8 Tipps für eine authentische und gelingende Kommunikation in Beziehungen und Partnerschaften


„Willst du recht haben oder glücklich sein? Beides gleichzeitig geht nicht.“

  –  Marshall Rosenberg –

Zwei der meistgenannten Wünsche aus meiner Leserumfrage sind, eine erfüllende Partnerschaft zu führen und mehr über eine gewaltfreie und wertschätzende Kommunikation zu erfahren. Die beiden Themen lassen sich gut miteinander verbinden und gehen aus meiner Erfahrung Hand in Hand.

Gerade für uns hochsensibel veranlagten Menschen ist eine wertschätzende Kommunikation ein spannendes und immer wieder forderndes Thema. Mich selbst beschäftigt das gerade sehr in meinen zwischenmenschlichen Beziehungen. Da wir als Hochsensible ein großes Harmoniebedürfnis haben und sehr schnell die Stimmungen und Gefühle unseres Gesprächspartners wahrnehmen, bietet sich die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg als Kommunikationsgrundlage sehr gut an.
In meinem letzten Artikel stellte ich dieses Modell bereits in einem ersten Überblick da.

Der heutige Artikel soll an den Methoden einer wertschätzenden Kommunikation nahtlos anknüpfen und dir gleichzeitig noch mehr Praxistipps an die Hand geben. Gerade in partnerschaftlichen Beziehungen halte ich eine wertschätzende Kommunikation für nahezu unabdingbar, falls beide gewillt sind, eine erfüllende und tragfähige Beziehung zu führen.

Die nachfolgenden 8 Tipps für eine gelingende Kommunikation gelten für jegliche Art von zwischenmenschlichen Beziehungen, wo sich zwei Menschen ganz offen und ohne ihre Masken begegnen wollen. Erst daraus kann eine bereichernde und inspirierende Begegnung von Mensch zu Mensch, von Seele zu Seele entstehen. Allgemeinhin nennt man solch einen Zustand Authentizität. Du begegnest deinem Gegenüber so wie du dich gerade wirklich fühlst, mit all deinen Ängsten, Hoffnungen und Bedürfnissen – und nicht so, wie du sein solltest. Du zeigst dich!

Sich auf dieser Ebene mit einem Menschen auszutauschen, halte ich persönlich immer wieder für eine unglaubliche Bereicherung und ein kostbares Geschenk.

 

8 Praxis – Tipps für eine authentische und gelingende Kommunikation

1. Zuhören: Zeige Interesse und Neugier an deinem Gesprächspartner

Kennst du diese Art von „Gesprächen“. Jemand fängt an zu reden und hört gar nicht mehr auf. Er überschüttet dich mit seinen Ansichten, Sorgen und Meinungen. Und merkt dabei gar nicht, dass du schon vor 10 Minuten innerlich abgeschaltet hast. Diese Art von Zuhören meine ich hier nicht. In solchen Situationen findet kein echter Austausch statt, sondern eher ein Monolog. In gewisser Weise ist dies eine Form von verbaler Gewalt.

Ich muss gestehen, mitunter geht es mir so. Ich fange an zu reden und bin so in meinem Redefluss, dass ich gar nicht bemerke, dass ich mein Gegenüber damit schon seit zehn Minuten überfordere. Er oder Sie hört mir schon längst nicht mehr aufmerksam zu. Insbesondere in Phasen, wo es mir nicht gut geht oder mir irgendein Problem auf der Leber liegt.

Grundsätzlich finde ich es aber auch in solchen Ausnahmesituationen in Ordnung, wenn der Redeanteil des Betroffenen höher ist.

Ein wahrhaft aufrichtiger Dialog findet aber erst statt, wenn es auch einen Menschen gibt, der aufrichtig und aktiv zuhören möchte. Der dazu auch gerade in der Lage ist. Wenn du also mit jemanden ein Gespräch beginnst, höre zunächst ich dich hinein, ob du gerade dazu bereit bist. Zeigst du Interesse und Neugier an den anderen und seinen Gesprächsthemen? Oder liegt dir gerade selbst etwas wichtigste auf den Lippen?

