Tod und Auferstehung: Wie aus meinem tiefsten Schmerz ein neues Bewusstsein in mir erwachte

In den letzten Wochen habe ich mich versteckt: vor der Welt, vor dir und vor mir selbst!

Eigentlich wollte ich schon längst mein zweites Buch begonnen haben, mich vom bloggen ein wenig zurückziehen. Doch diesen Plan habe ich offenbar ohne die Intelligenz und Weisheit des Lebens gemacht. Es hatte zuvor noch etwas anderes mit mir vor.

Dieser Artikel ist mein bisher emotionalster und persönlichster ever. Noch nie habe ich mich so „nackt“ und offen gezeigt. Noch nie hatte ich so viel Schiss und Bedenken auf den Veröffentlichen-Button zu drücken, wie heute. Gleichzeitig sagt mir meine innere Stimme, dass es gut und richtig ist, es einfach zu tun.

Der Schmerz

Ich durchlitt die letzten 4 Wochen einen emotionalen Schmerz, eine emotionale Hölle, wie noch nie in meinem Leben. Ich dachte, ich wäre schon weiter, wäre in den letzten Jahren schon in Berührung gekommen mit diesem Schmerz. Gereift und gewachsen. Dies war auch sicherlich der Fall. Doch einmal genügt nicht. Mein System, meine Seele, das Leben, hat mich diesen schier unaushaltbaren Schmerz schon einige Male spüren lassen, insbesondere nach Trennungen von Frauen. Weil dieser alte Schmerz unmittelbar mit frühesten Kindheitserfahrungen verbunden ist, mit der ersten Frau in meinem Leben. Von der ich jedoch zu wenig gehalten, genährt und geliebt wurde – ein Schicksal, das viele Menschen aus meiner Generation teilen. Es geht hier nicht um Schuld, sondern um Erkenntnis. Diese nicht ausreichende Zuwendung hat in den tiefsten Winkeln meines Körpers Spuren hinterlassen: ein unbeschreibliches Gefühl der Ohnmacht, Hilflosigkeit und Traurigkeit. Dieses Erbe macht sich gerade in nahen Begegnungen immer wieder bemerkbar. In den ersten Jahren war ich mir dessen gar nicht bewusst, abgetrennt davon, konnte mich ständig immer wieder nur aufs Neue fragen, warum das Leben weh tut.

Eiszeit: Innen wie Außen

So ging ich in den Jahren auf die Suche. Auf die Suche nach Erlösung von diesem Schmerz. Doch leider habe ich dabei mein inneres Kind vergessen, war nicht in Verbindung mit ihm. Ich wollte sein Weinen, seine Ängste, seine Bitten und seine Wünsche nicht hören – mich nicht darum kümmern. Ich ließ es in seinem Schmerz, in seiner Sehnsucht und seiner Hilflosigkeit alleine. Ich konnte es nicht (er)tragen. Ich flüchtete mich in Bücher, ins Intellektualisieren, in Affären, ins Rationalisieren, in sexuelle Phantasien, in Sport, ins Reisen. Heute weiß ich: bei alldem war mein verlassenes Kind stets dabei, völlig egal, wieviele Tausend Kilometer ich von meiner Heimat, von meinem Ursprung, entfernt war. Stets war meine alte Sehnsucht mit dabei. Die Sehnsucht meines inneren Kindes, endlich frei von dem Schmerz zu werden – mit mir zusammen erwachsen zu werden. Ob in Japan, Indien, Kroatien oder Griechenland, immer war die Einsamkeit und Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit dabei, vor allem wenn es zu Begegnungen mit Frauen kam. Und jedes Mal ließ ich mein inneres Kind erneut alleine, sodass es seine Sehnsucht auf diese Frauen projizierte. Mit den entsprechenden Folgen.

So geschah es jetzt auch wieder. Seit einem Jahr bin ich von meiner letzten Freundin getrennt. Ich dachte, ich wäre im letzten Jahr drüber hinweg, lebte seitdem mein Leben. Doch ich täuschte mich. Die Verbindung war energetisch noch nicht richtig gelöst, der Abschiedsschmerz noch nicht richtig gefühlt und betrauert, die Sehnsucht nach unserer Verbindung immer noch vorhanden. Durch eine Begegnung an Silvester, die von mir  herbeigeführt wurde, und bei der ich erfuhr, dass es kein zurück mehr gibt, wurde dieser innere Abschiedsprozess erst so richtig in Gang gesetzt. Und dadurch kam ich unweigerlich mit dem alten Kindheitsschmerz in Berührung.

Schon in der Vorweihnachtszeit spürte ich, wie mein inneres Kind sich meldete, gerade in dieser besonderen Zeit, wo es ja um nichts anderes als Zusammensein, Geborgenheit und Liebe geht. Doch leider fehlte mir die Fähigkeit, damit adäquat umzugehen. So spaltete ich mich immer weiter von meinem Körper und den Gefühlen ab, die ganze Energie wich in den Kopf aus. Ich wurde zunehmend gereizter, wütender, wertender, rechthabender, projizierender.

Nach der Begegnung an Silvester begann der emotionale Block zu schmelzen. Ich fühlte erneut den alten Schmerz. Alles kam noch einmal hoch: die Einsamkeit, die Trennung, die Sehnsucht. Die alte Wunde wurde erneut aufgebrochen. Eiter wollte herausfließen. Doch diesmal in einer Tiefe und Dimension, wie bisher noch nie in meinem Leben. Ich ging durch die emotionale Hölle, dachte mehrfach, ich schaffe es nicht, ja, ich sterbe an diesem Schmerz. Ein Teil von mir, vom Ego, ist darin auch gestorben. Ich ließ alles zu und vor allem raus, all die angestaute Energie, die Tränen, die Trauer. Jeden Tag, über 3 Wochen lang!

Das Eis schmilzt

Im Feuer stehen bleiben

Das, was ich in meinem Buch und in so vielen anderen Texten immer wieder geschrieben habe, stimmt. Ich konnte es jetzt erneut in seiner ganzen Tiefe spüren: Wenn wir bereit sind, all unsere Gefühle und aufgestauten Emotionen ganz zu fühlen, sie nicht mehr zu verdrängen, und uns in dieser Offenheit und Verletzlichkeit uns und anderen zeigen, zumuten, entsteht eine ganz neue Weite, Präsenz und Freiheit in dir!

Dieses Zulassen ist zunächst einmal unabhängig vom Geschlecht, doch meine ich, dass dies um so wichtiger für uns (sensible) Männer ist, da wir oftmals von unseren Gefühlen abgeschnitten sind, oder uns nicht trauen, sie zu zeigen, weil wir Angst davor haben, uns anschließend als schwach oder unmännlich zu fühlen.

Ich verrate dir jetzt was: Es gehört viel mehr (männliche) Stärke und Mut dazu, sich in seiner ganzen Verletzlichkeit und mit all seinen Gefühlen als Mann zu zeigen. Dieses Stehenbleiben im Feuer des Schmerzes, ihn ganz zu sich zu nehmen und auszuhalten, anstatt wieder wegzurennen und den Coolen und Unnahbaren zu spielen, das ist wahre Größe und Männlichkeit!

In den letzten Wochen half mir außerdem das Vergebungsritual des Ho’ponopono der Hawaiianer sehr. Ich mache es derzeit jeden Morgen nach meiner Meditation. Mitfühlend vergebe ich mir und damit stellvertretend allen Menschen, die mich jemals verletzt haben, auf die ich noch alten Groll hege:

Olli, (dein Name) …
1. Es tut mir leid
2. Bitte verzeihe mir
3. Ich liebe dich
4. Danke

 

Der Engel

Das Leben antwortet, wenn wir uns so verletzlich und offen dem hingeben, was gerade da ist, uns ihm anvertrauen. Anders kann ich mir folgende Begebenheit nicht erklären, die mir noch heute, zwei Wochen später, ein demütiges und mildes Staunen ins Gesicht zaubert.

