Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Hochsensibilität und Narzissmus (und was hat das mit Selbstliebe zu tun – Update 2020)?

Letzte Aktualisierung:  06.06.2020
Lesezeit: 15 Minuten.

Fragst Du Dich manchmal, ob es einen Zusammenhang zwischen Hochsensibilität und Narzissmus gibt?

Und wo die Grenze zwischen grenzenloser Selbstverliebtheit und gesunder Selbstliebe bei Hochsensibilität und Narzissmus verläuft?

Heute erfährst du es!

In meinem Artikel über die Anziehung von hochsensibel veranlagten Menschen auf ausgeprägte Narzissten, habe ich versucht darzulegen, dass jene Anziehung sehr oft aus einer Art Co-Narzissmus herkommt, den der betroffene (hochsensible) Partner oftmals nicht sieht oder wahrhaben will.

Co - oder Komplementär-Narzissmus liegt als Grundproblem die gleiche Selbstwertstörung wie bei einem offenen Narzissmus zu Grunde – er zeigt sich in der Beziehungsgestaltung nur anders. Ein Co-Narzisst macht sich zum Beispiel oft klein und zum Opfer und geht in der Idealisierung des Anderen (Partners) auf.

Im Zusammenhang mit der Anziehung von Hochsensiblen auf Narzissten gibt es auch die Aussage, dass Hochsensibilität nichts anderes als eine Form von verstecktem Narzissmus sei. Quasi ein verdrängter Anteil. Der erst die starke Anziehung auf narzisstische Partner auslöst.

Diese Aussagen ließen mich hellhörig und neugierig werden.

Deshalb habe ich mich hingesetzt und mir ein paar Gedanken dazu gemacht.

Ist es wirklich so und welche Gemeinsamkeiten aber auch Unterscheidungen könnte es zwischen Hochsensibilität und (verstecktem) Narzissmus geben?

Dabei bin ich auf 3 Emotionen gestoßen, die auf den ersten Blick tatsächlich eine hohe Übereinstimmung mit Narzissten aufweisen:

Kränkbarkeit, Scham, Egozentrik

Im heutigen Artikel möchte ich mir diese 3 Persönlichkeitsmerkmale etwas genauer anschauen und dabei der Frage nachgehen, ob es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Narzissmus und Hochsensibilität gibt?

Let's go.

1. Kränkbarkeit (Empfindlichkeit, Dünnhäutigkeit)

Im Kontext mit Hochsensibilität:

Ich verstehe es so.

Aufgrund des hocherregbaren autonomen Nervensystems von Hochsensiblen sind diese nicht nur empfänglicher und empfindsamer für jegliche Art von Umweltreizen, sondern eben auch für emotionale Aussagen, Stimmungen und Worte von anderen.

In bildgebenden Verfahren der Hirnforschung konnte mittlerweile festgestellt werden, dass bei Hochsensiblen durch äußere Reize andere Hirnareale aktiviert werden, als bei weniger sensiblen Mitmenschen. Die hochsensible Autorin Ulrike Hensel schreibt dazu treffend: Aus einer höheren Empfindsamkeit ergibt sich eine höhere Empfindlichkeit und aufgrund der höheren Empfindlichkeit werden diese Menschen auch heftigere Reaktionen auf verschiedene Reize selbst verspüren und an den Tag legen.“

Für mich schließt sich daraus, dass Hochsensible Aussagen oftmals als zu persönlich aufschnappen, leicht beleidigt oder schmollend sind. Mitunter auch nachtragend oder sehr gereizt sein können. Während einer starken Reizüberflutung sogar hochnäsig oder arrogant wirken können.

Ich kenne es stellenweise von mir. Mittlerweile würde ich es als vorübergehende Schutzreaktion interpretieren. Schutz vor den einströmenden Reizen und Worten, die zunächst einmal zu viel sind. In der anschließenden Nachbearbeitung, zu Hause oder an einem ungestörten Ort, wo ich das Geschehene reflektierten kann, beobachte ich dann oftmals, dass ich versuche mein Gegenüber für sein Verhalten zu verstehen.

Und gleichzeitig mein eigenes Verhalten zu hinterfragen, ob ich beispielsweise mal wieder überreagiert habe.

Ich versuche also die Perspektive von mindestens zwei Menschen einzunehmen. Verständnis und Empathie für beide Positionen aufzubringen. Genau hier liegt aus meiner Sicht der entscheidende Unterschied zu einem Narzissten.

Im Kontext mit Narzissmus:

Ein ausgeprägter Narzisst kann nämlich kaum noch Verständnis oder gar Empathie für sein Gegenüber aufbringen. Bei einer sehr starken Ausprägung (narzisstische Persönlichkeit) ist diese Fähigkeit im Gehirn gar nicht mehr vorhanden. Ein Totalausfall. Um nicht aufzufallen, können Narzissten jedoch Mitgefühl und Verständnis vorspielen.

Ein Narzisst ist gut im Austeilen von persönlicher Kritik und herabsetzenden Sprüchen. Diese Verhaltensweise dient ihm als Mechanismus, um andere klein zu machen, neben sich als unbedeutend und winzig erscheinen zu lassen. Dies hilft ihm beim Kompensieren seines unterschwelligen Minderwertigkeitsgefühls. Er macht andere klein, um sich selbst groß zu fühlen.

Wenn es um das „Einstecken“ geht, sieht das ganz anders aus. Auf jedwede Art von Kritik, egal wie sachlich, wohlmeinend oder vorsichtig sie vorgetragen wird, reagiert ein Narzisst äußerst dünnhäutig! Er fasst es sofort als Kränkung seiner Intelligenz, Unfehlbarkeit, Einzigartigkeit auf – und damit einhergehend oft mit Wut- und Rachegefühlen gegenüber dem Kritiker, der es gewagt hat, ihn in Frage zu stellen.

Ein Narzisst kann eine hilfreiche Anregung oder eine gutgemeinte Empfehlung nicht als solche aufnehmen. Er ist so mit dem Selbstbild der Perfektion, des Größenwahns und der Allwissenheit identifiziert, dass er jede Kritik als Angriff auf seinen Selbstwert und seiner herrlichen Größe auffasst.

Er kann und will sich nicht in die Position seines Gegenübers hineinversetzen. Ihm fehlt vollkommen die Fähigkeit der Selbstreflexion oder einer angemessenen Selbstkritik. All dies würde ihm mit seinem äußerst fragilen Selbstwert in Berührung bringen.

Die permanente Angst vor Missachtung und Kritik zwingt ihn in eine Position einer starren Abwehrhaltung. Ständig ist er auf der Lauer, hat einen regelrechten Radar entwickelt, um jede Form von Kritik, Missachtung oder Anzweifeln seiner Ansichten sofort im Keim zu ersticken.

In diesem Zusammenhang kann man von einer extrem schnellen Kränkbarkeit im Vergleich zu einer anlagebedingten Hochsensibilität sprechen.

Der ausschlaggebende Unterschied liegt für mich darin, dass ein Narzisst sich diese dünnhäutige Abwehrhaltung aneignet, um jede Art von Missachtung und Kritik an seiner Person aufzuspüren, die er als Majestätsbeleidigung auffasst. Er ist dann von Hass- und Rachegelüsten durchdrungen, kann nicht vergeben und sieht vor allen Dingen einzig und alleine seine Position. Er fühlt sich immer im Recht – und gleichzeitig ungerecht behandelt!

Zusammengefasst: Ein Mensch mit einer hochsensiblen Anlage besitzt in der Regel die Fähigkeit der Selbstreflexion, auch in kränkenden Momenten – ein Narzisst in den meisten Fällen nicht!

Scham ist bei narzissmus toxisch

2. Scham

Im Kontext mit Hochsensibilität:

Eine stark ausgebildete Scham ist ein zentrales Thema für viele Hochsensible. Dies hängt meist mit Erfahrungen aus der Kindheit zusammen, bei denen die Eigenheiten einer hochsensiblen Anlage nicht ausreichend gewürdigt wurden.

Wenn ein Kind, allen voran ein hochsensibles, in seinen Bedürfnissen und Gefühlen nicht ausreichend wahrgenommen wird, eventuell sogar dafür abgelehnt oder bestraft wird, vertraut es irgendwann seiner eigenen Wahrnehmung nicht mehr.

Ein Kind kann in diesem frühen Stadium noch nicht unterscheiden, ob die Ablehnung an der Situation oder an ihm persönlich liegt. Es registriert lediglich, dass es mit seinen Gefühlen so nicht sein darf, weil es dann nicht wahrgenommen und geliebt wird.

Das Kind bezieht das sofort auf sich und entwickelt dadurch ein falsches Selbstbild:
Ich bin falsch, so wie ich bin.

Von nun an beginnt es seine Umgebung genau zu beobachten. Das Kind scannt seine Bezugspersonen, deren Mimik, Verhaltensweisen, Körpersprache und versucht schon im Ansatz zu erkennen, was die Anderen von ihm wollen oder erwarten. Und verhält sich anschließend genau nach deren Erwartungen! Nur dadurch erhält es die existenziell notwendige Aufmerksamkeit und Zuwendung.

Wenn eine Mutter beispielsweise es nicht ertragen kann, wenn ihr Kind weint und deshalb versucht ihr Kind zum Lachen zu bringen, verlernt das Kind das Vertrauen in die eigenen Gefühle. Es schämt sich für sein Gefühl der Traurigkeit. Und versucht gleichzeitig die Mutter zum Lachen zu bringen – obwohl im eher zum Heulen zumute ist.

Das Kind verstellt sich und trägt von nun an eine Maske. Es ist nicht mehr authentisch. Aufgrund des Gefühls der Scham und der Ablehnung. Diese Überzeugung (Glaubenssatz) kann so verinnerlicht werden, dass es das ganze weitere (Beziehungs-)Leben prägt.

Das Kind und der spätere Erwachsene werden immer schauen, was andere von ihm erwarten. Das Gefühl der Scham wird immer größer, weil es sich im Kern seiner Identität eigentlich komplett falsch fühlt.

Der Nährboden für spätere Co-abhängige Beziehungen ist gelegt: der mittlerweile Erwachsene versucht sich immer zunächst an dem zu orientieren, was andere von ihm erwarten oder wollen (Partner, Vorgesetzte, Freunde etc.). Weil nur das ihm ein (falsches) Gefühl von Sicherheit und Anerkennung gibt.

Ein normales Schamgefühl zeichnet sich dadurch aus, dass man sich für eine Situation oder Verhalten schämt („das hab ich falsch gemacht“) und nicht als ganze Person!

Im Kontext mit Narzissmus:

Nach meinen Recherchen liegen die Ursachen für eine narzisstische Scham in einem ähnlichen Ursprung begründet, wie bei der eben skizzierten Scham. Doch der Umgang mit diesem falsch herausgebildeten Selbstbild aus Kindheitstagen ist bei einem Narzissten ein anderer.

Ein Narzisst ist ständig mit einem idealisierten Selbstbild identifiziert. Damit einhergehend ständig auf die Bewunderung von außen angewiesen ist. Dann schmerzt es natürlich besonders, wenn das wahre, fragmentierte Selbst zum Vorschein kommt, das mit tiefer Scham und Selbstzweifeln verbunden ist.

Bei einem gefestigten Charakter gibt es Situationen, bei denen man sich für einen gewissen Anteil von sich selbst schämt. Andere Anteile von sich aber nach wie vor wertschätzen kann. Es ist ein differenzierter Blick auf sich selbst, seine Stärken und Schwächen möglich.

Nicht so bei einer narzisstischen oder toxischen Scham.
Sie geht viel tiefer und ist vor allem viel umfassender:

Der Narzisst schämt sich, weil er ist („Ich bin einfach falsch“).

Die Scham bringt ihm mit seiner inneren Leere und dem schambesetzten und schmerzhaften Erfahrungen aus seiner Kindheit in Berührung.

Mit einem normal entwickelten Selbstwertgefühl können dich Bewertungen von anderen in deiner Identität, in deinen Grundfesten, nicht erschüttern. Du regst dich vielleicht darüber ein wenig auf, denkst darüber nach, beschäftigst dich ein paar Tage damit und gleichst diese „Fremdeinschätzung“ mit deiner Selbstwahrnehmung ab. Du fühlst dich aber deshalb nicht sofort als ganze Person in deinem Sein abgelehnt.

Du behältst den Blick für eine differenzierte Betrachtungsweise bei. Du bist mit deinem Sein und deinem Wesenskern nach wie vor verbunden und davon kann dich nichts und niemand abbringen.

Ganz anders bei einem ausgeprägten Narzissten. Dieses Gefühl der anhaltenden Verbundenheit mit seinem Wesenskern bei Bewertungen erfährt der Narzisst nicht.
Weil dieser Kontakt zum „Urgrund“ komplett verloren gegangen ist.

Bewertungen und Kritik von außen erschüttern einen Narzissten mit voller Wucht.

Er fühlt sich wertlos.
Er schämt sich.
Er kann dem nichts entgegen setzen, weil da einfach nichts ist, als die bereits erwähnte innere Leere.

Die tief im Inneren empfundene (toxische) Scham schmerzt natürlich ungemein. Genau dieses erneute Aufflackern eines existenziellen Schamgefühls versucht ein Narzisst mit allen Mitteln zu vermeiden.

Hier setzt der Unterschied zwischen einer hochsensiblen und narzisstischen Scham ein: nämlich im Umgang mit derselben in Beziehung und Alltag.

Scham taucht nur im Umgang mit anderen Menschen auf und gehört zu den Grundgefühlen wie Angst, Trauer, Wut, Freude. Es ist unvermeidlich, dass Scham in unseren sozialen Verbindungen immer wieder aufkommt. Entscheidend ist hierbei nicht, ob sie auftaucht, sondern wie ich beim Auftauchen damit umgehe.

Die narzisstische Scham vereinigt das Gefühl der Unzulänglichkeit verbunden mit der Einschätzung, dass diese Unzulänglichkeit von anderen wahrgenommen werden kann. Und der fortlaufenden Beurteilung seiner selbst als unzureichend, als nicht genug.

Das Gefühl der Unzulänglichkeit oder Fehlbarkeit in einer Situation kann ein Narzisst in keinster Weise ertragen. Da er sich aufgrund seines idealisierten Selbstbildes immer für grandios, überragend, perfekt und fehlerfrei ansieht.