Aufrichtiges Zuhören hat viel mit Respekt und Wertschätzung für den anderen zu tun. Und mit Präsenz. Im jetzigen Augenblick ganz hier zu sein und für den anderen da zu sein. Aus meiner Erfahrung geht das nur aus einem Zustand der inneren Klarheit und Zentriertheit heraus. Wenn mich gerade selbst ein unausgesprochenes Gefühl oder Bedürfnis beschäftigt, kann ich nicht aufrichtig zuhören. Ich kann dann dem anderen nicht die nötige Aufmerksamkeit schenken. In solchen Momenten ist es am besten, dies klar zu kommunizieren.

Sage ihm, dass du gerade spürst, ihm nicht mit dem gebührenden Respekt zuhören zu können. Vielleicht könnt ihr das Gespräch auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Oder du kannst ihn fragen, ob du zunächst dein bohrendes Bedürfnis ausdrücken darfst? Ob er dazu gerade bereit wäre?

Erst wenn dies geklärt ist und beide für ein authentisches Gespräch offen sind, entsteht ein Raum, in dem Kreativität, Verbundenheit, Freude und Empathie fliessen können.

2. Achte auf ein Gleichgewicht im Gespräch

Dieser Punkt knüpft unmittelbar an den ersten Tipp an. Wenn du mit jemanden redest, verstreicht nicht nur deine Lebenszeit, sondern auch seine. Diese Lebenszeit ist sehr endlich und sicher auch sehr kostbar. Also gehe sehr verantwortlich damit um. Ein Monolog ist kein Gespräch, sondern mehr oder weniger ein Abladen von aufgestauter Energie bei dem anderen. Du brauchst dich dann nicht zu wundern, wenn dein Gegenüber irgendwann keine Lust mehr hat, dir zuzuhören, wenn du ihn gar nicht zu Wort kommen lässt.

Der eine ist eher ein lebhafter Gesprächstyp, der andere eher der Stille und Aufnehmende. Hieraus sollte im Dialog kein Ungleichgewicht entstehen. Der etwas Lebhaftere ist hier angehalten, dem Schweigsamen den Raum und die Zeit für seine Mitteilungen zu geben. Gleichzeitig ist der etwas Stillere dazu angehalten, sich mehr mitzuteilen, den Mut zu haben, sich diesen Raum zu nehmen. Natürlich alles auf der Basis von Respekt und Einfühlung.

Zu einer dauerhaft aufrichtigen Kommunikation gehören immer zwei Menschen. Gerade in einer Partnerschaft ist dies ein großer Part, der von beiden Lebenspartner viel Verantwortung verlangt.  Sich verantwortlich in einer Beziehung zu zeigen, bedeutet auch, Verantwortung für eine erfüllende und gelingende Kommunikation zu übernehmen. Für mich persönlich ist dies eine der tragenden Säulen einer glücklichen Beziehung.

3. Gehe mit einer positiven Grundhaltung in ein Gespräch

Das ist relativ simpel. Wenn du ein Gespräch mit den Sätzen eröffnest: “ Das Wetter ist heute wieder so mies“ oder „Da hätte ich von dir mehr erwartet“ ist dies nicht unbedingt ein gelungener Einstieg. Er vermittelt eine negative Grundstimmung und dabei macht der Andere meist schnell zu oder geht auf Abwehr.

Wie soll sich aus solch einem Einstieg ein inspirierendes und authentisches Gespräch entwickeln?

Wie wäre es damit: “ Solche Regentage wie heute nutze ich immer zum ausgiebigen Schmökern. Morgen soll ja wieder die Sonne scheinen. Was machen Sie an solchen Tagen?“ oder „Ihren Vortrag heute morgen fand ich großartig. Wie lange haben sie daran gearbeitet?“

Mit einem positiven Gesprächseinstieg vermittelst du deinem Gegenüber wiederum Interesse und Neugier an seiner Person und seinen Handlungen. Eine gute Basis für ein aufrichtiges Gespräch.

4. Vermeide Verallgemeinerungen und Vorurteile

Flüchtlinge sind alle faul und nutzen uns nur aus.
Der Nachbar mäht immer viel zu spät seinen Rasen.
Meine Frau hält mit ihren Freundinnen immer nur Kaffeeklatsch.
Politiker sind alle korrupt und dienen nur sich selbst.

Du wirst solche Aussagen (oder eher gesagt Verallgemeinerungen) kennen. Während meiner Zeit als Taxifahrer hörte ich solche Aussagen tagtäglich.

