Ego ständig zur Schau stellen, sondern vielmehr jene sind, die ihr Gegenüber als gleichwertiges Individuum ansehen und behandeln. Sie begegnen ihren Mitmenschen auf der sprichwörtlichen Augenhöhe.

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Wie Du Dein Selbstwertgefühl als hochsensibler Mensch stärkst!

Nachdem wir nun definiert haben, was ein starkes Selbstwertgefühl ausmacht, stellst sich als nächstes die Frage:

Wie kannst du als hochsensibler Mensch dein Selbstwertgefühl ausbauen?

Aus meiner Erfahrung ist es nämlich so, dass viele Menschen, die sich als hochsensibel bezeichnen, an sich zweifeln und sich ihres Wertes und ihrer Aufgabe nicht richtig bewusst sind. Was wiederum verbittertes, mürrisches, isoliertes, egozentrisches und wertendes Verhalten nach sich ziehen kann.

Die Ursachen dafür sind vielfältiger Natur. Oftmals hängt es damit zusammen, dass wir als erwachsene Hochsensible eine schwierige oder sogar traumatische Kindheit hatten. In der wir nicht so gesehen, geliebt und akzeptiert wurden, wie wir sind, sondern uns so angepasst und verhalten haben, wie es von unseren Bezugspersonen erwartet wurde – wie wir also sein sollten! Nur durch diese Überanpassung ist uns als Kind die überlebensnotwendige Liebe und Zuwendung zugeflossen.

Durch traumatische Ereignisse kann sich in der kindlichen Seele der Satz festgesetzt haben:

„Ich bin falsch, so wie ich bin. Es kann nur an mir liegen, dass ich nicht geliebt werde.“

Solche Muster und Glaubenssätze haben natürlich gravierende Auswirkungen auf unser Selbstwertgefühl.

Es kann so gravierend sein, dass du dich als erwachsener Mensch selbst nicht spürst, sondern oftmals nur die Leere und Verlassenheit deines inneren Kindes wahrnimmst. Also des Kindes, das im Kleinkindalter diese Verlassenheit und Ohnmacht gespürt hat und das du heute als Erwachsener nach wie vor in dir trägst – und zwar mit der gleichen Gefühlsintensität wie vor 20 oder 30 Jahren!

Als erwachsener Hochsensibler kann sich durch diese Erfahrungen in dir ein entgrenztes Ich ausgebildet haben, wie es die Autorin Sylvia Harke einmal nannte.

Merkmale eines entgrenzten Ichs sind unter anderem:

  • Stabiles Selbst, lässt sich jedoch schnell von sich und den eigenen Bedürfnissen ablenken
  • Stark beeinflussbar von äußeren Eindrücken, Menschen, Reaktionen
  • Altruismus, erweitertes Ich: Identifikation mit den Gefühlen (Leid) anderer
  • Damit einhergehend mangelnde Fähigkeit zwischen eigenen und fremden Gefühlen zu unterscheiden, sich abzugrenzen
  • Enormes Verantwortungsgefühl, wiederum oftmals mehr für andere als für sich selbst
  • Konfliktscheu
  • Eigene Meinung, wird bei Konflikten aber schnell unsicher und zieht seine Meinung zurück
  • Großes Harmonie- und Kompromissbedürfnis
  • In Beziehungen mit dominanten Partnern Probleme, eigene Wünsche und Standpunkte durchzusetzen
  • Vertraut zu wenig der eigenen Wahrnehmung und Intuition
  • Anfällig für Schuldgefühle

Die gute Nachricht:

Das muss nicht so bleiben!

Durch Geduld, Selbstmitgefühl und beharrliches Dranbleiben hast du heute die Möglichkeit, deine Glaubenssätze aufzudecken, den Schmerz und die Verlassenheit dahinter zu fühlen und die Wunde schließlich als Teil deiner Persönlichkeit in dein heutiges Ich zu integrieren.

Ja, als hochsensibler Mensch hast du die Möglichkeit zu einem stabilen und sicheren Selbstwertgefühl zu kommen und damit zu einem starken Ich-Gefühl (bitte nicht verwechseln mit einer starken Egozentrik, die sich u.a. dadurch auszeichnet, dass sich alles nur noch um deine Bedürfnisse dreht und dir die Bedürfnisse deiner Mitmenschen nicht mehr wichtig sind). Wie erwähnt, zeichnet sich ein sicherer Selbstwert ja gerad dadurch aus, sich anderen nicht überlegen zu fühlen, sondern die Bedürfnisse des Anderen genauso zu achten wie die eigenen!

