Der Tag, an dem ich endlich meine Ex-Freundin loslassen konnte

Du kannst von Deiner Ex-Freundin nicht loslassen, obwohl es in eurer Beziehung viel Drama und Streit gab?

Ihr wollt Freunde bleiben, aber wenn Du ganz ehrlich bist, bist Du noch nicht über die Trennung hinweg und wünscht Dir Deine Ex-Freundin insgeheim zurück?

Deine Ex-Freundin hat einen neuen Freund und trotzdem willst Du den Kontakt mit ihr aufrecht erhalten?

Spätestens jetzt, wenn du bei diesen 3 Fragen ein leichtes Kopfnicken gespürt hast, solltest du die Notbremse ziehen. Solltest du dich fragen, ob du dich in letzter Zeit nicht selbst verraten hast?!

Spätestens jetzt solltest du aus der ungesunden Dynamik mit deiner Ex-Freundin aussteigen, deine Selbstverleugnung beenden und dadurch deine Würde und Integrität als Mann zurückgewinnen. Wach auf, Kumpel!

Damit du verstehst, was ich meine, und damit du vor allem verstehst, warum ich dir das so radikal empfehle, erzähle ich dir im heutigen Artikel, wie ich mich im Kontakt mit meiner Ex-Freundin selbst verraten habe – und wie du es anders machen kannst.

Ex-Freundin: Drama, Baby!

Aufmerksamen und treuen Lesern wird gerade etwas auffallen. Es ist nicht das erste Mal, dass ich auf meinem Blog über eine Trennung schreibe. Es ist nicht das erste Mal, dass mir eine Trennung völlig den Boden unter den Füßen wegzieht, mich selbst in Frage stelle, nicht arbeiten kann und vollkommen im Kummer aufgehe, wie Anfang des Jahres geschehen. Im Grunde kann man sogar sagen, dass die ganze Idee zum Bloggen und Schreiben, meiner heutigen Passion, und dem Erkennen meiner Sensibilität, aus einer Krise vor 3 Jahren resultierte, nämlich, dreimal darfst du raten, nachdem ich von meiner damaligen Freundin verlassen wurde.

Daraus könnte man nun 3 Dinge schlussfolgern:

  1. Ich gerate immer an die falschen Frauen. Da ist sicherlich was dran. Aber es gehören immer zwei dazu. Es wäre zu kurz gegriffen. Zudem bin ich von dem Gesetz der Anziehung überzeugt. Das heißt, aufgrund einer subtilen, meist unbewussten inneren Ausstrahlung, ziehe ich genau die Frauen in mein Leben, die zu mir „passen“. Gleich und gleich gesellt sich gut, heißt es im Volksmund. Konkret bedeutet dies, wenn es bisher in meinen Beziehungen immer viel Drama und Auf und Ab’s gab (zwischen einem überirdischen Gefühl der Verbundenheit auf der einen Seite und viel Streit, Tränen, Dramen und Verletzungen auf der anderen), dass meinem System – meinem innerem Kind – dieser Zustand mehr als vertraut ist. Es sich darin regelrecht geborgen und aufgehoben fühlt und deshalb im außen immer wieder danach sucht. Auf Resonanz geht mit Personen, die dieses innere Muster ebenfalls besitzen und ausstrahlen.
  2. Leide ich an einer Bindungsangst? Eine der Verhaltensweisen eines bindungsängstlichen Menschen ist nämlich durch Streit, quasi aus dem Nichts herbeigeführt und wegen Kleinigkeiten, keine echte Nähe und Vertrautheit entstehen zu lassen. Ein Streit schafft erstmal ein wenig Distanz und Abstand, um sich anschließend wieder anzunähern, bis es wieder zu eng wird, der nächste Streit herbeigerufen wird … der Teufelskreis hat sich geschlossen, so läuft das Spiel immer weiter. Ja, ich habe durchaus bei mir Symptome einer Bindungsangst, aber auch einer emotionalen Abhängigkeit erkannt, wie in meinen Artikeln über Bindungsangst und Co-Abhängigkeit offen dargestellt. Damit würde ich gut in die Generation Beziehungsunfähig passen, wie der Titel eines Bestsellers* lautet. Sicherlich ein Phänomen unserer postmodernen Zeit. Aber auch hier wäre es zu kurz gegriffen, die Ursachen für die Häufigkeit meiner Trennungen nur auf die kulturellen und gesellschaftlichen Umstände oder den Anzeichen einer Bindungsangst zu schieben. Meinem ganzheitlichem Ansatz folgend gibt es immer mehrere Perspektiven und Ursachen für eine heutige Verhaltensweise oder ein Problem: Kindheit, Bindungserfahrungen, individuelle Prägungen, Sozialisation, kultureller Rahmen, Eigenverantwortung als Erwachsener.
  3. Offenbar lösen Krisen bei mir einen Wachstumsimpuls aus. Insbesondere nach schmerzhaften Trennungen von Frauen. So war es vor 3 Jahren (Start meines Online-Buisness) und so wird es auch jetzt sein – auch wenn ich heute noch nicht weiß, in was dieser Impuls diesmal münden wird. Dass Krisen in sich immer das Potenzial des Wachstums und der Veränderung tragen, sollte mittlerweile jedem bekannt sein. Voraussgesetzt man ist gewillt, daraus zu lernen, an sich zu arbeiten, alte Dynamiken und Muster zu entlarven und vor allem den Willen aufzubringen, sie zu durchbrechen, sie ändern zu wollen. Trotz all des Schmerzes, trotz all der Phasen der tiefsten Resignation gab es in mir eine leise Gewissheit, dass ich daraus etwas lernen soll, dass ich daran reifen kann. Natürlich, in Momenten der tiefsten Lethargie fällt es schwer, daran zu glauben, es braucht meist etwas Abstand, aber letztlich war es so. Rückblickend haben mich alle (emotionalen) Krisen der letzten Jahre reifen und stärker als zuvor werden lassen. Der Schlüssel lag aus meiner Sicht darin, dass ich gewillt war, sie ganz zu durchleben, die Gefühle zuzulassen und gleichzeitig auf einer Verstandesebene zu realisieren, warum es soweit kommen musste.

"Krisen tragen in sich das Potenzial des Wachstums"

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Liebe auf die erste Berührung

All diese sehr persönlichen Einblicke in mein Innenleben teile ich mit dir, damit du nicht die gleichen Fehler machst, wie ich, obgleich sie manchmal eben notwendig sind, um wirklich aufzuwachen und zu wachsen. Allgemein bin ich davon überzeugt, dass echte Verbindung unter uns Menschen in unserer heutigen Zeit nur möglich ist, wenn wir uns öffnen, unsere Verletztlichkeit nach außen tragen, uns nicht mehr verstecken, mit all unseren Ängsten und Gefühlen.

Natürlich hat das Schreiben über meine Trennungen und Krisen auch einen Selbstzweck: Es hilft mir, sie besser zu verarbeiten. Schreiben als Therapeutikum, ein mittlerweile bewährtes Mittel in therapeutischen Kreisen. Bevor ich dir nun aber berichte, wie ich es schaffte, meine Ex-Freundin endlich loszulassen, erzähle ich dir zunächst einmal unsere Geschichte:

Wir lernten uns auf einem Kuschelabend kennen. Ja, das ist einer dieser Abende, wo sich anfangs fremde Menschen am Ende in den Armen liegen und sich achtsam berühren. Unter Einhaltung glasklarer Regeln und Stoppsignalen. Man kann sagen, es war Liebe auf die erste Berührung. Wir beide spürten schnell eine starke Anziehung füreinander. Heute weiß ich, dass es einen Unterschied zwischen einer gesunden und ungesunden Anziehung gibt. Damals wusste ich das nicht, zumindest nicht in dieser Form, spielte auch keine Rolle. Wir trafen uns, lernten uns kennen und verliebten uns ineinander. Wir kamen in die bekannte Verliebtheitsphase. Allgemein beschreiben Paare diese Phase als die schönste in ihrer Beziehung. Man spürt die Schmetterlinge im Bauch, vergisst oftmals sein eigenes Leben, seine Hobbys, Freunde und Werte und will nur noch mit dem anderen zusammen sein. Am besten 24 Stunden am Tag.