Für mich sind es die Gesprächskiller schlechthin. Was passiert nämlich in solchen Momenten? Entweder schaltet dein Gesprächspartner sofort auf Durchzug, um erst gar nicht darauf einzugehen und keinen Streit zu provozieren. Oder er geht darauf ein, und zwar meist mit seinen eigenen Vorurteilen und Meinungen. Ein gegenseitiger Schlagabtausch ist vorprogrammiert. Jeder versucht den anderen von seinen Argumenten zu überzeugen. Dies ist alles andere als eine authentische Kommunikation. Auch mir ist dies schon oft in der Vergangenheit passiert.

Was ich viel spannender fände: Was macht es mit dir, wenn der Nachbar abends wieder seinen Rasen mäht? Welche Gefühle laufen da in dir ab? An was erinnert dich das? Würdest du es vielleicht selbst gerne machen, traust dich aber nicht, weil dann die Leute anfangen zu reden? Kannst du wirklich über deinen Nachbarn so urteilen, ohne seine dahinterliegenden Motive zu kennen?

In solchen Momenten interessiert mich viel mehr:
Was bewegt dich innerlich?
Warum kommst du zu solchen Urteilen?

Wenn du also das nächste Mal wieder vorschnell über die Flüchtlinge, die Politik oder deine Frau urteilen möchtest, frage dich zunächst, welche Erfahrungen oder welcher Schmerz steckt dahinter?

Den haben wir nämlich alle. Das macht uns menschlich. Und an diesem verletzlichen Punkt können wir uns begegnen. Dies verbindet uns.

5. Dein Gegenüber ausreden lassen

Klingt eigentlich ziemlich banal und selbstverständlich, oder? Tja.

Auch hier muss ich mir zuerst einmal an die eigene Nase greifen. Allzuoft ging mir das Gespräch zu langsam oder ich konnte es einfach nicht mehr abwarten, meine Gedanken dazu mitzuteilen.

Deinen Gesprächspartner ausreden zu lassen hat viel mit Respekt und vor allem einem aktiven Zuhören zu tun. Für viele ist es schon Teil ihrer Gesprächskultur geworden, dass sie es gar nicht mehr bemerken, wenn sie den anderen mitten im Satz unterbrechen oder seine Sätze mit ihren Gedanken vervollständigen.

Du bist schon so mit dem beschäftigt, was du als nächstes sagen möchtest, dass du deinem Partner gar nicht mehr verstehst, was er dir gerade sagen möchte. Wenn er dann fertig ist, beginnst du sofort mit deinen angestauten Gedanken loszublubbern, anstatt das eben Gesagte zunächst einmal auf dich wirken zu lassen.

In Partnerschaften habe ich gute Erfahrungen mit dem Zwiegespräch* gemacht, bei dem es durch einen zuvor abgesteckten (zeitlichen) Rahmen ermöglicht wird, dass nur einer redet und der andere in dieser Zeit ausschließlich zuhört.

Es kann sein, dass du vom Temperament her jemand bist, der gerne unterbricht, weil es dir zu lange dauert und du befürchtest, deine Ideen zu vergessen. Es geht auch nicht darum, hier ein perfekter Meister zu werden und dich jedes Mal runter zu machen, wenn es nicht gelingt. Auch du wirst sicherlich immer wieder noch unterbrochen. Du kannst dich dann dafür entschuldigen, und zeigst damit deinem Gesprächspartner deine Wertschätzung. Wenn du umgekehrt häufig unterbrochen wirst, bitte freundlich aber bestimmt darum, ausreden zu dürfen.

Manchmal benötigt eine friedvolle und aufmerksame Gesprächskultur einfach etwas Übung und Geduld – die du dir auch zugestehen solltest.

6. Sende Signale des aktiven Zuhörens aus

Ich mache das seit Jahren. Signale des aktiven Zuhörens aussenden: zustimmende Brummgeräusche (Hmm), ein ermutigendes Lächeln oder ein häufiges Ja während des Gesprächs. In der japanischen Kultur ist dies weitaus mehr verbreitet. Wenn ein Japaner einem anderen zuhört, wird er in der Regel ständig lächeln, mit dem Kopf nicken und alle paar Sekunden ein „Hai“ (Ja) von sich geben.

