Co-Narzissmus: Alles, was Du darüber wissen musst (in einer Beziehung)

Lesezeit: 13 Minuten.
Letzte Aktualisierung: 06.04.2022


Bist du die Frau eines narzisstischen Partners, die womöglich seit Jahren in einer narzisstischen und missbräuchlichen Partnerschaft ausharrt?

Oder die in ihrem Beziehungsleben immer wieder an narzisstisch geprägte Männer gerät?

Falls ja, dann ist es gut, dass du hier bist.

Du kannst es nämlich schaffen, aus solch einer missbräuchlichen Beziehung auszusteigen. 


Sobald du verstanden hast, was das alles mit deinem Co-Narzissmus zu tun hat.

Bleibe also unbedingt dran, denn in diesem Artikel erkläre ich dir alles, was du über-Co-Narzissmus in einer Beziehung wissen musst!

Folgende Fragen werden in dem Artikel unter anderem erörtert:
  • Woran liegt es, dass du dich in einer Beziehung ständig unterordnest?
  • Was hat es mit dir und deinen Bindungsmustern zu tun, dass du scheinbar eine magische Anziehung auf männliche Narzissten ausübst?
So ist der Artikel aufgebaut und über folgendes werden wir sprechen:

#1: Was macht Co-Narzissmus genau aus?

Bei der Betrachtung des Begriffes Co-Narzissmus kommen wir an dem Schweizer Psychotherapeuten Jürg Willi nicht vorbei.

Er prägte als erstes den Begriff des Komplementärznarzissten, den man gleichbedeutend mit dem Ausdruck Co-Narzisst verwenden kann. Aus seiner jahrelangen beruflichen Praxis mit Paaren erkannte Willi die destruktive Beziehung zwischen Narzisst und Co-Narzisst.

Wie sie sich gegenseitig bedingen und brauchen.

Jürg Willi beschreibt es in
seinen Worten so:

Der Komplementärnarzisst ist im Grunde auch narzisstisch strukturiert, aber mit umgekehrten Vorzeichen. Da, wo der Narzisst nur sich selbst bewundern lassen will, will der Komplementärnarzisst sich ganz für einen anderen aufgeben. Da, wo der Narzisst sein Selbstgefühl erhöhen will, will sein Partner auf ein eigenes Selbst verzichten, um das Selbst eines anderen zu erhöhen, mit dem er sich identifiziert. Da, wo der Narzisst voller Angst vor Verschmelzung mit einer Beziehungsperson ist, hat sein Partner den Wunsch, ganz im anderen aufzugehen.

 In der Praxis werden beide Rollen oft geschlechtstypisch besetzt.

Das heißt: die Rolle des Co-Narzissten übernehmen in vielen Fällen Frauen, deren „Prinz sie hoch zu Ross abholt“, damit auch ihr Leben durch „seinen strahlenden Glanz“ erleuchtet wird.

Der Mann wiederum fühlt sich in seinem Selbstbild als „Retter und Ritter“ ungemein geschmeichelt und genießt die ihm dargebotene Anhimmelung.

Beide treffen sich in einer derart gestalteten Beziehung zur wechselseitigen Befriedigung ihrer unterdrückten Bedürfniswelten.

Während der eine die Bewunderung, Verehrung und Bestätigung genießt, fühlt sich der andere durch die demonstrierte Grandiosität und ggf. die materiellen Erfolge des Partners mit aufgewertet.

Dabei hat der Co-Narzisst ganz ähnliche seelische Probleme wie ein Narzisst.

Eine schnelle und hohe Kränkbarkeit, eine tiefsitzende Sehnsucht nach Akzeptanz, Liebe und Verständnis zeichnen ihm ebenfalls aus. Er wählt nur einen anderen Weg, um sein Defizit zu stillen.

Er identifiziert sich mit dem überlegenen Partner, um über die Zugehörigkeit zum Idealisierten eine Aufwertung der eigenen Person zu erfahren. Daher müssen der Glorienschein erhalten und Mängel ignoriert oder ausgeglichen werden.

Komplementär bedeutet von seiner Wortherkunft übrigens:

ergänzend, gegenseitig, wechselweise.

#2: Wie zeigt sich Co-Narzissmus in einer Beziehung?

Ein männlicher Narzisst wertet sich gerne von außen durch Erfolg, Leistung aber auch durch andere auf. Was könnte ihm da besseres passieren, als eine Frau, die sich aufgrund ihres labilen Selbstgefühls gerne anpasst, unterordnet und selbstlos verhält.