Verliebtsein als emotionaler Ausnahmezustand

Sind wir mit unserem Schatz zusammen, sind wir glücklich, sind wir von ihm getrennt, fühlen wir uns unglücklich, irgendetwas fehlt, wir vermissen ihn. So romantisch und schön sich diese Phase für unseren Organismus und unser Herz anfühlt, so sehr sitzen wir doch einer hormonellen Wahrnehmungsverzerrung auf. Verliebtsein ist nichts anderes als ein chemisch-hormoneller Prozess, der laut Wissenschaft zwischen drei Monaten und drei Jahren anhalten kann. Wir befinden uns in dieser Zeit in einem emotionalen Ausnahmezustand, fühlen uns high und könnten Bäume ausreißen, ähnlich wie in einem Drogenrausch. Tatsächlich ist es so, dass beim Verliebtsein ähnliche Gehirnareale aktiviert werden, wie nach einem Drogenkonsum.

Verstehe mich nicht falsch: Diese Phase gehört wohl zu jedem Kennenlernen und unserem Menschsein dazu, um sich auf jemand anderen wirklich einzulassen, Intimität und Nähe entstehen zu lassen. Es waren immer die schönsten Phasen in meinem Leben, und ich werde sicherlich weitere erleben und sie genießen. Doch weiß ich heute, dass Verliebtsein ziemlich wenig mit Liebe zu tun hat. Im Grunde gar nichts. Es sind zwei völlig verschiedene Zustände.

"Verliebtsein hat ziemlich wenig mit Liebe zu tun"

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Verliebtheit versus Liebe

Ich sah die Welt in dieser Zeit durch eine rosarote Brille, ich war überglücklich, ich war verliebt. Und das war herrlich. Es kam der Sommer, wir gingen baden, Eis essen, verbrachten laue Sommernächte unter klaren Sternenhimmel, gingen bei Vollmond nackt baden. Doch wie erwähnt endet irgendwann jede Verliebtheitsphase, die Wirkung des hormonellen Cocktails in unserem Gehirn lässt nach. Dies war bei uns nach ca. drei Monaten der Fall. Erst jetzt beginnen wir unseren Partner richtig zu sehen, ohne Verzerrung, ohne Brille, hormonell nüchtern und realistisch, mit all seinen Schwächen, Macken, Verhaltensweisen und  alten Verletzungen. Plötzlich ist nicht mehr alles rosarot am anderen, plötzlich beginnen uns Dinge und Verhaltensweisen an ihm zu stören, die uns noch vor einiger Zeit gar nicht aufgefallen sind. Jetzt schlägt die Stunde der Wahrheit! Jetzt geschieht der Übergang von Verliebtheit in einen Beziehungsalltag. In gemeinsame Werte, Ziele, Lebenskonzepte, Vorstellungen, Respekt, Verständnis, Annahme. Man könnte auch sagen: Jetzt schlägt die Stunde der Liebe – ohne romantische Verklärung – oder eben nicht!

Wir begannen uns häufiger zu streiten. Wegen Kleinigkeiten im Alltag, wie so oft. An welchen Strand wir heute zum Beispiel gehen, oder dass wir etwas früher losgehen als sonst. Dass wirklich schlimme daran war, dass wir uns in diese Streits emotional so hineinsteigerten, dass wir von alleine nicht mehr rauskamen. Nicht nur einmal endete ein Streit damit, dass ich vorzeitig am Wochenende von ihr abreiste. In dieser Zeit wurde uns beiden immer bewusster, dass wir beim jeweils anderen alte Triggerpunkte aktivierten, uns in unseren Kindheits- und Beziehungsmustern spiegelten. Nun kam die Bewährungsprobe, ob es nach dem Verliebtsein wirklich weiter gehen kann mit uns, oder ob es nur ein hormonelles Strohfeuer war. Erst jetzt beginnt so etwas wie echte Beziehung und aus meiner Sicht das, was man als Liebe bezeichnen kann: Renne ich wieder vor mir selbst weg, sobald ich mit meinen verdrängten Persönlichkeitsanteilen (Schatten) konfrontiert werde, oder bleibe ich stehen und stelle mich meinen (Verlust) Ängsten, (Scham) Gefühlen, Erwartungen und Abhängigkeiten?

Wir wollten stehen bleiben! Wir waren beide seit Jahren auf unserem persönlichen Entwicklungsweg, konnten kognitiv nachvollziehen, warum wir uns immer wieder triggerten, lasen viele Bücher dazu, probierten mehrmals das Zwiegespräch als Paarkommunikation aus, um den anderen besser und mitfühlender zu verstehen und erwägten sogar eine Paartherapie. Wir probierten also einiges aus. Dass absolut Traurige daran war, dass es hinter all den Streits ein tiefes Gefühl der Verbundenheit, der Wertschätzung, des Verständnisses und des Respekts für den anderen gab, auch wenn sich das gerade als Widerspruch anhören mag, aber so war es. Die Grundlage also für eine echte Liebe – jenseits des Ausnahmezustandes des Verliebtseins. Doch es half leider alles nichts.

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On-Off-Beziehung

Die Intervalle zwischen Versöhnung und Streit wurden immer kürzer. Nach ca. fünf Monaten gab es die erste „Beziehungspause“: 4 Wochen Abstand. Natürlich nur, um danach den anderen wieder überglücklich in die Arme zu schließen. So ging es etwa ein Jahr weiter. Zeiten der tiefen Verbundenheit, Pausen, Streits, Versöhnungen wechselten sich stetig ab. Rückblickend führten wir eine On-Off-Beziehung, die nie gesund und förderlich sein kann. Wir schafften keinen klaren Cut, keinen richtigen Absprung. Man kann nicht mit dem anderen, aber auch nicht ohne den anderen.

Im Juli 2016 schafften wir dann doch den endgültigen Absprung. Wir sahen beide ein, dass es so nicht weitergehen kann, dass wir beide nur aufgrund unserer alten Dynamiken immer wieder zusammen kommen, von dem anderen was brauchen, uns gegenseitig verletzen, obwohl wir das gar nicht wollen und den anderen eigentlich sehr gern haben. Es war eine Trennung in Frieden und gegenseitiger Wertschätzung. Es war eine Trennung aus Vernunft, auch wenn es traurig war, weil es trotz allem noch dieses Gefühl der Verbundenheit  zwischen uns gab. Nach unserer Trennung, einige Monate später, teilte sie mir mit, dass sie schon während unserer Beziehung das Gefühl hatte, dass wir nur zusammen sind, um voneinander zu lernen, aus unseren alten Mustern auszusteigen.

Verzögerter Trauerprozess

Überraschenderweise verarbeitete ich die Trennung in den Folgemonaten ganz gut. Dachte ich. Es war ja wieder Sommer und so stürzte ich mich voll in die Fülle dieser Jahreszeit. Ich spürte sogar eine gewisse Erleichterung, was ich auf die ständigen Auf und Abs der letzten Monate zurückführte. Ich genoss mein Leben, machte Sport, widmete mich meinem Blogbuisness, war viel draußen und lernte sogar eine neue Frau kennen. Ich dachte wirklich, ich wäre drüber hinweg. Doch ich täuschte mich. Es kam der Herbst und der Winter. Erst in dieser dunklen und drüben Jahreszeit erkannte ich, dass ich die emotionale Aufarbeitung dieser Beziehung verschleppt hatte.