Dies musst du natürlich nicht eins zu eins so übernehmen. So, wie es eben für dich stimmig ist. Mit solchen Signalen zeigst du deinem Gegenüber aber Aufmerksamkeit und Sympathie. Du zeigst ihm, dass du ihm zuhörst und ihm seinen Raum zum Erzählen lässt.

Was du auf jeden Fall vermeiden solltest, ist dich während eines Gesprächs ablenken zu lassen. Zum Beispiel in dem du von deinem Gesprächspartner wegschaust oder auf Ablenkungen von außen reagierst. Dein Gegenüber kann dies als Signal eines nicht aufrichtigen Zuhörens deuten und beleidigt sein. Dadurch kann es zu längeren Gesprächspausen oder gar zu einem Abbruch des Gesprächs kommen.

Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass dies wirklich unangenehm ist und sogar den ganzen weiteren Kontakt belasten kann.

7. Sage, was du wirklich fühlst und meinst

Und nicht das, was du vermeintlich sagen sollst. Dieser Tipp hat viel mit dem Mut zu tun, sich verletzlich zu zeigen und ganz klar mit einer radikalen Ehrlichkeit, sich selbst und auch dem anderen gegenüber.

Hier gelangen wir wieder zu einer der Grundannahmen der Gewaltfreien Kommunikation (GfK)*, in dem du empathisch und direkt deinem Gegenüber deine Bedürfnisse und Gefühle in Bezug auf das derzeitige Gespräch mitteilst. Wie es dir gerade damit geht? Natürlich kannst du auch ehrlich sein, in Bezug auf deine Meinungen und Argumente und sie deinem Gegenüber knallhart an den Kopf werfen. Das war dann aber wahrscheinlich eines eurer letzten Gespräche.

Eine radikale Ehrlichkeit kann aber auch so aussehen, dass du deine vordergründigen Urteile verwandelst, indem du den tieferliegenden Bedürfnissen nachspürst, und diese deinem Gesprächspartner mitteilst, was du gerade brauchst. Wenn er genauso bewusst und aufrichtig ist, wie du in diesem Moment, wird er in sich hineinspüren und dir mitteilen, ob er diesen Wunsch erfüllen kann – oder eben nicht.

Solch eine Ehrlichkeit bedarf sicherlich etwas mehr Mut, als jemanden blindlings seine Argumente um die Ohren zu hauen, wird sich aber in Hinsicht auf eine dauerhaft gelingende Kommunikation sicherlich auszahlen.

8. Erlaube dir aus dem Gespräch auszusteigen

Du hast alle diese Tipps angewandt, aktiv zugehört, Signale gesendet, dich mit Vorurteilen zurückgehalten und langweilst dich trotzdem? Der Inspirationsfunke ist einfach nicht übergesprungen? Oder noch krasser: Du spürst eine Aggression in dir aufsteigen und wie das Gespräch zunehmend an deinen Nerven zerrt?

Dann erlaube dir, das Gespräch zu beenden. Steige aus!

Es ist keine Schande. Höchstwahrscheinlich genießt dein Gegenüber auch schon länger nicht mehr das Gespräch (Erinnere dich daran, dass es für eine authentische Kommunikation immer zwei Personen bedarf!)

Das hat wiederum ganz viel mit einer Aufrichtigkeit dir selbst gegenüber zu tun – und gleichzeitig auch deinem Gesprächspartner. Und mit Mut, sich verletzlich und authentisch zu zeigen – einmal mehr. Spüre hin, wie es dir gerade (oder schon eine zeitlang) und drücke dies so freundlich und gleichzeitig klar wie möglich aus.

Du könntest zum Beispiel sagen:“ Entschuldige bitte, ich merke, dass ich dir schon seit einigen Minuten nicht mehr aufrichtig zuhören kann. Ich brauche jetzt zunächst mal etwas Rückzug und Zeit für mich und würde das Gespräch gerne zu einem anderem Zeitpunkt fortsetzen. Wäre das für dich in Ordnung?“

Probiere es aus. Gestehe dir Schwächen und Unsicherheiten zu. Drücke sie aus. Du wirst sehen, dass in den allermeisten Fällen nicht das passiert, was du erwartet oder befürchtest hast!

