Schluss mit Jein! Bindungsangst: Wie du sie erkennen und in 3 Schritten überwinden kannst

Ich bin noch nicht soweit für eine feste Beziehung. Ich brauche meinen Freiraum. Lass mir etwas mehr Zeit.

Hast du diese Sätze schon einmal während eines Kennenlernes gehört? Von dir oder deinem Gegenüber? Dann leidest du oder dein Gegenüber wahrscheinlich an einer Bindungsangst.

Eines der meistgenannten Ziele aus meiner Leserumfrage ist, einen Partner zu finden. In den meisten Artikeln und Büchern über Partnerschaft wird fast automatisch davon ausgegangen, dass zwei Menschen sich zusammengefunden haben, die willens und fähig sind, in einer tragfähigen Paarbeziehung zu leben.

Aber was ist, wenn einer oder sogar beide, dazu aus bestimmten Gründen nicht in der Lage sind?

Die meisten von uns sehnen sich nach einer festen und tragfähigen Beziehung. Gerade wir hochsensibel veranlagten Menschen sehnen uns nach einer Partnerschaft voller Liebe, Verständnis und Akzeptanz – es ist ein Urbedürfnis unserer großen Gefühlsintensität.

Es gibt jedoch auch einige Menschen, die gerne eine Beziehung eingehen würden, sich aber gleichzeitig davor fürchten. Sie haben Angst vor zu viel Nähe und Enge. Einerseits wünschen sie sich von Herzen solch eine tiefe Verbindung. Andererseits hindert sie daran eine tiefsitzende Angst. Aus dieser Ambivalenz entsteht das berüchtigte „Jein“ – weder Ja noch Nein: Ich gehe mit dir eine Beziehung ein – aber halte gleichzeitig durch gewisse Strategien soviel Distanz, dass ich nicht verletzt werden kann.

Die eingangs zitierten Sätze kenne ich sehr gut. Von mir. Ich gebrauchte sie in den Beziehungen der letzten Jahre oft. Einerseits verspürte ich eine große Sehnsucht nach Austausch, Nähe und Vertrauen – andererseits hatte ich aber auch Angst, mich ganz einzulassen, fühlte mich schnell vereinnahmt. Ich hatte Angst. Angst, nicht mehr Ich zu sein, Angst mich aufzugeben, Angst die Kontrolle zu verlieren. Im Laufe der Jahre habe ich viel an mir und meiner Selbstliebe gearbeitet und dadurch ist diese Vereinnahmungsangst geringer  geworden – aber in gewissen Ausprägungen ist sie heute immer noch da.

Kennst du diese Angst vielleicht auch?
Dann lass uns heute über das Thema Bindungsangst sprechen.

Ursachen für Bindungsängste

Die Ursachen einer Bindungsangst reichen sehr weit zurück. Meist bis ins früheste Kindes- und Säuglingsalter.

Ob du in deinem späteren Erwachsenenleben bindungsfähig bist, hängt in sehr hohem Maße davon ab, welche Erfahrungen du in den ersten Lebensjahren in der Beziehung zu deiner Mutter gemacht hast. Die Mutter ist die erste und wichtigste Bezugsperson für uns als neugeborene Menschen. Wir haben eine symbiotische Verbindung zu ihr – was sich schon an der Nabelschnur erkennen lässt. Aber auch wenn diese nach der Geburt getrennt wird, sind wir unabdingbar auf die Wärme, Nahrung und Zuwendung unserer Mutter angewiesen. Wir können ohne sie nicht überleben. Der Säugling kann nicht unterscheiden zwischen Du und Ich – er ist eins mit der Mutter. Von dieser lebenswichtigen (Ver) Bindung hängt es ab, ob unser Gehirn Bindung aus den frühesten Kinderjahren mit „Sicherheit, Wärme und Geborgenheit“ verbindet, oder mit „Verlassenheit, Einsamkeit und Angst.“ Da  diese frühen Erfahrungen nicht bewusst im Gedächtnis des Neugeborenen gespeichert werden können, sind diese elementaren Erfahrungen in der Regel unserem Bewusstsein nicht zugänglich.

Aus diesem Grund spielt das Unbewusste bei bindungsängstlichen Menschen eine so große Rolle. Die späteren bindungsvermeidenden Reaktionen laufen meist unbewusst und somit unkontrolliert ab.