Nun setzen die psychischen Verarbeitungs- und Abwehrmechanismen eines Narzissten ein. Er beschuldigt, kritisiert, beleidigt und entwertet den anderen, der es wagte, ihn zu kritisieren oder einzuschätzen.

Unter all den Abwehrschichten spürt er irgendwo das alte Schamgefühl aus der Vergangenheit. Doch ist ein Narzisst völlig außer Stande, mit diesem Gefühl adäquat umzugehen. Deshalb setzt er alles daran, dass es nicht „entdeckt“ wird.

Zusammengefasst: Hochsensible und Narzissten haben oftmals ein ähnlich begründetes Schamgefühl aus der Kindheit. Doch gelingt es dem Hochsensiblen aufgrund seiner Empathie und Selbstreflexion damit meist konstruktiv und eigenverantwortlich umzugehen. Hochsensible fühlen sich bei einem Fehler oder schambesetzten Situation nicht sofort als ganze Person in Frage gestellt.

Ein Narzisst dagegen fühlt sich bei einem Fehlverhalten sofort in seiner ganzen Identität angegriffen („Ich bin falsch“). Und greift deshalb zu destruktiven, verteidigenden und manipulativen Methoden, um die narzisstische (toxische) Scham für ihn irgendwie erträglich zu machen.

Kostenloser Ratgeber: Handbuch für Partner von Narzissten

  • Ein praktischer Leitfaden für einen erfolgreichen Umgang mit Narzissten in Beziehungen!
  • Macht die Beziehung noch Sinn?
  • 2 Dinge, die du über Narzissmus unbedingt verstehen musst!

100% Datenschutz, 100% gratis, 100% Qualität. Du kannst dich jederzeit austragen. Hier findest du weitere Informationen zum Datenschutz.

3. Egozentrik 

Im Kontext mit Hochsensibilität:

Zunächst einmal ist es wichtig, hier genau zwischen grenzenloser Egozentrik und einer gesunden und absolut notwendigen Selbstliebe zu unterscheiden.

Wenn wir geboren werden, sind wir als Säuglinge alle egozentrisch, man könnte auch sagen narzisstisch veranlagt. Ein Kleinkind kann gar nicht anders, als seine Umwelt aus einer rein egozentrischen Perspektive heraus zu betrachten. Seine Gehirnentwicklung lässt in diesem frühen Reifungsstadium keine andere Perspektive zu, als sich selbst als den Mittelpunkt der Welt zu sehen. Das Kleinkind ist nicht in der Lage, sich in die Perspektive eines anderen hineinzuversetzen. Es ist selbstsüchtig und das ist auch gut so. Zumindest in dieser Phase seiner Entwicklung.

Verläuft die weitere Entwicklung normal, sprich, ohne gravierende Vernachlässigungen, erweitert sich die Perspektive des Kindes auf sein Umfeld. Sein Verständnis, wer es ist, erweitert sich von der rein egozentrischen Sicht auf seine Familie, Spielkameraden, Verein, Freunde, etc.

Geht die Entwicklung des Menschen weiter voran, springt sein Verständnis und seine Wahrnehmung auf die nächst höhere Entwicklungsstufe. Er sieht nicht nur sich selbst, seine nächste Umgebung, sondern fühlt ein Verantwortungsgefühl für den ganzen Planeten. Diese Sicht kann sich zum Beispiel durch Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Konsumreduktion oder einer Ernährungsumstellung ausdrücken.

Für unsere Betrachtung ist es wichtig festzuhalten, dass eine ausgeprägte Egozentrik in einer frühen Phase unserer Entwicklung absolut richtig und wichtig ist. Doch was passiert, wenn wir in dieser Entwicklungsphase massive Beeinträchtigungen erlebt haben, indem uns zum Beispiel von unseren Bezugspersonen (Eltern) nicht gestattet wurde, unsere Egozentrik auszuleben oder uns massive Schuldgefühle vermittelt wurden, sobald wir unsere kindlichen Bedürfnisse anmeldeten?

Nun, dann erlebt unsere Ich-Entwicklung eine erhebliche Delle. Ein Teil unserer Persönlichkeit bleibt regelrecht auf dieser Entwicklungsstufe stehen – und wartet fortan aus dieser Sackgasse befreit zu werden. In späteren Jahren sind wir zwar erwachsene Menschen, aber in einem Teil unserer Identität, der uns nicht bewusst ist, lebt diese (ungelebte) kindliche Egozentrik weiter.

Das ist der Grund, warum sich erfolgreiche und scheinbar selbstbewusste Menschen – oder auch der Lebenspartner – innerhalb von Sekunden in wutschäumende, cholerische, infantile Personen verwandeln können. Hier meldet sich das innere Kleinkind, das nun endlich seine nicht erlaubte Wut und Egozentrik aus den frühen Kindheitstagen ausleben möchte. Der Autor Veit Lindau schreibt dazu: „Wer in seiner Kindheit kein gesundes Ego aufbauen konnte, steht als Erwachsener entweder auf Kriegsfuß mit seinen Bedürfnissen oder er kennt sie gar nicht.“

Aus meiner Wahrnehmung heraus, auch aus meiner eigenen Biographie, setzt hier genau das Problem von vielen Hochsensible an. Viele erlebten nämlich grobe Vernachlässigungen elementarer Grundbedürfnisse. So angenommen zu werden, wie sie in ihrer Andersartigkeit (ruhig, sensibel, zurückgezogen) als Kinder waren. Viele Hochsensible konnten keine gesunde Form von „Ich“ aufbauen und müssen deshalb als Erwachsene erst wieder lernen, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen.

Das Erforschen und Ausdrücken der eigenen Bedürfnisse hat rein gar nichts mit Egozentrik zu tun! Eher mit einem Ausdruck von gesunder Selbstliebe oder Egoismus. Doch sollten wir bei diesem Erforschen und Ausleben unserer Bedürfnisse sehr achtsam vorgehen.

Selbstliebe im positiven Sinne bedeutet, dich in deinem Wesen radikal kennenzulernen: deine Bedürfnisse, Werte, Wünsche, Träume, Tugenden, Ängste, Zweifel, Emotionen, Visionen.

Mit dem Erkennen wirst du unabhängiger von außen herangetragener Anerkennung, Lob und Tadel. Du weißt, wer du bist, was du willst und wie du es erreichst. Ein weiterer Ausdruck von einer wachsenden Selbstliebe besteht darin, dass du gelernt hast, deinem Umfeld gegenüber ehrlich und genau zu kommunizieren, was gerade in dir abläuft. Indem du zum Beispiel deinem Partner offen anvertraust, dass du heute im Büro runter gemacht wurdest und nun seine Aufmerksamkeit benötigst.

Der entscheidende Unterschied zu einer zügellosen (kindlichen) Egozentrik besteht aus meiner Sicht darin, dass du deine Vergangenheit und deine Wunden bedingungslos anerkennst. Im Gegensatz dazu lebt ein Egozentriker völlig ungezügelt, unverantwortlich und unreflektiert seinen nicht gelebten Egoismus aus frühen Kindheitstagen an seinem Umfeld aus – und tyrannisiert es dadurch maßgeblich.

Kindheit und hochsensibilität

Im Kontext mit Narzissmus:

Womit wir bei der Egozentrik und Selbstdarstellung eines narzisstisch geprägten Menschen wären. Die Vernachlässigungen in dem oben skizzierten Kindheitsstadium waren so massiv, dass er den Schmerz der nicht erhaltenen Zuwendung und Liebe nicht mehr ertragen konnte und deshalb seine Psyche als Schutzfunktion diesen Anteil aus seiner Wahrnehmung abspaltete. Doch wie wir aus der Psychoanalyse wissen, ist dieser abgetrennte Persönlichkeitsanteil nicht einfach verschwunden. Sondern schlummert im Unbewussten weiter – so etwas wie der Keller der Psyche.

Der Selbstwert wurde derart deformiert, dass ein Narzisst nicht in der Lage ist, sich Anerkennung und Wertschätzung selber zu geben. Von nun an benötigt er ständig Lob, Aufmerksamkeit und Anerkennung von außen. Weil er nur dadurch so etwas wie ein pulsierendes Selbst verspürt – nur eben ein völlig verzerrtes.

Dadurch identifiziert er sich immer mehr mit diesem falschen (äußeren) Bild von sich selbst, und entfernt sich zusehends von seinem wahren inneren Kern – der ja mit unermesslichen Schmerz verbunden ist.

Aus dieser narzisstischen Egozentrik heraus resultiert auch die ständige Entwertung von anderen. Ein narzisstisch verwundeter Mensch möchte damit betonen, wie bewundernswert und großartig er selbst ist. Dieses Gefühl benötigt er wie das tägliche Brot, um sich irgendwie selbst zu spüren.

Nach dem Motto „Angriff ist besser als Verteidigung“ versucht ein Mensch mit einer narzisstischen Egozentrik andauernd „Präventivschläge“ zu setzen, um andere zu verletzen, bevor er selbst verletzt wird. Die Angst vor Verletzung ist seine treibende Kraft. Sie erinnert ihn unbewusst an seine Ohnmacht aus Kindheitstagen. Deshalb erniedrigt und verletzt er lieber andere. Weil ihm das ein Gefühl von Macht und Überlegenheit gibt. Zum anderen versucht er damit seine innere Leere zu überdecken. Das Sichtbarwerden seines inneren Vakuums, davor fürchtet sich ein narzisstisch verwundeter Mensch am meisten.

Zusammengefasst: Selbstliebe bedeutet, dass du dir ein radikales JA zu dir als gesamte Persönlichkeit mit allen Licht- und Schattenseiten geben kannst. Du bist in der Lage für dich und deine elementaren Bedürfnisse selbst zu sorgen – und erwartest dies nicht zwangsläufig von deinem Umfeld.

Du spürst in dir eine starke innere Wurzel des Selbstwertes, die an ruhigen und stürmischen Tagen standhält. Diese Wurzel wiederzuentdecken und zu festigen, ist die (Lebens-)Aufgabe von vielen hochsensiblen Menschen. Es ist ein Ausdruck von gesunder Selbstfürsorge und gleichzeitig ein Ausdruck von Reife, dein Umfeld für dein Wohlergehen nicht verantwortlich zu machen.

Genau dies macht aber ein Narzisst mit einer überbordenden Egozentrik. Nach außen gibt es sich gern selbstbewusst, schlagfertig und cool. Er sucht gerne den Mittelpunkt. Hinter diesem Auftreten steckt aber kein gefestigter Wert. Er macht sein Umfeld für seine unerfüllten Bedürfnisse, Schmerzen und Wunden verantwortlich. Aufgrund eines verzerrten Selbstbildes überhöht er sich ständig selbst und erwartet permanente Bestätigung und Aufmerksamkeit von außen. Bleibt diese aus, reagiert er cholerisch, wütend und abwertend.

Im Grunde stampft hier ein wütendes kleines Kind mit beiden Füßen auf dem Boden.
Es möchte endlich gesehen und gehört werden!

hochsensibilität, narzissmus und bedingungslose selbstliebe

Zusammenhang Narzissmus und Hochsensibilität: Ein Fazit

Ich hoffe, ich konnte dir anhand der drei Emotionen Kränkbarkeit, Scham und Egozentrik den Unterschied zwischen einer anlagebedingten Hochsensibilität und einem pathologischen Narzissmus aufzeigen.

Wie so oft in meinen Artikeln, versuchte ich das Thema von mehreren Seiten zu betrachten. In vielen Videos, Foren und Webseiten über den Zusammenhang von Hochsensibilität und Narzissmus geschieht mir oftmals zu schnell eine einseitige Opfer- Täter-Zuweisung. So einfach ist es aber meistens nicht (einmal abgesehen davon, dass Opfer-Täter-Spiralen nie das eigentliche Problem lösen).

Aus meiner Erfahrung aus den letzten Jahren im Umgang mit Hochsensiblen kann ich sagen, dass ich hochsensible Menschen kennengelernt habe, bei denen ich im Nachgang, mit dem heutigen Wissen, eindeutige Anzeichen für einen (verdeckten) Narzissmus erkennen würde.

Seitdem ich mich dem Thema Narzissmus beschäftige, stellte ich mir immer wieder die Frage, warum Partner (Frauen) eines Narzissten solange an der Seite eines Menschen bleiben, der sie offenkundig ausbeutet, erniedrigt, benutzt. Das Verständnis, das viele hochsensible Partner Züge von versteckten Co-Narzissmus in sich tragen, war für mich das fehlende Puzzleteil. Und es ist ja auch leicht verständlich,wenn man sich die Grundprägungen aus der Kindheit anschaut, die sich bei Narzissten und Menschen, die sich als hochsensibel bezeichnen, oftmals ähneln (Vernachlässigung, Anpassung etc.).

Genau aus jenen mangelhaft ausgebildeten Selbstwertgefühl (so, wie ich bin, bin ich richtig) entsteht dann als Erwachsene die gegenseitige, fast magische Anziehung zwischen Hochsensiblen und Narzissten. Dass beide sich in gewisser Weise brauchen und sich wunderbar in ihrer Beziehungsdynamik ergänzen.

Solange bis einer erwacht und das ganze Dilemma erkennt. Zu dieser ehrlichen Selbsterkenntnis soll dieser Artikel beitragen.

Instinktiv würde wahrscheinlich jeder Hochsensibler eine Verbindung mit Narzissmus brüskiert von sich weisen. Das ist verständlich, da man Hochsensibilität unter anderem oftmals mit Einfühlungsvermögen assoziiert. Wie wir festgestellt haben, zeichnet sich ein ausgeprägter Narzissmus ja gerade durch einen Mangel oder gar komplette Abwesenheit von Empathie aus.

Trotzdem können natürlich auch Hochsensible in ihrer Kindheit derartig traumatisiert worden sein, dass sie einen sogenannten kompensatorischen Narzissmus entwickelt haben.

Viele der typischen Eigenschaften von Hochsensibilität, wie die erhöhte Reizempfindlichkeit oder auch Mitgefühl bleiben bestehen, werden aber konstant bekämpft oder durch gegensätzliches Verhalten kompensiert. Man ist immer noch hochsensibel und auch narzisstisch, aber eben nicht auf die gleiche Art und Weise, wie bei einem pathologischen, offenem Narzissmus. Dieser kompensatorische Narzissmus kann sich dann durch Selbsterhöhung, schnelle Kränkbarkeit bei Kritik und einem vermeiden von jeglichen Schamgefühlen zeigen. 