Die NUR für ihren Mann da ist, ihn kritiklos akzeptiert und idealisiert.

Solche Frauen sind es meist von Kindheitstagen an gewohnt, entwertet zu werden und kein Recht auf ein eigenes Selbst zu haben.

Solch eine Partnerschaft kann ein männlicher Narzisst gut eingehen.
Sie ist geradezu perfekt für ihn.

Durch die Unterwürfigkeit der Frau wird sein Selbst nicht bedroht.

Er wird von seiner Partnerin uneingeschränkt bewundert und idealisiert, was er natürlich schnell spürt und ausnützt. Er erhält in der sich unterordnenden Frau genau jene Bewunderin, die er zu seiner Stabilisierung benötigt. Er muss auf seine überzogenen Ansprüche und Ego-Eskapaden keine Rücksicht nehmen.

 Die Psychologin Bärbel Wardetzki sagt zu dem Selbstbild einer Co-Narzisstin: 

Sie wiederum leiht sich bei ihrem Partner ein Ideal-Selbst, indem sie ihn idealisiert, sich für ihn aufgibt und in ihm aufgeht. Sie stellt keine eigenen Ansprüche oder Forderungen, die er erfüllen muss und dient ihm als so genannter mütterlicher Nährboden. In der Verschmelzung mit ihrem bewunderten Partner erhält sie die nötige Aufwertung ihres Selbstbildes, indem sie an seinen Erfolgen teilhat. Dadurch, dass sie sich mit ihm identifiziert, wird er zum idealisierten Ersatz-Selbst. Das heißt, der eigene mangelnde Selbstwert wird durch das Ideal des Partners ausgeglichen.

Beide – Narzisst wie Co-Narzisstin – leiden somit an der gleichen narzisstischen Grundstörung!

Sie unterscheiden sich jedoch in der Art ihrer Beziehungsgestaltung und Kompensationsstrategie der eigenen Minderwertigkeit.

Natürlich kann dies in der Praxis auch in umgekehrter Form auftreten.

Also der männliche Partner übernimmt mehr die Rolle des Co-Narzissten und seine Frau ist die Narzisstin.  Zum Beispiel, in dem sich ein minderwertig und hilflos fühlender Mann als Co-Narzisst einer erfolgreichen und machtvollen Frau unterordnet.

Es geht also bei Frauen, die häufig an männliche Narzissen geraten, um ein gestörtes Selbstwertgefühl, um eine innere Abwertung, sich klein zu machen und unterzuordnen.

Durch die Idealisierung des Partners gleichen sie ihren mangelnden Selbstwert aus.

Beide brauchen sich also in gewisser Weise – aber in einer destruktiven und ungesunden Art von Beziehung und Verbindung.

Damit erhalten wir eine erste plausible Erklärung, warum Frauen, die sich zudem als
besonders feinfühlig oder empathisch bezeichnen, in ihren Beziehungen oftmals an männliche Narzissten geraten. 

Weil sie ebenso an einem mangelnden Selbstwertgefühl leiden.

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#3: Ursachenforschung für einen späteren (Co-)Narzissmus

Wenn wir uns die Entstehungsursachen für einen späteren Narzissmus anschauen, erstmal unabhängig davon, ob in seiner Ausprägung als Narzisst oder Co-Narzisst können wir besser verstehen, warum sich beide für eine Beziehung fast wie magisch finden und anziehen.

Wie Schloss und Schlüssel zusammenpassen.

Ein Narzissmus im Erwachsenenalter liegt in den meisten Fällen eine erhebliche Bindungsstörung aufgrund einer destruktiven Mutter-Kind-Beziehung zu Grunde. In der klinischen Forschung geht man davon aus, dass die Mutter-Kind-Beziehung derart gestaltet war, dass die Mutter ihr Kind nur als ein Teil ihrer Selbst sehen konnte – quasi wie ein„Wurmfortsatz“ ihrer selbst.

Was gleichzeitig bedeutet, dass die Mutter oder eine andere wichtige erste Bezugsperson, selbst an einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung gelitten haben muss.

In den meisten Fällen wird eine spätere narzisstische Störung in den ersten Lebensjahren erworben, nicht vererbt. 

Als Folge dieser Vereinnahmung durch die Mutter, darf das Kleinkind keine Autonomie entwickeln. 

