6 Übungen, wie du Dein Ich-Bewusstsein stärkst und Dich dadurch besser abgrenzen kannst

Fällt es dir als Hochsensibler öfters schwer, Nein zu sagen?

Der heutige Artikel handelt von der Stärkung deines Ich-Gefühls und deines Selbstwertes. Nur durch diese Stärkung wird es dir immer besser und öfters gelingen, dich konsequent und freundlich abzugrenzen (Nein zu sagen) – egal ob gegenüber Menschen oder Situationen.

Einer der Wünsche aus meiner Leserumfrage ist, auf meinem Blog mehr über Abgrenzung und Kommunikation zu finden. Dieser Artikel soll ein erster Schritt in diese Richtung sein.

Stärkung des Ich-Bewusstseins: ein lebenslanges Thema?

Mein Eindruck aus den vergangenen Monaten ist, dass es gerade für uns hochsensibel veranlagten Menschen eine Lebensaufgabe ist, stetig unser Ich zu stärken. Das resultiert wohl daraus, weil bei den meisten von uns die Entwicklung des psychologischen Ichs seit frühester Kindheit mit Blockaden und Verletzungen verbunden war.

Ein entgrenztes oder nicht voll entwickeltes Ich lässt sich unter anderem daran erkennen, dass wir jahrelang unserer Umwelt und uns selbst etwas vorspielen.

Wir erfüllen Rollenbilder, Vorstellungen und Erwartungen von anderen. Zum Beispiel, indem wir einen Beruf ausüben, der uns eigentlich gar nicht liegt und unseren wahren Talenten entspricht. Oder indem wir versuchen bestimmten gesellschaftlichen Vorstellungen zu entsprechen.

In diesem Zusammenhang erinnere ich mich an eine Episode aus meiner Zeit als junger Erwachsener. Wir waren eine Clique von vier jungen Männern, alle im Alter von Anfang zwanzig. Alle spielten in Vereinen aktiv Fußball – außer ich. Regelmäßig ging es an den Wochenenden in die Clubs und Discotheken. Mädels, Weizenbier, flotte Sprüche, nachts um drei noch zu McDonalds – es war eine wilde und aufregende Zeit. Hatte nach dem zweiten Weizenbier eine gelockerte Stimmung, tanzte und flirtete mit den Mädels. Als eher introvertierter Mann konnte ich endlich mal aus mir herausgehen. Die wilden Zwanziger.

Ich stellte das zunächst alles nicht in Frage, war froh, zu diesen smarten Jungs dazuzugehören, die immer einen Spruch parat hatten. Es dauerte noch etwas, bevor ich das alles in Frage stellte, ob das wirklich ich bin, oder ich mich ständig verstelle, um dazuzugehören. Es musste erst zu einem Eklat während der größten Silvesterparty Deutschlands unter dem Brandenburger Tor kommen, bevor ich mir am nächsten Morgen die vergangenen Jahre Revue passieren lies. Was verbindet mich eigentlich mit diesen Freunden, ausser das Weggehen und Feiern? Warum lasse ich mich immer wieder dazu animieren und überreden, noch mehr zu trinken?

Ich musste schmerzlich erkennen und mir eingestehen, dass ich mich seit Jahren verbog und anpasste. Schwer Nein sagen konnte. Schwer mich verteidigen konnte. Schwer von der Meinung meiner Freunde abhängig war. Mich stark beeinflussen ließ. Das dieses Partyleben nicht wirklich meins ist.

Ich bereue wirklich nichts aus dieser Zeit, sie hatte ihre tollen Seiten und sie war ganz sicherlich notwendig auf meinen langem Weg zu mir selbst. Im Rückblick ist diese Zeit ein perfektes Beispiel dafür, dass ich jahrelang an einem entgrenzten Ich litt – nicht auf mich selbst und meine Bedürfnisse konzentriert war.

Und vielleicht kommt Dir das eine oder andere sogar sehr bekannt vor?

Woran Du ein entgrenztes Ich erkennen kannst

Es gibt einige Merkmale oder Anhaltspunkte, anhand derer du ein entgrenztes Ich erkennen kannst:

  • „Ich kann Emotionen und Gefühle anderer Menschen besonders gut wahrnehmen“
  • „Ich blende meine eigenen Bedürfnisse zugunsten einer größeren Aufgabe oder anderer Menschen gerne aus.“
  • „Ich denke in größeren Zusammenhängen“
  • „Ich habe Hemmungen, Nein zu sagen“
  • „Ich denke mehr an andere als an mich selbst“
  • „Meine Aufmerksamkeit wandert oft nach außen zur Umwelt“
  • „Ich bin unsicher in Bezug auf meine eigenen Wünsche, Bedürfnisse, Ziele und Pläne“
  • „Ich fühle mich stark für andere Menschen und deren Gefühle verantwortlich“

 

6 Übungen, wie du dein Ich-Bewusstsein stärkst

Es liegt auf der Hand: um dich in Zukunft besser abgrenzen zu können, brauchst du ein starkes Ich. Damit meine ich nicht ein selbstherrliches und vollkommen egozentrisches Ich. Diese Verhaltensweise breitet sich immer mehr in unserer Gesellschaft unter dem Begriff Narzissmus aus.

