Warum Hochsensible in Beziehungen immer wieder an Narzissten geraten

Fragst Du Dich manchmal, warum Du in Deinen Beziehungen immer wieder an Narzissten gerätst?

Wow! Damit hätte ich nicht gerechnet. Mein erster Artikel über die Ursachen, Merkmale und Therapierbarkeit eines pathologischen Narzissmus stieß auf sehr große Resonanz. Seit August hat er über 6.700 Aufrufe und mittlerweile 47 Kommentare. Aufgrund der anhaltenden Resonanz und der vielen Kommentare, möchte ich heute einen weiteren Artikel über Narzissmus veröffentlichen. Das Interesse daran scheint medial und öffentlich weiterhin groß zu sein, ebenso die Bandbreite an verschiedenen Erscheinungsformen von Narzissmus, über die man berichten kann. Auch ganz persönlich habe ich große Lust, mich weiterhin mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Nachdem ich im ersten Artikel auf die Entstehung und Merkmale einer narzisstischen Persönlichkeit eingegangen war, einhergehend mit einem gewissen Verständnis für den Betroffenen, möchte ich im heutigen Beitrag den Schwerpunkt mehr auf die unheilvolle Anziehung von Hochsensiblen auf Narzissten legen. Es ist nämlich so, dass gerade in partnerschaftlichen Beziehungen wir feinfühligen und verständnisvollen Hochsensiblen oftmals an Narzissten geraten. Wir sind der ideale Partner. Ein Narzisst sucht einen Lebenspartner, der ihm unterlegen ist. Bei dem er treue Gefolgschaft und Bewunderung erwarten kann. Diese Charakterzüge kann ein Narzisst bei einer selbstbewussten und starken Persönlichkeit eher nicht erwarten, da er damit rechnen muss, dass seine Fassade auffliegt oder er einfach nur für sein Imponiergehabe belächelt wird.

Wenn ich im Folgenden der einfachhaltshalber von Narzissmus oder einem Narzissten spreche, meine ich damit ausschließlich Personen, bei denen man von einer pathologischen Form von Narzissmus ausgehen kann, einer sogenannten narzisstischen Persönlichkeit, was letztlich nichts anderes ist als eine klassifizierbare und schwerwiegende Persönlichkeitsstörung im Sinne des DSM. Also kein Pappenstiel, sondern wirklich gefährliche Personen. (in den USA werden Narzissten mittlerweile in einigen Verhaltensweisen mit Soziopathen/Psychopathen gleichgesetzt). Den Unterschied zu betonen, zwischen normalen, narzisstischen Tendenzen, die jeder von uns hat und einer ausgeprägten Persönlichkeitsstörung, ist mir nach wie vor ausgesprochen wichtig. Weil der Ausdruck „Narzisst“ mittlerweile allzu landläufig gebraucht wird.

Die Anziehung von Hochsensiblen auf Narzissten

Rufen wir uns zunächst noch einmal ins Gedächtnis, welche Charakterzüge ein Narzisst an den Tag legt:

  • übertriebene Selbstbezogenheit
  • ausgeprägte Kränkbarkeit
  • Unfähig zu verzeihen
  • ein unersättliches Bedürfnis nach Anerkennung und Bewunderung
  • ein – zumindest zeitweise – ins Grandiose tendierendes Selbstbild
  • starke Schwankungen zwischen Idealisierung und Entwertung anderer
  • Kontrollbedürfnisse und Machtstreben
  • Vollkommene Kritikunfähigkeit
  • Angst vor Scham, Abhängigkeit, Trennung, Alleinsein, Abschied
  • Erschaffung einer alternativen (eigenen) Realität, in der sich alles nur um das eigene Selbst dreht (dessen Wichtigkeit, Herrlichkeit, Richtigkeit und Unfehlbarkeit)
  • Ausbeuterisches Verhalten in zwischenmenschlichen Beziehungen (Beziehungen werden ausschließlich als Mittel zum Zweck angesehen, das gegenüber eher als ein Objekt als ein Individuum mit eigenen Gefühlen, Werten etc.)
  • Ausgeprägter Mangel an Einfühlungsvermögen (nicht in der Lage, sich in andere hineinzuversetzen, andere Meinungen, Gefühle, Werte, Sichtweisen anzuerkennen)
  • ein empfindlich gestörtes Selbstwertgefühl als tieferliegende Wunde, zu deren Behandlung die o.g. Bestrebungen, Abwehrmechanismen, Bedürfnisse dienen.