Tut es das doch, was meist zwischen den 2.-3. Lebensjahr als natürlicher Entwicklungsprozess geschieht, reagiert die Mutter mit Wut und persönlicher Kränkung. Sie sieht das Kind schließlich als Verlängerung ihrer Selbst und nicht als eigenständiges Wesen. Somit darf es keinen eigenen Willen und Erwartungen haben. Für die kindliche Seele gleicht die wahrgenommene Wut der Mutter einem Erdbeben.

Vereinnahmung des Kleinkindes durch die erste Bezugsperson

Einerseits ist es unabdingbar von der Zuwendung und Liebe der Mutter abhängig. Andererseits spürt es in sich den starken Drang nach Autonomie und Expansion. 

Zwei existenzielle, in der Natur angelegte Grundbedürfnisse, die übrigens schon im Mutterleib spürbar sind, kollidieren miteinander: Verbundenheit und Autonomie!

Dem Kleinkind bleibt nichts anderes übrig, als sich anzupassen, um im wahrsten Sinne des Wortes weiter leben zu können. Unter diesen Ausgangsbedingungen kann es kein eigenes Selbst entwickeln, weil es dann von der Mutter mit Liebesentzug bestraft wird. 

Dem Kind wird der Mut zur eigenen Identität genommen. 

Die Folgen sind ein schwaches Selbst, unsichere Selbstgrenzen und ein kaum ausgeprägtes Selbstwertgefühl: Wer bin ich, was macht mich aus, wo sind meine Grenzen!

Dieses schwache Selbst zieht sich von nun an wie ein roter Faden durch sein ganzes weiteres Leben, allen voran durch sein späteres Beziehungsleben als Erwachsener. Die Wurzel jeglicher narzisstischen Ausprägung ist hierin zu finden.

Durch die Vereinnahmung seitens der ersten Bezugsperson entsteht im Kind ein falsches, verzerrtes Bild von Liebe: 

Es empfindet Liebe als Taktik, um kontrolliert zu werden. 

Um die Erwartungen und Vorstellungen der Mutter zu erfüllen – und eben nicht seine eigenen. Es entwickelt kein reifes und eigenständiges Wert- und Normempfinden, da es dieses als von außen übergestülpt empfindet, als aufgedrängt von der Mutter. 

Es entwickelt kein eigenes Identitätsgefühl, welches jedoch die Basis für alles ist:

  • Selbstwert
  • Grenzen
  • Nähe 
  • Autonomie 
  • Bedürfnisse 
  • Gefühle 
  • Wünsche 
  • Tatendrang 
  • Lebensfreude 
  • Durchsetzung
  • und vielem mehr

Solche Kinder fühlen sich häufig lediglich als Schmuckstück, Aushängeschild oder Erweiterung der Mutter oder engsten Bezugsperson.

Der männliche Narzisst sucht unbewusst eine Mutterfigur in der Co-Narzisstin

Nach diesen Ausführungen dämmert es dir vielleicht schon, warum zum einen viele Narzissten männlich sind. Und zum anderen, warum sie sich meist Frauen suchen, die sich ihren Vorstellungen unterordnen.  

Aufgrund der erlebten traumatischen Dynamik aus der Kindheit stellen solche Frauen keine Gefahr für einen Narzissten dar.  

Als Folge dieser destruktiven Mutter-Kind-Beziehung kann der Junge und spätere erwachsene Mann oft gar nicht anders, als in einer intimen Paarbeziehung die Frau wie seine Mutter zu erleben.

Der verletzte, weinende und liebesbedürftige kleine Junge lebt in ihm als Mann natürlich weiter. 

Versteckt und vergraben unter all den Abwehrstrategien.
Und zwar mit genau den gleichen unerfüllten Gefühlen und Bedürfnissen wie damals. 

Dieser kleine Junge erlebt die heutige erwachsene Ehepartnerin wie damals seine Mutter:

Als jemanden, die ihn für seine Belange und Erwartungen manipulieren und kontrollieren will. 

Dann lieber den Spieß umdrehen, die Frau kontrollieren und manipulieren, bevor er wieder mit dem Gefühl der Ohnmacht und Hilflosigkeit in Berührung kommt.

Andererseits steigt im männlichen Narzissten diese Ambivalenz auf. 

Auf der einen Seite fürchtet er sich vor jeder Vereinnahmung, Verschmelzung mit einer Frau. Andererseits sucht er in jeder Frau aber eine Mutterfigur.

Bildlich gesprochen läuft er seit seiner Kindheit mit einer imaginären Nabelschnur herum, mit der er sich bei einer Frau ankoppeln möchte, um mit mütterlicher Wärme und Zuwendung versorgt zu werden. 