Foto Matheus Ferrero auf unsplash.com

Merkmale eines starken Ich’s sind unter anderem:

  • Hat ein stabiles Selbstwertgefühl und lässt sich von außen nicht leicht ablenken
  • Spürt und kennt seine Bedürfnisse, kann diese seiner Umwelt mitteilen
  • Weiß, wer er ist, was er kann und nicht kann
  • Weitesgehend unabhängig von anderen Meinungen, Bewertungen (Lob/Tadel)
  • Kann Konflikte auf sachlicher/objektiver Ebene austragen
  • Kann eigene Meinung in Diskussionen aufrechthalten und mitunter auch verteidigen
  • Fähigkeit zu einer gesunden und respektvollen Abgrenzung von belastenden Situationen/Personen
  • Fähigkeit Nähe und Autonomie in einer intimen Beziehung zuzulassen
  • Kaum noch das Bedürfnis, andere zu beeinflussen oder von etwas zu überzeugen

Der Weg zu einem starken Ich liegt darin, dass du dich als allererstes vollkommen und bedingungslos annimmst! Insbesondere die Potenziale deiner hochsensiblen Veranlagung anerkennst und schätzst.

Dass du dich spürst, ein inneres Vibrieren deiner Selbst wahrnimmst.

Foto Eva Dang auf unsplash.com

Liegen bei dir tiefere und traumatischere Verletzungen vor, geht meist kein Weg daran vorbei, dich diesem alten Schmerz langsam und unter fachmännischer Anleitung anzunähern. Vor ein paar Tagen habe ich von einem Experten den weisen Satz gehört: „Im Trauma liegt das Gold verborgen, das gehoben werden will.“

Ich appelliere hier eindrücklich an dich, dir beim bewusst werden von erlittenen Traumata professionelle Unterstützung zu holen. Du musst und solltest es nicht alleine schaffen, weil viele Traumata ja gerade das Gefühl der Hilflosigkeit und des Alleinseins auszeichnet.

Traumaarbeit bedarf seiner Zeit und vor allem Geduld – bei dir wie bei dem Therapeuten. Deine Seele kennt den nächsten Schritt und gibt immer nur so viel frei, wie sie es gerade „verkraften“ bzw. in dein Ich integrieren kann. Traumaarbeit gleicht eher einer spiralförmigen Bewegung, oder einem Pendel, bei dem es vor und zurück geht, als einem linear ansteigenden Weg.

Es muss nicht immer so etwas schwerwiegendes sein.

Wichtig ist die Botschaft, dass du jederzeit dein Selbstwertgefühl als hochsensibler Mensch stärken und weiter ausbauen kannst. Dabei können dir Übungen helfen, die du leicht in deinen Alltag integrieren kannst.

In diesem Artikel findest du sechs solcher Übungen:
6 Übungen, wie Du Dein Ich-Bewusstsein stärkst und Dich dadurch besser abgrenzen kannst.

Der Schlüssel zu allem: ein gesundes Selbstwertgefühl

Wir kommen langsam zum Ende.

Ich hoffe du konntest durch diesen Artikel erkennen, wie wichtig für dich als Hochsensibler die Stärkung deines Selbstwertgefühls ist – und dass es dafür niemals zu spät ist.

Der Schlüssel dazu ist:  ein radikales JA zu dir selbst – ohne dabei sofort Angst vor Selbstverliebtheit und Egoismus zu haben.

Egoismus ist rücksichtslos. Selbstliebe nimmt Rücksicht.

Der bekannte Autor und Trainer Veit Lindau beschreibt dieses JA sehr treffend mit den Worten: „Ein Ja! zu dir in dieser Radikalität ist ein revolutionärer Akt. Du stehst ab jetzt für bestimmte Spiele – privat, beruflich, gesellschaftlich – nicht mehr zur Verfügung. Du erlaubst dir, frei und groß zu denken. Du hast es nicht mehr nötig, dich für Anerkennung von außen zu verbiegen. Du jagst nicht mehr wie ein dummer Esel automatisch jeder Karotte hinterher, die dir andere vor die Nase hängen oder du selbst. Du lässt immer mehr los, was dich schwächt, und tust immer mehr von dem, was dich stärkt.“

Ein starkes Selbstwertgefühl ist aus meiner Überzeugung der Schlüssel zu allem: deiner Arbeit, deinen Beziehungen, deiner Sexualität, deinen Werten, deiner Freiheit und deinem Wirken in der Welt.