Meine Ex-Freundin hatte ich über ein halbes Jahr nicht gesehen, wir hatten ab und an noch SMS-Kontakt, aber alles völlig unverfänglich. Es ging auf Weihnachten zu, ich war wieder alleine. In diesen drüben Tagen des Rückzugs und des bevorstehenden Familienfestes wurde ich sehr wehmütig. Erst jetzt spürte ich so richtig den Liebeskummer. Der Eisblock begann zu schmelzen. Erinnerungen stiegen auf, an die schönen Zeiten zwischen uns (die es neben den Dramen auch gab). Ich begann sie zu vermissen. Wollte sie zurück haben. Nicht nur das, vielleicht mag es an der Vorweihnachtszeit gelegen haben. Plötzlich spürte ich, dass sie bisher die einzige Frau war, mit der ich mir hätte vorstellen können, ein Kind zu kriegen. Jahrelang war ich mir noch nicht mal sicher, ob ich überhaupt Kinder haben wollte! Nun mit Ende 30 war es auch die Zeit dafür. Auch wenn es viele Konflikte gab, aber was Vorstellungen von Kindern und Erziehung angeht, waren wir uns immer sehr einig, verfolgten ähnlichen Ansätzen. Natürlich war mir bewusst, dass zu einer Elternschaft mehr als ähnliche Erziehungsansätze gehören, allen voran erstmal eine erfüllte und glückliche Paarbeziehung. Dieser aufkommende Wunsch nach Familie und Vaterschaft machte den ganzen Trennungsprozess natürlich noch schwieriger.

Gespeist aus diesem Kummer und dieser Sehnsucht heraus durchlief ich die Wintermonate über eine krasse emotionale Krise, und begann einige Fehler (einer davon war unangekündigt am Silvestermorgen vor ihrer Haustüre zu stehen). Diesen Transformationsprozess habe ich ausführlich in diesem Artikel beschrieben: Tod und Auferstehung.

"On-Off-Beziehungen sind nie gesund oder förderlich"

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Wollen wir Freunde bleiben?

Juni 2017. Ein weiteres Jahr ist vergangen. Ein weiteres Jahr nach der Trennung. Der intensive Winter lag hinter mir, das Frühjahr begann und mündete relativ schnell in den Sommer. Langsam fasste ich wieder Mut, erkannte die Lerneffekte aus dieser Zeit. Während des Winters ließ ich mich von einem Coach begleiten, der auf Körpertherapie spezialisiert ist. Er kennt auch meine Ex-Freundin (wir lernten uns auf einer seiner Veranstaltungen kennen). Rückblickend würde ich sagen, dass er in die ganze Sache zu sehr verstrickt war. Er tätigte einige Aussagen, die ich heute nur als fahrlässig und unverantwortlich bezeichnen kann (u.a. dass er noch eine Chance bei uns sieht in 1-2 Jahren). Jedenfalls hat er mir während den schwierigen Wintermonaten sehr geholfen, stand mir jederzeit zur Seite, und dafür bin ich ihm bis heute dankbar. Er erklärte mir, welche tieferliegende Lernaufgabe hinter dem Trennungsschmerz liegt.

Ich folgte seinem Rat, beschäftigte mich intensiv mit mir und meiner Vergangenheit. Ich ließ die Trauer, die Tränen und den Schmerz zu. Gefühle also, die wir Männer oft und gerne verdrängen und verleugnen. (leider) Dadurch wurde ich langsam immer weiter, offener und präsenter. Doch trotzdem machte ich in den darauffolgenden Monaten weitere Fehler. Ich log mir ein zweites Mal ganz gewaltig in die eigene Tasche. Im März gab es nämlich wieder einen persönlichen Kontakt mit ihr, auf einer Gruppenveranstaltung, obwohl ich zwischenzeitlich wusste, dass sie einen neuen Freund seit letztem Sommer hat! Ich bildete mir ein, ich wäre durch die intensiven letzten Monate soweit, mit ihr wirklich nur freundschaftlich in Kontakt zu sein. Damit folgte ich auch der Einschätzung des Coachs. Wir trafen uns zwei Mal persönlich, lachten, gingen Eis essen, telefonierten immer wieder mal, schrieben uns WhatsApp Nachrichten.

Wie erwähnt, wir gingen ja im Guten auseinander und schätzten uns weiterhin. Sie sagte mir auch immer wieder, dass sie sich gerne mit mir austauscht und den Kontakt mit mir aufrecht erhalten möchte. Bei alldem sagte ich mir immer wieder, dass ich es auf emotionaler Ebene verarbeitet hatte, und auf rationaler Ebene verstanden hatte, dass es zwischen uns nicht passt. In dieser Zeit erfuhr ich auch, dass ihre neue Beziehung zwar sehr erfüllt sei, es aber gleichwohl schon gewaltige Beziehungsprobleme aufgrund unterschiedlicher Lebenskonzepte gab (was wiederum dafür spricht, dass romantische Liebe nicht alles lösen kann!). All das reichte mir offenbar noch nicht. Ich war noch nicht tief genug gesunken, was meinen Selbstbetrug anging.

Bis zu jenem Tag im Juni, dem 29.06. Der Tag, an dem ich es endlich realisierte. Während eines unserer längeren Telefonate erfuhr ich von ihr, dass sie nach einer kurzzeitigen Trennung wieder mit ihrem Freund zusammen ist! Sofort stiegen mir die Tränen in die Augen, ich weinte, es zerriss mir erneut das Herz, erst jetzt konnte ich feststellen, so richtig, dass ich trotz aller rationaler Einsicht der letzten Monate noch emotional an ihr hing. Mir weiterhin Hoffnungen machte, nicht wirklich drüber hinweg war und diese ganze Freundschaftssache eine reine Farce und Selbstverleugnung war. Eine fette Selbstverarschung!

Erst an diesem Tag konnte ich vollständig realisieren, dass es endgültig vorbei ist mit uns beiden. Erst nach diesem Telefonat tat ich das, was schon längst überfällig war: Ich brach den Kontakt vollständig ab! Um endlich frei zu werden.

Kannst Du Dir das vorstellen?
All das habe ich mir reingezogen!

Lernen aus Einsicht oder aus Schmerz!

Dies ist unsere Geschichte. Das ist meine Geschichte mit meiner Ex-Freundin, mit allen Gefühlen und all den Erkenntnissen – aus denen ich jetzt erst lerne.

Falls in dir gerade das Wort Missbrauch aufsteigt, trifft es das wohl ganz gut. Ich habe mich missbrauchen lassen, aber vor allem habe ich mich selbst missbraucht. Offenbar gibt es in mir einen Anteil, dem dieser Zustand wohl vertraut ist. Verstehe mich richtig. Ich will hier kein billiges Mitleid erhaschen oder Schuldige finden. Ich sehe meine Verantwortung – aber auch ihre.

Ich teile das so offen mit dir, damit du dich in dem einen oder anderen wiedererkennst und es aus diesem Verständnis heraus anders machst.

Wir drehen solange die immer gleichen Runden, bis wir es wirklich verstanden  haben – und anschließend unser Verhalten ändern. In den letzten Jahren bin ich mir meiner Anteile  sehr bewusst geworden. Erst das macht ein wahres Selbst-Bewusstsein aus. Offenbar lernt mein System eher aus Schmerz. Es hat bis zu diesem Telefonat gedauert, bis ich diese Runde endlich abschließen konnte.

"Lernen aus Einsicht oder aus Schmerz?!"

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Mache es anders als ich und lerne aus meinen Erfahrungen. Lerne aus Einsicht. Mach dir selbst nichts vor. Glaub mir: Falls du dich gerade von deiner Freundin getrennt hast, falls es in eurer Beziehung viel Liebe aber auch viel Drama gab, ist es besser für euch beide, wenn ihr für mindestens ein Jahr keinerlei Kontakt habt. 

Auch wenn es dir gerade noch unglaublich schwer fällt (dann erstrecht!). Beende die alten Dramen und Abhängigkeiten. Nach dieser Zeit kannst du neu entscheiden. Danach könnt ihr immer noch Freunde werden. Dies ist nur ein Richtwert, doch erachte ich ihn als einen Mindestzeitraum, um wirklich alle emotionalen Verstrickungen in dir aufzulösen, um es wirklich abzuschließen. Erst dann kannst du dich dem Leben und neuen Frauen freier und gefestigter als zuvor zuwenden.

Egal wie gut ihr euch noch versteht, egal wieviel Verbundenheit und Sympathie noch für sie da ist. Nimm für eine gewisse Zeit Abstand. Dein gebrochenes Herz will in dieser Zeit heilen. Du quälst dich nur ständig weiter, wenn du ständig an die gemeinsame Zeit erinnert wirst, in Form von Bildern, Nachrichten oder persönlichem Kontakt. Die Wunde wird dadurch immer wieder aufs Neue aufgerissen, kann nicht richtig verheilen.