Samstag vor zwei Wochen. Morgens nach dem Aufstehen hatte mich der Trauerprozess voll im Griff. Ich weinte und fühlte mich mutterseelenallein auf der Welt. Ich telefonierte mit meinem Coach und derzeitigen Begleiter. Er empfahl mir eindringlich, dass ich mich in der jetzigen Situation nicht daheim verkriechen müsste. Dass ich unter Menschen gehen sollte, mich in meiner Trauer zu zeigen, mich berühren zu lassen, mich anderen zumuten kann. Ich spürte heftigen Widerstand, dachte, dass könne ich derzeit nicht aushalten und tat es dennoch: Abends ging ich auf ein Mantra-Konzert auf dem Yoga Festival in Überlingen. Alleine. Als ich den Vorraum betrat, wollte ich am liebsten wieder sofort heimfahren. Viele Menschen, hoher Geräuschpegel und stickige Luft. Trotzdem ging ich weiter in den Konzertsaal. Ich setzte mich in meinem Kummer wie ein Häufchen Elend ziemlich weit hinten auf den Boden. „Mal sehen, wie lange ich es hier aushalte“, waren so Sätze in meinem Kopf. Bis zum Konzertbeginn waren es noch 20 Minuten. Ich saß einfach da und spürte all dem nach, was gerade in mir ist. Wahrscheinlich machte ich nach außen keinen gerade einladenden Eindruck, eher einen deprimierten. Und dann geschah die Magie des Lebens. Das Wunder, das Mysterium, das Unvorsehbare. Plötzlich setzte sich direkt neben mich eine Frau mit ihrer Decke. Ich nahm sie zunächst gar nicht weiter war, da ich so mit meinen innerlichen Prozessen beschäftigt war. Auf einmal dreht sie sich zu mir und sagt: „Wenn du möchtest, kannst du ein Stück mit auf meine Decke kommen!“ Ich selbst hatte nämlich keine Unterlage dabei. Ich nahm dankend und verdutzt an – und konnte es kaum glauben. Wir kamen ins Gespräch, sie fragte mich interessiert nach meinem Wohnort, was ich mache usw. Das Mantrakonzert begann. Wir saßen einfach schweigend auf der Decke und lauschten den heilvollen Mantras der Sängerin. Nachdem ich die ersten Minuten ganz in meinem Schmerz versunken war, ließ ich mich nach hinten auf die Decke fallen. Die Frau lag jetzt direkt neben mir. Für wenige Sekunden drehten wir unsere Köpfe zueinander, sie lächelte und fragte mich: „Alles okay“, was ich nur mit einem gebrochenem „Ja“ erwiderte. Und dann passierte es: Plötzlich, aus dem Moment heraus, nahm sie meine rechte Hand, um sie während der nächsten Minuten in der Mitte zwischen uns zu halten. Von der Bühne tönte es „Love is the answer, Love is the Way“, und zwei sich völlig fremde Menschen lagen nebeneinander auf einer Decke, spürten die heilende und liebevolle Energie im Räume und hielten sich an den Händen. Ohne Hintergedanken, ohne Begehren, ohne Verlangen – einfach nur verbunden im Sein, in der Liebe und im Augenblick. Ich wurde für einige Minuten gehalten und mein Herz durfte ein klein wenig mehr heilen: von den Klängen im Raum und von dieser Frau, deren Namen ich noch nicht einmal wusste.

Weil ich mich dem Leben anvertraut habe, hat es mir offenbar das geschenkt, was sich meine Seele in diesem Moment am sehnlichsten wünschte, brauchte, ohne jegliche Erwartung, es an diesem Abend zu erhalten (ich wollte ja eigentlich nach 10 Minuten wieder gehen). Ich zeigte mich in meinem Schmerz und in meiner Verletzlichkeit und wurde dafür mit diesem vorbeiziehenden Engel beschenkt. Dieses Ereignis ließ mich wieder mehr an das Mysterium des Lebens glauben, an Führung, erinnerte mich an mein Ur-Vertrauen. Es ließ für den Rest des Abends ein wohliges Gefühl der inneren Dankbarkeit, des Staunens und der Demut zurück. Es ließ meine Wunde ein klein wenig mehr heilen. Es ließ mich erneut vertrauen. Von Herzen Danke unbekannter Engel für dieses Geschenk!

Der Schatz

Und da stehe ich jetzt. Vier Wochen lang ging ich durch das Höllenfeuer des alten Schmerzes. Ich ließ ihn zu, ließ ihn ganz in mich einsinken. Ich will es dir nicht verschweigen, erwähnte es schon. Es gab durchaus Momente, wo ich dachte, ich schaffe es nicht. Dass ich daran innerlich zerbreche. Hätte ich nicht ein tiefes spirituelles Verständnis und Ur-Vertrauen, gepaart mit der inneren Gewissheit, dass dieses menschliche Leben eine einmalige Chance auf Verwirklichung und Freude ist, ich weiß nicht, was mit mir in den letzten Wochen passiert wäre?!

Auf jeder Heldenreise kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo man eine Schwelle erreicht. Hier entscheidet sich der Held. Hier wartet seine existenzielle Prüfung: Stelle ich mich meiner tiefsten Angst vor dem Neuen, Unbekannten, Dunklen – oder kehre ich um, gehe zurück ins alte und vertraute Leben. Mein Bewusstsein war jetzt dazu bereit, die Schwelle zu überschreiten!

Ich bin so dankbar und glücklich, dass ich diesem Trauerprozess Zeit und Raum geben konnte, dass ich die Möglichkeit dazu hatte, mich zurückzuziehen, in diesen ersten Tagen des neuen Jahres. Vor allem bin ich unsagbar dankbar dafür, dass ein bewusster und hingebungsvoller Begleiter während dieser Zeit an meiner Seite war, der mich unterstützte. Der mich führte, der für mich da war, der mich hielt, der mich tröstete und der mir insbesondere zeigte, auf was es gerade ankommt, um was es wirklich in diesem Prozess geht, was jetzt in meinem Seelenplan ansteht, angeschaut werden möchte. Ich weiß nicht, wo ich ohne diesen Menschen in den letzten Wochen gelandet wäre!

Die Wunde halten und erblühen lassen

Dass es eben nicht darum geht, mit dieser Frau, zu der ich so viel Nähe und Verbundenheit während unserer Zeit spürte, die eine meiner großen Lieben war, noch einmal partnerschaftlich zusammenzukommen, sondern einzig und alleine darum, zu lernen und in meiner ganzen Tiefe zu verstehen, die Wunde und den Schmerz in mir zu halten und trotzdem weiterhin all die Menschen in meinem Leben zu lieben, die mich verletzt haben, oder die ich liebte, ihnen zu vergeben und sie ganz sein zu lassen. Die Trennung, die Situation, den Schmerz ganz anzunehmen und dem Leben zu vertrauen. Dies ist die Erkenntnis, die Essenz, das Neue aus diesem Prozess: den unsäglichen (alten) Trennungs- und Verlustschmerz zu spüren, dabei aber nicht, wie in der Vergangenheit, mich im Herzen zu verschließen, sondern die Wunde selbst zu halten, liebevoll zu fühlen, zu würdigen und letztlich in mir zu integrieren. Mich mitfühlend selbst zu halten, mich selbst zu trösten, mir selbst der beste Freund zu sein, mit meinem inneren Kind in Verbindung und Dialog zu sein.

Dies ist dann der Zugang zu der universellen, bedingungslosen, transpersonalen Liebe: zu lieben, mit alledem was ist, oder eben nicht mehr ist; ohne Erwartung, ohne Bedingung, ohne Plan, ohne Kopfgeburt, ohne Manipulation, ohne Hoffnung! In diesem Feuer der Liebe alles Vergangene, alles Schmerzvolle, alles Ersehnte verbrennen zu lassen, um endlich frei zu sein, um endlich die Tiefe meines Seins zu spüren, um endlich der zu sein und zu werden, der ich im tiefsten Kern bin: Ein wahrhaftiger und liebender Mensch!

Einfach nur zu lieben, zu fühlen und darin ganz aufzugehen, sich hinzugeben: In Demut vor der Weisheit des Lebens.

Aus diesem Bewusstsein heraus kann ich nun diese Ex-Partnerin ganz gehen lassen, kann sie ihre (Seelen)Erfahrungen machen lassen, kann ihr für ihren Weg alles erdenklich Gute wünschen und trotzdem mit ihr auf einer universellen Ebene verbunden bleiben! Ich kann sie ganz ziehen lassen und sie trotzdem weiterhin auf eine bestimmte Art und Weise lieben.

Ich werde in meinem Leben weitere große Lieben haben und finden. Doch ist die größte und zeitloseste Liebe immer bei mir und in mir: Die bedingungslose Liebe und Güte des Lebens (Universum, Gott, Tao, etc.) Aus diesem geöffneten Zugang und Bewusstsein heraus kann ich nun langsam in die Welt der Dualität und der menschlichen Begegnungen zurückkehren, kann diesen Prozess gerade hier mit dir teilen. Kann in neue Begegnungen gehen, kann mich mit meiner Wunde zeigen, kann mich darin üben, immer wieder meine innere Verbindung herzustellen, mich selbst zu lieben, mich selbst zu halten, weil nur daraus eine echte Verbindung und Liebe zu einem anderen Menschen möglich ist. Dass der wichtigste Partner und Freund ich mir selbst bin, ohne dabei sofort zu denken, egoistisch zu sein. Kann verstehen, dass jeder von uns hier ist, um sich in seinem Wesen zu erkennen, um sich zu verschenken, um zu strahlen, um zu dienen, aus der universellen Liebe heraus die Welt und sein Umfeld zu einem wärmeren, liebevolleren, menschlicheren und toleranteren Ort zu machen – jeder in seiner Art, in seiner Zeit und mit seiner ganz persönlichen Wunde!

Dieser Zugang macht mich gerade frei, so unglaublich frei und weit im Herzen: zu lieben, ohne zu erwarten oder zu hoffen.