Solange, bis man zum einen die eigene Anlage der Hochsensibilität anerkennt und lernt damit umzugehen. Und zum anderen, noch wichtiger, sich aber auch einfühlsam mit seinen erlebten Traumatas und zugefügten Wunden auseinandersetzt. 

Was ich in den Jahren in der Auseinandersetzung mit dem weitläufigem Thema Narzissmus gelernt habe, ist, dass es nicht den einen Narzissmus gibt. Sondern Typen und Ausprägungsformen, die von normalen über verdeckten bis hin zu boshaften, anti-sozialen Narzissmus reichen können.

Und genauso so schätze ich es auch bei hochsensiblen Menschen ein.

Aufgrund von ähnlich erlebten Vernachlässigungen in der Kindheit, können sie zwar eine erhöhte Kränkbarkeit, Scham, Egozentrik wie bei einem Narzissten aufweisen. Was aber noch lange nicht bedeutet, dass sie dadurch zu einer krankhaften narzisstischen Persönlichkeit werden.

Ich kann mir gut vorstellen, dass es Narzissten gibt, die sich als weitere Maskerade das Etikett „Hochsensibilität“ umhängen! Genauso habe ich es aber auch erlebt, dass es Hochsensible gibt, die ihren (versteckten) Narzissmus nicht sehen wollen.

Narzissmus ist per nichts böses oder schlechtes. Jeder von uns benötigt einen gewissen Teil von Durchsetzung "und nur mal an sich denken“, um den eigenen Selbstwert zu regulieren. Problematisch wird es dann, wenn dabei immer mehr die Bedürfnisse und Gefühle von anderen Menschen ignoriert werden.

Wie so oft, plädiere ich dazu, ehrlich mit dir selbst zu sein: mit deiner Anlage, deinen Stärken und Verletzungen – und sich mit jedem dieser Bereiche entsprechend auseinanderzusetzen.

Wenn du dir dieses bedingungslose JA zu dir selbst geben kannst – deinem Licht wie Schattenseiten – brauchst du keine Angst vor rücksichtsloser Selbstverliebtheit haben. Narzisstischer Egoismus ist rücksichtslos. Eine gesunde Selbstliebe nimmt Rücksicht.

Bei der Betrachtung von zügellosen Narzissmus und den Potentialen einer hochsensiblen Veranlagung ist Selbstliebe aus meiner Überzeugung der Schlüssel zu allem: deinem Selbstverständnis, deiner Arbeit, deinen Beziehungen, deinen Werten und deinem Wirken in der Welt.

Menschen, die sich radikal selbst annehmen und lieben, verschenken sich von ganz alleine an die Welt. Sie sind mit sich im Reinen und schauen über den eigenen Tellerrand.

Sie versprühen eine subtile Liebe und Verantwortung für alles Lebendige.
Für das Leben. Sie wissen, was für sie wertvoll und wichtig ist und sind dadurch weniger manipulierbar von außen.

Sich an die Welt zu verschenken, ist einem Narzissten nahezu unmöglich.
Einem Hochsensiblen, der den Umgang mit seinem feinen Nervensystem gelernt hat, nicht.

Ich halte es sogar für eine der wichtigsten Aufgaben für dich als Hochsensiblen:

dich mit deinen Potentialen einzubringen und dafür zu sorgen, dass es dir und deinem Umfeld gut geht mit deiner Veranlagung.

Wenn du nun am Ende des Artikels sagst: “Hey, der Artikel war ein Augenöffner und ich möchte noch mehr über verdeckten Narzissmus und einem starken Selbstwertgefühl in Beziehungen erfahren“, dann lade ich dich ganz herzlich dazu ein, dir meinen kostenlosen Ratgeber herunterzuladen: Handbuch für Partner von Narzissten. Darin erfährst du alles über Co-Narzissmus und ob die Beziehung mit einem Narzissten noch Sinn macht!

Trag dich einfach hier ein, damit ich dir den Ratgeber direkt zuschicken kann:

 100% Datenschutz, 100% gratis, 100% Qualität. Du kannst dich jederzeit austragen. Hier findest du weitere Informationen zum Datenschutz.

dein Oliver

PS: Welche Erfahrungen hast du im Zusammenhang mit Narzissmus und Hochsensibilität gemacht? 

Quellen
Ulrike Hensel: Mit viel Feingefühl
Veit Lindau: Heirate Dich selbst

www.umgang-mit-narzissten.de
www.umgang-mit-narzissten.de/arten-des-narzissmus
www.hochsensibel-test.de
www.prozessbegleitung.com
www.medizin-im-text.de

https://www.sueddeutsche.de/leben/fehlende-selbstliebe-viele-menschen-spueren-sich-kaum

Bilder
joshua clay by unsplash.com
scott webb by unsplash.com
quimono by pixabay.com
geralt by pixabay.com
ryanmcguire by pixabay.com
mintchipdesigns by pixabay.com

Veröffentlicht von

www.simplyfeelit.de

Hi, ich bin Oliver. Blogger, Autor und Coach. Auf meiner Seite erfährst Du alles über einen erfolgreichen Umgang mit Narzissten in einer Beziehung. Ich versorge Dich mit den besten Tipps rund um die Themen Narzissmus, Sensibilität und persönlicher Entwicklung.

Wie Du zu mehr Selbstwertgefühl in Beziehungen gelangst!

  • Die effektivsten Strategien im Umgang mit Narzissten die sich in der Praxis besonders bewährt haben
  • Du lernst Anzeichen kennen, anhand derer du ganz schnell einen Narzissten erkennst
  • Du erfährst, wie du als Hochsensibler ein stärkeres Ich-Gefühl erhältst und dadurch unattraktiver für Narzissten wirst
  • Der einfache Grund, was deine innere Einstellung mit der Anziehung auf Narzissten zu tun hat
Du hast erfüllte Beziehungen verdient!
Klicke hier um mehr zu erfahren

35 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Oliver,

    als Indigo-Mensch (heute Hochsensible) und Coach kann ich nur empfehlen, immer bei sich zu bleiben. Wer weiß, dass er/sie hochsensibel ist, kann eigentlich gar nicht an einen „Narzissten“ geraten, denn er/sie sollte ja die Leere „fühlen“ können. Wenn noch nicht bewusst die Hochsensibilität angenommen und keine Selbstschutzmechanismen trainiert wurden, kann man durchaus an einen Narzissten geraten, sollte sich aber aufgrund der Resonanzgesetze bewusst werden, dass der Narzisst etwas spiegelt… nämlich mangelnde Selbstliebe.
    Da gebe ich Dir recht, in allen Wesenszügen ist die Selbstliebe elementar! Und da hochsensible gerne „Mitleiden“ ist es eben ein Prozess, sich in das „Mitgefühl“ zu entwickeln und sich nicht ins „Drama“ hinein zu begeben…
    Schöner wäre es, wenn die Menschen aufhören würden zu bewerten, sondern sich gegenseitig so annehmen können, wie sie sind (und nicht wie man sie gerne für ein besseres Wohlgefühl gerne hätte!). Dazu gehört Bewusstsein und LIEBE! 😉
    Das sind meine Gedanken dazu…
    Einen schönen Advent wünsche ich Dir/Euch.
    LG
    Alexandra

  2. Mich stört etwas dass es da immer nur um den krassen Narzissten, den maligne Narzissten geht. Es gibt viele Abstufungen von Narzissmus und man kann hochsensibel und narzisstisch sein. Es geht wirklich. Ich wünschte mir es würde dieses Thema (Narzissmus und Hochsensibilität) etwas ausführlicher geben, dass die Hochsensiblen erfahren, dass es nicht nur den bösen Narzissten gibt, der zerstören will. Hochsensible sollen erfahren dass es Abstufungen gibt. Wäre mir sehr wichtig!
    Lg Nina

    • Liebe Nina,

      danke für deinen Kommentar.

      Ja, du hast vollkommen Recht. Die von mir beschriebenen Merkmale und Verhaltensweisen eines Narzissten gleichen eher dem des bösen, zerstörenden Narzissmus. Im Artikel hätte ich darauf mehr hinweisen sollen, obgleich ich am Ende die Abstufungen erwähne und auch eine Tabelle dazu verlinkt habe. Auch das es normale („gesunde“) Formen von Narzissmus gibt und ein gewisser Egoismus gerade für uns HSP wichtig ist zu erlernen (im Sinne von Abgrenzung, für sich sorgen, etc.)

      Erst nach der Veröffentlichung und einigen weiteren Rückmeldungen ist mir klar geworden, dass hochsensibel und narzisstisch nicht gleich bedeutet, dass man ein boshafter und gefühlsloser Narzisst ist. Dies wollte ich auch in keinster Weise behaupten! Mir ging es in erster Linie um eine Überprüfung von gewissen ähnlichen Verhaltensmerkmalen und ob und in wie weit es Übereinstimmungen zwischen HSP und NPS gibt.

      Man kann als Narzisst (nicht der boshafte) sehr wohl Empathie und Kritikfähigkeit empfinden, wie ich jüngst durch einen Austausch mit einer NPS erfahren habe, nur fällt es ihnen wohl schwer, es zu zeigen.

      Also, Nein, es gibt nicht nur den bösen Narzissten der zerstören will, und durch deinen Kommentar erfahren es ja jetzt so einige. Danke für den Input! 🙂

      Liebe Grüße an dich, Oliver

  3. Hallo Oliver,

    vielleicht solltest du die Frage so stellen, wie viele Hochsensibele Menschen sind Opfer von Narzissmus? Noch besser gesagt sind Töchter oder Söhne von narzisstischen Eltern.
    Wie ich darauf komme? Weil ich selbst Tochter einer narzisstischen Mutter bin und Hochsensibel. Ich habe ein Buch geschrieben über mein Leben „ Das Gift der Narzisse, Tochter einer narzisstischen Mutter, Wenn eine Mutter ihr Kind seelisch vergiftet“
    Dadurch habe ich sehr viele Frauen und Männer (ca. 300) kennengelernt, die mich anschrieben und mir mitteilten, dass sie erst durch mein Buch herausfanden, dass ihre Mütter eine narzisstische Persönlichkeitsstörung haben. Ihr Leben glich meinen sehr und die Opfer erkannten sich in meinem Buch wieder.
    Ich suchte Parallelen zu meinem Leben und fand heraus, dass die Mehrheit ebenfalls Hochsensibel sind. Darüber sprach ich mit meiner Therapeutin und diese sagte mir, dass wir schon als Kind unsere Sinne schärfen mussten zum Selbstschutz vor unserer Mutter bzw. unseren Vater. Ebenso geraten wir Kinder von narzisstischen Eltern auch leicht an narzisstische Partner.
    Sehr interessant dürfte für viele auch diese Webseite sein http://www.narzissmus.org. Die Rubrik „Flöhe“ dürfte dich interessieren.
    Das soll nur ein Denkanstoß für dich sein. Falls du noch Fragen hast, dann melde dich einfach.
    Noch eine besinnliche Zeit für dich/ Euch.
    Liebe Grüße
    Gabriele

    • Liebe Gabriele,

      herzlichen Dank für deinen Kommentar und diesen wichtigen Hinweis.

      Ja, ich bin mittlerweile auch der festen Überzeugung, dass es eigentlich gar nicht anders sein kann, als das heutige Narzissten Kinder (Opfer) einer narzisstischen Persönlichkeit sind.

      Sehr interessant fand ich deine Feststellung, dass die Mehrheit der sich bei dir gemeldeten Opfer eines narzisstischen Elternteils heute hochsensible Merkmale aufweisen. Dies deckt sich mit den Beobachtungen in meinem hochsensiblen Bekanntenkreis und ein Stück weit auch aus meiner eigenen Biographie.

      Ich schaue mir gerne die Seite mal an und melde mich dann bei dir. Vernetzung und Austausch (Stichwort:Co-Kreativität) finde ich immer sehr spannend – allen voran bei diesem heiklen und defizilen Thema.

      Eine schöne Adventszeit für dich!
      Liebe Grüße, Oliver

  4. Hallo Oliver,
    wieder ein grandioser, lehrreicher Artikel von Dir! Deinem Fazit kann ich voll zustimmen. Ich dachte
    beim Lesen auch, es gibt nicht nur den einen Narzissten, sondern diverse Abstufungen – genauso wie es bei uns Hochsensiblen ja auch verschiedene Ausprägungen gibt.
    Bezüglich Deines Satzes „Im Grunde stampft hier ein wütendes kleines Kind mit den Füßen auf dem Boden, und möchte endlich gesehen und gehört werden,…“ mußte ich sofort an Donald Trump denken. Denn jedes Mal, wenn ich diesen Choleriker reden sehe, sehe ich automatisch den kleinen, nach Liebe und Anerkennung schreienden Jungen.
    Wenn man sich mit seiner Biografie ein wenig beschäftigt, läßt es sich auch kausal erklären. Ich wundere mich immer, daß niemand das erkennt und mal irgendwo erwähnt, daß er in Wirklichkeit ein verletzter Junge ist, der wütend brüllend um sich schlägt. Ich habe automatisch Mitgefühl mit ihm, je aggressiver er sich verhält – aber solch eine unreife, unberechendbare Person an der Machtposition der USA zu erleben ist natürlich alles andere als beruhigend.
    Dieser lediglich äußerlich erwachsene Mann ist für mich ein Paradebeispiel für einen extremen Narzissten – wobei ich Bewertungen von „gut“ und „böse“ hinsichtlich Menschen grundsätzlich ablehne und immer sehr darauf achte, nicht ins für Menschen allgemein übliche Bewerten/Urteilen zu rutschen, denn ich finde, das dies niemandem zusteht. Hier schließe ich mich der ersten Schreiberin an. Auch Gott bewertet niemanden, egal was er alles an Leid verursacht hat.