Dein Herz will den Trauer- und Abschiedsschmerz spüren, um ihn anschließend zu verarbeiten, will daran reifen, daran wachsen, sodass du eines Tages (dieser Tag wird kommen!) stärker als je zuvor und voller Zuversicht und Freude in einen neuen Lebensabschnitt starten kannst.

Ich befinde mich gerade am Anfang dieses Abschnitts, ein weiterer Reifungsprozess vollzieht sich, und auch du wirst diesen Wachstumsimpuls und die damit verbundene Freiheit verspüren, sobald du wirklich losgelassen hast.

Welche 5 Tipps dir beim Loslassen deiner Ex-Freundin und einem Neustart helfen können, zeige ich dir im nächsten Artikel!

 

Welche Erfahrungen hast du im Kontakt mit deiner Ex-Freundin gemacht?

 

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20 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. … kannst du die das vorstellen? all das habe ich mir reingezogen. Sorry, mir fehlen die Worte … genau das mache ich seit 6 Jahren durch. Wenn ich mir vorstelle, dass du das erlebt hast …
    Liebe Grüße Brigitte

  2. Ich wurde jetzt vor gut einem Jahr von meiner Ex verlassen, nach über 4 Jahren Beziehung bekam ich einen Telefonanruf und das wars.

    Tja die ersten 3 Monate war bei mir alles ok, dachte wir kommen schon wieder zusammen. Dann hab ich erfahren das sie einen neuen Freund hat und alles brach bei mir zusammen.
    Dann mitAlkohol usw. weiter. Es ging umgefähr 2 Monate bevor ich auch nur wieder normal essen konnte. Na zumindest hab ich 15 kg abgenommen also doch nicht so umsonst…..

    Jetzt gehts es wieder einigermassen. Ab und an wenn ich zum rauchen draussen stehe, hoffe ich immer noch das kommt und sich das ganze nur als böser Traum entpuppt

    Für etwas ernsteres hab ich bisher noch keine gefunden. Gelegenheiten hat es zwar gegeben, aber ich denke solange ich nicht wirklich komplett über Sie hinweg bin, wäre jede Beziehung nur ein Lückenbüsser. Und dafür ist mir jede potentielle Kandidatin doch zu schade….
    Ich hoffe ja das ich irgendwann morgens aufwach und BÄM alles weg. Diese ganzen negativen Gedanken und diese Wut und der Hass der sich da aufgestaut hat….

    Man wird sehen was die Zukunft bringt, und damit genug Seelenstriptease

    • Danke Bera, für deine Schilderung und den damit verbundenen Mut.

      Ich kann das alles gut nachfühlen. Es brauch seine Zeit. Die von dir erwähnte Wut war bei mir persönlich die letzte Hürde, die ich nehmen musste, bevor ich wirklich drüber hinweg war. Auch merkte ich, dass die Wut auf sie (und ihrem neuen Freund, und das ich darüber erfahre habe usw.) eine alte Wut in mir triggerte. Sie fungierte quasi als Stellvertreter für eine Person aus meiner Kindheit. Ich kann dir nur empfehlen, diese im Rahmen eines therapeutischen Wutprozesses (dazu gibt es auch Seminare;) rauszulassen. Sie wird nicht einfach so verschwinden, nichtsdestrotrotz braucht so eine schmerzhafte Trennung natürlich seine Zeit, aber die Zeit heilt eben nicht von alleine alle Wunden – sondern nur wenn du dich damit aktiv auseinandersetzt. So meine Erfahrung!

      Momentan empfinde ich mehr Mitgefühl, fast Mitleid, für sie, und ihr Leben und Leiden, das tägliche Denken ist vorbei, und, total spannend, ich „will sie gar nicht mehr zurück“, die Anziehung ist verschwunden, wahrscheinlich deshalb, weil diese hauptsächlich auf alten Mustern beruhte – und diese habe ich mir in den letzten 10 Monaten zur Genüge angeschaut.

      Wünsch dir viel Kraft mein Lieber, du wirst es auch schaffen! Oliver

      … und ja: benutze eine tolle Frau nicht als Lückenbüsser. Dann lieber warten, bevor man eine etwaige neue Partnerin damit verprellt. Gleichzeitig musst du aber auch nicht zum Mönch werden – du verstehst! 😉

    • Hallo Bera..ich weiss ja nicht ob Du das je mals liest..ist ja auch schon älter..aber ich war 7Jahre mit meiner zusammen und den Rest habe ich aufs i tüpfli genau so erlebt…wie gehts dir heute?

  3. Meine Ex hat sich Anfang Oktober von mir getrennt nach guten 5 Wochen quälenden Prozesses der Abnabelung, Grundursache war mangelndes Vertrauen, da wir uns beide kennenlernten, als wir noch andere Partner hatten und diese jeweils ein dreiviertel Jahr betrogen. Es waren üner zwei jajre absoluter Leidenschaft und Herzbebens, aber dadurch hatten wir immer Misstrauen, dass dem jeweils anderen wieder so etwas passieren könnte. Auslöser waren dann zwei Anmeldungen von mir auf so genannte Datingseiten, ich gebe zu, es war aus Neugier und Langeweile, alten Mustern von mir. Sie bekam das raus, einmal im Juni und einmal im August, nachdem wir dazwischen einen tollen Urlaub hatten. Sie gab mir also einmal eine Chance zum bessermachen, beim zweiten mal war ihr Gefühl kaputt und es wollte sich über den September nicht wieder einstellen, sie zog sich zurück, wurde kalt und unnahbar. Ich litt wie ein Hund, war das doch für mich nie etwas ernthaftes und konnte dann aber keinen Hebel mehr ansetzeb, sie umzudrehen, trotz eines Briefes, kurzzeitiger wiederannäherung und dann wieder Distanzierung, musste ihr dann fast in den Mund legen , ob wir überhaupt noch zusammen sind… Das war dann nicht mehr der Fall. Und dann kam bei mir sie Panik auf über die herbstmonate, dass sie sich sofort wieder aufcwas anderes einlassen könnte, weglaufen und sich in die nächste Beziehung stürzen würde oder ggf.auch schon wieder in ihrem Umfeld jemand aufgetaucht ist, der ihr den Abschied von mir erleichtert hat… nach Wochen des quälenden Prozesses, hatte ich sie dann tatsächlich im Dezember soweit, dass sie zugab, jemanden zu mögen. Diese Unterhaltung per wahtsapp eskalierte dann aber so dermaßen, dass ich bis heute geblockt bin… freut Tage später war ich dann mal bei ihr und hab tatsächlich jemanden neues bei ihr gesehen, nach zu dem Zeitpunkt genau 10 Wochen… Ich bin dann leider entdeckt worden , hab mich seit dem aber nie wieder bei ihr blicken lassen oder mich gemeldet. Für mich haben sich ja alle Dinge, die ich befürchtete bestätigt, ich wollte auch Klarheit. Seitdem haben wir uns auch nie wieder gesehen, was vorher öfter mal in der City (100.000 Einwohner ) passierte zufällig… Ich begann also im Januar und Februar mich Stück für Stück zu lösen, obwohl dieses Mädchen optisch absolut meine Traumfrau ist und ich noch nie solche Gefühle hatte. Auch war sie die ersten, wo ich mir ein Kinnd vorstellen könnte… es gab also bessere und schlechtere Tage, aber ich hatte das Gefühl, es wird besser, nur Angst vor einer Begegnung, wann und wie die auch immer kommen sollte, die hatte ich. Und sie kam indirekt am 16. FEBRUAR … mit ihrem Auto… welches ein ganzes Wochenende direkt in meiner Straße 200 Meter vor meiner Haustür parkte. Ich redete mir dann ein, sie hat es vielleicht abgestellt und sei verreist, da der Bahnhof ganz innere Nähe ist, sie sich hier durch mich auskennt und man kostenfrei stehen kann… und nun heute… Sie steht wieder da, mitten innde r Woche über Nacht… es zieht mir den Boden unter den Füßen weg, dass ich nun fast Gewissheit habe, dass hier in meinem unmittelbaren Umfeld wohl ihr neuer wohnt… und sie tatsächlich nach 9 Wochen absolutem Kontakt und knapp 5 Monaten Aus soviel Unverfrorenheit an den Tag legt, sich hier so zu zeigen, keinerlei Rücksicht auf mich nimmt… Ich habe das Gefühl, dass sie meinen Rückzugsort komplett aufrollt und alles, was ich mühsam zugeschüttet habe, wieder aufmacht… Ich weiß, ich kann nichts tun, sie ist frei… und wenn mir der Zufall so einen Streich spielt, warum muss ich dann so leisen, dass ich nir das gefühlt ständig vor meiner Nase jetzt angucken muss…? Ich komme damit gar nicht klar und bin total verzweifelt, aber auch wütend auf sie… Keine Ahnung, wie ich damit umgehen und fertig werden soll.
    ?