Bei uns Hochsensiblen geht es nach meinem dafürhalten um etwas anderes. Aufgrund früh erlebter Bindungsstörungen hat unsere Ich-Entwicklung einige Dellen bekommen. Diese Dellen zu glätten, darum geht es. Allgemein kann man sagen, je früher in deiner Entwicklung als psychologischer Mensch Störungen von außen auftraten, umso schwerwiegender werden die entwicklungspsychologischen Auswirkungen im späteren Leben sein.

Ein starkes Ich kannst du aber auch noch nachträglich entwickeln. Auch nach schwierigen Startbedingungen ist es dafür nie zu spät. Jetzt bist du ein erwachsener und autonomer Mensch. Erst durch ein starkes und sich selbst bewusstes Ich, wirst du in der Lage sein, dein seelisches Potenzial zu leben, sicherer Entscheidungen zu treffen, herauszufinden, was du wirklich willst und vor allem dich besser und selbstbewusster abzugrenzen. Die schon öfters erwähnte Autorin Sylvia Harke schreibt dazu: „Es geht beim Individuationsprozess nicht darum, die Kopie des eigenen Vaters oder der Mutter zu werden, sondern eine eigenständige Persönlichkeit, die über die Eltern hinausgeht. Wir sind mehr als die Summe unserer Teile.“

Bei dieser Ich-Stärkung möchte ich dir helfen und dir sechs Übungen dafür an die Hand geben.

  1. Leidvolle Erfahrungen umdeuten

    In vielen Biografien von heute erfolgreichen Menschen zeigt sich, dass die Betroffenen letztlich gerade deshalb so erfolgreich waren, weil sie ihre Kindheit und erlebten Erfahrungen unter einem anderen Aspekt sehen. Durch ihre Kindheit und Jugend haben sie gelernt, wie man kämpft oder worauf es ankommt. Zum Beispiel Beth Ditto, Sängerin der Band Gossip. Sie hat eine Kindheit in einer Wohnwagensiedlung voller Gewalt und Missbrauch hinter sich. Der Originaltitel ihrer Autobiografie: „Coal to Diamonds„* (Aus Kohle Diamanten machen). Du kannst aus deiner „Kohle“ Diamanten machen, indem du deine Verletzungen, Trauer, Wut und Einsamkeit von damals in einen Bonus für dein gegenwärtiges Leben umwandelst. Wenn du daraus lernst und nicht in Klagen stecken bleibst. Negative Erfahrungen in Stärken umzuwandeln und dadurch widerstandsfähiger zu werden, wird in der Psychologie unter dem Begriff „Resilienz“ zusammengefasst. Was hat mir mein Leid von damals gebracht?
    Ich versuche seit Jahren meine „Kohle“ umzuwandeln.

  2. Führe ein Tagebuch

    Ich kann es selbst aus jahrelanger Erfahrung bestätigen: Die heilsame Kraft des Schreibens. Seit mehreren Jahren führe ich Tagebuch und schreibe täglich meine Morgenseite. Das Schreiben eines Tagebuch bedeutet, dass du dich selbst wichtig nimmst. Indem du Erfahrungen, Ängste, Träume, Gedanken, Wünsche und Konflikte aufschreibst, näherst du dich deiner eigenen Wahrheit. Deinen eigenem Ich. Du hilfst deinem Ich-Bewusstsein dabei, sich zu entfalten. Es entwickelt sich durch positive Aufmerksamkeit, die dir als Kind meist von den Eltern gefehlt hat. Versuche täglich Eintragungen zu machen, auch wenn sie nur kurz sind. Was hat dich heute bewegt? Worüber hast du dich geärgert? Sehr hilfreich kann es auch sein, dir jeden Abend drei Dinge aufzuschreiben, für die du heute dankbar bist.

  3. Phasen des Glücks

    Erinnere dich an Phasen in deinem Leben, in denen du dich besonders glücklich gefühlt hast. Bei denen du das Gefühl hattest, ganz du selbst zu sein: authentisch, glücklich, unbeschwert. Warst du alleine oder in Gesellschaft? Was hast du getan? In welchem Umfeld hast du dich aufgehalten? Schreibe das alles in einem kurzen Text auf (oder in dein Tagebuch), und analysiere später, welche Faktoren und Bedingungen diesen glücklichen Zustand begünstigt hatten.