Hochsensible, die über längere Zeit an einem schwachen Selbstwert leiden, ziehen ebenfalls Menschen mit einem fragilen Selbstwert an, die diese dann mit Herabsetzung, Ausbeutung und Machtstreben kompensieren. Dies ist der Grund, warum hochsensible Menschen in ihren Beziehungen immer wieder an narzisstisch geprägte Menschen geraten.

Wer einmal solch eine destruktive und ungesunde Beziehung erlebt hat, weiß, wie anstrengend und zerstörerisch solch eine Art von „Beziehung“ auf den eigenen Selbstwert wirken kann. Alleine deshalb lohnt es sich aus meiner Perspektive schon, den mitunter mühsamen Weg zu einem starken Selbstwertgefühl auf sich zu nehmen.

Menschen, die sich als wertvoll erachten, verschenken sich von ganz alleine an die Welt.

Sie sind mit sich im Reinen und schauen über den eigenen Tellerrand. Sie versprühen eine subtile Liebe, Wärme und Verantwortung für alles Lebendige. Für das Leben.

Foto Kimso Doan auf unsplash.com

Sie wissen, was für sie wertvoll ist und sind dadurch weniger manipulierbar von außen:
egal ob es sich dabei um den Partner, dem Chef oder einem charismatischen Politiker handelt.

Selbstwertgefühl kriegst du nicht unbedingt in die Wiege gelegt oder vom Leben geschenkt.

Aber das macht nichts. Für ein glückliches und zufriedenes Leben ist es niemals zu spät.

Die Stärkung deines Selbstwertgefühls ist vielmehr ein Lebensweg.

Selbstwertgefühl will jeden Tag neu gelebt und geübt werden.

Es lohnt sich kann ich dir aus eigener Erfahrung versprechen.

Und zwar für ein Leben, in dem du als hochsensibler Mensch dein ganzes Potenzial ausschöpfst und deine Gaben und Talente an die Welt verschenkst.

Wie sieht es mit Deinem Selbstwertgefühl als hochsensibler Mensch aus?

 

Das Leben ist ein Geben und Nehmen

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Dies ist mein Beitrag für die Blogparade zum Thema Selbstwertgefühl von Tim Hamer auf dubistgenug.de. In diesen 4 weiteren Artikeln erfährst du eine breite Sammlung an Fachwissen zum Thema Selbstwertgefühl steigern von erfahrenen Bloggern und Autoren. Klick dich einfach mal durch. Viel Freude damit!


Titelbild: Jed Villejo auf unsplash.com

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Veröffentlicht von

www.simplyfeelit.de

Hi, ich bin Oliver: Autor, Coach und ganz Mann. Nach einer dreijährigen beruflichen Auszeit und den anschließenden Orientierungs- und Anpassungsschwierigkeiten, weiß ich heute, wie ich leben möchte: Frei und Selbstbestimmt. Und im Einklang mit meiner sensiblen & kraftvollen Männlichkeit. Ich schreibe über Beziehungen, ganzheitliche Männlichkeit, Sensibilität und Persönlichkeitsentwicklung.

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5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. „Du willst Beziehungen führen, in denen du dich authentisch zeigen kannst, die dich nähren, erfüllen und wachsen lassen. In denen du ein Geschenk für dich und dein nahes Umfeld bist. In denen du dich mit deinem ureigenen Wesen verbunden fühlst.“

    Genau so sieht es aus.

    Danke Oliver für all die Einblicke in deinem Artikel zum Thema Selbstwert.
    Dadurch konnte ich erkennen, bereits auf einem guten Weg zu sein und dein Artikel macht Mut, diesen Weg weiter zu gehen.

    Trotz – oder grade wegen dem Unverständnis mancher Mitmenschen.

    Ich freue mich schon auf das nächste Thema, über das du schreibst und sende viele Grüße,
    Joy

  2. Hallo Oliver,
    das passt jetzt hier nicht richtig rein, ich wollte dir aber mal eine Rückmeldung über dern Buch „Der liebende Narzisst“ geben. Vielleicht verschiebst du es ja in eine andere Kategorie.
    Erst mal möchte ich dir zu dem gelungenen Buch gratulieren, eine wirklich gute Zusammenfassung von Fakten und deinen Erfahrungen.
    Sehr ausgewogen und die von dir zusammengetragenen Buchzitate und Forschungsergebnisse kannte ich auch noch nicht alle, obwohl ich mich auch schon seit Jahren mit dem Thema Narzissmus auseinandersetze.
    Besonders gelungen finde ich das Kapitel „Den emotionalen Schutzpanzer ablegen“ und die sehr exelente Zusammenfassung über die Entstehung einer narzisstischen Störung.