  4. Hallo Oliver,
    starker Text. Sehr wahr und deshalb brutal. Die Wahrheit tut immer weh. Bin auch der Meinung, dass es nur EINE Wahrheit gibt. Deswegen ist es so wichtig, während einer Trennung (vorher wäre besser) zusammen zu reden und so viel wie möglich aufzuarbeiten. Um zu lernen, um es beim nächsten Mal besser zu machen. Dsa klappt leider ganz selten.
    Meine Freundin hat gerade nach 13 Jahren Beziehung, zu nem anderen Mann warm gewechselt. Die „Haupt-Schuld“ liegt mehr bei mir, habe ich doch all die Jahre meinen Sinn in dieser Frau gesucht, sie bemuttert und therapieren wollen. Und mich gleich mit. Eigentlich keine Schlechte Idee. Als es ihr schlecht ging, vor einigen Jahren, wollte ich sie rausholen aus ihrem Büroleben, ein Sabatical machen, Weltreise, Umziehen, auch ins Ausland, Bauernhof, alles habe ich vorgeschlagen. Sie wollte nicht, redete nicht. Stattdessen ging sie zur Thrapeutin, mit der sie, wie ich heute weiß, auch über mich redete… und in mir stieg der Frust auf, den ich immer öfter auf ihr ablud. Ein Teufelskreis. Ich habe sie erdrückt (so viel auch zum >Thema ’sensibler Narzisst‘). Allerdings hat sie eben auch nie richtig gewusst was sie wollte, oder hat zumindest nicht drüber geredet und dann auch noch völlig zugemacht. Zu früh wie ich finde. Heute, zwei Monate nach ihrem Auszug, sagt sie, sie hätte alles getan, was sie konnte. Fair enough, aber ich glaube eher, daß sie sich das so schön reden muss, um vor ihrem neuen Typ als starke, selbstständige Frau erscheinen zu können. Der wiederum hat nen 4 jähriges Kind und wurde selbst erst vor einem Jahr, auch nach elf Jahren Ehe verlassen/geschieden..!! und findet es toll, daß seine neue Freundin so selbstständig und erwachsen ist. Ich dachte ich hör nicht richtig… Meine Ex merkt auch gar nicht, welche Erwartungen seinerseits da schon unausgesprochen im Satz mit drin stecken. Von wegen jetzt auf „Augenhöhe“. Wie auch immer, ich sitze hier und bin der Arsch. Dein Artikel trifft es gut auf den Punkt, wenngleich ich eigentlich keine 2 Jahre daran rumkauen möchte. Wird aber wohl sowas in der Größenordnung sein. Die Zeit, die die beiden brauchen, um Leben und Liebe zu entwickeln und die das Dopamin noch vorhält, dürfte ähnlich bemessen sein, wie die Zeit die brauche, um hier Heil raus zu kommen. Verrückt. Und da kommen wir zurück zum Knackpunkt: Momentan will ich auch noch, dass sie zurückkommt, obwohl mein Gehirn mir sagt, daß es JETZT sowieso schon mal gar nicht geht und später einmal vielleicht auch nur dann, wenn ich mich tatsächlich geändert habe…
    Dafür müsste man aber wiederum in Kontakt bleiben. Ich kenne aber niemanden, der nach Jahren der Funkstille sich einfach meldet. Wozu auch?
    Mir wird speiübel wenn ich daran denke, daß die Tränen von letzten Sonntag den letzten Abschied symbolisiert haben könnten. Sie war das zweite Mal hier in 2 Monaten, um noch Zeug von sich zu holen und wurde auch sehr sentimental und traurig. Es geht ihr nicht gut. Sie will mich als Mensch nicht verlieren, bla blub, aber mit dem Typ läuft es sehr gut… Ansonsten gibt es keinen Kontakt zischen uns. Am Karfreitag kommt sie nochmal und DANN, danach, beginnt erst wirklich die neue Zeitrechnung. Aber ich kann jetzt schon guten Gewissens sagen, daß ich weder als Hassverlierer da raus gehe, noch als der liebe Trottel. Der Wahnsinn ist, dass ICH am Ende derjenige sein soll, der es tatsächlich zu Ende bringt, obwohl SIE mich hat sitzen lassen!? Eine kaputte Beziehung zu beenden ist eine Sache, ausgewechselt und ersetzt zu werden durch einen anderen Mann ist die absoluteHöchststrafe. Kommt einer Axtspaltung gleich. Und trotzdem will ich die Frau… go figure. KRANK 😉
    Ich lese jetzt noch ein wenig auf Deiner Seite weiter. Im Gegensatz zu ihr, habe ich mehr Zeit, die ich sinnvoll verwende, um den ganzen Mist zu verarbeiten…
    Danke.Ciao
    Philip

  5. Nach einer „einfachen“ Beziehung kann man diese Schritte gehen. Aber ich mache gerade eine Scheidung durch, während meine noch Frau schon einen neuen hat. Und ich immer wieder Kontakt zu ihr habe, wegen unserer 2 gemeinsamer Kinder. Wie soll man da den Kontakt abbrechen ? Man muss sich austauschen, um zu erfahren wie es den Kindern geht und was die gemacht haben usw..

    • Hi Tobi,

      danke für deinen Kommentar.

      Wenn Kinder im Spiel sind, ist das etwas ganz anderes. Von was ich geschrieben habe, war eine „einfach“ zweier Paarbeziehung. Doch bei Kindern spielt eine andere Verantwortung mit, wie du auch geschrieben hast.

      Ich persönlich erachte es als sehr wichtig, zwischen der ehemaligen erwachsenen Paarbeziehung zu unterscheiden, und der Elternbeziehung zu den Kindern. Ich finde es vor allem im Sinne der Kinder wichtig, dass sich die ehemaligen Partner aus Fürsorge und Liebe für ihre Kinder auf einer respektvollen Elternbeziehung begegnen.

      Vielleicht kannst du so klar mit deiner Ex-Frau reden, die entstandenen Verletzungen zwischen euch im Umgang mit den Kindern zurückstecken oder sich externe Hilfe holen, um immer noch ein verantwortlicher, fürsorglicher Vater, eine verantwortliche Mutter für die Kinder zu sein!

      Aber ganz klar: Ich würde nie empfehlen den Kontakt zur Ex-Freundin/Ex-Frau ganz abzubrechen, wenn Kinder im Spiel sind!

      Alles LIebe, Oliver

  6. Danke für diesen Artikel, in dem ich mich ganz gut wiederfinden kann. Leider sehe ich gewisse Dinge pessimistischer.

    Ich habe vor 2 Jahren eine Vorbeziehung aufgegeben, weil meine Ex äußerlich betrachtet mein Traumtyp war, und weil sie meinte „ich hätte besseres verdient“, also sie. Wir kamen innerhalb weniger Treffen fest zusammen. Bald redete sie selbst von Hochzeit, Kinderwunsch usw. ich konnte mein Glück garnicht fassen, dachte ich hätte endlich den Jackpot geknackt, eine Frau die optisch 100% mein Idealbild ist, und dann noch eine Zukunft mit mir will.