Neueste Studien aus der Neurobiologie haben gezeigt, dass der Kern aller menschlichen Motivation ist, Zuneigung und Wertschätzung zu finden und zu geben. Unser Bedürfnis nach einer vertrauensvollen Bindung ist also biologisch in jedem von uns angelegt.

Anzeichen und Symptome einer Bindungsangst

Eines der auffälligsten Anzeichen einer Bindungsangst ist, dass du dich zwar auf eine Beziehung einlassen kannst, durch verschiedene Strategien deinen Partner aber immer wieder auf Abstand hältst.

Du brichst zum Beispiel völlig grundlos einen Streit vom Zaun, reagierst kalt und abweisend oder wirfst deinem Partner vor, dich zu sehr einzuengen. All dies sind bewährte Abwehrstrategien, um keine echte Nähe entstehen zu lassen.

Ein weiteres Anzeichen von Bindungsangst kann sein, dass du immer wieder fliehst.
Flucht in all ihren Ausprägungen ist die am häufigsten verbreitete (Abwehr )Strategie von bindungsängstlichen Menschen:

  • Flucht bevor es „richtig“ anfängt
    Nach der ersten gemeinsamen Nacht machst du dich am nächsten Morgen sang und klanglos noch vor dem Frühstück aus dem Staub.
  • Flucht durch Schluss machen
    Wenn es dir zu eng wird und du deine Ängste gar nicht mehr durch andere Strategien und Taktiken kontrollieren kannst, dann brichst du die Beziehung einfach ab. Es könnte ja passieren, dass es sich „für immer“ anfühlt“ – und dies ruft enorme (unbewusste) Ängste in dir hervor. Dann lieber schnell weg. Ende. Aus. Das nächste Abenteuer wartet.
  • Flucht durch Vermeiden von Nähe
    Solange die Bindungsangst bei dir noch nicht extrem ausgeprägt ist, und du noch genügend Strategien in der Hinterhand hast, um Distanz und Nähe zu regulieren, kann es sein, dass du sehr lange in der Beziehung leben kannst, ohne sie beenden zu müssen. Beliebte Strategien zur Vermeidung und Regulation von Nähe sind: Flucht durch Arbeit; Flucht durch Hobbys; Flucht durch Krankheit; Flucht durch Untreue; Flucht durch sexuelle Zurückhaltung; Flucht durch Fernbeziehungen; Flucht durch Abtauchen.

Sehr beliebt ist unter bindungsängstlichen Menschen auch das Verlieben in bereits vergebene oder verheiratete Partner. Diese Partner sind für wirkliche Nähe unerreichbar und der Bindungsängstliche hat somit seine benötigte Distanz wieder hergestellt.

Eine Bindungsangst kann sich durchaus auch in verschiedenen körperlichen Symptomen zeigen, wie zum Beispiel Herzrasen, Beklemmungsgefühl, Anspannung oder gar eine Panikattacke.

Hier findest du einen Onlinetest, um eine mögliche Bindungsangst herausfinden zu können.

(Anmerkung: Grundsätzlich empfehle ich solche Test mit Vorsicht. Sie können aus meiner Sicht nur eine erste Annäherung an das Thema darstellen – und ersparen keine tiefere Auseinandersetzung)

Bist du als Mensch mit einer Bindungsangst beziehungsunfähig?

Diese Frage stellte ich mir persönlich jahrelang und mitunter auch heute noch. Man hört diese Aussage auch immer wieder. Nach all meinen Erkenntnissen und Recherchen muss auf diese Frage mit einem klaren Nein geantwortet werden.

Beziehungsunfähig sind Menschen, die

  • Egoistisch sind
  • Keine Kompromisse eingehen wollen und das auch ganz bewusst
  • Sich nur für sich selbst und ihr eigenes Wohl interessieren
  • Eine enge Beziehung gar nicht eingehen wollen

Bei einem bindungsängstlichen Menschen verhält es sich etwas anders. Er möchte ja eigentlich eine Beziehung, hat aber wie erwähnt, eine immense, meist unbewusste Angst, verlassen oder verletzt zu werden. Seine traumatische Kindheit holt ihn einfach immer wieder in jeder engen und verbindlichen Beziehung ein. Daran lässt sich aber arbeiten – wie an jeder Angst. Somit bist du als bindungsängstlicher Mensch keineswegs beziehungsunfähig.