    Was das Kapitel „Gefuhlsvermeidung“ angeht, sind meine eigenen Erfahrungen und Beobachtungen an einer Vielzahl von narzisstischen Persönlichkeiten etwas anders, oder ich würde es anders formulieren, was mir allerdings wichtig ist anzumerken:
    Gefühle werden nicht nur vermieden, sie KÖNNEN von den meisten Narzissten (und so würde ICH Narzissmus definieren, um eine Abgrenzung zu anderen Störungen vorzunehmen) fast immer nicht gefühlt werden.
    Ein Beispiel: Meine letzte Beziehungspartnerin mit einer narzisstischen Störung, in deiner Kategorisierung vielleicht eine 7, mit allen Symptomen der narzisstischen Abwehr wie manipulatives Verhalten, Wutausbrüche, Schuldumkehr, Grandiosität, Machtstreben, Zwanghaftigkeit, Anspruchsdenken usw. hat einige hochempathische Freunde. Diese wurden auch meistens umhegt und gepflegt. Mit denen besprach sie dann auch z.B. unsere Beziehungsprobleme. Sie hat alles recht genau und meist ehrlich geschildert um eine „empathische“ Meinung zu hören, von einem Menschen der fühlen kann. „Empathie“ ist vielleicht auch nicht das richtige Wort, die kann man auch lernen, das bessere Wort ist sicher „Mitgefühl“. Sie kann nicht mitfühlen. (wie im Außen so auch im Innen, die Fähigkeit sich selbst zu fühlen ist auch kaum vorhanden).
    So wurden andere herangezogen, um Gefühle zu erklären, oder besser die daraus resultierenden Situationen.
    Ich habe dieses Verhalten auch bei anderen narzisstischen Persönlichkeiten, wie z.B. einem Freund von mir beobachtet, der mich selbst ständich um Erklärung für das Verhalten anderer anging.
    Ich möchte das noch einmal betonen, es ist nicht nur eine „Abwehr“ von Gefühlen, sondern (auch) ein Unvermögen!
    in der narzisstischen Störung sind Gefühle meist so weit abgespalten/verdrängt, das sie nicht mehr gefühlt werden können, selbst wenn der Wille dazu da ist.

    Lieben Gruß, Michael

    • Lieber Michael,

      vielen Dank für deinen Kommentar und dem damit verbundenen Lob zu meinem Buch.

      Leider kann ich ihn nicht unter den entsprechenden Artikel verschieben, deshalb belasse ich ihn jetzt einfach hier. Weil ich ihn ausgewogen und super ergänzend zur Thematik finde, aus der Praxis.

      Nach meiner Einschätzung/Wissensstand ist es so: Eine pathologische narzisstische Persönlichkeit (Skalenwert 9-10), zum Beispiel Donald Trump, ist soweit von seinen eigenen Gefühlen (Schmerz!) abgespalten, dass ihm jegliches Mitgefühl sowohl für sich selbst als auch für andere abhanden gekommen ist (=Unvermögen!). Gehirnphysiologisch, auch wenn er es wollte, gar nicht mehr dazu in der Lage ist, weil sich die Gehirnbahnen seit frühester Kindheit so ausgebildet haben.

      Wie ich es im Buch beschreibe, und du ja auch erwähnst, gibt es aus meiner eigenen praktischen Erfahrung und auch aus Studien die Erkenntnis, dass bei weniger ausgeprägten Narzissmus (Skalenwert 5-7) durchaus Gefühle von Mitgefühl und Verständnis noch vorhanden sein können. Der Betroffene spürt eine Regung in sich, die Frage ist dann, ob er es durch seine konditionierten Verhaltensweisen hindurch nach außen hin zeigen und mitteilen kann.

      In jedem Fall braucht es einer ständigen Übung und einem Widerstehen der „Versuchung“, die narzisstische Struktur immer wieder aufs Neue zu leben. Ein Narzisst, egal in welchem Stadium, kann nicht „geheilt“ werden, sondern er kann sich seiner (schädlichen) Verhaltensweisen und den Wirkungen auf sein Umfeld immer wieder nur bewusst werden, und sich in diesen Momenten aktiv für eine andere Strategie entscheiden, weil er „weiß“, dass die Konsequenzen daraus für ihn und sein Umfeld nicht gut sind.

      Soweit meine Meinung dazu.
      Danke nochmal für deine Einschätzung!

      LG Oliver

  3. Pingback: Warum Du endlich aufhören solltest, Deinem Selbstwertgefühl nachzujagen -

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