Keine Sorge: Ich bin jetzt kein Heiliger geworden. Eher ganz und gar Mensch. Natürlich dauert dieser Prozess noch an. Es ist wie laufen lernen als Kind: hinfallen, aufrichten, hinfallen, aufstehen. Jeden Tag aufs Neue, jeden Tag ein wenig mehr. Und natürlich wird diese neue innere Verbindung Schwankungen unterliegen, weil es noch fragil ist, sich auf emotionaler Ebene weiter integrieren und stabilisieren muss. Es wird auch in Zukunft bestimmte (Alltags-)Situationen geben, bei denen ich in alte Muster zurückfallen werde, erwarte, hoffe, mich aus Angst vor Liebesentzug verbiege, mich zu sehr nach Liebe und Zuwendung von außen sehne, nicht in Kontakt bin mit meinen Gefühlen und innerem Kind. Aber alleine dass ich jetzt den Schmerz einmal komplett durchgefühlt habe, dass mein System (mein Bewusstsein) erkannt hat, dass es da hingehen kann, dass es daran nicht stirbt, dass es dort etwas gibt, was trägt. Vor allem, dass ich gerade lerne und erkenne, dass ich die Wunde zusammen mit ihm (dem inneren Kind) halten kann, ist schon ein großer und gewaltiger (Fort)Schritt, ja vielleicht sogar ein Quantensprung in meiner Entwicklung hin zu einem immer präsenter und bewusster werdenden Mann. Dass es eine Intelligenz im Leben gibt, die für uns sorgt und uns führt.

Während der letzten Tage ist mir zudem bewusst geworden, dass es sich bei dieser emotionalen Krise auch um eine spirituelle Krise handelt, die mein Ego aufweichen und mein transpersonales Bewusstsein wachsen lässt. Aus diesem wachsenden Bewusstsein heraus fühle ich mich im Moment weiter, tiefer, geerdeter, ruhiger, präsenter, vergebender, lebendiger und vor allem liebesfähiger. Das lässt mein Herz gerade ganz neu erstrahlen. Verleiht meinem Leben eine ganz neue Tiefe und Weite.

Sterben und Neuanfang

„Seine Wunde blühte, sein Leid strahlte, sein Ich war in die Einheit geflossen. In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden. Auf seinem Gesicht blühte die Heiterkeit des Wissens, dem kein Wille mehr entgegensteht, das die Vollendung kennt, das einverstanden ist mit dem Fluß des Geschehens, mit dem Strom des Lebens, voll Mitleid, voll Mitlust, dem Strömen hingegeben, der Einheit zugehörig.“

(aus: Siddhartha von Hermann Hesse)

In Liebe zum Leben,
dein Oliver

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Zitat aus: Hermann Hesse „Siddhartha. Eine indische Dichtung.“

Titelfoto: nasa by unsplash.com

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Hi, ich bin Oliver: Blogger & Autor & Querdenker. Nach einer dreijährigen beruflichen Auszeit und den anschließenden Orientierungs- und Anpassungsschwierigkeiten, weiß ich heute, wie ich leben möchte: Frei und Selbstbestimmt. Und im Einklang mit meiner sensiblen & kraftvollen Männlichkeit. Ich schreibe über Beziehungen, Mann-Sein, Hochsensibilität, Minimalismus und Persönlichkeitsentwicklung.

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26 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Lieber Oliver,
    Deine sehr mutige, authentische Offenbarung hat mich berührt und ist mir sehr vertraut, weil ich aus eigener leidvoller Erfahrung im Rahmen meines Heilungsweges sehr gut mitempfinden kann, was das Durchleben einer emotionalen Schmerzhölle bedeutet (alte Verlustschmerz-Wunde als Säugling), wie es sich anfühlt und welche enorme Kraft es kostet, das Geschehen auszuhalten und irgendwie durchzustehen. Es ist wie ein qualvolles Sterben und hat eine vollkommen andere Dimension und Tiefe als der normale Trennungsschmerz, den jeder Mensch schon erlebt hat.

    Solche massiven Kindheitswunden heilen immer in Etappen bzw. einzelnen Schichten von außen nach innen (Zwiebelschalen-Prinzip), immer genau so, wie man es verkraften kann. Die Seele gibt immer den Teil frei in einer bestimmten Intensität, wozu man gerade bereit ist. Deswegen zieht sich solch ein Heilungsprozeß über Jahrzehnte hin.
    Ich kenne z.B. eine über 80 jährige Frau, die erst jetzt im hohen Alter durch immer wiederkehrende Impulse von ihrer Seele oder Reize von Außen gezwungen wird, sich erstmals mit ihrem Vergewaltigungstrauma als Kind auseinanderzusetzen. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo man nicht mehr verdrängen und vor sich selbst flüchten KANN. Eine verletzte Seele strebt immer nach Heilung. Offensichtlich ist dies in ihrem Seelenplan so vorgesehen, daß diese Aufgabe in diesem Leben noch „erledigt“ werden soll.

    Ich gratuliere Dir zu diesem großen, wertvollen Erfolg für Dein Leben und auch für Dein Mannsein! Du kannst sehr stolz auf Dich sein!
    Aufgrund gewisser Formulierungen von Dir und der Energie, die ich in Deinen Zeilen wahrnehme, könnte ich mir vorstellen, daß Du jetzt oder in absehbarer Zeit für die sogenannte radikale Vergebung offen und bereit sein könntest, die sich von der herkömmlichen Art der Vergebung grundlegend unterscheidet in der gesamten Betrachtung des Geschehenen.

    Das Wort „radikal“ mag ich eigentlich nicht und dies hatte mich eine Zeitlang abgehalten, das Buch zu kaufen, über das ich immer wieder stolperte, so als wenn meine Engel sagen würden: Bitte kauf dieses Buch, es wird Dir helfen!“ Im Herbst 2016 tat ich es, und das war eine meiner besten, wichtigsten Entscheidungen meines Lebens. Es fühlte sich alles unglaublich stimmig an in Verbindung mit all meinen bisherigen Erkenntnissen, Überzeugungen, der Sicht des Lebens und dem mühsamen Herausarbeiten aus der Opferrolle. Es paßte einfach perfekt zu all meiner Vorarbeit und machte mir tatsächlich die tiefe, seelisch-spirituelle Art der Vergebung möglich, wobei ich zuvor fast 50 Jahre lang jegliche Art von Vergebung vollkommen ausgeschlossen hatte und auch gar nicht WOLLTE!!
    Es hatte mich immer furchtbar wütend gemacht und geschmerzt, wenn ich irgendwo mal wieder jemanden so dämlich daherreden hörte, man solle doch vergeben können, das sei gut für einen selbst. Ich dachte sofort, so kann nur jemand reden, der selber nichts wirklich Schlimmes erlebt hat. Ich konnte das Thema nie ertragen und habe mich mit allem in mir dagegen gewehrt, um in der Opferrolle bleiben zu können. Für mich gab es Dinge, die KANN und DARF man einfach nicht verzeihen und dadurch den Täter von seiner Schuld freisprechen. Ich WOLLTE überhaupt nicht verzeihen! Und das war zum jeweiligen Zeitpunkt auch immer richtig für mich und war Teil der Entwicklung, daß man alle Gefühle und Gedanken so annimmt, wie sie gerade sind. Jedes Gefühl hat ja seine Berechtigung.

    Aber meine Seele wollte langfristig etwas anderes. Ich hatte mir für dieses Leben als Mensch u.a. vorgenommen, daß ich die Erfahrung der Vergebung erlernen möchte. Und das setzt natürlich voraus, daß jemand mir erstmal etwas ganz Schreckliches, Schmerzhaftes antun mußte. Diese Aufgabe hatten meine Eltern übernommen.
    Ich kann heute, gerade mal 6 Wochen danach, immer noch nicht richtig glauben, daß mir durch das Arbeiten mit dem Buch tatsächlich das Vergebenkönnen gelungen ist, sogar leichter, als ich mir je hätte vorstellen können. Es war plötzlich alles so klar und offensichtlich. Dieses Buch führte mich zu einer grandiosen Erkenntnis (die ich aber nicht vorwegnehmen will und Dir nicht abnehmen möchte, weil es enorm wichtig ist, dies SELBST zu erkennen) und brachte mir innerem Frieden.

    Das besagte Buch heißt „Ich vergebe – der radikale Abschied vom Opfersein“, Autor: Colin Tipping.
    Für mich das beste, wertvollste Buch aller Zeiten! Und vielleicht ja auch für Dich…

    Liebe Grüße, Rena

    • Liebe Rena,

      genau aufgrund solcher Rückmeldungen wie deiner, weiß offenbar meine Seele schon, dass es Teil des Heilungsweges ist, richtig ist, mich so der „Welt“ in Form meines Beitrages zu offenbaren.

      Ich habe mich unglaublich tief in deinen Worten wiedererkannt, ja, was du zu dem unsagbaren Trennungsschmerz geschrieben hast, passt zu 100% zu dem, wie ich es gefühlt habe, immer noch fühle, und es gleichzeitig so schwer macht, es nach außen jemand verständlich zu kommunizieren. Dies kann nur jemand in seiner ganzen Tiefe und Dimension verstehen und vor allem nachfühlen, der es selbst (durch)lebt hat, der diesen Seelenprozess schon durchlaufen hat. Genau: Es geht nämlich um weit mehr als um einen „normalen“ Trennungsschmerz, deshalb können es manche Leute aus meinem Umfeld auch nicht verstehen, warum ich mich seit Wochen „so anstelle“ wegen einer Trennung. „Augen zu und durch, es kommt eine neue Frau“, ist so der mitschwingende Satz von diesen Leuten, der mich aber verärgert und unverstanden zurücklässt.