Ein Narzisst sucht in seinen zwischenmenschlichen Beziehung nach totaler Kontrolle und Perfektion, weil er nur dadurch sein nicht vorhandenes Selbstwertgefühl kompensieren bzw. steuern kann, indem er durch ein geschicktes Masken- und Mimenschauspiel sein Gegenüber manipuliert und steuert. Nichts fürchtet er so sehr, als „entlarvt“ zu werden, was bedeutet, dass der Schmerz, die Leere und die Einsamkeit hinter seinen Masken in Erscheinung tritt. Dies wäre für ihn ein Gefühl wie sterben, da es ihn an die schmerzhaften Erfahrungen aus der frühen Kindheit erinnert, bei denen er oftmals mit seiner Scham, seinen Niederlagen und seiner Frustration von seinen engsten Bezugspersonen alleine gelassen wurde. Nichts fürchtet er mehr – und deshalb setzt er heute als Erwachsener alles daran, diese schmerzlichen Gefühle nie wieder fühlen zu müssen.

Dieser überzogene Anspruch ist natürlich in zwischenmenschlichen Beziehungen, allen voran in einer Paarbeziehung, nicht aufrechtzuerhalten. Zu jeder reifen und intimen Beziehung gehören Konflikte, Reibungen, Selbsterkenntnis, sich so zu zeigen, wie man wirklich ist. Doch das möchte ein Narzisst nicht, insgeheim fürchtet er sich davor, wie der Teufel vorm Weihwasser. Kommt es doch zu Konflikten, was unvermeidlich ist, tritt die gekränkte Wut eines Narzissten auf den Plan. Nun kann es für den Partner sehr ungemütlich werden. Ein Narzisst kennt in dieser Phase kein Pardon. Er reagiert mit Arroganz, Schuldprojektion, Erniedrigung und Entwertung dem Partner gegenüber. Weitere Reaktionsmöglichkeiten können Rückzug, Schweigen, Flucht und Rachegefühle sein, bis hin zum Beziehungsabbruch (der dann meist schnell bereut wird) oder der ständigen Drohung einer Trennung.

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Nach dieser Skizzierung mag es nicht verwundern, dass Narzissten sich oft Partner suchen, ob beruflich oder privat, die ein eher schwach ausgeprägtes Selbstwertgefühl haben, sich anpassen und unterordnen und sich gleichzeitig damit komplett selbst aufgeben. Und nun kommen wir Menschen mit einer hochsensiblen Veranlagung ins Spiel.

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Das entgrenzte Ich

In Beziehungen sind wir Hochsensiblen das perfekte „Opfer“ von ausgeprägten Narzissten. Warum? Weil Hochsensible eine Reihe von Charaktereigenschaften aufweisen, welche die Autorin Sylvia Harke einmal unter dem Begriff „entgrenztes Ich“  zusammengefasst hat.

Merkmale eines entgrenzten Ichs:

  • Stabiles Selbst, lässt sich jedoch schnell von sich und den eigenen Bedürfnissen ablenken
  • Stark beeinflussbar von äußeren Eindrücken, Menschen, Reaktionen
  • Altruismus, erweitertes Ich: Identifikation mit den Gefühlen (Leid) anderer
  • Damit einhergehend mangelnde Fähigkeit zwischen eigenen und fremden Gefühlen zu unterscheiden, sich abzugrenzen
  • Enormes Verantwortungsgefühl, wiederum oftmals mehr für andere als für sich selbst
  • Konfliktscheu
  • Eigene Meinung, wird bei Konflikten aber schnell unsicher und zieht seine Meinung zurück
  • Großes Harmonie- und Kompromissbedürfnis
  • In Beziehungen mit dominanten Partnern Probleme, eigene Wünsche und Standpunkte durchzusetzen
  • Vertraut zu wenig der eigenen Wahrnehmung und Intuition
  • Anfällig für Schuldgefühle