Bye the way: In solchen Momenten spüren wir, dass wir (noch) leben. Wenn wir uns in all unseren Gefühlen spüren und ausdrücken. Angeblich bereuen dies viele Sterbende – dies in ihrem Leben nicht getan zu haben.

 

Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Anwendung dieser Kommunikationstipps!

Welchen Erfahrungen hast du mit Kommunikation in Beziehungen und Partnerschaften gemacht?
Ich freue mich auf deinen Kommentar.

 

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Quellen:
zeitzuleben: Tipps für die Kommunikation in Ihrer Partnerschaft
no right no wrong: 8 Erkenntnisse, die dir helfen, bereichende Gespräche zu führen.
simplify: Beziehungstipps für die Paarkommunikation

* Einige der Links sind Affiliate Links (Empfehlungsmarketing). Dies bedeutet, wenn du eines der Produkte kaufst, erhalte ich dafür eine kleine Provision ohne das sich der Preis für dich ändert. So kannst du mich und diesen Blog unterstützen. Ich empfehle grundsätzlich nur, wovon ich selbst begeistert bin, und was mich inspiriert und weitergebracht hat. Versprochen!

Bild: Helene Souza  / pixelio.de

Veröffentlicht von

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Hi, ich bin Oliver: Blogger & Autor & Querdenker.

Nach einer dreijährigen beruflichen Auszeit und den anschließenden Orientierungs- und Anpassungsschwierigkeiten, weiß ich heute, wie ich leben möchte: Frei und Selbstbestimmt. Und im Einklang mit meiner sensiblen & kraftvollen Männlichkeit.

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7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich bin seit 2,5 Jahren getrennt lebend und habe einen großen Kommunikationsnachholbedarf.Mein Mann hat wenig bis gar nichts von sich und seinem Innenleben zu erzählen gewußt, u. ich bin immer stärker damit in die Isolation gegangen.Inzwischen, gibt es in meinem Bekannten und Freundeskreis so gut wie keine Nichtunterhaltung und fast immer lebendige echte Kommunikation, ab und an zwar auch Smalltalk, aber selbst der ist oft gewürzt mit echtem Innenleben.Selbst die Wiederannäherungen an potentiale Partner haben sich diesbezüglich von Grund auf verändert.Vor kurzem stolperte ich über Deinen Block und muß sehr schmunzeln, fühle ich mich doch sehr bestätigt auf meinem Lebensweg; bekomme allerdings ein wenig Alterspanik, warum nicht früher…..;)

    • Hallo Ekiam,

      danke für deinen Kommentar. Welches Alter? Ich sage immer: Zum Dazulernen ist es nie zu spät – ob eine neue Sprache oder Verhaltensweise.
      Das Gehirn wächst mit unserem Gebrauch, sagen uns die Hirnforscher. 🙂

      Das mit dem Vermissen von Lebendigkeit und Tiefe in Gesprächen kenne ich auch gut.

