5 elementare Einsichten, die ich auf meiner Heldenreise gewonnen habe

Du spürst eine tiefe Sehnsucht in Dir
und Du verdrängst sie immer wieder?
Du ahnst, dass das Leben mehr ist als du lebst,
und Du versinkst wieder im Alltagstrott.

Yeah, Baby, dies wird wieder ein sehr persönlicher Artikel, das spüre ich schon. Einer, an dessen Ende ich wieder einige Sekunden zögern werde, bevor ich auf den „Veröffentlichen-Button“ drücke. Trotzdem sind mir diese Artikel mittlerweile mit die liebsten, wie dieser und dieser hier schon.

Ich möchte mit dir heute ein weiteres Mal meine erlebten Erfahrungen teilen. Ich möchte dich weiter teilhaben lassen, an meinem Entwicklungsprozess als sensibler und feinfühliger Mensch und Mann. Dabei wünsche ich mir, dass du von diesem Teilen auch etwas für dich mitnehmen kannst, dass du spürst: „Hey, ich bin nicht alleine, jeder ist auf seinem Weg“.

Und ich möchte dich ermutigen. Ermutigen dazu, den Sprung ins Unbekannte zu wagen. Dich deiner Vergangenheit, Angst oder was auch immer zu stellen. Das sich dieser Sprung lohnt, kann ich dir nach der letzten Woche gänzlich bestätigen.

Letzte Woche befand ich mich für eine Woche auf einem Intensivseminar in Niederbayern. Seit Freitagabend bin ich davon zurück. Seitdem fühle ich mich wie in einer anderen Welt – im positiven Sinne. Die erste beiden Tage brauchte ich ganz für mich alleine – zum Nachspüren, sacken lassen, reflektieren, ankommen.

Heute versuche ich darüber zu schreiben, damit ich den Prozess noch einmal durchleben kann, mich erneut erinnere, auch in einigen Wochen noch. Natürlich schreibe ich diese Zeilen auch für dich. Für dich als sensiblen Menschen, als Sucher, als Zweifler, als Denker, als Freudiger, als Trauriger, als Weinender, als Wütender, als Bedürftiger, als Verwundeter, als Durstiger, als Liebender, als Spiritueller, als Wachsender – als ganzer Mensch.

Ich fühle mich gerade so beglückt, beschenkt, bereichert, kraftvoll, liebend und zentriert, dass ich es noch gar nicht richtig in Worte fassen kann. Yeah Baby, that’s life.
Wo anfangen?

Die Heldenreise

Am besten mit einer groben Beschreibung, worum es sich eigentlich bei diesem Seminar handelt.

Die eingangs zitierten Worte stammen von der Homepage des Vereins „irgendwie-anders“.
Durch meine liebe Freundin bin ich vor einigen Monaten auf diesen Verein und die Heldenreise aufmerksam geworden. Ich war sofort begeistert und spürte ganz deutlich, dass in dieser Reise mein nächster großer Entwicklungsschritt verborgen liegt.
Ich hörte einen inneren Ruf!

Das Seminar an sich wird dir komplett durch die Spenden von vorherigen Teilnehmern geschenkt. Lediglich für Kost und Logis zahlst du einen (günstigen) Beitrag vorab. Für ein Intensivseminar zur Persönlichkeitsentfaltung habe ich solch ein einzigartiges Konzept in Deutschland bisher noch nicht kennengelernt. Ein ähnliches Spendenkonzept kenne ich lediglich von Vipassana-Seminaren (buddhistische Meditationspraxis) aus Indien.

Um was genau geht es nun auf dieser Heldenreise?

Nun, dass ist gar nicht so leicht zu beantworten. Jeder geht mit einem anderen Thema in diese Woche, mit dem, wo er gerade auf seinem Entwicklungsweg steht. So auch ich. Ich bin sogar sehr froh, dass ich im Vorfeld wenig bis gar nichts über den genauen Ablauf der Woche erfahren habe – weder von meiner Freundin noch von dem Verein. Nach dieser Woche bin ich jedenfalls sehr dankbar darüber.

Es hätte nämlich meinen Entfaltungsprozess im Laufe der Woche maßgeblich beeinflußt, vielleicht sogar blockiert. Du wirst es kennen: Unser Verstand will im Vorfeld möglichst so viel Info’s wie möglich erhalten, damit er sich auf etwas Neues und Unbekanntes bestmöglich einstellen kann. Es nimmt ihn die Angst – die Angst vor Kontrollverlust und dem Unbekannten.