    Nun, leider entwickelte ich dadurch eine sehr starke Bindung und Anhänglichkeit. Als sie bemerkte, dass ich ihr komplett verfallen war, ging es los mit gelegentlichen Kommentaren ihrerseits wie „hey, du solltest das nicht für mich tun. Sonst fühle ich mich schlechter als du.“ Aber ich tat vieles freiwillig, aus Verliebtheit. Irgendwann begann sie, auf Distanz zu gehen, je mehr ich ihre Nähe suchte. Es wurde ihr alles zuviel. Das mit Hochzeit und Kinderwunsch war plötzlich „nur entfernte Träumerei gewesen“. Sie sagte mir, ich solle mehr unabhängig sein. Sie schwärmte mir vor von einem Idealbild von Mann, der immer sein Ding durchzieht und nicht einer Frau nachläuft. Sie ließ mich plötzlich fallen wie eine heiße Kartoffel. Als sie mich vollständig hatte, war nicht mehr interessant. Als ich weinte, weil sie abreiste, sagte sie kalt: „Heul nicht rum wie ein Mädchen, das macht es nicht besser.“

    Das alles passierte eine Woche vor meinem Geburtstag und zwei Wochen vor einer Fernreise, die ich bereits auf unsere Namen gebucht hatte.

    Als ich daraufhin sauer war und mit gemeinsamen Bekannten darüber sprach, warf sie mir vor, hinter ihrem Rücken Stimmung gegen sie zu machen. Sie stellte mich als besessenen Psychopathen dar, viele Freunde kündigten mir daraufhin die Freundschaft.

    Während ich noch jede Nacht weinte, hatte sie bereits einen neuen Mann am Start, dem sie nachläuft, obwohl er offen mit anderen Frauen flirtet. Nun hat sie den „unabhängigen Mann“, der sie nicht „zuviel“ liebt, so wie ich.

    So sehr ich mir wünsche, so denken zu können wie du, dass sie ja eigentlich leidet und selbst ungesunden Mustern folgt: ICH bin derjenige, der nach zwei Jahren immer noch jede zweite Nacht schlaflos im Bett liegt und versucht, das Geschehene zu verarbeiten. ICH bin derjenige, der Feiern mit früheren Bekannten fern bleiben muss, weil er sonst verarscht oder schief angeguckt wird.

    Sie hat sich auf dem Trümmerhaufen meiner Gefühle ein schönes neues Schloss mit ihrem neuen Macker gebaut – und ich bin so gebrochen, dass ich kaum noch den Mut habe, Frauen anzusprechen.

    Wie lange soll das noch so gehen? Ich sehe mein eigenes Leben an mir vorbeiziehen, während sie unbekümmert weiterlebt…

  7. Hi Leute,

    ich weis nicht ob das hier noch beantwortet wird oder nicht, aber vielleicht kann der ein oder andere mir einen Tipp geben.

    Meine Beziehung war kurz (7 Monate) allerdings sehr sehr intensiv, wir hatten höhen und tiefen, sie war mit meinem Kiffen nicht ganz zufrieden und auch mit meiner Einstellung zur Welt ( sie hasste den Plastik muell, ich fand mich mit der situation ab bezueglich plastik ) naja aber all das waren kleinigkeiten ( in meinen Augen ). Wir haben jeden Tag zusammen verbracht, sind morgens gemeinschaftlich zur Arbeit hin und Abends heim, am Wochenende mal raus und eben ganz normales Beziehungsleben. Sie wollte sogar mit mir Kinder in der Zukunft. Nun mehr war unsere Beziehung aber trotzdem nicht unter dem guten Stern gestellt.

    Wir haben uns aber immer gut verstanden, nun mehr außer unsere anderen Ansichtswqeisen, egal ich habe ihr Wochenlang versucht zu vermitteln das dass doch nicht das wichtigste ist, sondern das wir uns Lieben und zusammen mit einander klar kommen und das wir den Rest so solven koennen.

    Nun mehr ist Sie im Maerz zu Ihren Cousinen nach London gegangen und wir fuehrten eine Art fernbeziehung ( nicht wirklich zusammen aber auch nicht auseinander ), im Mai dieses Jahr war ich in London, dort haben wir beide über alles gesprochen und gesagt das wir die Beziehung beenden müssen, was auch für 2 Wochen klappte, wir fingen wieder an zu schreiben und plötzlich ( was ich lange versucht habe ) hat sie gesagt alles ist egal ich liebe dich und ja das ist genug zum zusammen sein ( ihre schwester gab ihr beim Telefonat neue Erkenntnisse ) ich war aber in dem Moment total perplex, denn damit haette ich nicht gerechnet. Ich bat Sie um Zeit nur einen Tag das ich mir das Bewusst werden kann, denn es hieße ja das wir endlich zusammen sein koennen. kleine Bedenken hatte ich, ob sie sich wirklich sicher ist ( sie schrieb zum ende mit wir koennen zsm sein I dont know ), wir hatten ja schon paar probleme ich wollte dem einfach nur 100% sicher gehen.

    Nun mehr nach unserem telefonat, habe ich nichts geahnt und mich damit befasst und viel drueber nach gedacht ( was sie mir verheimlichte das Ihr Herz schloss und sie Abends auf ein Dinner ging ) und mein endgueltiges ergebnis, JA WIR KOENNEN ZUSAMMEN SEIN, ICH WILL DAS AUCH.

    Einen Tag spaeter teilte ich Ihr das mit, DOCH dan kam der Hammer, sie sagte mir das es nichtsd bringe, sie nicht mehr wollte, 3-4 Tage spaeter schrieb sie mir ich soll sie in ruhe lassen sie hat jmd in London gefunden wo sie gluecklich ist und sich gut fuehlt und sie dadurch einfacher an mich vergessen kann. Das brach mir das Herz.

    Ich bin am verzweifeln und weis nicht weiter, wir haben immernoch Kontakt, heute 6 Wochen nach der Trennung ist es immer noch Hart fuer mich. Ich weis von Ihr das Sie nicht mit dem typen weiterhin zusammen ist, das er keine Beziehung will, sie ist auf dem Weg nach Hause ( Czech ) wahrscheinlich sehe ich Sie nie nie nie nie nie wieder. Zudem sagte Sie mir, dass selbst wenn ihre Liebe wieder aufblueht ( was ja sein kann, ihre Aussagen ) das sie sich trotzdem nicht vorstellen kann in einer Beziehung zu sein.

    ich weis es ist aus, ich weis sie will mcih nicht aber ich bekomme es nicht in meine Birne. Ich habe immer noch die Vorstellung von einer gluecklichen Beziehung, ich will einfach nicht den Gedanken verlieren das doch noch eine Chance da ist. 🙁

    Ich weis echt nicht weiter und fuehle mich von mir selbst verarscht

    Meine Fragen an euch:

    Wie kann ich los lassen? Ich weis es ist vorbei abver ich schaffe es einfach nicht.
    Meint ihr es ist vielleicht doch noch ein kleines bisschen Hoffnung da?

    Der Artikel ist super geschrieben und sehr hilfreich und ich schaffe es einfach nicht all die Tipps umzusetzten.

  8. Hi,
    meine Trennung ist nun 4 Monate her.
    Grund hierfür war meine emotionale Abhängigkeit und der Fakt , dass ich ihr nicht richtig vertrauen konnte aufgrund von lügen in der Anfangszeit.
    In der Nachbetrachtung hätte ich meinem Instinkt folgen sollen und es gleich zu Beginn beenden, denn ich hatte häufig das Bauchgefühl, dass etwas nicht stimmt .
    Trotzdem ging es ein Jahr, was mich bis jetzt belastet, sehne mich aber seltsamerweise nach den schönen Zeiten.

    Und genau dieses paradoxe Gefühl hat mich zu diesem Artikel hier geführt.

    Auch stand sie vor manchen Leuten nicht richtig zu mir, ich sagte ihr oft , dass ich unglücklich verliebt bin oder mich fühle wie in einer Halb- Beziehung.
    Selbst nach einem Jahr sagte sie ihrer Freundin in meiner Anwesenheit am Telefon, dass sie mit mir im Sommer verreisen werde damit das zwischen uns etwas verbindlicher wird.