    Ich bemühe mich immer sehr, jeden so anzunehmen, wie er ist, ohne über ihn zu urteilen. Wenn jemand ganz andere Werte und Sichtweisen hat als ich und Dinge tut, die ich nicht tolerieren kann (insbes. Lügen und jegliche Art von Gewalt), dann steht es mir ja jederzeit frei, die Konsequenzen zu ziehen im Sinne von Selbstachtung/Selbstliebe/Selbstschutz und mich zu distanzieren und zu mir selbst und meinen eigenen Werten zu stehen, anstatt mich im Falle einer Partnerschaft vom anderen demütigen und erniedrigen zu lassen. Dafür fehlt vielen sog. Opfern von Narzissten oder sonstigen „Tätern“ aber leider die nötige Selbstachtung, Mut und Kraft.

    Im übrigen stimme ich Dir zu, daß in einer Beziehung unter echten und unechten erwachsenen Menschen stets ZWEI dazugehören und jeder zur Hälfte mitverantwortlich ist für alles, was geschieht – für alles Schöne genauso wie für alles Leidvolle. Insofern gibt es keine Opfer! (Kinder natürlich ausgenommen) und einseitige Schuldzuweisungen sind eigentlich fehl am Platz, wenn man wirklich ehrlich zu sich selbst ist.
    Zwischen Erwachsenen gibt es immer zwei Parts, die laufend miteinander wirken:
    einer, der manipuliert/betrügt/schlägt etc und einer, der dies mit sich machen läßt bzw. unbewußt dazu ermutigt hat – aus welchen psychologischen Gründen auch immer. Meist gehts dabei um krankhafte Abhängigkeiten und Selbstverachtung, weil das sog. Opfer aufgrund frühkindlicher Prägung überzeugt ist, daß es genau das so verdient hat und den Begriff Liebe völlig anders definiert.
    Viele Menschen (überwiegend wohl Frauen) fühlen sich sogar durchaus wohl in der Opferrolle, weil sie insgesamt bequemer ist, recht komfortabel sein kann mit einem gutmütigen, unsicheren (ebenfalls verlustangst-gesteuerten) Mann an der Seite, und man als „hilfloses Würmchen“ (Kleinkind) viel Mitgefühl und Zuwendung erhält. Somit kann durchaus auch ein sog. Opfer die Macht innerhalb einer Beziehung haben, indem es seine Schwächen/Ängste oder schlimmstenfalls Suiziddrohungen bewußt oder unbewußt laufend einsetzt und dadurch den Partner manipuliert und an sich bindet.
    Ich kenne persönlich solch eine Ehe, wo dieses Spiel seit vielen Jahren abläuft und keiner von beiden es erkannt hat. Ich als HSP habe es von außen sofort gemerkt, es ist total offensichtlich. Aber das wollen beide nicht hören/wahrhaben und werden aggressiv, wenn man ihre schöne Scheinwelt und sogenannte Liebe infrage stellen will. Sie klammern sich wie Ertrinkende aneinander und tolerieren und „verzeihen“ auch die tiefste Verletzung aus panischer Angst vor dem Alleinsein. Die beiden passen so gesehen perfekt zusammen, so lange, bis einer von ihnen irgendwann den Mut und die Kraft aufbringt, einen Blick in Richtung schmerzhafte Wahrheit zu wagen und endlich aufhört, vor sich selber und der Wahrheit seines Herzens wegzulaufen.

    Oh sorry, so viel wollte ich gar nicht schreiben… bin glaube ich etwas abgeschweift und hab mich verquatscht 😉 Ich war so versunken ins Denken, Fühlen, gewisse innere Bilder und Erfahrungen, daß ich gar nicht gemerkt habe, was ich schon geschrieben habe. Aber nun lasse ich es einfach so.
    Liebe Grüße,
    Rena

  5. Lieber Daniel,

    dafür sind die Artikel da – um kontroverse Meinungen/Ansichten auszutauschen. Ich erhebe keinen Anspruch darauf, dass alle Leser damit übereinstimmen 😉

    Im Gegenteil: Ich lerne viel aus den Kommentaren und Rückmeldungen.

    So auch aus deinem. Was du aus deiner Kindheit erzählt hast, hört sich für mich sehr traumatisch an. Und könnte eine Erklärung für deine heutige Erkrankung sein. Aber ich bin kein Psychologe/Therapeut. Für das Verständnis/Ursachen einer NPS fand ich deine Ausführungen jedenfalls interessant und erklärend.

    Das mit dem „mein lieber Oliver“ am Ende, und allgemein der subtile Unterton, verbuche ich Mal unter narzisstischer Überheblichkeit (Kränkung), ich unterstelle jetzt Mal keine Absicht, eher ein unbewusster Affekt, wie in einem anderen Kommentar von dir beschrieben! Ich habe grundsätzlich ein positives Menschenbild und unterstelle jedem Menschen zunächst einmal gute Absichten.

    Jedenfalls wünsche ich dir viel Erfolg mit deinem Buch – und ich wäre daran durchaus interessiert. An der Schilderung dieser Störung aus Sicht eines Betroffenen.

    Liebe Grüße, Oliver

  6. Hallo Rena,

    deine Einstellung zu Donald Trump teile ich. Nur leider sind nicht alle Narzissten (NPS) so offensichtlich erkennbar wie Donald Trump.

    In meinem Fall war sie sehr bescheiden, selbstsicher und interessiert. Sie hatte subtile Mittel um sich Anerkennung zu beschaffen (unternahm viel mit Kindern einer befreundeten Familie, Haustiere, diverse „Projekte“ mit Musik und Kunst) und stellte Ihre gefühlte Grandiosität nicht in den Mittelpunkt, versteckte sie eher. Oft beginnt das Ausnutzen und Erniedrigen erst, wenn die Verliebtheit verzogen ist und nicht mehr genug Anerkennung erzeugt wird. Dann wundert man sich über seltsame Streitereien und dass sie zu so vielen Sachen immer Hilfe braucht, die man dann auch gewährt. Das wird immer alles irgendwie begründet und dann ist alles erstmal wieder schön, für kurze Zeit. Die Vielfältigkeit narzisstischen/antisozialen Verhaltens ist unglaublich groß und für normal denkende Menschen kaum fassbar (lügen, schauspielern, manipulieren, verwirren, verunsichern, abhängig machen). Wenn man dann keine Ahnung hat, dass das ein krankhaftes manipulatives Verhalten ist, braucht man lange um sich von dem einst so tollen Menschen zu lösen. Irgendwann wird einem bewusst, dass irgendwie gar kein Verständnis, Mitgefühl oder Dankbarkeit mehr da ist. Dann geht man, aber hat viele Jahre verschenkt und ist sehr vor den Kopf gestoßen.

    Erst nach der Trennung las ich von den Eigenheiten der Cluster-B-Störungen und dann wusste ich was mir passiert war. Ob es nur antisoziale oder narzisstische Menschen sind, ihre Partner sind nicht zu beneiden. Natürlich gibt es immer Persönlichkeitstypen die besonders in das „Beuteschema“ passen. Das sind verständnisvolle, sozialverträgliche, hilfsbereite und vielleicht manchmal auch selbstwertgestörte Personen. Natürlich gehören zu einer Beziehung immer zwei, aber ich finde es wichtig, soziales und antisoziales Verhalten unterschiedlich zu gewichten. Antisoziales Verhalten ist nicht akzeptabel, seelische Manipulation ist nicht akzeptabel und emotionaler Missbrauch (welcher durchaus subtil fast unmerklich passiert) ist auch nicht akzeptabel.

    Indem man den geschädigten Partnern 50% der Schuld an der gescheiterten Beziehung und den Problemen danach gibt, verteidigt man antisoziales Verhalten. Das verurteile ich! Das ist meine Meinung!

    Viele Grüße, Daniel

  7. Hallo Daniel,
    ich kann Ihre Wut mit dem zugrundeliegenden Schmerz gut verstehen, weil ich sowas aus eigener Erfahrung kenne. Was Ihre Aussage betrifft „Antisoziales Verhalten ist nicht akzeptabel, seelische Manipulation ist nicht akzeptabel und emotionaler Missbrauch (welcher durchaus subtil fast unmerklich passiert) ist auch nicht akzeptabel“, stimme ich Ihnen vollkommen zu. Natürlich sind solche Verhaltensweisen nicht akzeptabel!

    Denn sie bringen das Gegenteil von Liebe zum Ausdruck. Und gegenseitige Liebe, Wertschätzung, Vertrauen und Respekt für die individuellen Eigenschaften, Bedürfnisse, Gefühle und Probleme des Partners mit daraus resultierendem Verständnis/Rücksichtnahme sollten die Basis sein in einer Partnerschaft auf Augenhöhe, in der beide den selben Wert und dieselben Rechte haben.

    Aber erlauben Sie mir (die in keiner Weise vorwurfsvoll gemeinte) Frage: warum haben Sie diese Verhaltensweisen dann toleriert und akzeptiert? Sie haben das alles schließlich zugelassen.
    Darauf brauchen Sie aber jetzt nicht mir antworten, sondern einfach nur sich selbst mal diese Frage stellen und selbstkritisch/ehrlich nach der Antwort in sich suchen und sich eingestehen. Ich bin sicher, Sie finden die Antwort oder kennen Sie vielleicht sogar bereits.

    Sie und Ihre Bedürfnisse und Befindlichkeiten sind genauso viel wert und genauso wichtig wie die von der Frau. Und wenn Sie dies verneinen und sich selbst und Ihre Belange für weniger wichtig/wertvoll halten sollten, dann wäre das ein sehr bedeutsamer Lösungsansatz für Ihr Stillhalten und Tolerieren des inakzeptablen Verhaltens Ihrer damaligen Freundin, den Sie hinterfragen könnten (Ursachenlegung in Kindheit).

    Sie hätten alles Recht der Welt gehabt, Ihre anscheinend immer wiederkehrenden Irritationen, Verunsicherungen, Zweifel und vermutlich auch mal verständliche Gereiztheit, Unzufriedenheit und unterschwelligen Aggressionen, die durch das Verhalten der Frau ausgelöst wurden, offen und ehrlich anzusprechen und ihr zu sagen, was es in Ihnen auslöst, wie Sie sich dabei fühlen, daß Sie eine bestimmte Sache nicht tun möchten, auch mal keine Zeit oder Lust haben, um ihr zu helfen etc.

    Mir erscheint es so, als wenn Ihre Freundin Sie immer wieder ausgenutzt und manipuliert hat – viele Frauen können dies recht subtil, das stimmt – um sich einen Vorteil zu verschaffen. Auch dafür gibt es Gründe, warum/wodurch sie so geworden ist. Und vielleicht ist ihr dieses Verhalten gar nicht richtig bewußt, und sie hat gelernt, daß sie damit durchkommt und erfolgreich ist. Und was Erfolg bringt, setzt man in der Regel weiter fort (Lernpsychologie).

    Aber hier kommen Sie in Spiel und Ihr 50%-Anteil am Geschehen – in einer Paarbeziehung sind es immer 50%, bei einer Dreierbeziehung hätte jeder 33%, in einer Vierer-WG z.B. hätte jeder 25% Verantwortung zu tragen. Es geht hierbei also nicht um die Bewertung, ob ein bestimmtes Verhalten unsozial, gemein, rücksichtslos, verletzend etc ist oder nicht. Es ist eine rein rechnerische Grundlage (Logik) – wobei ich nicht von Schuld geschrieben hatte (dieser Begriff ist nur bei Straftaten zutreffend), sondern von einer Mitverantwortung. Das ist ein Unterschied.

    Ich meine damit die Eigenverantwortung, die jeder Mensch für sich selbst und sein Leben trägt, denn Sie sind maßgeblich derjenige, der sein Leben inhaltlich gestaltet. Oder wollen Sie immer nur derjenige sein/bleiben, der auf andere REAGIERT, anstatt auch mal selbst zu AGIEREN?
    Als von den Eltern abhängiges Kind konnten Sie es nicht, hatten gar nicht die Chance und Fähigkeit dazu. Aber heute als Erwachsener hätten Sie die Möglichkeit und haben vorrangig die Pflicht, sich selbst gegenüber, es sich selber rechtzumachen und so zu handeln und zu leben, daß SIE sich damit wohlfühlen!
    Als Erwachsener haben Sie einen freien Willen, können zu etwas/jemandem Ja oder Nein sagen, können bei Bedarf Grenzen ziehen, um sich zu schützen und auf Ihre eigene Befindlichkeit achtgeben und immer wieder hinterfragen, ob der Kontakt mit einem bestimmten Menschen oder eine bestimmte Situation Ihnen guttut oder nicht.

    Es ist keinesfalls Ihre Aufgabe als Freund/Partner, es Ihrer Freundin/Partnerin immer recht zu machen und ihr JEDEN Wunsch zu erfüllen und ständig bei allem zu helfen und ihr alles abzunehmen, nur weil sie lieb und nett darum bittet oder Sie sonstwie manipuliert. Wenn Sie das mitmachen und der Meinung sind, daß man sowas tun muß, wenn man jemanden liebt, dann haben Sie bisher noch nicht erfahren dürfen, was Liebe wirklich ist – so wie die meisten Menschen – und wie man sie lebt bzw. wie es sich anfühlt, wenn man wahrhaftig geliebt wird.

    Ich behaupte, daß mindestens 90% aller Beziehungen überhaupt nichts mit Liebe zu tun haben, sondern ein Tauschgeschäft sind, bei dem einer oder beide laufend Bedingungen stellen und etwas vom anderen haben möchten (Aufmerksamkeit, Zuwendung, Hilfe, Anerkennung, Lob, Respekt, Geld, Wohnung, Sicherheit etc), wofür sie eine Gegenleistung bieten. Das ist aber keine Liebe, sondern ein Handel. Liebe will und verlangt niemals etwas! Wenn Ihre Freundin von Ihnen Anerkennung haben wollte, dann ist es nicht Ihre Aufgabe, ihr diese zu geben. Anerkennung, Liebe, Respekt und Wertschätzung kann man immer nur in sich selbst finden und sich selber geben! Das kann man daran erkennen, daß es niemals reicht, was man vom anderen bekommt. Es tut immer nur im Augenblick gut für kurze Zeit, aber bald braucht man wieder eine Portion davon, immer und immer wieder. Das ist eine endlose Spirale. Kein anderer Mensch ist jemals fähig, die eigenen Mangelzustände aufzufüllen, erst recht dann nicht, wenn er selber im Mangel lebt und auch nichts zu geben hat.