Wir wussten nie genau, wie der Tag abläuft, es gab immer nur einen groben Tagesüberblick. Gut so. Für meinen alles kontrollierenden Verstand war das genau das richtige Mittel, um ihn zur Strecke zu bringen und um etwas ganz anderes zu ermöglichen: mich vollkommen auf dem Moment und den Prozess einzulassen. Vertrauen. Abgeben. Loslassen. Dieses notwendige Vertrauen wurde von Beginn an in der Gruppe geschaffen.

Anstatt einer weiteren detaillierten Beschreibung, möchte ich hier ein paar Worte von der Homepage zur Heldenreise wiedergeben: „Die Heldenreise ist ein einwöchiges Intensivseminar, in dem es um den Grundkonflikt des menschlichen Daseins geht: um den Widerspruch von Sehnsucht und Sicherheit. (…) In jedem Menschen steckt ein Teil, der etwas aus seinem Leben machen will, der Veränderung und Weiterentwicklung sucht. Es gibt aber auch einen anderen Teil in uns, der die Bequemlichkeit und die Sicherheit des Vertrauten schätzt, einen Teil, der lieber leidet als anzupacken. Wird dieser Konflikt nicht gelöst, so sind Stillstand, Energielosigkeit und Unzufriedenheit die Folge. (…) In diesem Selbsterfahrungsprozess entdecken die Teilnehmer ihren eigenen, individuellen Mechanismus, wie sie mit Veränderungen in ihrem Leben umgehen. Wenn es später im Leben zu den unweigerlichen Veränderungen kommt, dann weiß der Einzelne, dass der Wechsel einem bestimmten Ablauf folgt. Man fühlt sich nicht mehr bedroht, man hat eine innere Landkarte zur Hand.“

5 elementare Einsichten, die ich auf meiner Heldenreise gewonnen habe

Vorweg möchte ich schicken, dass ich hier von meinen Einsichten, Fortschritten und Mechanismen sprechen. Jeder geht mit seinen ganz eigenen Mustern, Themen und Erwartungen in diesen einwöchigen Prozess und somit ist jede Reise und jeder Ablauf vollkommen individuell und anders! Das Nachfolgende ist kein festgelegtes Ablaufschema für diese Reise.

1. Imaginärer Schutzpanzer

Schon im Laufe der ersten beiden Tage wurde mir sehr bewusst, und mir auch durch andere Teilnehmer gespiegelt, dass meine Energie nicht frei und fliessend ist. Das ich Angst habe, in Kontakt zu treten, in wirklichen Kontakt. Angst vor zu viel Nähe. Angst vor Ablehnung. Angst vor alten Schmerz.

Gespeist aus schmerzvollen Erfahrungen aus der Vergangenheit, aus denen sich im Laufe der Jahre ein eher subtiler und imaginärer Schutzpanzer um mich herum aufgebaut hat, ausgedrückt in meiner Mimik und Körperhaltung, der jeglichen näheren und authentischen Kontakt verhinderte. Ausgedrückt durch den unausgesprochenen und doch offensichtlichen Satz: „Geh weg“. Schon am zweiten Tag, und nach wenigen Übungen, wurde mir dieser Abwehrmechanismus ziemlich bewusst. In diesem Schutzpanzer zeigte ich mich den anderen und betrauerte gleichzeitig meine verpassten (Kontakt) Chancen der letzten Jahre. Eine tiefe Trauer und Wehmut stieg in mir auf.

2. Ausdruck meiner Gefühle

Die ich nun endlich zeigen konnte. Mir selbst – aber vor allem den anderen Teilnehmern gegenüber. Diese Trauer drückte sich für mich persönlich in den Satz aus: „Ich kann weinen“. Und mich damit zeigen, egal wie. Ohne Angst, ohne Scham. Dieser Ausdruck war unglaublich erleichternd für mich und schaffte ein Gefühl der Verbundenheit mit den anderen.

3. Mein Ursprung

Durch dieses gewonnene Vertrauen in die Leitung und in die Gruppe, traute ich mich das erste Mal in meinem Leben, auf körperlicher und emotionaler Ebene meinen Ursprung in meiner Herkunftsfamilie zu durchleuchten. Die unterdrückte Wut und Trauer und letztlich auch die Verbundenheit zu spüren, und all dies mit meinem ganzen Körper auszudrücken. Oh Mann, es war so unglaublich befreiend und tiefgehend, dass ich es noch gar nicht richtig beschreiben kann.