    Etwas verbindlicher… nach EINEM Jahr…

    Die Beziehung war reinstes on-Off, ich war häufig gehemmt, angespannt, misstrauisch – aufgrund der lügen (Übernachtung von anderen Männern am Anfang, aufploppende Mails von anderen Männern etc.) und dem Fakt dass sie mich zwar Freunden vorstellte, aber genau dem Personenkreis, bei dem ich ein komisches Gefühl hatte nicht .
    Manchmal glaube ich, dass mir die wenigen stressfreien Zeiten und der gute Sex das Gefühl geben Sie zu vermissen- momentan , nach vier Monaten sehe ich nur das gute und das belastet mich.

    Ich tu mich gerade schwer das negative zu sehen, die Gründe die zur Trennung meinerseits führten.

    Dass sie mit meinem Gehalt nicht zufrieden war, mir Bauchgefühl und am Ende die Wahrnehmung als falsch erklärte, log.
    Zwei Tage nach der Trennung hatte sie sich bereits bei Tinder angemeldet mit einem selfie von uns und mich weg geschnitten.
    Übrigens aus einer Reise mit der ich sie überrascht hatte.

    Auch war von ihrer Schwester aus mal das Thema Borderline gefallen, einige Sachen deuten im Nachklang darauf hin.

    Nun ist es so, dass ich seit 1,5 Monaten eine neue Frau Date – mit ihr läuft alles ganz ruhig und normal.
    Kein Streit, Absprachen , keine Anspannung oder schlechten Gefühle.
    Sie nimmt sich Zeit für mich .

    Eigentlich alles super, aber seitdem denke ich vermehrt an meine Ex.

    Meine Frage:
    Vermisse ich das Drama?
    Ist es zu früh für etwas Neues oder bin ich irritiert weil es einfach mal normal läuft?

    • Hi,

      wenn ich deine Zeilen so denke, und weil du fragst, denke ich: Ja, es ist zu früh für eine ernsthafte, neuen Begegnung. Es gehört zu dem Prozess des Liebeskummers, dass man im Nachgang nur die schönen, rosigen Seiten sieht, sich nur daran erinnert, was so toll war am anderen usw. Unser Gehirn ist clever, und möchte unbedingt das Gefühl der Verschmelzung / Nähe zurück haben (und blendet deshalb all die Dramen, Streits und wo es eben nicht passte aus).

      Meine Empfehlung für dich: Nun hast du die Möglichkeit, zu wachsen. Dich ganz neu kennenzulernen. Deine Abhängigkeiten zu erkennen, dir evtl. Unterstützung zu holen, den Schmerz zu fühlen. Selbstliebe!

      Was nicht heißt, dass man in dieser Zeit keine neue Menschen kennenlernen kann. Aber eben ehrlich sein, dass man frisch getrennt ist, darunter noch leidet, evtl. eine Affäre oder so, mit offenen Karten spielen. Aus meiner Sicht bist du nach einer krassen Trennung nicht in der Lage, dich wirklich auf jemanden neuen ernsthaft einzulassen, je nachdem natürlich, wie emotional intensiv die Beziehung davor war (und wie sie du getriggert wurdest). So meine Erfahrung.

      Aber setze dich mit dir auseinander – und beende den Kontakt zumindest für eine gewisse Zeit zu dem Ex-Partner, damit dein Herz heilen kann und es nicht zu neuen Verstrickungen kommt!

      LG Olver

  9. Hi Oliver,

    Danke für die schnelle Antwort!
    Ich habe manchmal das Gefühl, dass manche Dinge so kommen, weil es so sein soll.
    Denn bevor ich deine Antwort jetzt gelesen habe, habe ich den Tag mit der neu kennengelernten Dame verbracht.
    Diese hat mir heute eröffnet, dass sie es zwischen uns teilweise unstimmig findet und sich unsicher ist inwieweit das auch mit der Pille Zusammenhängt, welche sie erst neu einnimmt und sich Bedenkzeit eingeräumt.

    Nun sitze ich da, bin zum einen geknickt, zum anderen sagt mir das auch irgendwie, dass ich vermutlich noch nicht so weit bin und meine Prioritäten im Leben nun endgültig fern von einer Partnerschaft legen sollte .
    Ich habe nach meiner Trennung vor vier Monaten viel reflektiert und auf mich geschaut , vor allem hinsichtlich Bedürftigkeit- das war aber bei der jetzigen Dame definitiv nicht der Fall .
    Irgendwie war es für mich heute vollkommen in Ordnung von ihr zu hören, dass sie im Grunde daran zweifelt und nicht weiß ob das für sie mehr wird.

    Was meinst du?

    • Vergiss auch die neue Dame!

      Ganz egal, ob die Zweifel in ihr, der Pille oder sonst begründet liegen, falls du jetzt weiter darauf pochst, dich mit ihr zu treffen, zeigt das deine Bedürftigkeit. Ein Thema, in dem wir Männer heutzutage oft drin hängen gegenüber Frauen. Falls sie sich in einigen Tagen wieder meldet, schau genau hin, schreib mit ihr usw. Aber aus meiner Erfahrung, wenn du zu Beginn einer Kennenlernphase schon erste Zweifel aufkommen, wird daraus meist nix mehr! (Ausnahmen bestätigen die Regel;)

      Und weiterhin mein Credo aus der letzten Nachricht: Nutze die Chance als Single, und baue dir ein erfülltes und geiles Leben als Mann und Mensch auf.

      Das ist alles, was ich im Moment dazu sagen kann.

      Alles Liebe für dich, Oliver

  10. Hey, danke für die Antwort.
    Nachdem sie sich Bedenkzeit erbeten hatte und ich ihr gesagt hatte, dass wir uns erst sehr kurz kennen und ich das akzeptiere hat sie mir heute geschrieben, dass für sie die Gefühle nicht für mehr reichen.
    Habe sofort die Nummer und alles was dazu gehört gelöscht.

    • Siehst: Genau wie ich es vermutet habe.

      Hatte letztens ne ähnliche Situation mit ner Frau, und genau der gleichen Aussage: „Für mehr reichen leider meine Gefühle nicht“ (obwohl wir uns körperlich schon nah waren).

      Manchmal verstehe ich es auch nicht. Danach habe ich mir abgewöhnt, die Sachen in den Köpfen von anderen (Frauen) zu verstehen. Vielmehr meine eigenen Sachen/Muster zu verstehen.

      Learning never stopps!

      LG Oliver

  11. Sehr sehr verständlich und echt ein nützlicher Einwand deinerseits.
    Denke heute viel nach, aber eher über mich, warum mich das so mitnimmt.

    Ich glaube ich selbst suchte Ersatz .
    Ersatz für die schönen Momente in meiner Drama- Beziehung davor.
    Insgeheim habe ich aber verglichen.
    Was nun besser und schlechter war.
    Auch ihre bereits verwendeten Kosenamen für mich, dass ich mir meinen Geburtstag freihalten soll, sie mir ihren Arbeitsplatz bereits gezeigt hat etc.
    Ich denke sie war bzw. ist auch auf der Suche nach Ersatz .
    Ich werde ab Samstag für paar Tage mit Freunden nach Spanien fahren um den Kopf frei zu bekommen.

    Ich denke, dass ich aus meiner jetzigen Not eine Tugend machen sollte und jetzt bei mir selber ankommen.
    Vermutlich war es wirklich viel zu früh für etwas Neues und es sollte so sein.

    Jedoch kann ich mir manche Sachen wirklich nicht erklären- also wie man von 100 auf 0 im Prinzip innerhalb eines Tages fahren kann.

    • Das hört sich für mich stimmig an. Das mit dem Kopf frei kriegen und einfach für dich da sein.

      Das mit dem von 100 auf 0, zerbrich dir darüber nicht so viel den Kopf. Habe ich auch lange versucht zu erklären (Bindungsangst usw.). Ist nur mühsam. Ich versuche einfach immer mehr auf mich zu achten, statt zu analysieren, warum sich in meiner Welt manche Menschen (Frauen) so irrational verhalten.