 

Bindungsangst überwinden: Diese 3 Schritte können dir dabei helfen

1. Stelle dich deiner Angst vor Abhängigkeit

Der erste und wichtigste Schritt ist, dir einzugestehen, dass sich hinter der scheinbaren Gleichgültigkeit und Genervtheit, der beklemmenden Niedergeschlagenheit und dieser diffusen Angst sehr schmerzhafte Kindheitserfahrungen von Abhängigkeit verbergen.

Um deine Bindungsangst bewältigen zu können, musst du als erstes erkennen, dass du Angst vor tiefen Bindungen hast.

Welche Einstellungen zu Beziehungen hast du aus diesen alten Erfahrungen entwickelt? Wovor genau hast du Angst? Was glaubst du in einer Partnerschaft tun zu müssen? Was befürchtest du, aufgeben oder verlieren zu müssen?

Denke darüber nach oder schreibe dir die Antworten dazu auf.

Es kann auch sehr hilfreich sein, genau hinzuschauen, wie deine Eltern ihre Beziehung gelebt haben und welche Erfahrungen du im Umgang mit deinen Eltern gemacht hast?

2. Beschäftige dich mit deiner Angst vor Erwartungen

Im nächsten Schritt ist es sehr wichtig, dir immer wieder vor Augen zu führen, dass du heute erwachsen bist. Du kannst für dich selbst sorgen. Du bist in keiner symbiotischen Beziehung mehr. Dieser Anteil lebt in dir weiter, aber nun kannst du dich als liebevoller Erwachsener um ihn kümmern und ihn beschützen. Und nicht mehr deine Mutter oder in einer Beziehung dein Partner. Du musst die „alten“ Erwartungen nicht mehr erfüllen, um Zuwendung, Wärme und Anerkennung zu erhalten.

Ist die Bedrohung, die du siehst, wirklich eine reale Bedrohung? Oder eher eine Projektion aus deinen Kindheitserfahrungen? Wird mein Partner wirklich gleich verletzt sein, wenn ich ihn ab und an einen Wunsch nicht erfülle? Erwartet mein Partner dies wirklich von mir – oder vermute ich das nur? Bin ich wirklich schuld, wenn ich ganz klar meine Meinung äußere und mein Partner gekränkt ist?

Der Umgang mit Erwartungen ist einer der heikelsten Punkte in jeder bindungsängstlich geführten Beziehung und von bindungsängstlichen Menschen allgemein. Vielleicht kommt dir das sehr bekannt vor? Auf jede echte oder vermeintliche Erwartung des Gegenübers wird mit einem heftigen Abwehrimpuls reagiert. Dies liegt ganz stark daran, dass du Erwartungen mit Vereinnahmung und Unterjochung gleichsetzt. Ich weiß, von was ich spreche. War es doch genau dieser Punkt, der bei mir in Beziehungen immer wieder zu Streit, Abgrenzung und Distanz führte. Ich musste mich zu früh und zu stark den Erwartungen meiner Bezugsperson anpassen, entweder um mein Überleben zu sichern, oder um die Zuwendung meiner Eltern zu sichern.

Als erstes werde dir daher deiner nahezu allergischen Reaktion auf Erwartungen jeglicher Art bewusst. Deine Abwehr erfolgt nämlich meist reflexartig und unbewusst. Meditations- und Achtsamkeitsübungen können bei dieser Bewusstwerdung enorm helfen.

Als nächstes stelle nicht gleich auf stur und bockig. Rede mit deinem inneren Kind und beruhige es. Es würde nämlich am liebsten vor jedem Konflikt gleich wegrennen und laut „Nein“ brüllen. Gehe in deinen liebevollen und vernünftigen Erwachsenen-Anteil und betrachte die Situation aus seiner Perspektive. Ist es wirklich so schlimm, hier mal nachzugeben? Wird tatsächlich zu viel von mir verlangt? Wenn ja, ist es möglich, dies in einem ruhigen Gespräch zu klären? Passiert wirklich etwas schlimmes, wenn ich freundlich Nein sage?

Dein innerer Erwachsener sollte dem inneren Kind begreiflich machen, dass es verhandeln darf und Einfluss nehmen kann. Es geht darum, diesen Persönlichkeitsanteil in dir (deinem inneren Kind) begreiflich zu machen, dass es Kompromisse gibt. Nicht nur Schwarz und Weiß – sondern auch Zwischentöne. Dass es nicht nötig ist, direkt bockig zu werden und sich schmollend in die Ecke zu setzen. Dein inneres Kind muss lernen, dass es zwischen sich verbiegen und totaler Selbstaufgabe auf der einen Seite und radikaler Kompromisslosigkeit auf der anderen Seite, sehr viel Spielraum gibt!