4. Kraft und Stärke in mir zu spüren

Wut, Trauer, Freude, Angst. Durch all diese Grundgefühle bin ich in dieser Woche hindurchgegangen. Doch dann passierte etwas, etwas, was mir jetzt beim Schreiben immer noch eine Gänsehaut beschert. Nachdem ich meine Wut und meine Trauer vollkommen ausgelebt hatte, spürte ich eine unbändige Kraft in mir aufsteigen. Aus einem Ort, einer Quelle, die niemals zu versiegen scheint. Ich spürte soviel Lebendigkeit und Freude in mir wie noch nicht in meinem Leben. Und schrie diese lauthals heraus: Jaaaa, ich lebe, Hell, Yeah!

Ich spürte ein Pulsieren, welches sich nach dem Pulsschlag allen Lebens anfühlte, jenseits meiner Konditionierungen und Verhaltensmuster. Jenseits meines Ich’s. Ob das eine spirituelle oder transpersonale Erfahrung war? Vielleicht. Ich weiß es nicht, und ist für mich letztlich auch völlig belanglos. Diese Kraft und Stärke in mir zu spüren, und zu wissen, dass diese von einem inneren Ort kommt, an den ich jederzeit zurückkehren kann, ist das wirklich Entscheidende für mich.

5. Meine Vision und Selbstverwirklichung

Nach all diesen Prozessen blieb am Ende nur noch eines übrig: grenzenlose Liebe. Für mich, meiner Gruppe, meiner Freundin, meiner Familie, meiner Umwelt, dem Planeten und dem Universum. Einfach allem Seienden und Lebendigen. Manch einem mag das jetzt alles zu abgehoben oder zu sentimental klingen. Aber so war es, und so ist es gerade immer noch. Und genau so schreibe ich es hier nieder: am Ende ist alles Liebe. Ein leuchtendes Pulsieren aus dem Urgrund des Seins.

Keine Sorge: Ich habe jetzt nicht vor Guru, Heiliger oder ein neuer Religionsstifter zu werden. Ich bleibe ganz irdisch und verliere nicht die Bodenhaftung. Es war lediglich etwas, das ich gespürt und gesehen habe. Eine Vision, die ganz viel mit anderen Menschen zu tun hat.

Ich sah leuchtende Hände und eine Tribüne. Diese leuchtenden Hände schreiben gerade diese Zeilen, somit lebe ich schon einen Teil meiner Vision. Aber es geht noch weiter. Es wird sich in den nächsten Monaten immer mehr zeigen, in welcher Form sich diese Vision manifestieren wird. Ich möchte mich weiter qualifizieren und reifen. Ich möchte Menschen begleiten in ihren Prozessen. Ich möchte gemeinsam mit ihnen wachsen und lernen. Ich möchte etwas geben und ich möchte dienen.

Einst zog ein junger Mann hinaus in die Welt, um das große Abenteuer zu erleben. Er wusste nicht, was ihn erwartet, er wußte nur, dass er dem Ruf seines Herzens folgen musste. Zu lange schon, hatte er ihn überhört. Es folgte erste Prüfungen und er gelangte zu einer magischen Schwelle, einem Höhleneingang. Er spürte, dass sich dahinter seine höchste Prüfung verbarg. Mutig ging er hinein und gewann diesen größten Kampf seines Lebens. Er ließ den einstmals schüchternen und verstockten Jungen hinter sich und wurde dadurch so richtig erwachsen und verantwortungsbewusst. Mit dieser neuen Qualität verließ er die Höhle und ging zurück in seine vertraute Welt, um den Menschen in seinem Dorf von seinen Erfahrungen zu erzählen. All dies fühlte sich für den neugeborenen Helden verdammt gut und lebendig an. Er war mit sich und seiner Welt vollkommen im Reinen und jeder, der ihm begegnete, spürte dies sofort. Und wenn er nicht gestorben ist, dann erzählt er noch heute von seinen Abenteuern …

In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Mut, Kraft und Liebe auf Deiner (Lebens) Reise.