Alleine an dieser kurzen Aufzählung mag man schon erkennen, warum Narzissten sich in Beziehungen gerne Hochsensible aussuchen. Ein Narzisst sucht und braucht ständig Bestätigung und Bewunderung und setzt dafür Masken und vorgetäuschte Gefühle ein. Er ist ein wahrer Meister des Schauspiels und kann situationsbedingt innerhalb von Sekunden sein Verhalten ändern. Und wir Hochsensiblen, mit unserem großen Einfühlungsvermögen, Verständnis und Altruismus geben ihm genau diese benötigte Bewunderung. Ein Narzisst beschimpft und entwertet während eines Konflikts seinen Partner, die hochsensible Person lässt es sich aufgrund der großen konfliktscheu und der mangelnden Fähigkeit zur Abgrenzung gefallen. Ein Narzisst prallt mal wieder in seinem rechthaberischen und dominanten Tonfall über ein Ereignis, der Hochsensible hat eine andere Meinung dazu, traut sich aber nicht, diese zu äußern bzw. gegen den selbstherrlichen Redeschwall anzukommen.

Im Vergleich dazu einige Merkmale eines starken Ichs:

  • Hat ein stabiles Selbstwertgefühl und lässt sich von außen nicht leicht ablenken
  • Spürt und kennt seine Bedürfnisse, kann diese seiner Umwelt mitteilen
  • Weiß, wer er ist, was er kann und nicht kann
  • Weitesgehend unabhängig von anderen Meinungen, Bewertungen (Lob/Tadel)
  • Kann Konflikte auf sachlicher/objektiver Ebene austragen
  • Kann eigene Meinung in Diskussionen aufrechthalten und mitunter auch verteidigen
  • Fähigkeit zu einer gesunden Abgrenzung von belastenden Situationen/Personen
  • Fähigkeit Nähe und Autonomie in einer intimen Beziehung zuzulassen
  • Kaum noch das Bedürfnis, andere zu beeinflussen oder von etwas zu überzeugen

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Eine unmögliche Verbindung?

Als hochsensibler Mensch mit einem Narzissten in einer Beziehung zu sein, ist eine ständige Herausforderung, mitunter auch eine permanente Qual. Wenn beide in ihrem „Element“ sind, ist es wie Feuer und Wasser, wobei der Hochsensible dabei meist der Unterlegene ist. Falls es überhaupt eine Chance gibt, die Beziehung weiterzuentwickeln, ist das nur möglich, wenn der Hochsensible lernt, sich immer besser abzugrenzen, sich nicht auf die Schuldvorwürfe des Narzissten einzulassen und sich generell mehr in Richtung eines starken Ichs zu entwickeln.

Narzissten sind in der Regel äußerst uneinsichtig und therapieresistent. Ein ausgeprägter Narzisst wird solange wie irgend möglich sein Masken- und Kontrollspiel fortsetzen. Einzig alleine bei einer tiefgehenden narzisstischen Krise, indem er zum Beispiel verlassen wird, sich immer mehr Leute von ihm abwenden, eine herbe (berufliche) Niederlage einfährt, besteht die Chance, dass sein Maskenspiel zusammenbricht und der dahinterliegende unsagbare Schmerz sich Bahn schlägt. Nun kann es zu seltenen Momenten von echter Authentizität kommen und nun könnte ein sensibler und gefestigter Partner ihn mit seinem Mitgefühl und seinem Verständnis auffangen, ja regelrecht empfangen. Ein ganz anderer Mensch kommt zum Vorschein. Es können (erste) Momente von echter Nähe, Vertrautheit und Verbundenheit entstehen – jenseits der jahrelang getragenen (Schutz-)Masken.