  4. Wahlverwandte suchen

    Wenn wir so über unsere Vergangenheit reflektieren, kommt oftmals die schmerzliche Erkenntnis, dass wir als Erwachsene immer noch die Hoffnung haben, endlich die Zuneigung und Anerkennung von unseren Eltern zu bekommen, nach der wir uns als Kind so sehr gesehnt haben. Sie aber nach wie vor aus bleibt, auch wenn unsere Eltern noch leben. Deshalb empfehle ich dir, nicht länger einer lebenslangen Illusion nachzujagen, sondern sich diese Erfüllung lieber bei anderen zu suchen. Heute bist du erwachsen – und kannst dir deine Wahlfamilie aussuchen. Du solltest bewusst jemanden wählen, der liebevoll und unterstützend ist, der an dich glaubt, dir Zeit und Aufmerksamkeit schenkt. Diese Person kannst du im Freundes-, Bekannten- und  Verwandtenkreis finden: Wer hat die mütterlichen und väterlichen Eigenschaften, nach denen du dich sehnst? Die muss übrigens keine Frage des Alters sein.Wenn du diese Person gefunden hast, wird dein inneres Kind aufblühen und sich geborgen fühlen – und dadurch wird dein Ich-Gefühl weiter gestärkt.

  5. Kreative Einsamkeit

    Zur Ich-Stärkung gehört es auch, sich immer wieder zurückzuziehen. Diese Phasen sind besonders wichtig, um wieder zu sich zu kommen und der inneren Stimme zu lauschen. Du kannst zum Beispiel ein Wochenende alleine verreisen oder längere Zeit in der Natur verbringen. Letzteres mache ich immer wieder und lädt mich jedes Mal mit neuer Energie auf. Vielleicht ruft dieser Gedanke Ängste und Bedenken bei dir hervor. Doch kann dir die Konfrontation mit der Einsamkeit enorm viel Kraft, Einsicht und innere Stärke geben. Schriftsteller und Dichter, wie Rilke* und Hesse, haben sich immer wieder dieser Kraft für ihre Werke bedient, ja sie sogar als wesentlich für ihr Schriftstellertum bezeichnet.

  6. Herzenswünsche umsetzen

    Welchen Berufswunsch hattest du als Kind? Hast du ihn umgesetzt? Fühlst du dich wohl damit? Wenn nicht, welche Botschaft über versteckte Talente kannst du heute daraus entnehmen?Sehr oft vergessen wir unsere alten Kindheitswünsche. Oftmals wurden sie durch unser Umfeld zu schnell als zu unrealistisch, träumerisch oder nichts anständiges abgetan. Heute kannst du die Essenz dieses Wunsches wieder erforschen. Und dir überlegen, ob du die Möglichkeit hast, diesen Wunsch heute auf die eine oder andere Art und Weise auszuleben? Vielleicht wolltest du einmal Maler werden? Dann könntest du beispielsweise einen Malkurs belegen und schauen, was das mit dir macht. Oder du wolltest Tänzer werden? Oder Schaupieler? Oder Bildhauer? Oder Autor? Oder Astronaut?  Lass die kindliche Freude zu, die aus diesen Ideen erwächst.

 

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Umsetzen dieser Übungen.

Das du dadurch dein Ich-Bewusstsein stärkst und somit immer besser lernst, dich liebevoll und konsequent abzugrenzen und öfters Nein zu sagen.

 

Wie sieht es mit deinem Ich-Bewusstsein und deinem Abgrenzungspotenzial aus?
Welche Übungen praktizierst du?

 

 

 

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Quellen:
Sylvia Harke: „Hochsensibel – was tun“*
Eva Wlodarek: „Einsam. Vom mutigen Umgang mit einem schmerzhaften Gefühl“*

Bild: unsplash.com

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Veröffentlicht von

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Hi, ich bin Oliver: Blogger & Autor & Querdenker. Nach einer dreijährigen beruflichen Auszeit und den anschließenden Orientierungs- und Anpassungsschwierigkeiten, weiß ich heute, wie ich leben möchte: Frei und Selbstbestimmt. Und im Einklang mit meiner sensiblen & kraftvollen Männlichkeit. Ich schreibe über Beziehungen, Mann-Sein, Hochsensibilität, Minimalismus und Persönlichkeitsentwicklung.