Dein
Oliver

 

Warst Du schon einmal auf einem Selbsterfahrungsseminar?
Welche Erfahrungen hast Du gemacht?
Ich freue mich auf deinen Kommentar.

 

 

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Bild: unsplash.com

Veröffentlicht von

www.simplyfeelit.de

Hi, ich bin Oliver: Blogger & Autor & Querdenker. Nach einer dreijährigen beruflichen Auszeit und den anschließenden Orientierungs- und Anpassungsschwierigkeiten, weiß ich heute, wie ich leben möchte: Frei und Selbstbestimmt. Und im Einklang mit meiner sensiblen & kraftvollen Männlichkeit. Ich schreibe über Beziehungen, Mann-Sein, Hochsensibilität, Minimalismus und Persönlichkeitsentwicklung.

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5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Lieber Oliver,

    wow – was für eine Reise zu Dir selbst! Für mich waren die schönsten Seminare auch die, die mich näher zu mir selbst gebracht haben. Meistens habe ich dabei geweint wie Du, etwas Altes ist in mir gestorben, dann kam die Kraft etwas in meinem Leben zu verändern und dann die Liebe … und irgendwann wurde aus der Liebe für andere oder Dinge die Liebe zu mir selbst. Für meinen Körper ist dieser Prozess anstrengend, für meinen Geist inspirierend und für die Seele eine Wohltat.

    Herzliche Grüße,
    Daniela

    • Liebe Daniela,

      exakt, besser hätte ich es nicht beschreiben können, zusätzlich zu den Worten aus meinem Artikel. Eine alte Blockade konnte gelöst werden, ein Damm brach und dahinter brach eine Energie und Kraft hervor, die sich dort schon sehr lange angestaut hatte.

      Du hast das wirklich sehr schön beschrieben, mit dieser Kraft und der anschließend Liebe zu anderen und dann zu mir selbst. Kann dem nur beipflichten und genauso fühlt es sich gerade an.
      Für meinen Körper war es definitiv anstrengend, aber für mein Herz und meine Seele sehr bereinigend.

      Danke für deine Worte 🙂

      Liebe Grüße
      Oliver

  2. HALLO, LIEBER OLIVER!
    HABE DEINE LIEBEN NACHRICHTEN SCHON VERMISST, WIE SCHÖN, DASS DU WIEDER DA BIST ! ! ! AUCH DIESER ARTIKEL, SO WUNDERSCHÖN VON DIR GESCHRIEBEN, HAT MICH WIEDER SEHR INSPIRIERT !!!

    DARF ICH DENN BITTE AUCH WISSEN, WISSEN, WO MAN DIESES – VON DIR SO SCHÖN – BESCHRIEBENE – SEMINAR – DENN ABSOLVIEREN KANN ?

    ICH FREUE MICH SEHR, DASS ES DICH – GIBT !!!

    ICH DANKE DIR VON HERZEN – ALLES LIEBE –
    CLAUDIA

    • Hey Claudia,

      herzlichen Dank für deinen Kommentar und deine lieben Worte. Bin gerne wieder zurück – und wie 😉

      Klar, darfst du und alle anderen das wissen. Die Seminare finden bundesweit in angemieteten Seminarhäusern statt. Einen Link zu dem Verein sowie zur Seminarbeschreibung der Heldenreise inkl. Terminen findest du im Artikel (folge den roten Links 😉

      Alles Liebe
      Oliver

  3. Danke für die Geschichte deiner einwöchigen Reise.ich gehe zwar nicht auf ein Seminar , aber in 2 Wochen auf eine 3 wöchige Mutter-Kind-Kur.
    Diese zu beantragen (obwohl ich das schon lange im Kopf habe ) kostete
    mich wirklich Überwindung , ich bin gerne alleine und gerne in meiner gewohnten Umgebung und wenn ich jetzt daran denke (was ich lieber nicht tue :-)) dann weiß ich das ich wohl mit einigem konfrontiert werde, ich mag nicht in großen Menschenansammlungen sein ,in großen Speisesälen , zuviel/zu intensive Nähe zu anderen Menschen ,das wird eine große Herausforderung für mich!
    Dein Artikel macht mir Mut, ich würd gern nen Rückzieher machen , aber ich spüre das das jetzt einfach zu einer Veränderung in mir / bei mir führt!
    Danke deshalb für den Mut machenden Beitrag.
    Liebe Grüße Yvonne

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