      Und ja: Es ging / geht in meinem Prozess auch um Vergebung, dieses Zauberwort. Du hast es prima beschrieben. Jahrelang habe ich mich dagegen verwehrt, gemauert, aggressiv reagiert, wenn es mal wieder an mich herangetragen wurde. Das, was mir wiederfahren ist, ist so schwer und traumatisch, dieser Person möchte und kann ich nicht vergeben. Nun konnte ich es, konnte zum ersten Mal diese Wunde so betrachten, und konnte zum ersten Mal anfangen zu vergeben: mir selbst und den Personen in meinem Leben, die mir unsägliches Leid zugefügt haben – weil sie es besser nicht wussten, ihr bestes gegeben haben!! Ein erster großer Schritt aus der Opferrolle, ja – endlich!

      Aber es war nur ein Anfang. Wie du es ja aus eigener Erfahrung bestätigen kannst. Das richtige anfangen, ist aber sehr wichtig. Mein derzeitiger Coach/Begleiter erklärte mir, dass Vergeben mehrere Stufen oder Schichten durchläuft, sich über Jahre hinziehen kann, bevor die von dir skizzierte vollständige, radikale Vergebung ganz im Bewusstsein, in der Seele, eintreten kann – dann passiert ein radikaler Wandel in einem, und darauf bin ich sehr gespannt!

      Das erlebte ich die letzten Wochen auch so: Die Seele, die Weisheit des Lebens, weiß offenbar genau, was sie jetzt aus den verdrängten Schichten freigeben kann, wie stabil das Ich, die Persönlichkeit ist, um den aufsteigenden, freigegebenen Schmerz zu verkraften. Noch vor 1-2 Jahren hätte ich solch einen Prozess wie die letzten Wochen nicht ohne bleibende Schäden (Dekompensation, Katharsis, Ich-Auflösung) durchlaufen und überstehen können.

      Ja, ich bin sehr stolz auf mich, es bis hierher geschafft zu haben – und das kann ich gerade aussprechen, ohne dass mein blöder innerer Kritiker sich wieder meldet, und mein Licht unter den Scheffel stellen möchte 😉

      Es tut mir gerade unheimlich gut, mich mit Menschen wie dir auszutauschen, die das alles kennen, die vor allem es schon durchlaufen haben, weiter sind und ihre Erfahrung, aber auch die darin enthaltene Hoffnung, mit anderen teilen können. Das gibt mir Zuversicht und Vertrauen und Gewissheit und Erkenntnis und Verstehen, was in den letzten Wochen alles an Veränderung in mir geschehen ist – und weiter geschehen wird 🙂

      Das Buch kannte ich natürlich schon vom Namen und habe mich ebenso wie du jahrelang davor gesträubt, es mir zu kaufen. Vielleicht ist die Zeit jetzt dafür reif – meine Seele wird es mir leise zuflüstern. 😉

      Die Reise geht weiter – auf das Leben und die Heilung und die Vergebung – um immer mehr zu dem zu werden, was wir sind: liebevolle, freudige, liebende und spirituelle Wesen, die hier sind, um eine kostbare menschliche Erfahrung zu machen – und diese Erfahrung zu genießen!

      Danke liebe Rena für deine Worte!

      Herzliche Grüße, Oliver

      PS: Was mir in dem Zusammenhang noch wichtig ist, ergänzend zu meinem Text erwähnen möchte: Ich habe den Schmerz in den letzten Wochen dosiert und unter Begleitung wahrgenommen! Ein Irrlaube der letzten Jahre (und leider auch von einigen Selbsterfahrungsseminaren) ist gefallen, der da lautet: „Geh da richtig rein in den alten Schmerz, fühle ihn ganz durch.“ Nach meinen Kenntnissen ist die aktuelle Traumatherapie davon abgekommen, von diesem vollständigen Aufbrechen des „Körperpanzers“ (W. Reich), weil die alte Hölle dadurch nochmals durchlebt wird – mit unabsehbaren Folgen. So habe ich es nicht erlebt. In einer sehr intensiven Sitzung mit meinem Coach sind wir sehr wohlbehütet vorgegangen, sodass ich unter voller Wahrung der Gegenwart und Ich-Bezogenheit mir mitfühlend (und mit sanften Tränen) vergeben konnte, die alte Wunde spüren konnte – aber eben nicht wie in einer Katharsis.

      • Lieber Oliver,
        es freut mich, daß meine Worte Dir so guttun und Du Dich wiedererkennst und verstanden fühlst. Ich weiß von mir selbst, wie wohltuend und wertvoll das sein kann, erst recht wenn man schon öfter enttäuschende Reaktionen bekommen hat und man sich sorgfältig überlegen muß, wem man was anvertrauen kann.
        Ich habe mir angewöhnt und nehme mir die Freiheit, grundsätzlich alle Menschen zu meiden und Kontakte zu beenden, von denen ich mich nicht ernstgenommen, in meinen Gefühlen/Bedürfnissen bewertungsfrei angenommen und im Idealfall verstanden fühle.
        Daß jemand sich über Dich lustig macht, wenn Du leidest oder anmaßende, verletzende Kommentare abgibt (zumindest spürbar gedachte), würde ich nicht hinnehmen. Wenn jemand keine Ahnung hat mangels eigener Erfahrung, dann hat er sich gefälligst kommentarlos und respektvoll zurückzuhalten und den Betreffenden einfach so sein zu lassen und zu akzeptieren, wie er sich gerade zeigt und ihm ohne wenn und aber zuzugestehen, was er gerade braucht, ohne die irgendwie zu bewerten. Aber ich weiß natürlich, daß die meisten Menschen dazu leider nicht fähig sind, so daß man dann selbst die Konsequenzen ziehen muß, um sich zu schützen.

        Du schreibst in Deinem Nachtrag daß wir spirituelle Wesen sind, die hier sind, um eine kostbare menschliche Erfahrung zu machen und um diese Erfahrung zu genießen!
        Beim ersten Teil Deines Satzes mußte ich schmunzeln, denn er entspricht genau der Aussage von Colin Tipping in dem besagten Buch, so daß man denken könnte, Du hättest es bereits gelesen.
        Auf dieser Grundannahme basiert auch der Inhalt, so daß er natürlich nicht für jeden passend ist. Die meisten Menschen und auch westlichen Religionen gehen ja von der umgekehrten Annahme aus, also daß wir Menschen sind, die gelegentlich mal eine spirituelle Erfahrung machen.

        Der zweite Teil Deines Satzes hat mich irritiert, denn das würde bedeuten, daß Du Deine menschliche Schmerzhöllen-Erfahrung genossen hast, obwohl die Zeit ja alles andere als angenehm war. Emotionales Leiden und körperliche Schmerzen (die bei mir leider immer kombiniert auftreten), kann ich beim besten Willen nicht toll finden.
        Daher nehme ich mal an, daß Du es anders gemeint hast, nämlich daß Du den Genuß nicht auf die Erfahrung als solche bezogen hast, sondern auf das wertvolle Ergebnis/den Gewinn/das Stück Wachstum und Heilung, das aus dieser leidvollen Erfahrung erwachsen ist.

        Bei Traumatherapie gibt es verschiedene Wege und Möglichkeiten, wobei ich die üblichen klassischen Methoden in frühren Jahren nutzte, als ich noch nichts anderes kannte – vergleichbar mit der klass. Schulmedizin, mit der ich seit ca 10 Jahren nichts mehr anfangen kann und sie nur noch für Röntgen, MRT und Labor nutze.
        Aber mit zunehmender Persönlichkeitsentwicklung (seelisch-geistig-spirituell) stieß ich nach gewisser Zeit immer an Grenzen, d.h. die jeweilige Therapeutin konnte mir nichts mehr geben. All diese bodenständigen, wisschaftlich orientierten Verfahren mit sehr einseitiger Betrachtung des Menschen passten zunehmend nicht mehr, da ich mich in eine ganz andere Richtung entwickelte hin zum Ganzheitlichen Denken (Körper-Geist-Seele als Einheit), mich für die geistige Welt/Engelwelt/Spiritualität öffnete, mich zwangsläufig auch mit den größten Fragen der Menschheit auseinandersetzte, weil ich Antworten für mich brauchte (was ist Liebe? Was ist der Sinn des Lebens? Warum läßt Gott so viel Leid zu?) und mich auch mit meiner bis vor zwei Jahren noch extrem schwierigen Beziehung zu Gott beschäftigte, vom dem ich mich als Kind zutiefst im Stich gelassen fühlte.
        Neben meiner psychologischen Berufstätigkeit habe ich daher auch Fortbildungen gemacht und Erfahrungen gesammelt mit Homöopathie, Reiki, Energiemedizin, Spagyrik, Chakrenarbeit, NLP, geistigem Heilen. Und diese Art von Seelenheilarbeit (zeitweise auch in Kombination) war weitaus effektiver und brachte mir insbes. in den letzen drei Jahren deutlich tiefgreifendere, nachhaltigere Heilerfolge, zumal ich als extreme Hochsensible sehr stark auf energetische bzw. feinstoffliche Reize und Informationen anspreche. Aber alles andere davor war natürlich wichtig und baut aufeinander auf, so daß es seinen Sinn hatte.