    Ja ich weiß, wenn man verliebt ist und die Hormone verrückt spielen, fällt es manchmal schwer, so klar und konsequent zu sein. Aber das brauchen Sie sich nicht selbst vorwerfen, und Ihr Verhalten war auch kein Fehler. Menschen und häufig auch Therapeuten reden gerne von gemachten Fehlern im Leben und was sie alles bereuen und hätten anders/besser machen sollen. Mittlerweile halte ich das für oberflächlichen Unsinn. Denn dank Literatur/Vorträgen von Robert Betz habe ich vor einigen Jahren erkannt, daß es gar keine Fehler gibt. Es gibt nur Erfahrungen! Und jeder Mensch kann immer nur so denken/handeln/entscheiden, wie es seinem jeweils aktuellen Erkenntnis- und Entwicklungsstand entspricht. Mehr oder etwas anderes geht doch gar nicht! Man kann ja nichts tun, was man gar nicht weiß bzw. einem bewußt ist.

    Mit dem heutigen Wissen würde man vielleicht anders handeln, wenn man nochmal in solch eine vergleichbare Situation kommen würde. Und genau deshalb war diese schwierige Beziehung für Sie absolut nicht vergeblich und verlorene Zeit, sondern ganz im Gegenteil! Sie war sogar extrem wertvoll für Ihre Persönlichkeitsentwicklung, schließlich sind Sie vermutlich schon längere Zeit dabei, sich mit der Auswertung, Ihren Wunden und gewissen Kranheitsbildern zu beschäftigen und haben einiges für sich erkannt und hinzugelernt. Sie sind dadurch ein Stückcken gewachsen, und das kann Ihnen niemand mehr nehmen. Wenn alles in der Beziehung super gelaufen wäre und Sie sich ganz entspannt und friedlich getrennt hätten, hätten Sie diese Möglichkeit des Wachstums nicht bekommen.

    Leider sind es immer die besonders schmerzhaften Erfahrungen, die das größte Potenzial an Weiterentwicklung und Heilung beeinhalten. Nur wenn man noch mittendrin steckt im Schmerz oder Chaos, dann ist man meist noch nicht fähig, den Sinn und das Wertvolle hinter dem Schmerz zu erkennen. Erst mit zunehmendem, bewußtem Verarbeitungsprozeß und zeitlichem Abstand, gfs. auch mithilfe eines einfühlsamen Psychotherapeuten mit neutralem Blick von außen und Gesprächsmöglichkeit – kann man rückblickend irgendwann den Sinn erkennen und im besten Fall das Geschehene wirklich annehmen und dazu innerlich sagen „Ja, es hat alles seine Richtigkeit“, vielleicht sogar mit Dankbarkeit für das daraus Gelernte, und das neue Wissen und das dazugewonnene Stück Selbstwertgefühl in eine etwaige neue Beziehung mitnehmen.

    Meine Überzeugung und Erfahrung ist auch, daß es keine Zufälle im Leben gibt und man immer genau den Partner hat bzw. unbewußt anzieht, der gerade beim aktuellen Entwicklungsstand passend und hilfreich ist und mit dem man gewisse Lernaufgaben lösen soll.

    Vielleicht sind meine nur für Sie geschriebenen Anregungen irgendwie hilfreich.
    Für Ihren weiteren Weg wünsche ich Ihnen viele wertvolle Erkenntnisse, Erfahrungen und Heilungsschritte. Nehmen Sie sich in Gedanken mal selbst liebevoll in die Arme, und seien Sie
    stolz darauf, wieviel Angst und Schmerz Sie in Ihrem Leben schon ausgehalten haben! Sie haben alles durchgestanden und überlebt! Das zeugt von enormer Kraft in Ihnen und ist eine außergewöhnliche Leistung, die Ihnen erstmal jemand nachmachen muß!!
    Rena

    • Wahnsinn. Ich bin wahrlich begeistert über ihre in allem stimmige Selbstreflektion. Ich dagegen ecke an und kann den ihrigen Inhalt nur mit einer Pistole an den Mann bringen, was dann natürlich zu Kopfschütteln führt (liegt daran, dass ich verletzter Narzisst bin, zusätzlich an HSP und an Hochbegabung leide, was ja laut dem Schrei der msse in der KOmbi gar nicht möglich ist, steht aber in meinem Arztbrief… lustig, gell, dass Menschen, die mich nicht kennen, vorgeben mehr Ahnung zu haben, als meine behandelnen Ärzte, die den Quatsch sogar studiert haben).
      Ich danke Ihnen liebe Rena jedenfalls dafür, für ihre Worte. Ich habe einen Absatz von Ihnen übernommen und werde sie, wenn sie es wünschen auch zitieren, denn diese Worte, fand ich einfach nur wunderbar!
      Liebe Grüße im Advent
      Daniel S. B.

      • Hallo Daniel S.B.,
        vielen Dank für Ihre wertschätzende Begeisterung. Freut mich, daß ich mit meinen langen Ausführungen in meiner individuellen Art gleich zwei sogenannte Narzissten erreichen und etwas Positives bewirken konnte. Dann waren die über zwei Stunden Zeit und Energie, die ich für den Beitrag aufgewendet hatte, ja keine vergebliche Mühe 😉 Ich war einfach meiner stärksten Kraft in mir (Intuition) gefolgt, wie ich es immer tue, und vertraute darauf, daß es einen Sinn haben wird, so viel zu schreiben.

        Sie dürfen natürlich gerne Teile davon verwenden… wo eigentlich? Und welchen Absatz meinen Sie? Ob Sie ihn als Zitat kennzeichnen oder als Ihre eigene Schöpfung ausgeben… diese Entscheidung möchte ich gern Ihnen überlassen. Mit welcher Variante fühlen Sie sich wohler?
        Stimmen Sie sich doch bitte mal in einer ruhigen Minute auf mich und meinen Artikel ein und das Gefühl, welches Sie beim Lesen hatten… dann stellen Sie sich selbst diese Frage, schalten den Kopf ausnahmsweise mal aus und fühlen einfach nur in Ihr Herz… Ich glaube, Sie werden es fühlen können…

        Wenn Sie beim Vermitteln von Inhalten häufiger anecken und Kopfschütteln oder konfliktreichen Widerstand bzw Gegenaggression ernten und sich selbst öfter in die Lage bringen, sich entschuldigen zu wollen/müssen, dann wäre es vielleicht in der Tat einen Versuch wert, die bedrohliche Pistole mal in der Tasche zu lassen und stattdessen der Weg der sog. gewaltfreien Kommunikation zu gehen, bei der man mit Empathie, Respekt und großer Bewußtheit die Sätze formuliert und sich entsprechend Zeit dafür nimmt, denn oft kann ein einziges Wort eine entscheidende Wirkung haben und den bedeutenden Unterschied ausmachen, ob der Empfänger den Inhalt als persönlichen Angriff/Vorwurf, Beleidigung oder Verurteilung auffasst oder nicht. Ich bemühe mich immer sehr, aber kann natürlich nicht garantieren, daß mir nicht auch mal eine Unachtsamkeit passiert. Und manches läuft ja auch unbewußt ab.
        Der Begriff „Gewaltfreie Kommunikation“ ist allgemein gebräuchlich, so daß Sie bei Interesse einiges darüber im Internet finden.

        Von echten Narzissten wird immer gesagt, daß sie keinerlei Fähigkeit zur Selbsterkenntnis und Einsicht haben, sich immer im Recht fühlen und sich erst recht niemals entschuldigen würden oder können. Bei Ihnen lese/sehe ich aber genau das Gegenteil, Sie machen sich viele Gedanken, haben sich gerade bei Oliver öffentlich entschuldigt – dafür mein Kompliment! – so daß ich Ihnen wünsche, daß Oliver Ihre Entschuldigung uneingeschränkt annehmen kann und nichts Negatives zwischen Ihnen beiden bestehen bleibt.
        Viele Grüße und eine schöne Weihnachtszeit für Sie,
        Rena

        • Liebe Rena,

          danke für deine weiteren reflektierten Worte. Dem ist von meiner Seite aus nicht viel hinzufügen. Beim Lesen konnte ich nur kopfnickend bei fast jedem deiner Sätze zustimmen.

          Ja, ich kann die Entschuldigung von Daniel annehmen – auch wenn mich diese Achterbahnfahrt von Angriff/Vorwurf und Entschuldigung/Einsicht zum Teil sehr nervte und anstrengte. Ich war mehr als einmal davor, Daniel hier keinen Raum mehr zu geben und allgemein den Kontakt zu ihm zu beenden. Aber wie du sehe ich grundsätzlich das Gute im Menschen, den wahren Kern hinter all den Verletzungen. So sehe ich auch bei Daniel eine gewisse Fähigkeit zur Einsicht, Empathie und Selbstreflexion, was, wie du es ja richtig gesagt hast, bei den meisten „richtigen“ Narzissten überhaupt nicht vorhanden ist. Nun mag es manche LeserInnen geben, die das alles nur als Taktik/Strategie von Daniel deuten – mag sein. Ich kann es nicht beurteilen und vertraue auf meine Intuition. Deshalb steht von meiner Seite aus nichts Negatives mehr zwischen ihm und mir und ich kann es annehmen. Und trotzdem werde ich bei allen weiteren Konversationen mit ihm sehr wachsam und achtsam bleiben!

          Und by the way: Ist die Weihnachtszeit oder allgemein Weihnahten nicht ein Symbol für Vergebung, Einsicht und Verbindung?

          Eine besinnliche und friedliche Weihnachtszeit für dich,
          Oliver

  8. Hallo Rena,

    ich kann Ihnen schon einmal versichern, dass ich keine Wut empfinde.
    Weder für meine Exfreundin noch für Sie. Ich versuche mit der Situation nach außen möglichst rational umzugehen. In mir selbst sieht es natürlich nicht so geordnet aus. Leider äußern sich bei mir Aggressionen oder Frust eher als Trauer und Niedergeschlagenheit, weniger als Wut. Manchmal wünschte ich das wäre anders.

    Sie schreiben selbst, dass die Basis für eine Partnerschaft gegenseitige Liebe, Wertschätzung, Vertrauen und Respekt für den Partner ist. So sehe ich das auch. Ich habe so gut es mir möglich war versucht, diese Dinge in meiner Partnerschaft umzusetzen..

    Im übrigen hab ich viele meiner eigenen Bedürfnisse und Wünsche auch in meiner Partnerschaft weiterhin ausgelebt bzw. umgesetzt. Ich habe nie meine Freunde und Familie vernachlässigt und immer auch viel unternommen und mich engagiert, auch allein ohne Partner. Das war mir immer heilig und das hat sie auch akzeptiert. Eingeengt war ich nicht und deshalb habe ich mir alles, was mich ausmacht (Freunde, Familie, Job, Wohnung) auch nach der Trennung erhalten. In einer Partnerschaft hat man aber eine enge Bindung und man gibt aufgrund von Vertrauen und Respekt auch sein inneres Preis, was natürlich massiv Angriffsfläche bietet. Man rechnet ja nicht mit solchem missbräuchlichen Verhalten von einem Menschen, dem man vertraut.

    Warum ich antisoziales Verhalten zugelassen habe? Weil ich gar nicht gemerkt/gewusst habe, dass es antisoziales Verhalten ist. In jeder Beziehung gibt es Streit und Probleme. Das hält einen schon sehr lange bei der Stange. Viele Lügen und Täuschungen kann man auch gar nicht entlarven. Das klappt dann erst später, wenn man misstrauischer wird. Die Mikroattacken und Erniedrigungen sind so subtil, man weiß gar nicht, warum man sich so mies und unausgeglichen fühlt. Es ist manchmal nur ein Gesichtsausdruck, ein spezielles Wort oder eine Formulierung, nichts wirklich Greifbares. Es wird auch alles irgendwie verdreht, als ob man selbst sich unklar ausgedrückt hat. Missverständnisse hab ich das immer genannt. Es ist aber eigentlich Provokation, bis man selbst die Fassung verliert und laut wird, oder beleidigend. Das hat sie selbst bei mir (siehe ersten Absatz) geschafft und es mir dann immer vorgehalten. Klar, da hatte ich mich nicht mehr im Griff, die Schuld muss ich auf mich nehmen. Ich bin froh, dass ich nie gewalttätig wurde.

    Aber ich habe natürlich irgendwann gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Ich konnte es nur nicht einordnen (ich war allein immer ausgeglichener, hatte Angst vor der gemeinsamen Wohnung). Das war eigentlich der Punkt, wo ich die Beziehung hätte beenden müssen. Wir waren aber gerade erst zusammengezogen. Das war für mich ein Unding. Aber es stimmt auch, dass ich nicht aufgeben wollte. Eine gewisse Schwäche und Engstirnigkeit meinerseits war auf jeden Fall dabei. Ich wollte unbedingt durchhalten, eine Familie gründen und meine Zukunft mit Ihr gestalten. Dieses Bedürfnis hat mich gelähmt. Und meine Persönlichkeitsstruktur hat auch einen großen Anteil. Ich habe ein starkes Bedürfnis nach Bindung. Ich bin nicht gern allein, schöpfe in einer Beziehung Kraft. Mit meinen Freunden und im Job bin ich auch allein wertgeschätzt und anerkannt, kann mich durchsetzen und das auch jetzt, als Single. Aber mein Liebesleben ist meine Achillesferse, das war es schon immer. Ich denke, dass da wohl ein Selbstwertproblem vorliegt. Daran muss ich arbeiten und das will ich jetzt auch tun. Ob allein oder mit Hilfe wird sich zeigen.

    In der Hinsicht möchte ich Ihnen Recht geben. Ich trage auch einen großen Anteil selbst. Dessen bin ich mir bewusst und das ist auch meine Baustelle, für die nächsten Monate und Jahre. Meine Exfreundin kann ich nicht ändern, nur mich selbst. In der Hinsicht kann man die Ereignisse auch als lehrreiche Erfahrung verbuchen und das tu ich für mich auch erst einmal.