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Oliver,
    ich habe gestern bei Mischa auf Deinen Beitrag kommentiert und heute einige Posts hier von Dir gelesen und ich bin gerade den Tränen nah!
    Ich habe den Test gemacht, um herauszufinden, ob ich ev. hochsensibel bin und ich habe von den 35 Fragen 33 mit einem klaren „Ja“ beantwortet. Bei einigen Fragen hatte ich sowas wie Flashbacks und wusste genau, wann ich mich so fühlte. Ich kann gerade nicht beschreiben, wie ich mich fühle, aber mir wurde total warm ums Herz und ich bin weder esoterisch angehaucht, noch glaube ich an Übersinnliches.
    Kürzlich habe ich einen anderen Test gemacht auf einer HSP-Vereinsseite und nach deren Test (waren teilweise andere Fragen) war ich nicht ansatzweise hochsensibel.
    Ich weiss, dass ich als Kind schon so war, oft in mich gekehrt, beobachtend, habe schon als junger Mensch nach dem Sinn des Lebens gefragt, habe gerne tiefsinnige Gespräche geführt, viel gelesen, wollte immer geliebt werden, war und bin sehr harmoniebedürftig, spüre negative Schwingungen, erschrecke bei plötzlich auftretendem Krach, bin schon immer lärmempfindlich (allerdings nicht bei tollen Konzerten oder Musik), kann Konflikte spüren, bevor sie beginnen usw., usw. Ich könnte zu allem konkrete Beispiele bringen, was jetzt aber ausufern würde.
    Was mich nun interessiert, was fange ich mit der Erkenntnis an, außer dass ich 46 Jahre alt werden musste, damit ich für mein „Anders-sein“ einen Grund bzw. einen Namen habe?
    Soviele Jahre Schmerz, Wut, Hilflosigkeit, Selbstzweifel, Ohnmacht, Suchen nach Anerkennung, nach verstanden werden liegen hinter mir, dass ich gerade nicht weiss, ob ich lachen oder weinen soll. Bin einfach nur total platt im Moment!
    Ich kenne auch niemanden, mit dem ich diese Erkenntnis teilen könnte, selbst meinen Mann würde ich wohl zur Zeit damit überfordern.
    Ich lasse das jetzt erst mal sacken und schaue später wieder vorbei.

    Lieben Gruß
    Conny

    • Liebe Conny,

      wow, das nenne ich mal eine Erkenntnis 😉

      Herzlichen Glückwunsch zu deinem neuen Selbstverständnis!

      Ein Test dient nur zur ersten Orientierung, wie erwähnt. Deshalb würde ich dir empfehlen, dir ein HSP-Buch zuzulegen (z.B. zartbesaitet oder hochsensibel-was tun), damit du dir noch sicherer in deinem Gefühl werden kannst. Beim Lesen wirs du ganz schnell erkennen, ob du wirklich hochsensibel bist, du wirst dich sicherlich in vielen Beschreibungen wieder erkennen, und dass gibt dir noch mehr Selbstvertrauen, dass mit dir alles „in Ordnung“ ist.

      Du kannst einfach anfangen, deine Anlage jeden Tag aufs Neue zu leben und zu entdecken und dadurch dein Umfeld automatisch zu bereichern. Du brauchst nichts besonderes zu tun, nach dieser Erkenntnis, außer noch freudiger und selbstzentrierter zu leben 🙂

      Alles Liebe
      Oliver

      • Danke für den Tipp mit den Büchern, die werde ich mir mal anschauen 🙂
        An den Gedanken, dass mit mir vermutlich eigentlich alles in Ordnung ist, muss ich mich wohl erst gewöhnen, da ich ja Jahrzehnte daran gezweifelt habe bzw. mir das auch oft zu verstehen gegeben wurde/wird.
        Dadurch lebe ich schon lange ein Leben, dass mich unzufrieden gemacht hat und so langsam resignieren liess, denn ich bin im Grunde sehr aufgeschlossen, lebensbejahend und lache sehr gerne 🙂
        Natürlich gab es auch ein paar unangenehme Ereignisse, die sicher auch dazu beigetragen haben, dass ich schon mal fröhlicher war, aber das geht ja jedem mal so.
        Aber z. B. heute, als ich in die Stadt musste, spürte ich nach kurzer Zeit eine Art Überforderung und war froh, nach meinen Erledigungen wieder in unserem Wohnzimmer zu sitzen. Ich hatte das schon oft und habe es auf einen schlechten Tag geschoben. Ich meine nicht die vielen Menschen, das nervt ja viele Leute, nein, ich stehe irgendwann nach ein paar Erledigungen plötzlich planlos mitten in der Fußgängerzone und würde am liebsten jetzt und sofort zuhause sein. Mir sind dann alle Geräusche, Gerüche und Bewegungen zuviel. Das geht mir übrigens auch in großen Supermärkten so.
        Wenn es so ist, wie in dem Test gefragt, wundere ich mich darüber gar nicht. Das ist wohl dann die totale Reizüberflutung.
        Bis ich das nicht mehr als Belastung empfinde, wird es aber ein Weilchen dauern. Die Zeit wird es zeigen.

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