        Ich kann für mich persönlich daher mit aktueller Traumatherapie, irgendwelchen Standards und all den herkömmlichen, sogenannten wissenschaftlich anerkannten Verfahren nicht mehr viel anfangen, sondern empfehle jedem Hilfebedürftigen, er soll sich genau die Methode und Begleitung suchen bzw. dort hinführen lassen, was sich für ihn stimmig und hilfreich anfühlt. Welche Bezeichnung die Methode hat, ist für mich irrelevant. Hauptsache es hilft und man fühlt sich wohl mit dem Coach und der Methode, und das ist absolut individuell und hängt stark vom jeweiligen Entwicklungsstand, Bewußtheitsgrad, Glauben und Weltbild ab.

        Liebe Grüße, Rena

        • Liebe Rena,

          nein, das hast du falsch verstanden, oder ich habe es falsch rübergebracht, und es ist so, wie du es vermutet hast: Keineswegs habe ich die Schmerzhölle genossen. Wie erwähnt, fühlte es sich bis vor 2 Wochen noch wie sterben an. Auflösen, sinken, Kontrolle verlieren. Da war nur Schmerz, unendlicher, alles verzehrender Schmerz, Trauer, Ohnmacht, Hilflosigkeit und Resignation. Nur durch die nahe und professionelle Begleitung meines Coaches konnte ich darin so etwas wie ein Fünkchen Sinn erkennen, dass es gerade notwendig ist, meine Seele diesen Schmerz fühlen möchte – um irgendwann davon frei zu werden. Dass ich daraus gestärkt, weiter, tiefer hervorgehen werde. Und hier spielt mein spirituelles „Wissen“, Grundlagenverständnis ein tragende Rolle, ohne das, wie im Artikel erwähnt, ich evtl. in einer Anstalt gelandet wäre mit den üblichen Diagnosen und Symptombehandlungen (bzw. Ruhigstellungen!)

          Vielleicht beziehst du dich auf den Satz „den Schmerz dosiert wahrgenommen“? Dies war mir erst nach 2-3 Wochen in einer Sitzung mit meinem Coach möglich, nach dem er mir klar zu verstehen gab, dass es derzeit in mir genug Ressourcen (Ich-Stabilität) gibt, um mich mit seiner Begleitung der alten Wunde (dem Trauma) liebevoll anzunähern – und mich letztlich darin selbst liebevoll zu halten.

          Und spannend, obgleich ich das Buch noch nicht gelesen habe, dass ich die Erkenntnis, den Weg des Buches (spirituelle Wesen) trotzdem schon aufnehmen konnte, dies führe ich auf meine jahrelange theoretische wie praktische spirituelle Erkenntnis und Übung zurück und zeigt mir einmal mehr, lässt mich einordnen, dass diese Krise weit mehr war als „nur“ emotional, sondern eben auch spirituell (transperonal) und die „Früchte“, Gewinne und Erkenntnisse daraus jeden Tag mehr in mich hineinsickern, ich noch gar nicht alle mit meinem „Tagesbewusstsein“ überblicken kann – es wirkt nach!

          Danke für deine weiteren Worte und liebe Grüße an dich, Oliver

          • Lieber Oliver,
            beim Lesen Deiner Antwort kam mir gerade spontan das Thema Blütenessenzen in den Sinn, die mich auf meinem Entwicklungsweg seit Jahren unterstützend begleiten und auch schon in so mancher belastenden Situation hilfreich waren – angefangen von den bekannten Bach-Blüten – oder das Aktivieren eines bestimmten Aspekts von einem Konfliktthema bewirkten, so daß er ins Bewußtsein kam und bearbeitet/gelöst werden konnte. Das erlebe ich mit meinem derzeit passenden spagyrischen Konstitutionsmittel seit Oktober recht intensiv und hatte auch ganz entscheidend dazu beitragen, den besagten Vergebungsprozeß zu fördern bzw. mir den Weg in diese Richtung aufzuzeigen, gegen den ich mich ja vorher immer gewehrt hatte. Das Heilen alter Wunden und auch das Annehmenkönnen der Hochsensibilität und allmähliche Transformieren in eine Stärke gehört zu den Hauptthemen dieser Pflanze.

            Ich weiß nicht, ob Du mit Essenzen auch Erfahrung hast und Dein Coach sie auch begleitend einsetzt oder ob Du ergänzend noch einen guten Heilpraktiker hast. Ich kann es mir jedenfalls ohne gar nicht mehr vorstellen und habe zum Glück die Fähigkeit entwickelt, bei Bedarf immer selbst austesten zu können, welche gerade in Resonanz geht und wirklich passt.
            Denn es ist entscheidend, daß man nicht einfach etwas nur auf wagen Verdacht hin einnimmt oder aufgrund oberflächlicher Merkmale, wie es leider meist geschieht, und die Menschen sich dann wundern, warum keinerlei Wirkung eintritt und dann sofort schlecht darüber geredet wird. Das Unterbewußtsein spielt eine wichtige Rolle dabei.

            Ich habe jedenfalls gerade irgendwie das Gefühl, als wenn diese Art von feinstofflicher Unterstützung für die Auflösung/Verarabeitung/Heilung Deines jeweils aktuelles Themas für Dich hilfreich sein könnte – vielleicht ja auch für Deinen Coach von Interesse – zumal es auch gewisse Notfallessenzen gibt, die im Ernstfall das schlimme Gefühl der Machtlosigkeit ein wenig abmildern.
            Daher erlaube ich mir, Dir einen Kontakt zu geben >> https://www.essenzenladen.de/ueber-uns/ . Der Inhaber Carsten Sann (der auf Deiner Wellenlänge sein dürfte, vermute ich jetzt einfach mal 😉 arbeitet zugleich therapeutisch (Psychokinesiologie, was übrigens auch ein wunderbares, effektives Verfahren zum Aufdecken und Lösen unerlöster, emotionaler Konflikte/Traumata ist) und bietet auch telefon. Beratung an als Hilfestellung bei der Auswahl der passender Essenz. Denn die richtige Auswahl ist bei dem riesigen Angebot eher schwierig und sollte nicht oberflächlich erfolgen.
            Falls Du die Möglichkeit hast, nach Aschaffenburg in seine Praxis zu fahren, könntest Du eine kinesiologische Austestung machen lassen, das wäre am zuverlässigsten. Ansonsten hast Du ja das Glück, daß Du in der Nähe des Zentrums für Angewandte Kinesiologie von Dr. Klinghardt lebst >> http://www.ink.ag/dr.-klinghardt/ und es dort auch noch andere kompetente Therapeuten vor Ort gibt bei Bedarf. Womit ich aber jetzt nicht Deinen Coach abwerten will, absolut nicht! Er hat ja bei Dir offensichtlich super Arbeit geleistet.
            Erst nach dem Schreiben des Satzes merke ist, daß man es evtl. mißverstehen könnte. Ich meine die Anregung lediglich als Idee für eine begleitende Unterstützung, so daß man auf zwei Ebenen ansetzt, die sich sinnvoll ergänzen und miteinander wirken.

            Hoffe, es ist okay, daß ich dies hier reinschreibe. Da sowas gerne mal mißverstanen wird, möchte ich betonen: Es ist bitte keinesfalls als Werbung aufzufassen, denn mir persönlich ist es völlig egal, ob die Herren Sann und Klinghardt gfs einen neuen Kunden gewinnen oder nicht. Es ist lediglich als von Herzen kommender Vorschlag für Dich gemeint aufgrund unserer menschlichen Gemeinsamkeiten, und ein bißchen auch Berufskrankheit aufgrund meines kleinen Helfersyndroms 😉
            Falls Dich das Thema gar nicht anspricht, wäre das vollkommen in Ordnung. Dann vergiß es einfach ganz schnell wieder 😉
            Liebe Grüße, Rena

          • Liebe Rena,

            das ist völlig ok für mich mit deinen Tipps/Links zur Homoöpahtie und verstehe es nicht als Schleichwerbung. Echt spannend, dass du das Thema anspricht. Weil ich tatsächlich seit einem Jahr bei einem Heilpraktiker in homoöpathischer Behandlung bin, und ich seitdem (m)ein Konstitutionsmittel nehme. Wie du weißt, geht es um die ganzheitliche Sicht des Menschen, insbesondere auch der Psyche. So weiß er von meiner Vergangenheit und Erfahrungen in der Kindheit und das Mittel ist darauf abgestimmt. Zuletzt gab er mir eine Hochpotenz und ich werde die nächsten Wochen wieder einen Termin vereinbaren, um ihn über die aktuellen Entwicklungen, „Früchte“ aus dem anhaltendem Prozess zu informieren. Du siehst, ich bin auf allen Fronten unterwegs, und das alles zusammen, mein derzeitger Belgeiter, mein spirituelles Bewusstsein, mein tiefes Fühlen und bestimmt auch ein Stück weit das homoöpahtische Mittel haben sicherlich dazu beigetragen, dass ich solch einen intensiven Prozess langsam annehmen und integrieren kann – und das nach „gerade“ mal nach 4-5 Wochen. 🙂