3. Erforsche deine Angst vor Ablehnung

Die Angst vor Ablehnung sitzt bei bindungsängstlichen Menschen sehr tief. Wiederum kann ich hier aus eigener Erfahrung sprechen. Die Hauptursache dafür ist in einem geringen Selbstwertgefühl zu finden. Womit gerade wir Hochsensiblen nicht gerade üppig ausgestattet sind. Aufgrund von frühen Erfahrungen von Zurückweisung und Anders-Sein leiden wir häufig an einem geringen Selbstwertgefühl.

Aber dies muss nicht für immer so bleiben. Du kannst daran arbeiten und deinen Selbstwert erhöhen. Wie immer steht die Selbsterkenntnis an erster Stelle – und ist meistens schon die Hälfte des Weges.

Gestehe dir ein, dass du Angst vor Verletzung deines Selbstwertes hast und ständig darum bemüht bist, dein Selbstwertgefühl zu schützen, wenn du alle Menschen (deinen Partner) auf Abstand hältst.

Akzeptiere die Angst! Gehe freundlich mit ihr um. Wie so oft ist es dein verletztes inneres Kind, das sich schützt und eine Festung um sich herum aufgebaut hat. Spende ihm als liebevoller Erwachsener Trost und Zuspruch. Höre ihm zu. Es hat gute Gründe, sich so schlecht zu fühlen. Verurteile und beschimpfe es deshalb nicht.

Wenn du lernst, eigene Ängste zu überwinden, kommst du dabei nicht nur dir selbst näher, sondern auch anderen Menschen – allen voran deinem Partner. Denn das Kreisen um den eigenen Selbstschutz macht egozentrisch. Vor lauter Beschäftigung mit der eigenen Abwehr, übersiehst du sehr leicht die Bedürfnisse und Interessen deines Gegenübers. Du bist nur mit dir selbst beschäftigt. Und übersiehst dabei die Wunder und Schönheit deiner Umgebung. Der Welt. All die Möglichkeiten, die für dich bereitliegen und darauf warten, von dir ergriffen zu werden.

Ausblick

Wir wollen lieben und geliebt werden. Es ist eine meiner tiefsten Überzeugungen, dass wir als Menschen geboren werden, um zu lieben. Doch erst wenn du deine Vergangenheit wirklich annehmen kannst – lieben kannst – wirst du in der Lage, einen anderen Menschen ohne Erwartungen und Ängste zu lieben.

Gerade wir Hochsensiblen haben eine große Sehnsucht nach einer tiefen Herzensverbindung. Nach Ankommen. Verständnis. Geborgenheit.

Deshalb lohnt sich für dich dieser lange und beschwerliche Weg durch die alten Ängste hindurch. Am Ende des Weges wartet etwas auf dich: mehr Boden unter den Füßen, mehr Klarheit, mehr Ausgeglichenheit, kein Versteck spielen mehr, mehr Fließen der Liebe. Deine zwischenmenschlichen Beziehungen sind stabiler geworden. Du bist verbindlicher geworden und das wird dir von deinen Mitmenschen gedankt.

In deinen Liebesbeziehungen spürst du das erste Mal ein Gefühl von innerer Sicherheit – ein nie dagewesener Halt und Geborgenheit. Du weisst, dass du Sorgen und Ängste nicht mehr alleine durchstehen musst, sondern dass es da jetzt jemanden gibt, dem du dich ohne Angst anvertrauen kannst. Und das tut ungeheuer gut. Das befreit. Du fühlst dich als „ganzer Mensch“, nicht mehr getrennt von anderen. Du fängst plötzlich an, am Leben so richtig teilzunehmen, beobachtest es nicht mehr als Zaungast.

Du bist in dir angekommen. Endlich. Du stehst mit beiden Beinen im Leben. Was für eine Wohltat. Was für eine Gnade. Was für ein Geschenk.

Deshalb lohnt sich dieser Weg. Für dich, mich und uns alle.

Bist du selbst ein Betroffener oder hast einen bindungsängstlichen Partner?
Wie geht es dir damit?
Ich freue mich auf deine Meinung in den Kommentaren.

 

 

Trotzdem sei angemerkt, dass die Bewältigung von einer tiefsitzenden Bindungsangst ein sehr langer Weg sein kann und mitunter therapeutische Unterstützung erfordert!