Insgeheim sehnt er sich nämlich nach einer nachträglichen Verschmelzung und bedingungslosen Liebe mit einer Partnerin, was ihm damals verwehrt blieb. Also all jenem, was er von der Mutter niemals oder nicht ausreichend erhalten hat.

Gleichzeitig jagt ihm das eine Heidenangst ein.

Nähe ist untrennbar mit dem Gefühl der Abhängigkeit verbunden

In der Vorstellung eines männlichen Narzissten kann es eine Liebesbeziehung nur geben, wenn einer der Partner seine Bedürfnisse zugunsten des anderen aufgibt.

Für ihn ist jede Form von echter Nähe und Intimität mit Abhängigkeit verbunden. Abhängigkeit erinnert ihn an den alten Schmerz.

Für ihn es schwer vorstellbar, dass man mit jemanden in einer Liebesbeziehung sein kann, ohne dass einer auf seine Ansprüche und Meinungen verzichten muss. Noch unvorstellbarer ist es für ihn, dass man Meinungsverschiedenheiten austragen kann, ohne dass dabei sofort die Beziehung beschädigt oder beendet wird.

Viele männliche Narzissten fühlen sich in Paarbeziehung überfordert.

Falls sie überhaupt eine Beziehung eingehen. 

Oftmals geht es ihnen nämlich nur um eine schnelle, weitere Eroberung der Frau als Bestätigung. Als Aufwertung des fragilen Selbstwertes. Für das Gefühl etwas wert zu sein als Mensch und Mann.

Geht er doch eine intime Zweierbeziehung ein, schwingt stets eine imaginäre Bedrohungslage mit: „Nur nicht wieder abhängig sein wie damals “, ist ein Glaubenssatz seines 
inneren Kindes. Deshalb benötigt er eine Frau, die sich anpasst bis zur Selbstaufgabe.

Die sich wenig zutraut und es von klein auf gewohnt ist zu gehorchen, keine eigenen Bedürfnisse anzumelden. Die deshalb Schutz und Aufwertung ihres Selbstbildes bei einem Mann sucht. Dadurch kann er sie kontrollieren und manipulieren. Mit Beziehungsabbruch, Rückzug oder gar mit Gewalt drohen, im schlimmsten Fall sogar anwenden.

Das alles lässt die Partnerin als Co-Narzisstin in der Regel über lange Zeit mit sich machen, wie ich es in zahlreichen E-Mails immer wieder nachlesen kann.

Da drängt sich zwangsläufig die Frage auf: Warum?

#4: Das fehlende Puzzleteil: Weiblicher Narzissmus vs. Hochsensibilität

Narzisst und Co-Narzisst sind wie Puzzleteile

Die Antwort liegt auf der Hand.

Eventuell mag das, was du eben gehört hast, dir als weibliche Leserin mitunter erstmal nicht gefallen.

Doch möchte ich dir mit meiner Arbeit eine echte und nachhaltige Chance auf Veränderung deiner Beziehungsmuster geben. Und deshalb müssen wir raus aus der Komfortzone. Oder uns von bequemen Antworten verabschieden.

Echte Veränderung geschieht nur außerhalb der Komfortzone! 

In der Lernzone, meist kein vertrautes Terrain.
Dazu bedarf es Mut und Neugier.
Offenheit für neue Gedanken und Perspektiven.

Lange habe ich überlegt und recherchiert, woran es liegen kann, dass insbesonders empathische Frauen in Beziehungen 
immer wieder an narzisstische Männer geraten. Eine erste Erklärung habe ich mit den eben dargestellten Ausführungen von Co- oder Komplementärnarzissmus gefunden.

Schauen wir uns typische Charaktermerkmale von Frauen an, die sich selbst als hochsensibel beschreiben und stellen sie den Merkmalen von weiblichem Narzissmus gegenüber, erkennen wir einige Schnittmengen:

Merkmale von besonders sensiblen Menschen:

  • Stabiles Selbst, lässt sich jedoch schnell von Außen und den eigenen Bedürfnissen ablenken
  • Identifikation mit den Gefühlen & Leid anderer
  • Stark harmoniebedürftig, konfliktscheu, kompromissbereit, beeinflussbar
  • Problem mit dominanten Partnern
  • Vertraut eigener Wahrnehmung nicht
  • Anfällig für Schuldgefühle
  • Großes Verantwortungsgefühl. Mehr für andere als für sich
  • Nimmt eher Gefühle vom Partner auf
  • Sucht idealen Seelenpartner