            Liebe Grüße, Oliver

  2. Lieber Oliver,

    du glaubst gar nicht, wie mir deine Zeilen gerade nahe gehen. Mir geht es gerade auch so, ich habe auch gedacht, schon viel, viel weiter zu sein aber es brechen gerade wieder viele Dinge aus meiner Kindheit an die Oberfläche, die vergraben waren.
    Da geht es um Lieblosigkeit, sehr strenge Erziehung, regeln und und und. Immer wieder begegne ich dem Regelwerk anderer Menschen die sie aufstellen, um sie nur wenige Zeit später wieder einzureißen. Teil in der regel bin ich , ich akzeptiere sie und dann ist alles weg. So war es in meiner Kindheit auch. Es gab Regeln, ich hatte sie sowas von zu befolgen und sie hatten bestand für mich…nur, der Regelaufsteller war auf ein mal raus aus den regeln. ich verstand das als Kind schon nicht denn dieses Gemache hat mir sehr weh getan und war mehr als ungerecht. Genau das zieht sich durch mein ganzes leben. ich komme damit nicht klar, möchte aber darüber stehen weil ich ein Alter erreicht habe, wo es mich nicht mehr interessieren sollte aber es tut einfach nur weh.
    Meinen Weg gehe ich aber ich erkenne, dass er noch nicht so weit ist wie ich es gedacht habe. ( gedacht… gefühlt hab ich es )
    Irgendwann möchte ich sagen… es war schlimm was alles passiert ist aber ich bin damit durch, habe in Liebe vergeben. Dafür fehlt mir aber noch einiges…
    Ich finde es sehr motivierend was du geschrieben hast und danke dir von Herzen. Viel Glück für dich und mögen die Engel weiter an deiner Seite sein.

    Liebe Grüße

    Manuela

    • Liebe Manuela,

      ganz herzlichen Dank für deine Zeilen. Ich bin sooo froh, dass ich den Mut einmal mehr aufbrachte, und auf Veröffentlichen drückte 😉 Weil ich dadurch nicht nur andere (dich!) berühren und inspirieren kann, sondern weil es insbesondere auch mich berührt und motiviert, wenn ich so herzliche Rückmeldungen wie deine erhalte! Erkenne, dass ich nicht alleine bin mit diesem Schmerz, wir ganz viele sind, und uns genau dort treffen können: im Herzen, in der (virtuellen) Verbindung und sich getragen fühlen.

      Ja, offenbar gibt es keine „Altersgrenze“, um mit Kindheitsthemen immer wieder berührt zu werden – ich bin jetzt 37, und dachte auch schön öfters: abgehakt, Vergangenheit, ich bin weiter.

      Bleibe dran, vertraue!

      Ich bin gerne für dich da! Wir schaffen das – gemeinsam 🙂

      Dir auch weiterhin viel Glück, Gottes Führung, Vertrauen und die richtigen Engel an deiner Seite! 🙂

      Liebe Grüße, Oliver

  3. Hallo Oliver,

    danke für Deinen Mut. Ich kenne solche tiefen Erlebnisse und das nächste steht bevor. Dein Artikel gibt mir mit Hoffnung, dass es gut werden wird. Wie Du ja weißt, wenn man mittendrin ist, ist dass alles nicht mehr so klar. Und: Glückwunsch zu diesem Erfolg und Geschenk! Alles Gute Dir.

    • Hi Steve,

      danke für deine Worte.

      Ja, bis vor zwei Wochen war ich nur am sinken, sah kein Land. Doch irgendwann kommt es, schimmert am fernen Horizont 😉

      Dir auch alles Gute und viel Erfolg beim nächsten anstehenden Prozess, sie gehen immer weiter!

      Liebe Grüße, Oliver

  4. Hallo Oliver,

    wow. Ganz schön viel passiert. Ich kenn das zum Teil.
    Weiterhin viel Erfolg und Begegnungen mit Engeln.

    Viele Grüße
    Frederic

    • Hi Frederic,

      ja, kann man wohl sagen: Ganz schön viel passiert die letzten Wochen 🙂

      Danke. Dir weiterhin auch viel Erfolg und inspirierende Begegnungen.

      Viele Grüße, Oliver

  5. Hallo Oliver,

    ich verfolge nach wie vor dein Blog mit großem Interesse. Dein jetziger Beitrag ist unglaublich ehrlich, persönlich und berührend. Respekt für deinen Mut das alles mit deinen Lesern zu teilen.

    Vor 6 Jahren hatte ich auch eine Situation, ähnlich schmerzvoll und furchtbar wie du sie beschreibst (unglaubliche seelische Schmerzen und Minderwertigkeitsgefühle, Schlaflosigkeit, keinen Appetit, keinen Antrieb). Der Auslöser war eine Trennung nach einer 4jährigen Beziehung. Ich habe mir Hilfe in der Medizin gesucht, wurde auf Depression ambulant behandelt (Therapie und ein Medikament). Mein Leiden wurden dann (vorerst) durch eine neue Beziehung beendet. Eigentlich habe ich die dringend nötige Konfrontation nur wieder aufgeschoben.

    Heute, nach einem halben Jahr ohne intimen Kontakt zu Frauen und viel Zeit mit mir selbst, befinde ich mich wieder in einer seltsamen Situation. Ich fühle mich oft leer, unzufrieden und antriebslos (meist wenn ich allein bin), funktioniere im öffentlichen Leben und auf Arbeit aber noch recht gut. Ich nutze nun die Zeit um mich mit mir selbst zu befassen und herauszufinden was ich möchte, was mein wahres Selbst ist und wie das aus mir geworden ist, was ich zur Zeit bin und die letzten Jahre war. Ich wünsche mir Veränderung und den Mut, mein Leben in die Hand zu nehmen und meine Bedürfnisse zu erfüllen. Ich will nicht mehr in Teufelskreisen und Abhängigkeiten leben.

    Wie ich dieses Ziel erreiche, weiß ich noch nicht. Aber deine Zeilen geben mir ein wenig Kraft und Inspiration.

    Vielen Dank für deine ehrlichen Worte, mach weiter so!
    Viele Grüße,
    Daniel

    • Lieber Daniel,

      danke für deinen ehrlichen Kommentar, Bruder im Geiste.;)

      Deine geschilderten Symptome nach der Trennung (Schlaflosigkeit, kein Appetit, antriebslos) etc. kenne ich genauso so auch aus den letzten Wochen. Sie sind wahrscheinlich sehr typisch bei Liebeskummer, und verstärken sich natürlich zusehends, sobald ein alter, unverarbeiteter Schmerz berührt wird. Wie in einem anderem Kommentar beschrieben, hätte ich mich aufgrund dieser Symptomlage durchaus auch in psychotherapeutische Hände begeben können, und hätte höchstwahrscheinlich eine ähnliche Diagnose und „Behandlung“ wie du erhalten. Deshalb bin ich ja so froh, dass ich einen ganzheitlichen Coach an der Seite hatte/habe, der die Wurzeln des Problems erkannte, auch aus eigener Erfahrung all dies schon durchlebt hat, und mir eben nicht empfahl mich mit Medikamenten oder anderen Mitteln ruhig zu stellen, die Konfrontation mit dem Kern zu vermeiden.

      Es ist eine Gratwanderung, würde ich heute sagen, gegen Schlaflosigkeit finde ich ab einem gewissen Punkt, nach mehreren Tagen, Medikamente angebracht, damit der Körper sich einfach wieder erholen kann, die nahm ich auch zeitweise, aber dabei sollte halt die emotionale Arbeit nicht vergessen werden, weiter integriert werden.

      Das ist ja der „Klassiker“ von vielen (Männern), sich nach einer schmerzhaften Trennung schnell wieder in die nächste Beziehung zu stürzen, damit der Schmerz wieder ganz schnell verschwindet. Kann davon auch ein Lied singen 😉 Und ehrlich gesagt, ist dies auch gerade ein wenig mein Bedenken, es wieder zu tun. Andererseits habe ich die letzten vier Wochen wirklich alles gefühlt und zugelassen, und fühle mich daher wieder für eine neue, langsame, und bewusste Annäherung bereit. Weil verstecken, im Selbstmitleid und Verbitterung zu baden, aus Angst vor neuen Verletzungen jegliche neuen Kontakte zu Frauen zu vermeiden, ist sicherlich auch keine Lösung. Wie sagt mein Coach in letzter Zeit immer wieder zu mir: Erfahre und zeige dich mit dem neuen, inneren „Schatz“, den du in dir gefunden hast, deiner gehaltenen Wunde – in deinem Tempo, in deiner Zeit und mit deiner ständigen inneren Verbindung, in Hingabe, Vertrauen und Liebe zum Leben. Und genau das mache ich gerade 🙂

      Es ist schwierig, ja. Den richtigen Zeitpunkt zu finden, wann es wieder angebracht ist in eine neue Beziehung zu gehen. Sehr individuell und je nachdem wie gut vorher innerlich „gearbeitet“ wurde, würde ich sagen. Für mich fühlt es sich so an, dass ich dazu bereit bin, aber eben alles langsamer, bewusster, präsenter als die Jahre zuvor, zumindest möchte ich es so tun, etwas Neues ausprobieren.