    Aber leider gibt es tausende Beziehungen von so einer destruktiven Art und die wenigsten Betroffenen wissen, was mit Ihnen passiert. Ich will lieber nicht wissen, wie viele Menschen nach jahrelangem seelischen Missbrauch Suizid begehen oder in einer Psychiatrie landen. Meine Tante ist durch Mobbing arbeitsunfähig geworden. Eine Bekannte hatte 4 Jahre Therapie wegen ihrer letzten Beziehung (hab ich erst kürzlich erfahren) wobei ich anhand ihrer Schilderung sehr an meine eigenen Erfahrungen denken musste.

    Ich habe selbst studiert, lese viel und würde behaupten, ein gutes Allgemeinwissen zu haben. Leider habe ich erst vor ca. 4 Monaten das erste Mal vom NPS gehört. Entweder hatte ich einfach Pech oder das Thema ist „unwichtig“ oder „tabu“ in den Medien. Wieso gibt es so wenig Aufklärung über gefährliche Persönlichkeitsstörungen, seelischen Missbrauch und Mobbing. Wieso denken alle bei dem Wort „Psychopath“ immer an durchgedrehte Kannibalen und nicht evtl. auch mal an Ihren despotischen manipulierenden Chef? Vielleicht kann man ja mit ein wenig mehr Aufklärung auch weniger selbstbewusste Menschen zu den Themen antisoziales Verhalten / emotionaler Missbrauch sensibilisieren. Nicht jeder Mensch ist total willensstark und selbstbewusst und wird es auch nicht mit einem Fingerschnipp werden. Da kann vielleicht ein bisschen Wissen verhindern, dass sie von solchen destruktiven Verhältnissen (die man eben manchmal schwer als solche erkennt) in den Abgrund gerissen werden.

    Und genau da sind wir bei Oliver und seinem BLOG, der ja seinen Schwerpunkt auf Hochsensibilität gelegt hat. Eine Art Gegenpart zu- und damit im „Beuteschema“ von NPS.

    In der Hinsicht ging es mir in meinem letzten Kommentar zu Ihrem Kommentar gar nicht so sehr um mich selbst. Was passiert ist, ist passiert. Jetzt muss ich das Beste daraus machen. Es ging mir eher um das Prinzip, dass bei antisozialen Verhalten eben moralische Normen ausgehebelt und der Betroffene getäuscht wird.

    Viele Grüße
    Daniel

    PS: Robert Betz‘ Theorien halte ich für sehr kontrovers. Dass alles Leid selbsterzeugt sein soll ist für mich eine untragbare Hypothese. Gerade in den Fällen von Kriminalität oder Krankheit absurd. Auch im Fall von seelischem Missbrauch ist das absurd. Wir Menschen sind soziale Wesen und streben Bindung an. Daher kann die Verletzung oder Kränkung durch nahestehende Menschen nicht spurlos an einem (normalen Menschen) vorbeigehen. Oder hab ich da etwas falsch verstanden?

  9. Hi Daniel,

    deinen ersten Absatz habe ich als sehr reflektiert wahrgenommen.

    Ich habe bei all meinen Artikeln sehr viel Mühe darauf gelegt, zu differenzieren! Und natürlich ist es so, dass ich fortwährend dazulerne. Insofern ja, auch durch deine Kommentare, und weitere Lektüre/Austausch ist mir klar geworden, dass es nicht DEN einen Narzissten gibt. Und das dieses Wort viel zu schnell und oft gebraucht wird. Wenn du dich erinnerst, in dem Artikel zitiere ich einen Satz aus einem großen Leitartikel im Spiegel: „Narzissten, das sind immer die anderen“.

    Das sehe ich genauso, ja, kann es sogar aus meiner eigenen Biographie erkennen, da ich auch einer derjenigen war, der sehr schnell bei anderen den Stempel „Narzisst“ aufdrückte. Der Satz von Dr. Lammers drückt es sehr schön aus: „krank ist man erst, wenn das Umfeld oder der Betroffene selbst darunter leidet!“ Doch leider gibt es hier einige Fälle, wo das genau zutrifft.

    Insofern ja. Bei künftigen Artikel über Narzissmus werde ich dieses weitere Verständnis mit einfließen lassen. Wobei ich noch einmal anmerken möchte, nur so am Rande, dass dies hier kein reiner Narzissmus-Blog ist. Gerade ist es ein Schwerpunkt, weil es mich einfach interessierte, und ich es für wichtig erachte, aber es wird sicherlich wieder Artikel zu anderen Themen geben.

    Viele Grüße, Oliver

  10. Liebe Rena,
    Du fragst in deinem Kommentar vom 7.12. warum man sich der psychischen Gewalt eines Narzissten freiwillig aussetzt und das zulässt – kann ich Dir gerne beantworten: Weil man sich dessen extrem lange nicht bewusst ist!

    In meinem Fall habe ich 15 Jahre eine sehr erfüllende Partnerschaft mit meinem Mann geführt. Er war zwar schon immer ein „bisschen speziell“, aber ich habe auch Macken und gerade dieses etwas anders sein, hat uns eine fast symbiotische Beziehung führen lassen. Mein Mann hat mich geachtet, mit Respekt behandelt, wir konnten stundenlang gute Diskussionen über verschiedenste Themen anregend führen, er war mir gleichzeitig mein bester Freund und innigster Vertrauter. Niemals hätte ich für möglich gehalten, dass dieser Mann mich aufs Schlimmste psychisch misshandeln würde.

    Auslöser war rückblickend betrachtet, dass eine dritte Person in unsere symbiotische Beziehung kam, die unser „Gefüge“ komplett durcheinandergebracht hat – das war mir damals aber nicht bewusst. Mein Mann hat sich sehr schleichend verändert und ich habe sehr lange nicht begriffen, was da abläuft. Ich habe es auf eine „Phase“ geschoben oder eine Art Midlifecrises und war der Meinung, dass das schon wieder vorübergeht. Ich habe ihm sehr viel verziehen, weil ich es eben mit dieser „Phase“ entschuldigt habe. Das Ganze gipfelte dann in unkontrollierten Wutausbrüchen mit Sachbeschädigungen (alles immer zu Hause – in der Öffentlichkeit hatte er sich fast immer unter Kontrolle), Drohungen mir gegenüber, ausgelebten Racheglüsten an mir (z.B. mein Handy als gestohlen zu melden und solche Scherze…) und einer Zwangseinweisung in die Psychiatrie. Dort ist die Diagnose einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung gestellt worden. Er akzeptiert diese Diagnose natürlich nicht und weist irgendwelche narzisstischen Verhaltensweisen weit von sich.

    Erst seitdem ich über diese Diagnose Bescheid weiss und mich eingehend mit dem Thema beschäftigt habe, werden mir rückblickend ganz viele Dinge klar. Der ganze seelische Missbrauch, all die Manipulationen usw. Ich habe mir das von ihm bieten lassen, weil ich ihn als verwirrt wahrgenommen habe, weil ich irgendwann mal gesagt habe „In guten und in schlechten Tagen“, weil ich nicht glauben konnte, dass dieser geliebte Mann sich in so ein A…. verwandelt hat, weil ich nicht akzeptieren konnte, dass ich ihn nicht retten kann. Es ist da ganz viel Verdrängung im Spiel, ein Nicht-Wahrhaben-Wollen des Zustandes, eine Unfassbarkeit darüber, dass einem gerade der Boden unter den Füssen weggezogen wird. Aber in der Situation konnte ich das gar nicht begreifen – ich war mit Überleben beschäftigt. Erst jetzt sehe ich das klarer.

    Ich bin immer noch in einem Prozess, ob ich mich trennen soll oder mich dem stelle und versuche ein Leben mit einem Narzissten zu führen. Wobei mir klar ist, dass das sehr, sehr schwer ist.

    Liebe Grüsse

  11. Ich finde deinen Artikel sehr gut geschrieben. Du hast dich mit diesem Thema einfach auseinander gesetzt. Ich persönlich bin Hochsensibel. Dein Beitrag hat mir meine Augen geöffnet. Ich wusste das mein Vater der „böse“ Narzisst ist. Aber eben auch meine Mutter. Sie kann es nur besser verkaufen. Das witzige ist, dass sie sich selbst für Hochsensibel hält. Interessant sind die einzelnen Verhaltensweisen. Bleibe ich Selbstreflektiert oder schiebe ich alle einfach auf mein Umfeld und vergifte es. Ich fühle mich sehr verstanden von dir. Jeder der Hochsensibel ist weiss was das bedeutet. Und mit Narzisstischen Menschen leben zu müssen ist die Hölle auf Erden. Das ist wie wenn man in einer Lichtuberfluteten Grossraumdisco steht und grad ein Vulkan explodiert.
    Die Reize sind zu viel
    Und hin und wieder dachte ich, ich werde verrückt.
    Hochsensibel ist eine Aufgabe fürs Leben.
    Narzissmus ist die Aufgabe für andere.
    Ein Hochsensibeler lässt nicht sein Umfeld für ihn leiden.
    Er leidet zum teil nur wegen dem Umfeld und oftmals nicht mal für seine eigenen Gefühle
    Ich habe Narzissten noch nie leiden sehen. Zumindest ziehen sie dich vorher nochmal mit bevor sie jemals wenn überhaupt alleine unter gehen.

    Vielen Dank für diesen wundervollen Beitrag
    Ich sehe die Hochsensibilität als Fluch und Segen zu gleich
    Wobei ich aber wenn ich auf die Gesellschaft treffe, mehr an Fluch denke
    Umso so schöner ist es auf Menschen zu treffen die verstehen was man selbst fühlt

    Alles liebe für dich
    Von ganzem Herzen

    • Hallo Oliver,
      Ein sehr spannender aufschlussreicher Artikel. Er hat mich zum Nachdenken gebracht. Besonders diese Textstelle: „Wenn wir geboren werden, sind wir als Säuglinge alle egozentrisch, man könnte auch sagen narzisstisch, veranlagt.“ Ich finde diese Aussage schwierig. Wie man in vielen Büchern und Artikeln entwicklungspsychologischer Art entnehmen kann und wie ich es als Mutter auch bestätigen kann, ist bei einem Baby / Kleinkind von 0-3 Jahren noch kein eigenständiges Ich vorhanden. Es versteht sich als erweiterter Teil der Mutter und nimmt demzufolge all Ihre Empfindungen als seine eigenen wahr. Ich kann nur empfehlen mal die Bindungstheorien nach Bowlby zu studieren. Viele Menschen sind noch den alten unbewussten nationalsozialistischen Theorien Johanna Haarers verhaftet, der Säugling sei ein egozentrischer Quälgeist, deren Willen es zu brechen gilt. Leider transgenerationale Traumaweitergabe bis heute.
      Ich lese auch immer mit Interesse alle Kommentare und Artikel.
      Beste Grüße Katrin

      • Liebe Katrin,

        danke für deinen aufschlussreichen Kommentar!

        Du hast mit deiner Aussagen von dem „erweiterten Teil der Mutter“ völlig recht. So habe ich es auch in Büchern gelesen – und letztlich möchte ich das auch so sagen – und habe es vielleicht etwas unglücklich formuliert. Nach meinem Kenntnisstand findet die „Ich-Entwicklung“ eines Kindes ab dem 1. – 1,5. Lebensjahr statt, und dann sprechen Experten von einem „primären Narzissmus“, der einzige Narzissmus, der in einer Lebensspanne wirklich gesund und auch wichtig für die Entwicklung ist.

        Von den Theorien einer Johanna Haarer habe ich auch gelesen – absolut gruselig! Und wie du schreibst, sind diese Ansätze von „Brechen des Willens“ oder ein Kind schreien lassen, damit sich die Lungen füllen für viele Generationen übergreifende Traumatas verantwortlich. Gott sei Dank hat sich da heute viel getan (u.a. durch die von dir erwähnte Bindungstheorie) im Bereich der Entbindung / Erziehung, und ganz sicher möchte ich solch eine Theorie hier nicht in irgend einer weise propagieren…Im Gegenteil: Wenn ich in Zügen oder im öffenltichen Raum manchmal überforderte Mütter sehe, die ihr Kind schreiend im Kinderwagen lassen, oder „festzurren“, möchte ich denen zuschreien: „Nimm doch das Kind einfach mal auf den Arm. Wenn es schreit, hat es irgendein unerfülltes Bedürfnis!“

        Ich habe noch keine eigenen Kinder, deshalb hast du da als Mutter bestimmt mehr Erfahrung, was das Schreien von Kindern im Zusammenhang mit Bedürfnissen angeht (ich frage mich manchmal, ob es „normal“ ist, dass ein Kind einfach mal schreit, auch wenn alle seine elementaren Bedürfnisse befriedigt sind??).

        Herzliche Grüße, Oliver

  12. Hi,
    Ich sehe sehr wohl, dass man hochsensibel und doch gleichzeitig narzisstisch sein kann. Ich z. B. habe Phasen, wo ich mich nicht abgrenzen kann von Gefühlen und wo mich alles überflutet, was wohl bei Borderlinern oft der Fall ist und dann gibt es wieder Phasen, wo meine NPS zum Vorschein kommt und man nur noch eher mangels Empathie andere verletzt, sobald man kritisiert wird. Eine gesunde Mitte gibt es so kaum.
    Gruß Manu

    • Hallo Manuela,
      Borderline tritt oft mit der histrionischen PS kormopatibel auf. Sie ist hat Ähnlichkeiten mit NPS. Heinz Peter Röhr beschreibt in seinem Büchern ( Ratgebern)
      In eindrucksvolle Weise PS, wie man sie erkennt und wie man selber dagegen steuern kann.

  13. Hallo, ich möchte mich auch für Deinen Artikel bedanken.
    Ich bin 48 Jahre alt und habe bis vor einem Jahr nicht gewusst, warum vieles in meinem Leben so war.
    Der Begriff Narzissmus ist wie ein Schlüssel..Alles ergibt einen Sinn. Ich bin der sensible Teil in einer sonst eher narzisstischen Familie.
    Manches war so unfassbar und jetzt kann ich es begreifen.
    Das ist eine große Last die einen genommen wird und man kann endlich loslassen und verzeihen.
    Ein Geschenk.
    Ich möchte dir noch einen Anstoß geben.
    Ich mache jetzt einen Unterschied zwischen Kränkung und Enttäuschung.
    Was meinst Du ?
    Ich habe endlich Frieden gefunden und das wirkt sich von heut auf morgen auf mein Leben aus.
    Liebe Grüße von Blumi

    • Liebe Blumi,

      danke für deinen Kommentar. Und freut mich, dass ich dir mit meinem Artikel so gut weiterhelfen konnte, dass du verzeihen konntest.