Merkmale von weiblichen Narzissmus:

  • macht sich klein und zum Opfer
  • Anerkennung durch Anpassung bis zur Selbstaufgabe
  • Kompensation der Schwäche durch Überanpassung, Attraktivität, Leistung
  • Beziehungsannehmer (anklammernd)
  • depressive Stimmung, negativer „Gefühls-Sumpf“
  • Suche und Entlehnung eines idealisierten Selbst beim Partner und seinen Erfolgen
  • sucht Elternfigur und Halt im Partner, bemuttert den Partner

Weiblicher Narzissmus nach der Autorin und Psychologin Bärbel Wardetzki ist gleichbedeutend mit dem erwähnten Komplementärnarzissmus nach Jürg Willi.

Das Verhaltensmuster des weiblichen Narzissmus passt wie das fehlende Puzzleteil zu den Bedürfnissen eines männlichen Narzissten.
Die perfekte Ergänzung und Symbiose.

Während jener meist egozentrisch, selbstherrlich und abwertend daher kommt, sind seine weiblichen Partner oftmals selbstlose, ruhige und bescheidene Frauen.

Beide besitzen ein mangelhaft ausgeprägtes, unsicheres Selbstwertgefühl.

Es kann sogar sein, dass eine Co-Narzisstin ähnliche Größenphantasien wie ihr männlicher Narzisst besitzt. Für die sie sich aber insgeheim schämt, weil sie glaubt, sie hätte keinen Anspruch darauf.

Symbiose & Verschmelzung ist das Ideal von Co-Narzissmus

Co-Narzissmus und Verschmelzung

Das entscheidende Kriterium für einen Co-Narzissmus ist die Projektion (Übertragung) ihres herausgebildeten Ideal-Selbst auf den Partner.

In der Paarbeziehung würde die Frau wahrscheinlich sagen: 

Wir sind füreinander da, lieben uns bedingungslos.“ 

Sie denkt nur noch an ihn.

Sie macht alles für ihn.

Für sie ist ihr Partner der tollste Mann der Welt, der nur dazu da ist, Sie glücklich zu machen. Ihre Bedürfnisse von den Lippen abzulesen. 

Dafür putzt Sie sich raus, ist hübsch, schlank, modebewusst. Sie glaubt, seine Prinzessin zu sein.

Und er ist ihr Prinz, der Sie rettet aus ihrer Seelennot. 

Nur Sie kann ihn wirklich lieben.

Ihr Mann braucht Sie!
Glaubt sie in ihrem idealisierten Bild vom ihm.

Zwei Puzzleteile haben sich gefunden. 

Das Außenbild – die Verbindung – scheint perfekt.

Kränkungen und Verlustängste tauchen bei der Co-Narzisstin auf, sobald der Partner wieder mehr mit sich sein möchte. Mehr Unabhängigkeit anmeldet. Nicht jede Unternehmung zusammen machen möchte.

Das kränkt die Co-Narzisstin zunehmend, nicht mehr das Gefühl zu haben, ständig angenommen, wahrgenommen und geachtet zu werden. Dass der Partner nicht mehr jedes ihrer Bedürfnisse „blind“ von ihren Augen abliest und sofort erfüllt, versetzt sie allmählich in Panik.

Während der Narzisst den Wunsch nach Distanz, Autonomie, Kontrolle und Bewunderung hat, trägt die Co-Narzisstin in sich den Wunsch nach Symbiose, Verschmelzung, ständiger Spiegelung und gleichartigen Denken und Fühlen mit dem idealisierten Partner (manche nennen das Seelenpartner). 

Der männliche Narzisst sucht unbewusst nach einer Mutterfigur. 

Die weibliche Co-Narzisstin sucht unbewusst nach einer Vaterfigur.

#5: Wege der Befreiung aus Co-Narzissmus

Raus aus dem Co-Narzissmus

Nachdem ich nun ausführlich dargestellt habe, wie sich ein Co-Narzissmus in einer narzisstischen Beziehung bemerkbar macht und welche Ursachen diesem meist jahrelang eingeschliffenen Muster zu Grunde liegen, bleibt noch eine Frage übrig:

Wie komme ich raus aus diesem destruktiven Bindungsmuster!

Indem du dir darüber bewusst wirst, was du bisher nicht sehen oder anerkennen wolltest. Deine verdrängten und abgespaltenen Anteilen. Dieser Artikel soll dir hierbei helfen.