      Viele Grüße
      Oliver

  2. Hallo Oliver, Dein Text gefällt mir gut. Ich habe bei manchen Menschen ein riesen Problem damit, wenn sie ständig „ja“ oder „hmm“ sagen, während ich etwas erzähle. Du hattest diesen Punkt auch erwähnt, aber genau gegenteilig. Das hat mich gerade total angetriggert, so daß ich das kommentieren muß. Du stellst es als positives Signal für ein aufmerksames Zuhören dar, was grundsätzlich auch richtig ist. Und auch ich möchte, daß mein Zuhörer gelegentlich mal einen Bestätigungston von sich gibt. Aber bitte nicht nach jedem zweiten oder jedem Satz!! Das macht mich wahnsinnig und ich fühle mich dadurch ständig unterbrochen und habe das unangenehme Gefühl, daß ich zum Ende kommen soll, wodurch ich immer schneller rede, großen Druck spüre und mich gar nicht mehr richtig konzentrieren kann. Ich habe eine gute Bekannte, mit der es bisher schriftlich wunderbar war, aber seitdem wir mal telefoniert haben und sie dauernd Ja und hmm… hmm sagt nach fast JEDEM Satz, bin ich nicht mehr fähig, mit ihr zu reden. Ich mag ihr das aber auch nicht sagen, weil ich sie nicht kränken will. Schließich will man einen Menschen auch so annehmen, wie er ist und nicht kritisiert werden in seiner Art. Würde ich ja auch nicht wollen.
    Ich mag die Frau aber sonst und möchte den Kontakt nicht deswegen beenden. Hast Du vielleicht eine Idee? Mich nervt das total, macht mich aggressiv, ist so anstrengend, wenn ich es immer ignorieren und versuchen muß auszublenden. Das kostet mich soviel Kraft, das schaffe ich einfach nicht und habe richtig Angst, überhaupt noch etwas zu zu beschreiben bzw. mehr als einen Satz zu sagen, weil ich mich so vor diesem ständigen Unterbrechungston fürchte. Das macht mich richtig fertig, und wenn Du hochsensibel bist, kannst Du Dich hoffentlich in meine Lage hineindenken oder noch besser reinfühlen. Ich bin sehr stark hochsensibel, auch das Ticken einer Uhr im Hintergrund bei einem Gespräch halte ich nicht aus, es lenkt mich so ab, daß ich mich nicht aufs Gespräch mit den vielfätigeren Sinnenswahrnehmungen konzentrieren kann, geschweige denn, genießen oder entspannt sein. Will damit sagen, ich KANN das nicht einfach ausblenden und überhören. Vielleicht kannst Du mich ja verstehen, denn ich bin gerade ziemlich frustriert und traurig, weil heute wieder so ein Gespräch war und in mir wirkt. Auch unter HSP fühle ich mich meist nicht verstanden, weil die HS bei den anderen viel schwächer ausgeprägt ist als bei mir und für mich nur eine große Belastung ist und viel Leiden bedeutet, insbes. im Kontakt mit Menschen. Nach einer Stunde reden z.B. bin ich erschöpft und brauche eine Woche Pause. Aber das kann kein normaler Mensch nachvollziehen und ich werde immer als falsch und krank hingestellt. Wie soll man da Lebensfreude entwickeln können oder eine Beziehung führen können, wenn man einfach nichts aushalten kann und alles immer viel zu viel ist?!
    LG. Rena

    • Liebe Rena,

      danke für deine ausführliche Schilderung.

      Zu deinem Problem mit dem ständigen Bestätigungstönen (Hmm, Ja) während eines Gesprächs. Ich kenne das auch – von mir selbst. Ich kann nachvollziehen, dass du als HSP diese Töne nicht überhören kannst. Doch vielleicht hilft dir eine Neubewertung dieser Situation. Für mich persönlich ist es nämlich ein Zeichen der Aufmerksamkeit und auch des Interesses, wenn ich bemerke, dass mein Gegenüber mir in die Augen schaut,an meinen Ausführungen (und meiner Person) Interesse zeigt, und zwar auch durch gelegentliche Hmm und Jas.

      Ich vermute aber, du meinst ein ständiges, penetrantes Ja während des Gesprächs, im Sinne „Wann bist du endlich fertig mit deinem Gerede, damit ich zum Zuge komme“. So etwas habe ich natürlich auch schon erlebt und spüre dann auch sofort, dass dem Anderen überhaupt nichts an meinem Erzählten liegt, sondern er nur auf den nächsten Moment wartet, bis er wieder losreden kann. Das ist natürlich sehr unangenehm und mittlerweile habe ich Gott sei Dank das Vertrauen und den Mut, solche Gespräche zu beenden oder gleich ganz solche „egozentrischen“ Personen zu meiden.

      Mir persönlich ist es in einem authentischen und wertschätzenden Gespräch wichtiger, dass ich spüre, dass mein Gegenüber echtes Interesse an mir und meiner Meinung/Ausführung hat, was sich unter anderem durch Nachfragen, Blickkontakt aber auch gelegentlichem „Ja, genau, hmm“ bemerkbar macht. Und er an einem Stück nicht nur von sich selbst redet! So zumindest meine Erfahrung – und vielleicht hilft dir diese etwas für deine Situation.

      Alternativ bewährt sich fast immer, sein Befinden dem anderen auszudrücken, falls er dir wohlgesonnen ist, und ihm etwas an dir liegt. In deinem Fall also deinem Gesprächspartner offen deine Empfindlichkeit gegenüber solchen „Zwischentönen“ mitzuteilen, es zunächst einmal nur aussprechen, ohne gleich zu erwarten, dass der Andere sofort darauf reagiert. Das macht er dann vielleicht von alleine.