      Ich verrate dir was: Ich lebe auch schon einige Zeit ohne intimen Kontakt. Auch hier gibt es zwei Seiten. Ich finde es gut, wenn wir Männer das für eine bestimmte Zeit halten können, eben unabhängiger werden, unseren Trieb nicht so ausgeliefert sind, und uns in dieser Zeit mehr auf unsere Gefühle/Innenleben konzentrieren – um anschließend mit diesen Erkenntnissen in eine neue Qualität von intimen Kontakten gehen zu können.

      Was du zu deiner Vorgehensweise in dieser „Abstinenzzeit“ schreibst, hört sich doch gut und bewusst. Genau richtig erkannt, würde ich sagen!

      Also auch von meiner Seite: Mach weiter so 🙂

      Viele Grüße, Oliver

  6. hi oliver, zum glück hab ich das angeklickt. wollte schon gar keine blogs mehr lesen weil die leute immer die perfekten gefühle und leben haben. ich dachte, nur mein winter wäre doof. empty nest und ellbogen futsch. selbstfürsorge finde ich ganz wichtig. guter umgang mit sich selbst. wie geht’s mir gerade und was brauche ich? geduld mit sich selbst. gerade an so dünnheutigen tagen. hab ich sogar beim hsp kongress mitgenommen als tägliche aufgabe. darf ich noch empty nest gefühle haben, hab ich neulich gegoogelt. jeder hat doch sein eigenes tempo im loslassen und sich auf die veränderungen einzustellen. mir fehlt nicht die aufgabe aber das zugehörigkeitsgefühl. nach 19 jahren leben mit kind, eigentlich logisch. in 3 tagen seh ich sie. ist gerade in london. einflug. halbzeit. die pause tat uns gut. du, ich hatte mich schon gefragt, ob du zu viel liest und damals, ob die trennung nicht überstürzt bei dir war mitten im buchprozess. traurigkeit sehe ich gleichwertig wie die angeblich positiven gefühle. wir haben keine traurigkeitskultur. für deinen mut müsste ich dir jetzt eine blume überreichen. für den artikel. unsere kinder machen das bei gewagten kanufahrten. lg tanja jetzt smart. deswegen schreib ich klein.
    ich finde hsp-sein mittlerweile übrigens grossartig. auch wenn ich manchmal lieber weniger intensiv erleben würde. in den momenten wo ich funktionieren soll. auch tolle kommentare hier.

    • Liebe Tanja,

      ganz herzlichen Dank für deine Zeilen. Die Blume nehme ich imaginär und virtuell gerne an 🙂

      Gerade gestern Abend konnte ich es wieder erleben, wie weit ich durch den Prozess gekommen bin, wie sich gelebte Authentizität anfühlt, sich ohne Masken und in seinen echten Gefühlen zu zeigen, die gerade da sind, als mir im Kreis von Männern (einer Gruppe) die Tränen ausbrachen, und ich mich nicht dafür schämte, sondern dankbar dafür war. Obgleich es bewusste Männer sind, waren sie im ersten Moment überfordert, ich erntete nur mitleidige Blicke, was ok ist, und mir nebenbei auch egal war 😉

      Liebe Grüße an dich, Oliver

  7. Hallo Oliver,
    ich bin vor ein paar Tagen durch einen ‚Zufall‘ auf deinen Blog gestoßen.
    Ich bin normalerweise eher eine stille Leserin, die sich zurück hält was Kommentare angeht. Doch als ich diesen Blogartikel von dir gelesen habe, konnte ich es einfach nicht anders.
    Der Blogartikel hat mich sehr berührt. Mir liefen Tränen während ich ihn las, als würde ich meine eigene Geschichte durchlesen. Ich konnte deine Gefühle genau nachfühlen weil ich exakt das selbe vor kurzem erlebte. Dieser Schmerz! Ich habe meinen Ex durch eine schicksalhafte Führung vor ca. 4 Wochen im Ausland wieder getroffen (am Ende meinet Reise)…Als ich seine Zurückweisung bekam ist der Schmerz wie ein Staudamm ausgebrochen und ich war gleichzeitig wütend weil ich dachte ich wäre jetzt mit mir im Reinen. Dabei erlitt ich einen unfassbaren Rückfall. Meine Welt war zusammen gebrochen. Ich hatte mein Glauben und verstand die Welt nicht mehr…Heute weiß ich, dass bei mir auch um eine Kindheitsverlusterfahrung handelt.
    Das nur dazu, dass ich genau weiß was du durchgemacht hast und toll, dass du wieder die Kraft gefunden hast!
    Vielen Dank für deinen Mut, deine Erfahrungen mit uns zu teilen! Danke für die ehrlichen und liebevollen Worte! Ich stimme fast alle deiner Punkte zu dem Heilungsprozess zu. Eine Ergänzung wäre, dass wir nicht nur unsere Wunden halten und vergeben lernen. Vielmehr werden diese Wunden erkannt und durch Zulassen von Schmerz geheilt sodass keine weitere Projektionen zu diesen bestimmten Themen mehr bei einem Gegenüber geben werden.
    Ich schicke dir viel Kraft für deinen weiteren Heilungsweg!

    Liebe Grüße,
    Amy

    • Liebe Amy,

      ach, ich sags gerade heraus: Heute ist Sonntag, die Wochenenden fallen mir noch schwer, klar, viel Zeit mit mir alleine, viel Zeit für den alten Schmerz wieder aufzutauchen, die Wehmut und die Sehnsucht erneut zu fühlen. Heute Morgen habe ich mich sehr kraftlos gefühlt, deprimiert, auch alleine. Und nun lese ich die letzten Kommentare, lese deinen Kommentar … und bin ebenfalls zu Tränen gerührt von diesem unglaublich herzlichen, ermutigenden, mitfühlenden Zuspruch von dir und anderen! Es gibt mir gerade sooo viel – einfach nur von Herzen danke!

      Nicht alleine zu sein, mit dieser alten Wunde, die so viele aus unserer Generation haben. Zu erkennen, dass das Leben eigenen Gesetzen folgt, wie du und ich es auch erlebt haben, dachten, wir sind weiter – und dann: Peng! Die Einladung vom Leben, der Seele, es nun endlich zuzulassen, daran zu reifen, herauszuwachsen, aus dem alten Muster. Danke für die Ergänzung, ich stimmt ihr vorbehaltlos zu, erlebe es gerade auch so in mir und meinem Umfeld: Sinn und Zweck des Ganzen ist ganz sicher auch, dass wir unsere subtilen Projektionen, die innerhalb von Sekundenbruchteilen in Begegnungen auftauchen, zurücknehmen, oder erst gar nicht mehr auftauchen, da es im eigenen System gelöst und geheilt wurde. Ja, das wäre wirklich ein großes Geschenk aus diesem Prozess, der natürlich Schwankungen unterliegt, ich mich unterm Strich aber auf einem sehr guten und heilsamen Weg fühle!! 🙂

      Danke meine Liebe, und auch ich sende dir viel Kraft für deinen weiteren Heilungsweg!

      Liebe Grüße, Oliver

  8. Hallo Oliver,

    das sollte es auch, also Dir egal sein. Schließlich hast Du geweint und kein Verbrechen begangen. ;o)
    Wir haben wirklich eigentümliche Verhaltensvorgaben hier. Ich bin JETZT sehr froh, daß ich all das nie mitgemacht habe. Mein Leben lang habe ich Kritik geerntet, nun scheint sich doch noch was zu ändern. Auch wenn es für mich jahrelang schwierig war, bin ich sehr froh, daß ich alles so gelebt habe, WIE ich es gelebt habe, sei es tiefes liebes-trauern über einen langen Zeitraum oder für echtes Sein einzustehen. Der Preis war dafür sehr hoch, dennoch fühlt es sich immer wieder richtig an. Das ist mir persönlich aufgefallen, als ich hier mitgelesen habe.

    Weiterhin alles Liebe für Dich und Deinen Weg!

    Herzliche Grüße
    Andrea

    • Liebe Andrea,

      ganz lieben Dank für deine Worte und Zuspruch. Wie in einem anderen Kommentar bereits erwähnt, gibt mir das gerade ganz viel, rührt mein Herz, lässt mich vertrauen, lässt mich wissen, dass ich nicht alleine bin, lässt mich erkennen, dass ich mir selbst vertrauen kann, meiner Intuition, meinem Prozess und ganz sicher kein Verbrechen begangen habe, oder ein „Weichei“ bin (wer so tituliert verdrängt nur seine eigene emotionale Seite ;), wenn ich als Mann weine und offen und öffentlich zu meinen Gefühlen stehe, ja sie teile, weil es sich damals (und heute) richtig anfühlte!

      Schön, dass du dir auf deinem Weg auch so treu geblieben bist – trotz heftigen Gegenwinds.