Ich bin davon überzeugt, dass es in jedem Menschen diese Kraft – diese Sehnsucht – nach Vollständigkeit gibt. Der Weg zu einer vollständigen Persönlichkeit liegt in der Überwindung der Extreme, die durch die (narzisstischen) Spaltung hervorgerufen werden. 

Dazu ist es notwendig, dass du erstmal ein Wissen für die andere Seite aufbringst. Dass du das Gefühl der Minderwertigkeit wie der Grandiosität in dir erkennst und zulässt. Ihre Bedeutung zu erkennen.

Gelingt es dir immer besser aus den Extremen zu kommen, kann dies zunächst zu Ängsten und Unsicherheiten führen, die bisher durch die Spaltung abgewehrt wurden.

Bleibst du aber standhaft und gibst diesen Ängsten und dem Schmerz Raum in dir, eventuell mit professioneller Unterstützung, bringst du mehr Verständnis für dich auf.

Und wirst dadurch mit der Zeit immer freundlicher und gelassener im Umgang mit dir selbst und deinen Anteilen.

Für dich als Co-Narzisstin gibt es weitere Wege der Befreiung aus ungesunden Verbindungen, die ganz wesentlich mit der Aufwertung deiner Ich-Identität, deines Selbstwertgefühls und dem Aufdecken von begrenzenden Glaubenssätzen zusammen hängen.

Hin zu einem starken und selbstbewussten Ich. 

Merkmale eines starken Ich's in einer Beziehung sind zum Beispiel:

  • Du hast ein stabiles Selbstwertgefühl und lässt dich von anderen Meinungen, Verhaltensweisen nicht mehr so stark ablenken oder beeinflussen
  • Du spürst und kennst deine Bedürfnisse, Grenzen, Wünsche, und kannst diese deiner Umwelt mitteilen
  • Du weißt, wer du bist, wo deine Talente, Fähigkeiten aber auch Mängel, Schwächen Fehler liegen und kannst mit all dem freundlich umgehen
  • Du wirst unabhängiger von anderen Meinungen, Bewertungen, Lob/Tadel
  • Du kannst Konflikte auf sachlicher/objektiver Ebene austragen
  • Du hast eine eigene Meinung in Diskussionen, kannst diese aufrechthalten und mitunter auch verteidigen
  • Du besitzt die Fähigkeit zu einer gesunden Abgrenzung von belastenden Situationen/Personen
  • Du hast die Fähigkeit eine gesunde Balance von Nähe und Autonomie in einer intimen Beziehung zuzulassen

Ein positives und sicheres Selbstwertgefühl ist ein wesentlicher Faktor für die Beziehung mit einem Narzissten und dem Ablegen der eigenen co-narzisstischen Bestrebungen.

Aus diesem Grund habe ich den Ratgeber
„Handbuch für Partner von Narzissten“ geschrieben.

Darin erfährst du unter anderem:

  • Kann die Beziehung mit einem männlichen Narzisst und einer weiblichen Co-Narzisstin überhaupt jemals funktionieren?
  • Was deine Bindungsmuster mit der Anziehung auf Narzissten zu tun haben.
  • Wie komme ich zu mehr Selbstwertgefühl, um so besser für meine Bedürfnisse und meine Grenzen einzustehen!
  • Was du dazu über Co- oder weiblichen Narzissmus unbedingt verstehen musst
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Hat Dir der Artikel weitergeholfen?
Schreibe es gerne in die Kommentare.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde erstmals im Februar 2021 veröffentlicht und zuletzt im April 2022 aktualisiert und ergänzt.

Quellen

https://www.mensch-und-psyche.de/liebe/narzissmus/narzisst-und-co-narzisst/
Buch: Barbel Wardetzki "Weiblicher Narzissmus"*
Bilder: unsplash.com/ dragosgontariu/ Timothy Eberly /history in hd / priscilla-du-preez
Tumisu auf Pixabay
PIRO4D auf Pixabay 

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Veröffentlicht von

www.simplyfeelit.de

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1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Mann kann an narzssiten geraten ,ohne es zu beabsichtigen.
    Bei mir war es damals meine Lebensituation, wo ich mich überfordert fühlte.
    Mein Mann war in Krebs gestorben, mir eine neue, fast fertige Haus und haufen Bauschulden hinterlassen. Als einzige Ausweg sah ich damals das Haus zu verkaufen…leider zu einem hochgradig narzistischen Familie.
    Nach sieben Jahren und drei Gerichsthandlungen bin ich fix und fertig…weiss aber nicht wie ich sie los werden könnte.

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