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Bild: unsplash.com

Quelle:
Stefanie Stahl: Jein! Bindungsängste erkennen und bewältigen. Hilfe für Betroffene und deren Partner

 

 

Veröffentlicht von

www.simplyfeelit.de

Hi, ich bin Oliver: Blogger & Autor & Querdenker. Nach einer dreijährigen beruflichen Auszeit und den anschließenden Orientierungs- und Anpassungsschwierigkeiten, weiß ich heute, wie ich leben möchte: Frei und Selbstbestimmt. Und im Einklang mit meiner sensiblen & kraftvollen Männlichkeit. Ich schreibe über Beziehungen, Mann-Sein, Hochsensibilität, Minimalismus und Persönlichkeitsentwicklung.

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11 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Oliver,

    dieser Beitrag ist sehr hilfreich – danke dafür. Da habe ich doch einige Punkte erkannt, die ich für mich nochmals reflektieren sollte. 😉 Meine Lebensphilosophie als Hochsensible ist, sich auf die Liebe zu konzentrieren. Das erhöht die Schwingung ungemein, die ja für die „emfindlichen“ Menschen stark beeinflussbar ist.
    Ich bin übrigens über den Hochsensibilitätskongress auf deine Seite gestossen. Sehr tolle Beiträge!
    Ich wünsche Dir alles Gute auf Deinem Weg!
    Liebe Grüße aus Wiesbaden
    sendet Dir Alexandra

    • Liebe Alexandra,

      Gruß in meine alte Heimat Hessen! 🙂

      Vielen Dank für deine Rückmeldung. Mit deiner Lebensphilosophie kann ich sehr gut mitschwingen. Freut mich, dass du dich wiedererkannt hast in einigen Punkten. Ging mir beim Schreiben auch so. So sollen meine Beiträge sein 🙂

      Danke für deinen Kommentar und auch dir weiterhin alles Gute!
      Liebe Grüße nach Wiesbaden
      Oliver

    • Ich erkenne mich so sehr wieder. Meine Kindheit war alles andere als schön. Meine Mutter war oft betrunken und meine Eltern hatten sehr viel Streit. Ich hatte als Kind immer diesen Kloß im Hals …dieses Engegefühl.Genau dieses Gefühl habe ich in letzter Zeit bei meinem neuen Partner. Dieses Panikgefühl wenn er z.b. mehr Zeit mit mir verbringen möchte. Meine Eltern haben in meinen Augen total versagt, vorallem meine Mutter. Sie leben nicht mehr und es ist unverzeihlich in meinen Augen was sie mir und meinen Geschwistern angetan haben . Ich schleppe diese Gedanken und Bilder mein leben lang mit mir rum , und ich habe heute noch Alpträume. Diese Träume spielen sich immer im Haus meiner Eltern ab. Mein jetziger Partner ist der liebste und geduldigste Mensch den ich kenne aber ich will ihm das alles nicht erzählen weil ich mich so sehr dafür schäme .

  2. Hallöchen:)
    Zwar bin ich erst 16, weiß aber ganz genau von mir selbst, wie verdammt schwer es ist mit dieser Angst zu Leben. Sie ist jeden Tag da, wie ein schwarzer Schatten, der dich immer verfolgt und dich daran hindert neue Leute kennen zulernen und tiefe Bindungen zu Menschen aufzubauen. Am schlimmsten ist bei mir aber die Angst, mich von jemanden abhängig zu machen. Früher dachte ich, dass das ganze nur eine Art von extremer Schüchternheit ist aber mindestens als ich immer das Gefühl hatte mich vor dem Menschen den ich mag zu verstecken oder zu flüchten, hätte ich merken sollen dass das ganze doch eine ernstere Ursache hat. Ich versuche grade mich damit auseinanderzusetzen aber naja daraus zu kommen ist nicht ganz einfach;) Erster schritt für mich heißt jz erstmal mich selbst zu akzeptieren und zu lieben! Danke für den tollen Artikel, hilft mir grade enorm damit umzugehen:) Liebe Grüße:)

  3. Wow, das hört sich ja „einfach“ an! Hey, aber ich weiß dass es funzt, so, oder ähnlich wie du schreibst. Bin mittlerweile der bindungsunängstlichste Mensch und war damals eben, nicht bindungsfähig
    (ERWARTUNGEN, ERWARTUNGEN der Anderen-> ANGST 😉

    Aber eine Sache ist mir doch aufgefallen: Ist die Bindungsangst jetzt tatsächlich immer auf das Säuglingsalter zurückzuführen? Oder kann sie auch entstehen, wenn man z.B. schlechte Erfahrungen in der Kindheit/Jugend/im Erw.alter gemacht hat?