      LG OLiver

  12. Ich stehe gerade am Anfang dieser Entwicklung, obwohl die Trennung nunmehr 10 Wochen her ist. Ich tue mich schwer. Wir haben uns bei der Arbeit kennengelernt, als ich noch verheiratet war. Ich habe mich scheiden lassen, aber nicht wegen ihr sondern weil meine Ehe schon seit Jahren nicht lief. Wir hatten eine 12jährige Beziehung und haben davon 10 1/2 Jahre zusammen gelebt. Sie hat mich mit Liebe und Zuneigung überschüttet, so dass ich am Anfang dachte, dies könne nicht echt sein. Schien es aber zu sein, denn jahrelang ging es so. Wir haben viel Mist zusammen durch. Den Tod meines sehr guten Freundes, ihre Krankheit bei der nicht klar war ob sie je wieder arbeiten kann, der Tod ihrer Mutter an Lungenkrebs… Immer waren wir bedingungslos füreinander da, sie für genauso wie ich für sie, unsere Schicksale schienen für immer miteinander verknüpft zu sein. Nun ist sie weg. Die Gründe: „Ich lebe hier, ich lebe jetzt, ich möchte mein Leben mehr genießen, ich will Spaß haben. Der Tod meiner Mom hat mir gezeigt, wie schnell das Leben vorbei sein kann.“ Ich habe das nicht verstanden. Wir hatten zusammen Freizeitaktivitäten, Urlaubsreisen usw. Ihre Freizeitaktivitäten, die ich nicht mitmachen wollte, (Schlagerparties, „Kaisermania jedes Jahr usw.) hat sie mit ihrer Schlagertruppe ausleben können. Vielleicht konnte sie deswegen meine Frage, welchen Spaß sie haben will, den sie bei mir nicht ausleben konnte, nicht beantworten. Dies ist nun 10 Wochen her. Von ihrer anfänglichen Distanziertheit scheint sie abzurücken. Sie sieht sich jede meiner Statusmeldungen bei Whatsapp an, manchmal erst wenige Minuten nachdem ich sie eingestellt habe. Sie war auf meiner website bei einem sozialen Netzwerk (nicht facebook). Aber ich will sie nicht mehr, und zwar deswegen: Eine gemeinsame (sehr enfernte) Bekannte hat mich beim Einkaufen angesprochen, was sie nie getan hätte, wenn meine Ex und ich noch zusammen wären. Sie hat mir geraten, mich mit dem Ex, mit dem meine Freundin vor mir zusammen war, in Verbindung zu setzen, weil „der mit mir reden will“. Hm, ich möchte eigentlich mit niemandem reden, dem ich mal die Frau geklaut habe. Nach einer Woche habe ich es doch getan. Er empfing mich mit den Worten „Hab schon gewartet“. Er wusste Dinge, die er eigentlich nicht wissen konnte. Er wusste wörtlich die „Liebesbekundungen“, die sie mir unzählige Male in all den Jahren gesagt hatte. Er wusste, welchen Charakter unsere Beziehung hatte, er wusste sogar, mit welchen Begründungen sie die Beziehung beendet hat. Ich war geschockt. Aber er hatte eine einfache Erklärung: Bei ihm lief es exakt gleich, identisch. Er sagt, sie führt keine Beziehung zu oder mit einem Menschen, sie führt eine Beziehung um der Atmosphäre wegen, die sie mit Hilfe des Partners erzeugen kann. Eine Atmosphäre geprägt von Zuneigung, Aufmerksamkeit, Gemeinsamkeit. Wenn jedoch Probleme auftreten, die gemeinsame große Anstrengungen erfordern, zu denen sie sich nicht in der Lage fühlt oder nicht willens ist, passiert folgendes: Der Partner wird ausgewechselt. So scheint es zu sein. Sie führt eine Beziehung um der Umstände, der Atmosphäre, des Lebensgefühls wegen. Der am leichtesten auswechselbare Teil scheint aber der Partner zu sein. Sie „beendet“ auch die Beziehung nicht wirklich, vielmehr wird die Beziehung fortgeführt, nur eben mit einem anderen Partner, der die Ansprüche an Atmosphäre, Lebensgefühl usw. wieder erfüllen kann. So ähnlich, als wenn man eine Urlaubsreise mit dem Auto macht und zwischendurch das Auto wechselt. Gibt es eine schlimmere Art, einen Menschen auszubeuten?

  13. Halli Hallo ,

    Ich habe über Google genau so einen Ratgeber gesucht und bin hier gelandet.
    Alles was auf dieser Seite steht hab ich mehrmals gelesen.
    …und dies ist meine Geschichte :

    Also , ich heiße Andreas bin 53 Jahre alt und war ,bis vor 3 Monaten , mit meiner Lebenspartnerin 33 Jahre zusammen,zugegeben mit hoch und tief’s , mit Zank , Streit und Liebe.
    zu mir : Ich hatte (sage bewusst hatte ) eine sehr gut gehende Firma in Hannover und habe richtig gutes Geld verdient , wir führten seid 19 Jahren eine so genannte Wochenendbeziehung , was auch ganz gut bzw wirklich gut funktionierte . Zu erwähnen sei noch das wir 2 Söhne 29 + 31 haben und beide nicht mehr zu hause wohnen. Meine Ex hat ein altes Bauernhaus in der Nähe von Quedlinburg welches wir über 22 Jahre in Eigenleistung komplett Kern sanierten (ich bin von Beruf Handwerker).
    Vor 3 Monaten klingelte mein Handy , ich war in Hannover arbeiten,meine Frau sagte mir am Telefon das sie sich von mir trennte …welch Hammer , ohne Vorwarnung bzw Anzeichen (vllt. hab ich sie auch nicht gesehen ) , es zog mir den Boden unter den Füßen weg ,ich hab sofort alle Arbeiten eingestellt und bin erst einmal zu mir ins Büro gefahren um nach 2 Stunden nachzufragen ob ich gerade schlecht geträumt habe,leider nicht. Wie sich im laufe der vergangenen Wochen rausstellte hat meine Ex alles auf die Minute geplant . Das Haus ist fertig saniert , sie hat über Jahre von mir kostenlos Auto’s zur Verfügung gestellt bekommen , zu letzt sogar 2 ein Cabrio und einen Caddy zum einkaufen und so.
    Auch musste ich feststellen das meine Ex mich schon seid mehreren Monaten mit einem gemeinsamen Bekannten betrügt , welch Schock , wir waren mit ihm und seiner Frau gemeinsam im Urlaub und die 2 hatten parallel dazu schon Sex miteinander , nicht im Urlaub sondern davor und danach auch . Ich habe jeden Monat eine nicht geringe Geldmenge überwiesen damit sie Rechnungen bezahlen kann , sie verdiente nicht all zu viel in ihrem Job .Was ich ihr vorwerfe ist die eiskalte Berechnung ihrer seits , im April sind wir zum wiederholten mal mit der AIDA gefahren die Norwegentour , als Anlass zu ihrem Geburtstag (wir sind 5x gefahren unterschiedliche Routen, wobei ich 3x alles bezahlt hatte).
    Nun haben wir 33 Jahre weggeworfen , meine Gefühle schwanken zwischen Wut , Hass und Liebe zu ihr . Ins geheim wünsche ich mir sie zurück und ja sie fehlt mir sehr , alles ist so wie es beschrieben wurde . Ich bin in psychologischer Behandlung , nehme 3x am Tag Tabletten um einigermaßen klar zu kommen.
    Fazit: Meine Firma in Hannover habe ich verkauft , ich bin in die Nähe von Quedlinburg gezogen in eine 3 Raum Wohnung , habe mir einen kleinen Hund angeschafft und bin erst einmal bis Ende des Jahres krank geschrieben,auch habe ich mir das Buch “ Der sanfte Krieger“ gekauft .
    Mein großes Problem ist das loslassen , das sie mit ihrem neuen/alten zusammen ist und schon 3 Tage nach unserer Trennung in Urlaub gefahren ist , damit komme ich mittlerweile klar , nur sie …sie fehlt mir so sehr ( und ja ich heule gerade , die Tränen kullern) und ja ich lebe mit der Illusion das sie eines Tages zurück kommt .

    So , das war meine Geschichte zum Thema , ich hoffe euch geht es besser.

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