      In die besagte Männergruppe werde ich bis auf weiteres auch nicht mehr gehen – in solchen Momenten zeigt sich das wahre Verständnis von Werten wie Mitgefühl oder sich verletztlich zeigen!

      Dir weiterhin auch alles Liebe auf deinem Weg.

      Liebe Grüße, Oliver

  9. Hallo Olliver,

    vielen Dank für deinen tollen Artikel, er hat mich sehr bewegt (sogar zu Tränen berührt).
    Ich finde es so toll wie du deine Gefühle offenbarst und auch damit zeigst, wie befreiend es sein kann den Schmerz wirklich wahrhaftig zu fühlen, durch ihn durch zugehen und sich dadurch weiter zu entwickeln.
    Es kann wirklich so befreiend sein, diesen Schmerz des Verlassenseins tief in sich zu fühlen.
    Du inspirierst mich mehr Mut zu haben, Mich verletzlich zu zeigen und auch meine Gefühle offen zu komunizieren.

    vielen Dank für Deine Offenheit und Ehrlichkeit.

    in tiefer Verbundenheit
    Matthias

    • Hallo Matthias,

      wow, nun hat mich wiederum dein Kommentar zu Tränen gerührt!

      Es lohnt sich, sich so offen seinem alten Schmerz zu offenbaren, sich in seinen Gefühlen zu zeigen – insbesondere als Mann! Wir brauchen mehr solcher Männer, wie dich und mich, in unserer turbulenten Zeit. Wenn ich dich mit meiner Offenheit inspirieren und ermutigen konnte, freut mich das sehr!

      In Verbundenheit von Mann zu Mann, Oliver

  10. Hallo Oliver,
    Ich bin heute zufällig auf deinen Beitrag gestoßen, genau dann, als diese Erkenntnis wie ein Geistesblitz in meinem Leben eingetreten ist. Du hast es wirklich geschafft, diesen Prozess auf seelischer und geistiger Ebene in Worten zu verpacken mit so viel Verletzlichkeit und Offenheit, dass es mich zu Tränen gerührt hat und gleichzeitig ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert hat. Einfach grandios!

    Es ist so wunderbar zu wissen, dass ich nicht allein bin. Ich bin selbst noch fassungslos, dass ich mit jungen Jahren (23J.) diesen Prozess erlebt habe bzw. noch weiter erleben werde. Nach meiner ersten 4 jährigen toxischen Beziehung, stürzte ich mich in eine 2. und wurde letztendlich wieder auf die gleiche Art und Weise enttäuscht. Ich bin durch die Hölle gegangen, meine Seele ist innerlich gestorben und ich fühlte nur noch qualvolle Leere.
    Niemand konnte nachvollziehen, das dies mehr als nur „Liebeskummer“ war. Meine unerträglichen Schmerzen musste ich zeitlang mit Alkohol und harten Drogen betäuben, wodurch das ganze Leiden noch mehr in die Länge zog. Ich musste mein inneres Loch füllen, denn ich war süchtig so nach Liebe.
    Eines Tages, müde von der süchtigen Sucherei nach der Antwort auf die Frage „Warum?“ und den tausend Puzzelteilen in meinem Kopf, kam völlig unerwartet die Erleuchtung.
    Ich verspürte eine göttliche Ekstase. Ich fühlte meine Wahrheit, meinen Gott, meinen Schöpfer meiner Welt.
    Ich als Hochsensible traf nur auf Narzissten. Ich verstand nie, warum ich mich von ihnen angezogen fühle, obwohl ich seine Pseudoautonomie so hasste, andersrum hasste der Narzisst meine Sensibiliät. Aber beide haben einen Nenner, die Sehnsucht nach bedingungsloser Liebe. Ich bin der Meinung, dass HS nicht angeboren ist, sondern eine Ausprägung wie der Gegenpart Narzissmus. Beide kennen keine Grenzen und können keine Grenzen ziehen, beide wollen Liebe und Anerkennung mit Manipulation durch unendliches Geben/Nehmen, beide haben ein geringes Selbstwertgefühl, beide ziehen sich an wie Ying und Yang, wie Licht und Schatten, beide schwingen mit dem Gesetz der Resonanz.
    Ich habe meine HS erst jetzt erkannt und wollte mich nicht darauf ausruhen, um mich für mein „natürliches“ Verhalten zu entschuldigen! Wie kann der „verantwortungsloser“ Narzisst 100% Schuld an meinem Leid haben, wenn ich selbst keine Verantwortung für mich selbst nehmen kann?
    Ich habe mich durchschaut: Mein ganzes Leben habe ich mich nur durch Leistung definiert. Kein Wunder, dass ich so emphatisch und talentiert bin, weil ich sie mir antrainiert habe, um alle Erwartungen in meiner Umgebung zu erfüllen, nur dann waren die Menschen glücklich und somit auch ich.
    Ich hatte Angst vor der Ablehnung. Wie eine blinde in Hingabe versunkene Egoistin begegnete ich den Narzissten, den Schatten meiner selbst: Die aufgebaute stabile Scheinwelt, die Sehnsucht nach Liebe, die Angst vor der Ablehnung, die Angst vor der eigenen Enttäuschung, meinen Spiegel.
    Durch diese Erkenntnis habe ich zu meiner eigenen Mitte gefunden. Ich habe meinen Verstand mit meinem Herzen verbunden, in dem ich meine Schattenseite in meinem Licht integriert habe und fühlte unendliche Liebe und Freiheit. Ich bin gestorben und wurde neugeboren. Ich bin ein Stückchen weiser geworden. Das ist das Leben. Und es gibt nur ein Leben!

    Ich musste so lachen, als ich die Zeilen gelesen habe, wo du den Begriff „heilig“ erwähnst, weil ich wirklich dachte, ich wäre vollkommen verrückt. Nein, es gibt Menschen auf diese Erde, die dieses Ereignis auch mit mir teilen können. Ich glaube, dass jeder Mensch in der Lage ist, seinen eigenen Seelenweg zu finden.

    Herzliche Grüße, Tina.

    • Liebe Tina,
      ich möchte Ihnen mein Kompliment aussprechen für Ihre enorme Selbsterkenntnis und innere Entwicklungsarbeit, zumal dies in so jungen Jahren eher ungewöhnlich ist. Ohne Ihre leidvollen Erfahrungen mit den toxischen Beziehungen zuvor hätten Sie diesen wichtigen, wertvollen Bewußtwerdungsprozeß nicht erfahren dürfen. Daher haben solche Beziehungen besonders großes Potenzial für persönliches Wachstum und Heilung – sofern man bereit dazu ist – was man natürich erst im Nachhinein erkennen kann, wenn man die Hölle durchgestanden hat.

      Leider haben die wenigsten Menschen Interesse, Mut und Kraft, sich mit ihrem Seelenleben auseinanderzusetzen, weil es mühsam, anstrengend und schmerzhaft ist. Sie flüchten lieber vor sich selbst und gehen den unbewußten Weg weiter, wundern sich dabei aber und verstehen nicht, warum sie immer wieder an denselben Typus Mann/Frau geraten bzw. nach dem Gesetz der Resonanz davon angezogen werden und immer wieder mit denselben problematisch-leidvollen Themen und Verhaltensmustern konfrontiert werden.

      Aufgrund Ihres göttlichen Erwachens und der Art und Weise, wie Sie sich ausdrücken, habe ich das Gefühl, daß die wunderbaren Texte auf http://www.sensible-seele.net für Ihre weitere Entwicklung hilfreich sein könnten. Ich fühle mich immer sehr wohl und verstanden auf der Webseite.
      Mit den besten Wünschen für Sie,
      Rena

  11. Hallo Tina,

    Du schreibst:
    „Ich bin der Meinung, dass HS nicht angeboren ist, sondern eine Ausprägung wie der Gegenpart Narzissmus. Beide kennen keine Grenzen und können keine Grenzen ziehen, beide wollen Liebe und Anerkennung mit Manipulation durch unendliches Geben/Nehmen, beide haben ein geringes Selbstwertgefühl, beide ziehen sich an wie Ying und Yang, wie Licht und Schatten, beide schwingen mit dem Gesetz der Resonanz.“

    Dazu habe ich Fragen und Anmerkungen:
    Was ist eigentlich eine „Ausprägung“?
    Ich bin HS seit Anbeginn, insbesondere was Geräusche betrifft. Noch nie hatte ich eine Partnerin, die narzisstisch war. Mir sind solche Leute begegnet, aber nicht als Partnerinnen.
    Mein Selbstwertgefühl ist nicht mit Schwarzenegger oder sowas vergleichbar, doch ganz ordentlich. Meine Ehrlichkeit (kommt durch die HB) behindert mich stark am Manipulieren… Auch respektiere ich Grenzen und kann sie ziehen, letzeres auch nicht weltmeisterverdächtig, aber ganz passabel.
    Was nun? Bin ich nicht „richtig“ HS, nach deiner Meinung? Oder?
    Bin ich froh, dass dein Satz mit „Ich bin der Meinung…“ anfängt, denn meine Meinung ist das nicht.

    Rätselnd…
    Frederic

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