    Habe aktuell einen Kandidaten da, der typische Anzeichen von Bindungsangst zeigt. Da interessiert mich tatsächlich, ob er womöglich auch schon als Baby diese Bindungsangst entwickelt haben muss?! Danke! Schöne Grüße

  4. Danke! Oliver
    Seit 5 Jahren bin ich auf dem Weg mir bewusst zu machen warum ich an Beziehungen scheitere.
    Mein Trauma liegtbin der Kindheit, das machte mir eine Therapie deutlich, welche ich vor drei Jahren bezüglich meinem Eltern verhältnis machte. Doch es löste noch nicht den Knopf das mir eine Partnerschaft geliegt. Seitdem bin ich aufs neu 4x gescheitert. Nun möcht ich dran bleiben mit hilfe von mir und ausen und meinem Partner.
    Besten Dank gür die Tips!!(H.L.36)

  5. Hallo,
    hat mir jemand Tipps, wie ich meine betroffene Partnerin darin unterstützen kann, wo sie doch mittlerweile fast alles von mir abblockt? Ich würde mich sehr freuen, sie ist es wert.
    Vielen Dank und schöne Grüße.

    • Hallo Joachim,

      Internet-Tipps sind ja immer so eine Sache…

      Weder kenne ich dich, deine Partnerin und eure Situation [also z.B. ob deine Partnerin tatsächlich beziehungsängstlich ist oder ob umgekehrt du dich vereinnahmend verhältst] noch kennst du mich und meine Motivation, dir zu schreiben. Analog gilt das für jeden anderen, der dir antwortet.

      Also: Immer kritisch prüfen, was man dir so erzählt…
      Nach dieser Warnung kann ich ja loslegen. 😉

      Aus dem Wort „mittlerweile“ schließe ich, dass du schon viel versucht hast. Meine spontane Antwort wäre: Lass das sein. Versuch nicht, sie zu verändern.

      Selbst professionelle Helfer (Psychotherapeuten etc.) sind nur Wegbegleiter für Menschen, die sich selbst helfen wollen. Du kannst sie unterstützen. Und das Vertrauen haben, dass sie es schafft. Mehr geht nicht. Du kannst ihr keine Entscheidung abnehmen und ihr auch nicht die Konsequenzen aus ihrem Verhalten ersparen. Es ist ihr Leben. So bitter es für dich auch sein mag.

      Liebe Grüße
      Katrin

  6. Hallo,

    Ich kann mich sehr mit dem Text identifizieren. Zuerst dachte ich es wäre mein Bauchgefühl dem ich trauen sollte und daher Distanz zu den Männern halten sollte, weil er nicht der eine ist. Doch das kann ja nicht sein, dass das bei jedem mann Auftritt. Jetzt sehe ich ein dass das Problem an mir liegt. Ich werde mich meinen Ängsten stellen. !

  7. Mein Mann leidet unter Bindungsangst. Das habe ich erst verstanden nachdem er sich nach monatelangem Rückzug trotz unserer gemeinsamen Kinder von mir getrennt hat und ich daraufhin einen Psychologen aufsuchte. Er leidet – keine Frage. Aber er hat es in der Hand etwas zu ändern. Meine Kinder und ich leiden schrecklich unter der Hilflosigkeit, seinem Selbstmitleid, der Argumentation doch nichts dafür zu können. Er sagt, wir müssen uns eben gedulden. Und so muss ich zusehen wie er unseren sehr kleinen Kindern wieder diese Verletzungen antut und kann nichts dagegen tun. Ich erlebe ihre Alpträume, ihre Tränen, ihre hilflosen Fragen nach dem warum. Das zu verzeihen erscheint mir als eine unlösbare Aufgabe. Denn eine Erklärung mag die Bindungsangst sein, eine Entschuldigung sich so rücksichtslos gegenüber seiner Familie zu verhalten ist es aus meiner Sicht jedoch nicht.
    Sich rechtzeitig Hilfe suchen und Verantwortung für das eigene Tun zu übernehmen ist man seinem Umfeld mindestens schuldig. Und eine ehrliche Entschuldigung.

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