      Liebe Grüße, Oliver

      • Hallo Oliver,
        vielen Dank für Deine ausführliche Antwort und Deine Zeit dafür.
        Einen gelegentlichen Bestätigungston als Zeichen von Aufmerksamkeit und aktivem Zuhören finde ich ebenfalls wichtig und angenehm. Das tue ich selbst auch. Aber ich meinte, wenn dieser Ton wirklich nach JEDEM Satz kommt, so daß man sich kaum noch traut, etwas zu beschreiben bzw. zu erzählen.
        Und einfach den Kontakt zu dieser Person beenden, geht leider nicht, weil ich sie sonst eigentlich mag und schätze und sie zu einem wichtigen beruflichen Kontakt gehört, den ich brauche.
        Und offen ansprechen empfinde ich als extrem heikel. Stell Dir mal vor, Dir sagt jemand: Oliver, die Art, wie Du Dich im Gespräch verhälst, gefällt mir nicht. Damit habe ich ein Problem.“ Auch wenn man es natürlich nett sagt, aber würdest Du das nicht auch sehr persönlich nehmen und als Kritik empfinden? Also ich schon.
        Wenn mir jemand sagen würde, ihm gefällt meine Art nicht, wie ich spreche, zuhöre oder mich sonst gebe, dann wäre ich sehr getroffen und würde mich von dieser Person sofort zurückziehen. Einfach deswegen, weil dieser Mensch mich nicht so annehmen kann, wie ich bin. Dann paßt es einfach nicht. Wenn es ein rein privater Kontakt wäre, hätte ich den Kontakt längst abgebrochen, weil es ständig sehr unangenehme, belastende Gefühle verursacht. Aber kein Mensch möchte kritisiert werden, und so würde es immer rüberkommen, egal wie freundlich man es sagt. Das wäre mir zu riskant. Genau das ist ja mein Problem. Na, mal sehen, wie ich künftig damit umgehen werde. Keine Ahnung im Moment.
        Aber danke, daß Du Dir Gedanken gemacht hast.
        LG. Rena

        • Hi Rena,

          noch ein kleiner Impuls von mir in Bezug auf „offen Ansprechen“.

          Nein, natürlich meinte ich es nicht im Sinne von Du-Botschaften a la „wie du dich im Gespräch verhältst, gefällt mir nicht.“ Klar, das würde mich auch verletzen.

          Wie wäre es mit Ich-Botschaften, was im übrigen genau der Ansatz der gewaltfreien Kommunikation ist. Vielleicht so:“ Du, ich merke gerade, dass ich dir nicht mehr aufmerksam zuhören kann. Tut mir leid. Ich fühle mich gerade nicht mehr verbunden mit dir im Gespräch. Ich bin ein Mensch mit einer ausgeprägten Wahrnehmung und ich spüre gerade, dass mich die ständige Bemerkungstöne überfordern. Ich brauche eine Pause. Bitte nimm es nicht persönlich, aber ich hatte gerade das Bedürfnis, das einfach auszusprechen.“

          Nur als spontaner Einfall, Anregung. In der konkreten Situation ist es immer schwierig und abzuwägen, geht mir sehr ähnlich – aber mit Ich-Botschaften habe ich schon gute Erfahrungen gemacht.

          Alles Liebe weiterhin, Oliver

          • Hallo Oliver,
            mit dem Thema Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg habe ich mich auch schon vor längerer Zeit beschäftigt und bemühe mich immer sehr, stets darauf zu achten und lediglich sein eigenes Gefühl mitzuteilen, so daß sich niemand angegriffen fühlen kann. Schriftlich ist es allerdings leichter, weil man mehr Zeit zum Überlegen hat als im direkten verbalen Gespräch. Aber meistens klappt es recht gut.
            Deine Formulierungsidee gefällt mir, das fühlte sich beim ersten Lesen sofort gut an und friedlich.
            Von einem nicht-hochsensiblen Menschen wäre solch eine Anregung bestimmt nie gekommen. DANKE, daß Du Deinem Impuls gefolgt bist und mir das mitgeteilt hast. Werde mal schauen, wie ich das bei nächster Gelegenheit umsetzen kann.
            Liebe Grüße und die besten Wünsche für Dich, Rena

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