      Kränkung/Enttäuschung: Ich glaube, es ist sehr wichtig, mit beiden als erwachsener Mensch umgehen zu können, weil es nun mal unvermeidlich ist im Leben, dass uns immer wieder Kränkungen / Enttäuschungen wiederfahren (kleine wie große). Wobei ich Kränkung als noch schmerzhafter einstufen würde, genau damit kann ein Narzisst ja gar nicht klar kommen, weil es ihn an die Vergangenheit erinnert. Mit Klarkommen meine ich, nicht auf jede Kränkung sofort impulsiv und entrüstet zu reagieren, sondern eben reflektiert, sodass man in der Situation eine Wahlmöglichkeit hat.

      Alles Liebe für dich, Oliver

  14. Vielen Dank für diesen tollen Artikel. Er hilft mir so sehr. Nach meiner Trennung von einer Frau, die sich sich selbst als hochsensibel sieht, es aber nicht ist ( taten sprechen für sich ) habe ich mich wochenlang gefragt ob ich ein böser Narzisst bin. Jetzt weiß das ich hochsensibel bin. Alles passt. Mir fällt ein Stein vom herzen. Vielen lieben Dank. Könnt grad vor Erleichterung weinen. Daaaaanke !!!:))

  15. Guten Tag,

    Ich finde den Artikel super. Ich denke kürzlich verstärkt über meinen Bruder nach. Viele seiner Verhaltensweisen stehen teilweise im starken Kontrast zueinander, lassen sich aber plausibel erklären, wenn man davon ausgeht, dass er ein hsp ist, der eine nps entwickelt hat.
    Allerdings ist es wirklich schwer nähere Informationen darüber zu finden, wie man Leuten helfen kann, die Beides in sich vereinen.

    Das Problem ist, dass er mit 28 wieder zu Hause bei meinen Eltern wohnt und trotz psychologischer Behandlung immer mehr in den Drogenkonsum abtriftet und durch seine ausgeprägten Eigenschaften durch nps für große Unruhe sorgt. Gleichzeitig kann man mit ihm als hsp kaum umgehen und helfen, da er sehr sensibel reagiert (er hatte im Rahmen von Panikattacken einen Aufenthalt in der Psychiatrie und hat Probleme Stress abzubauen)
    Das Problem, dass sich meiner Meinung nach wahrscheinlich auch der Psychologin stellt ist, dass er durch seine Kombination aus Hsp und nps sehr gut darin ist, sich selbst und andere zu manipulieren, was sich sehr negativ auf meine Familie auswirkt.

    Zum einen bin ich froh, dass er ein hsp ist und sehe darin die Möglichkeit ihm zu helfen und gegen seine narzisstischen Anteile vorzugehen.
    Zum Anderen finden sich kaum Literatur und Fachpersonen zu diesem Thema und ich habe das Gefühl dass die Aufgabe zu groß für mich ist.

    Hat vielleicht jemand Ratschläge?

  16. Hallo Oliver,

    ich schicke zunächst einmal voraus, nicht sämtliche Kommentare gelesen zu haben – sollte einer bereits einige meiner Gedanken implizieren, so sieh es mir bitte nach… 🙂

    Ich kommentiere nicht allzu oft, halte mich da an qualitativ Hochwertiges 😉 – und ich muss sagen:

    DieserDein Artikel zum Thema „Hochsensibilität und Narzissmus“ ist das Beste, was ich hierzu bisher gelesen habe, Respekt wie gleichwohl Kompliment!!!
    Wäre ich Hut-/Cap-/Mützchen-/SonstewattindieserRichtung-Trägerin, so würde ich an dieser Stelle wahlweise eine besagter Kopfbedeckungen vor Dir ziehen! 🙂

    Nur grob zu meinem Hintergrund:
    Aus fachlichem Interesse als auch aus der vielzitierten, geradezu klischeehaft verunglimpften „persönlichen Betroffenheit“ heraus (kann ne spannende Kombi sein fürs Leben! 😉 ) beschäftige ich mich als Autodidaktin bereits seit Kindertagen intensivst mit psychologischen, systemischen, besonders klinisch/psychiatrischen Komplexitäten und Inhalten, (…) – nunmehr etliche Jahre schwerpunktmässig mit Persönlichkeitsstörungen, transgenerationaler Weitergabe, Hochsensibilität, wiesoweshalbwarum,wannwiewaswovonwievieljaoderneinoderundobÜBERhaupt… 🙂

    M.E hast Du sowohl die spezifischen Unterschiede an den richtigen Stellen, als auch die jeweils prägnanten Symptomsequenzen fachlich wie inhaltlich trefflich dargestellt; dass einige hier gemeckert haben, Du hättest versehentlich nur den malignen Narzissmus beschrieben, kann ich nur bedingt nachvollziehen – schliesslich impliziert die verdeutlichend unterscheidende Beschreibung ja die charakteristischen Aspekte beider persönlichkeitsstrukturellen Besonderheiten!

    Selbst bin ich Hochsensible und auch in trangsgenerational gebildeten, vererbten (genetisch-biologisch wie rollentechnisch-anerzogen/übernommen) schwer narzisstisch-dysfunktionalen Familienstrukturen groß geworden, jedwede Form von Missbrauch war/ist bei uns geradezu an der „Tagesordnung“ und wurde niemals als solche gesehen bzw symptomatischerweise negiert oder die „Opfer“ per Gaslighting, victim-blaming/Blame-shifting, Double-binds usw in „Schach“ gehalten/gezielt verwirrt und geschwächt.

    Ob nun aus meiner Eigenschaft als HSP oder auch Früh-/Komplextraumatisierte (plus die nicht erlösten übernommenen Traumata diverser anderer Familienmitglieder seit Generationen) hatte ich glücklicherweise früh einen recht klaren Blick und eine gewisse innere Stärke, so denke ich heute – und so schwer so ein Erbe auch sein mag/ist, so sehr bin ich ja ab einem gewissen Alter dennoch in jedem Moment in meiner absoluten Eigenverantwortlichkeit – und habe die Aufgabe, nicht im defizitären Blickwinkel hängen zu bleiben und mich aus einer Opferhaltung zu definieren, sondern (okay, ist natürlich eine bewusste Entscheidung) im wahrsten Sinne das Beste daraus zu machen und die Forscherbrille aufzusetzen und die eigene hochspannende Prägungsmixgeschichte intensiv zu beleuchten (…)!

    Was ich gerne zu Deinem Artikel ergänzen würde:

    Mitnichten gehen einer auf dem narzisstischen Spektrum eher bis ganz offensichtlich im negativ-pathologischen Bereich liegenden narzisstisch geprägten Pesrönlichkeitsstrukturaneignung/-ausbildung unbedingt traumatisierende Erfahrungen in Form von Nicht-Beachtung oder Nichterfüllung frühkindlicher Bedürfnisse zurück!

    Leider – so auch in meiner (wie Hundertausenden weiterer) Familie(n) „Tradition“, spielt sehr oft sogar das exakte Gegenteil versehentlich die auschlaggebende Rolle:

    der Narz lernt ggf bereits erschreckend früh, dass IMMER ein/das vernünftige, zu maximaler Selbstkritik erzogene, in Konflikten stets als Schuldprojektionsfläche angebotene (meist ältere), ggf hochsensible (!) Geschwisterkind „schuld“ ist, der spätere Narz wird ganz bewusst geschont und gepampert – fürchten (ggf HSP-)Elternteile zB dessen cholerisch-unbeherrschtes Naturell und wollen nicht sehen, dass zB der kleine Sohn erschreckend dem bereits maligne narzisstischen, hochgewalttätigen, affektlabilen, emotional maximal instabilen und misogynen Vater „ähnelt“/gleichkommt (der widerum bereits das Abbild SEINES Vaters war usf…), dann wird nur allzuoft eine übertriebene Schonhaltung dem verhaltensauffälligen „Wildfang“ ggü an den Tag gelegt, vom (HSP-)Geschwister hingegen über jedes menschenmögliche und „gesunde“ Maß hinaus besondere Vorsicht und Rücksichtnahme gefordert, ergo:
    im Konfliktfall lernt der spätere Narz, dass NIEmals ER „schuldig“/verantwortlich für sein Verhalten ist – weil ja bequemerweise ausnahmslos das vernünftige Geschwisterkind ganz offiziell getadelt wird – er lernt: Ich muss etwas ganz Besonderes sein!“

    „Du MUSST doch IRGENDwas gemacht haben/hast doch garantiert den xy provoziert/weisst doch ganz genau, dass du ihn nicht ärgern darfst/er schnell wütend wird…“ und tausend andere Dinge mehr hört das HSP-Geschwisterkind permanent bei Konflikten mit dem sich entwickelnden Narz.

    Hinzu kommt evtl noch die ebenfalls bereits unter narzisstischen Eltern großgewordene und schwer traumatisierte Persönlichkeit der Mutter, deren eigene Abgrenzungstendenzen komplett ausgemerzt worden sind durch Prügel, Strafen, Rollenverschiebungen (Kind früh in der allverantwortlichen Mutterrolle den Geschwistern ggü, während die eigentliche Mutter sich raushält und das bedürftige Kind und gleichsam strafenden Erwachsenen spielt) uvm.
    Und die ihrerseits nicht nur jedweden Kontakt zu eigenen Bedürfnissen abgespalten hat, sondern auch noch die eigene Hochsensibilität als Schmach, Schande, Makel rückgemeldet bekam – sollten Kinder der Kriegsenkel-Generation doch noch „hart wie Kruppstahl“ gemacht werden.
    Nun steht die Chance hoch, dass so ein traumatisiertes HSP-Kind eher in die Dependenz rutscht, es sich zur Lebensaufgabe macht, seine Existenz durch maximale Unterwerfung, Abspaltung jedweder Wut, Aggressionen und ausschliesslich der Befriedigung der Umwelt „widmet“ – UND die eigenen Tochter bereits ebenso früh in die „Allverantwortlichkeit“ nimmt („Du BIST doch so vernünftig/musst verstehen/Rücksicht nehmen/aufpassen/immer lieb sein/zusehen, dass du nichts falsch machst/niemals wütend bist/niemals nein sagen/niemanden enttäuschen/falsch bist“ usf…) – die Hochsensibilität ihrer Erstgeborenen spiegelt ihre eigene – und die war ja „falsch“/schlecht/Grund, zu recht lebenslang gestraft zu werden/es Anderen recht machen zu müssen, sich für seine Existenz lebenslang zu „entschuldigen“…

    Nun erlebt also das bereits hochsensible Kind einer derart durch narzisstischen Missbrauch geprägten Mutter und Ehefrau eines mailgnen Narzissten seinerseits nicht nur keinerlei Positiv-Wertung seiner eh schon „so erwachsenen“, umsichtigen, selbstkritischen, hochempathischen, fürsorglichen, verständnisvollen, selbstgenügsamen, spirituellen, naturverbundenen, stillen, zurückgezogenen, lern- und wissbegierigen Anteile – nein, es wird darüberhinaus auch noch jedesmal bestraft, wenn es noch irgendwelche gesunden Kontakte zu eigenen Abgrenzungswünschen hat und diese zu äussern wagt – Folge: „noch ausgeprägtere Hochsensibilität“, jetzt aber als Traumafolge „obendrauf“.

    Und das in seiner grenzenlosen Aggressivität stets bestätigte Geschwisterkind, dem permanent die ungeteilte Aufmerksamkeit, Rücksichtnahme, unmittelbare Bedürfniserfüllung und Fernhalten von jedweden verantwortungsvollen „Belastungen“ des Lebens oder der Familie zuteil wurde, wird seinen unreflektierten Größenwahn weiter ausbauen. Das, was es am allernötigsten gebraucht hätte – nämlich das Setzen und Erleben gesunder GRENZEN aller Anderen ihm gegenüber, das Spiegeln der Konsequenzen seines Verhaltens, seiner Aggressionen uvm – blieb ihm verwehrt – in allerbester Absicht der Erziehungsberechtigten, sollte der spätere Narz doch durch die Dauer-Betuddelung und Geschontwerden als „rohes Ei“ vor exakt DIESER Persönlichkeitsausprägung und seinem Erbe geschützt werden…

    Ein weiterer Gedanke, den ich wichtig fand zu betonen (was Du ja eigentlich bereits getan hast 🙂 ):

    Das explizite „Enttarnen“ vermeintlicher Empfindsamkeit von Narzissten:
    Es kann nicht deutlich und oft genug gesagt werden:
    NEIN, der Narz ist NICHT empfindSAM (empathisch oder hochsensibel), sondern empfindLICH (pathologische Vulnerabilität, emotionale Instabilität und permanente Kränkbarkeit) – BIIIIIG DIFFERENCE !!! 🙂

    Ansonsteninsgesamt:

    Geiler Blog, Danke!!!

    Entspannte Grüße,

    moe

  17. Ich finde es schade, dass in diesem Beitrag – wie in so vielen anderen zu diesem Themenkomplex – der Tenor „HSP = gut“ und „NPS = böse“ mitschwingt. Das führt dazu, dass bei mir aus interessiertem Lesen ein Überfliegen und dann ein Nichtlesen wurde. Niemand möchte gerne Narzisst sein, doch niemand sucht sich das aus. Als HSP mit NSP hatte ich mir von dem Beitrag Einsichten erhofft, aber fühle mich darin nur einmal mehr angegriffen und verteufelt. Vielleicht liegt dies an der NSP, vielleicht aber auch an der Schreibweise. Ich finde es sehr schade, dass eine sicherlich nicht geringe Menge an Menschen, die Erkenntnis sucht, durch derartig abwertende Wortwahl abgeschreckt wird. Wir stoßen auf derartige Beitrage schließlich aus einem gewissen Leidensdruck, den wir hoffen zu mildern, der hierdurch jedoch verschärft wird. Eine weitere verpasste Chance.

    • Liebe Stephi,

      ich finde es schade, und es tut mir leid, dass du meine Wortwahl als abwertend empfunden hast!

      Mein Anliegen mit diesem und den weiteren Artikeln zum Thema NPS & HSP, vor allem dann noch ausführlicher in meinem Ebook dazu war und ist, eben genau das, was du suchst bzw. in den meisten Beiträgen zu dem Thema vermisst: Eine ausgewogene Sichtweise von beiden Seiten und eben nicht die pauschale „Verteufelung“ von Narzissmus! Nachdem ich die „Wurzel“ von Narzissmus verstanden hatte, nämlich ein Ur-Schrei nach nicht erhaltener bedingungsloser Liebe, konnte ich den immensen Leidensdruck verstehen, vor was die „Maske Narzissmus“ den Betroffenen schützt, ja zum Teil ein Stück weit Mitgefühl! (wofür ich zum Teil heftig kritisiert wurde).

      Zum einen schreibe ich sehr klar und direkt, dass es überhaupt kein Zufall ist, dass HSP immer wieder an Narzissten geraten UND dass es durchaus so sein kann, dass du hochsensibel und narzisstisch veranlagt sein kannst (wie du ja selbst schreibst) – und dass dies überhaupt nicht schlimm ist, sondern ein Weg der ehrlichen Selbsterkenntnis ist (vor allem, wenn man die gemeinsamen Ursachen sieht, die einer NPS aber auch einer HS zugrunde liegen können. Stichwort: Vernachlässigungen in der Kindheit).

      Zum anderen, und das ist entscheidend, erging es mir wie dir bei der Recherche im Internet: Das einseitige und leichte Schwarz-Weiß-Denken: Ich als HSP bin immer gut bzw. immer das Opfer. Der Narzisst immer schlecht bzw. der Täter!

      Wenn du noch andere Artikel von mir dazu gelesen hättest, bzw. ein wenig meine Arbeit kennst, dann wüsstest du, dass ich dieses Opfer-Täter-Schema (Spirale) nicht bedienen möchte, weil es eben völlig einseitig ist und vor allem keine Lösung, tiefgreifendes Verständnis für die Ursachen / Dynamiken bei den Betroffenen bietet – und zwar bei HSP wie bei Narzissten!

      Andererseits wollte ich die zum Teil wirklich abstoßenden und krankhaften Verhaltensweisen bei pathologischen / boshaften Narzissten-Typen nicht verharmlosen oder beschönigen. Und natürlich ist es so, und das war eines der großen AHA-Erlebnisse für mich bei der damaligen Recherche, dass es eben nicht den EINEN Typ von Narzissmus gibt (so wie es nicht den einen Typ HSP gibt).

      Aber dieser eine, hoffnungslose, stark ausgeprägte Typ in den Medien und Beiträgen / Foren immer wieder dargestellt wird. Es gibt auch „Schwächere“ formen von Narzissmus, die durchaus noch in der Lage zu Empathie / Verständnis / Selbstreflektion sind, sie müssen darauf halt nur mehr achten als ein Mensch mit weniger narzisstischer Ausprägung (mal abgesehen davon, dass jeder von uns einen gewissen Grad von Narzissmus /gesundem Egoismus benötigt).

      Kurzum: Ich versuchte genau das darzustellen, was du meinst bzw. in der Diskussion über das Thema oft vermisst, vielleicht war meine Wortwahl nicht die richtige. Ich kann dir an dieser stelle sagen, dass ich zur Zeit das Thema Narzissmus und HS neu aufgreife, es in absehbarer Zeit dazu neue Artikel geben wird und ich die bestehenden überarbeiten werde.

      Eine schöne Adventszeit und liebe Grüße, Oliver

  18. Habe deinen Artikel mit großem Interesse gelesen, da ich derzeit ebenfalls mit den negativen Eigenschaften von Narzissten in meinem Alltag zu kämpfen habe.

    Vor drei Jahren bin ich auf das Thema Hochsensibilität gestoßen und erkannte mich selbst schnell in einigen Merkmalen wieder. Auch diverse Tests bestätigten mir eine hohe Ausprägung von Hochsensibilität.
    In den letzten 3 Jahren habe ich ausgelöst durch einen psychiatrischen Klinikaufenthalt und eine Therapie intensiv an mir gearbeitet und konnte viele Dinge reflektieren. Ich habe wegen einer ausbleibenden Verbesserung meines Zustands schließlich einen anderen Weg eingeschlagen: Energiearbeit und hier in erster Linie das Chakrensystem. Ich habe ein paar „komische“ Erfahrungen bei dieser Arbeit gemacht. So kamen und kommen immer noch plötzlich ungefiltert angestaute Emotionen an die Oberfläche, die ich offenbar vor vielen Jahren verdrängt hatte.
    Ich arbeite immer noch, aber konnte bereits extreme Veränderungen beobachten, gerade im beruflichen Umfeld.
    Um es kurz zu machen: Meine angenommene Hochsensibilität hat sich komplett gewandelt. Ich bin immer noch sehr empfindlich, aber negative Energien Anderer berühren mich immer weniger.

    Deswegen würde ich gerne ein paar eigene Gedanken anbringen, vielleicht auch, um manchen Lesern eine alternative Sichtweise auf das Thema Narzissmus und Hochsensibilität eröffnen.
    Vielleicht bringt es ja Jemanden weiter… ich will wirklich Niemandem zu Nahe treten, deswegen lest die folgenden Äußerungen mit dem Hintergrund, dass darin eine gehörige Prise Selbstkritik steckt.

    Ich bin mittlerweile der Meinung, dass das Attribut „Hochsensibilität“ für viele ein Instrument ist, um sich endlich machtvoll zu fühlen.
    Wir alle haben in der Vergangenheit viele negative Erfahrungen gemacht und fühlen uns ihnen gegenüber hilflos ausgeliefert, suchen nach irgendeiner Erklärung für die vielen Rückschläge. Da kommt natürlich ein Thema wie Hochsensibilität gerade richtig. Hier erkennen wir plötzlich hinter den negativen Erfahrungen eine machtvolle Eigenschaft: Wir sind genetisch weiter entwickelt, als viele um uns herum.
    Ich vermute jedoch, dass all die verdrängten Emotionen, Energien – wie auch immer man es nennen möchte – uns so empfindlich machen.

    Um das Ganze zu verbindlichen, stelle man sich ein großes Fass vor.
    Bei der Geburt ist dieses Fass in der Regel komplett leer. Je mehr negative Dinge nun in unserem Leben geschehen, desto voller wird dieses Fass. Bei Manchen ist es bereits in der Jugend „voll“, Andere erleben dies erst in hohem Alter.
    Was passiert nun, wenn man in das volle Fass etwas hineinschüttet? Es läuft über…
    Was ich damit sagen will: Ich glaube, Hochsensibilität ist lediglich dem Fakt geschuldet, dass dieses Fass voll ist. Ein Narzisst hat auch ein volles Fass, er kann sich jedoch von seinen Emotionen so weit abkapseln, dass er sie nicht mehr fühlt.

    Ein hochsensibler Mensch hingegen fühlt noch etwas, weil er sein Herz nicht komplett geschlossen hat.

    Was hat es also mit diesem gesamten Thema auf sich?
    Wir Hochsensiblen suchen nach einem Weg, uns wieder machtvoll fühlen zu können und so spielen wir gerne das Spiel des Narzissmus mit. Wir grenzen Menschen mit Narzissmus aus und schieben ihnen den schwarzen Peter zu. Gleichzeitig denken wir von uns selbst, wir seien doch so viel weiter, als die Anderen, ja seien gar genetisch bevorzugt.

    Ist nicht genau DAS das Kennzeichen von Narzissmus?
    Ich habe in meiner Klinikzeit viele Menschen mit den unterschiedlichsten Diagnosen kennengelernt, aber alle hatten eins gemeinsam: Sie kreisten ständig um sich selbst und um ihre Probleme. Viele fühlten sich in dieser Opferrolle sichtlich wohl.

    Ich halte nichts mehr von diesen ganzen Kategorisierungen, denn unterm Strich sind wir alle gleich: Verletzte kleine Kinder auf der Suche nach Liebe und Bestätigung.
    Es gibt absolut Niemanden – und da schließe ich mich ein – der nicht narzisstisch ist. Ich setze sogar noch einen drauf und behaupte, es gibt keinen Altruismus. Denn was passiert, wenn wir Anderen helfen? Richtig: WIR fühlen uns gut!

    Macht das nächste Mal einen Selbstversuch, wenn ihr auf einen Narzissten trefft: Gebt ihm eine Bühne. Dann versucht das Gegenteil und es passiert etwas Seltsames: Ihr seht das kleine,

    • Da ist Etwas verloren gegangen, daher hier der letzte Absatz erneut:

      …ihr seht das kleine, verletzte Kind, das sich anstrengt, die Aufmerksamkeit seines Gegenübers zu bekommen.
      Irgendwann kommt der Punkt, an dem man sein Herz öffnen kann und dieses kleine Kind versteht.

      Liebe Grüße

    • Hi Christopher,

      ich gehe in dem Punkt mit, und hier hat sich meine Meinung in den letzten 3 Jahren stark geändert in Sachen HS, dass viele HS, und da nehm ich mich in meiner Anfangszeit nicht raus, sich dieses Etikett umhängen, um sich a) nicht tiefer mit sich und ihren Verletzungen auseinanderzusetzen, weil nun gibt es endlich eine Erklärung: Schuld waren/sind die anderen – ich bin sensibel, an mir liegt es nicht! und b) sich machtvoll und „besonders, auserwählt“ zu sehen, so wie du es auch beschreibst (absolut richtig: das ist ein Zeichen von Narzissmus: sich selbst ständig über andere („Normalsensible“) erhöhen! Da bin ich ganz bei dir aus meiner eigenen Beoachtung wie bei anderen HSP, die ich in den Jahren so traf (und die sich auch ständig um sich selbst und ihre Probleme (Gesundheit) drehten, und ständig vor Narzissten warnten, und überall narzisstischen Tendenzen bei anderen sahen – nur nicht bei sich selbst!)

      Ein heikles Thema, das man sich genauer anschauen muss, was ich in nächster Zeit vorhabe (Stichwort: Meine Erfahrung aus 5 Jahren HS).

      Und ich sage mittlerweile, dass das Thema HS ein Modethema war / ist, auf den viele aufgesprungen sind, die sich schnell mal „hochsensibel“ nannten, um damit Aufmerksamkeit und/oder Umsatz zu erhalten (Kongresse, Bücher etc. sind dazu in den letzten 3 Jahren aus dem Boden geschossen).

      Danke für diese Sichtweise aus einer anderen Ecke, die natürlich manchen „überzeugten“ HS nicht schmecken wird…

      LG Oliver

      PS: Der Vollständigkeitshalber sei gesagt: Das ist kein „Freibrief“ oder Rechtfertigung für Verhaltensweisen von wirklich ausgeprägten, krankhaften, bösartige Narzissten. Es gibt eben Formen / Ausprägungen von Narzissmus (zB. männlicher / weiblicher Narzissmus) und man kann definitiv hochsensibel UND narzisstisch veranlagt sein…wobei hier wieder die Frage ist, ob man diese „Kategorien“ braucht, weil letztlich, da bin ich auch bei dir, geht es um erlittenen Schmerz, Liebesentzug, Vernachlässigungen, den so gut wie jeder von uns in seiner Kindheit erlebt hat (ja auch HS) und die Ausdrucksform, wie man heute als Erwachsener diese „Leere“ kompensiert, mit diesem Schmerz umgeht (projizieren oder selbstverantwortlich damit umgehen!)

  19. Danke, danke, danke.

    Ich bin vor ca. 3 Jahren auf das Thema Scanner Persönlichkeiten und HSP gestossen – und konnte mich von Beginn an damit identifizieren.

    Und jetzt das – der Bezug zu Narzissmus – was mir auch schon bewusst war, dass meine Mutter zwar nicht NSP diagnostizert hatte – aber es trotzdem war.

    Dann gab es da 3 Ehemänner – die alle zumindest 5+ waren in Bezug auf NSP – und auch noch einige nachfolgende Beziehungen. Es war mir schon klar, dass sie mir letztendlich nicht gut taten – und dass es eben was mit Narzissmus zu tun hat – und dass es das Muster meiner Mutter war.

    Und ja, mir ist auch bewusst, dass ich mir meine Partner immer selbst ausgesucht hatte – aber das weiß ich heute – damals hab ich einfach funktioniert, wie ich es in frühester Kindheit gelernt hatte.

    Und dieser Zusammenhang machts jetzt noch viel klarer. Ich lebe seit 3 Jahren jetzt endlich wirklich ganz alleine – und es geht mir wesentlich besser als in den 58 Jahren vorher.

    So alt musste ich werden, um diesen „missing link“ zu bekommen – dafür danke ich dir ganz herzlich – you made my day 🙂

  20. Ich seh mich selbst als Sensibel. Mich würde jedoch die Grenze interessieren was die Kränkungen betrifft. Auch im Bezug zu der wachsenden Narzistischen Gesellschaft. Subtile Angriffe gibts genug, die kaum bemerkt werden. Wenn sich sowas aufbaut und es dann knallt, kommt mir diese Grenze der Kränkbarkeit fragwürdig vor. Werden Grenzen überschritten oder Wunden getriggert und bedient? Von außen sieht es dann für anderen dünnhäutig aus, ob wohl das Maß schon lange voll ist und Grenzen stecken vorweg gelingt nicht, weil es dann als Einbildung abgestempelt wird. Es ist für mich auch eine Wahrnehmungsgeschichte. Keiner sieht in der Gruppe alles und derjenige der Subtil unter die Gürtellinie zuoft getroffen wird, bekommt einfach mal Zuviel ab. Manipulation und Wortspitzen etc. etc. gibt es des öfteren.
    Auch das Maß und die Art und Weise von Kritik wenn Menschen einen schon auf die Pelle rücken und schon ein Schamgefühl erzeugen wollen. Alles Fragwürdig für mich. Der Ton spielt die Musik und als Sensibler erkannt ich schon gewisse Dinge die das gesagte und der Körpersprache nicht kongruent waren. Der Ton spielt die Musik und als „Normaler„ Mensch wird es als kaum betrachtet oder wahrgenommen.

    Wer bestimmt den das Maß was die Grenze und Art der Kritik überhaupt als gesund betrachtet wird. Passive und Aktive Kritikfähigkeit.

Schreibe einen Kommentar


Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.