In allen anderen Fällen ist für einen hochsensiblen Menschen wohl eher ratsam, die Notbremse zu ziehen, einen letzten Rest Selbstfürsorge und Kraft aufzubringen, um sich aus einer dysfunktionalen Beziehung mit einem Narzissten zu lösen (auch wenn dabei die gekränkte Wut eines Narzissten geweckt wird). Nach einigem Abstand, trotz all der erfahrenen Kränkungen und Enttäuschungen, mag es sogar gelingen, darüber nachzudenken, was man aus dieser Beziehung über sich selbst gelernt hat, welche Reifung in der Persönlichkeit nun eintreten kann – oder schon eingetreten ist. Eine (ehemalige) Beziehung mit einem Narzissten auch als Chance zum Wachsen zu sehen.

Warst du schon einmal in einer Beziehung mit einem Narzissten?
Was hast du daraus gelernt?

 

P.S. Wenn dir der Artikel gefallen hat, würde ich mich freuen, wenn du ihn bei Facebook likest oder mit deinen Freunden teilst.


Quellenachweise:
Sylvia Harke: Hochsensibel – was tun? & Hochsensibel ist mehr als zartbesaitet*
Ulrike Hensel: Mit viel Feingefühl: Hochsensibilität verstehen und wertschätzen*
Claude-Bettina Anhoeck: Diskurs über HSP im Vergleich mit NPS
Bilder: pixabay by geralt, unsplash by ryan moreno

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Veröffentlicht von

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Hi, ich bin Oliver: Blogger & Autor & Querdenker. Nach einer dreijährigen beruflichen Auszeit und den anschließenden Orientierungs- und Anpassungsschwierigkeiten, weiß ich heute, wie ich leben möchte: Frei und Selbstbestimmt. Und im Einklang mit meiner sensiblen & kraftvollen Männlichkeit. Ich schreibe über Beziehungen, Mann-Sein, Hochsensibilität, Minimalismus und Persönlichkeitsentwicklung.

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84 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hey Oliver,auch dein zweiter Teil über Narzissmus,hat mir auch gut gefallen.Ich lerne immer sehr viel über deine Blogs.So kann ich dann auch einige Menschen besser verstehn und ihre Beweggründe erkennen!
    Liebe Grüße
    Birgit

  2. Ja, da gibt es wohl leider einen Zusammenhang. Ist mir auch passiert, aber zum Glück nicht nochmal. Die Jahre mit einem narzissten haben mich so geprägt/ traumatisiert dass ich sie danach schon von weitem erkannt hab. damals hatte ich weder von narzissmuss noch von hochsensibel je was gehört. Das wäre sicher leichter gewesen
    Leider entkommt man ihnen z.b. im Job nicht immer. Aber eine Beziehung sicher nie wieder! Man kann gar nicht genug darüber schreiben um andere zu warnen.

    • Hi Mitch,

      vielen Dank!

      Du darfst gerne den Beitrag auf deiner Webseite verlinken. Bitte nur nicht den ganzen Text eins zu eins kopieren und veröffentlichen, das ist doppelt Content und wird von Google abgestraft!

      Viele Grüße auf die Peloponnes, ich war da auch schon, ist herrlich 🙂
      Oliver

  3. Was ich aus den Beziehungen mit Narzissten als Hochsensible gelernt habe?! Frei zu sein, mir zu vertrauen und zu mir zu stehen. Außerdem fällt mir das Loslassen wesentlich leichter. Alles in Allem waren diese schmerzhaften Erfahrungen notwendig, um zu mir selbst zu finden. MANCHMAL, wenn ich ganz leise versucht habe zu mir zu stehen, kam die Angst hoch selbst ein Narzisst zu sein. Das hat mich immer wieder zurück gehalten. Aber letzten Endes habe ich es geschafft. Fazit: das Schlechte hatte auch was Gutes :-).

    Danke für diesen Artikel .

    • @Pippi Lotta, genau diese Gedanken habe ich auch..selbst der Narzisst zu sein.Ich glaube, das macht das Schuldgefühl. Es macht Mut zu lesen, dass es möglich ist wieder zu sich zu finden..auch wenn es wohl dauert und so schwer scheint, sich wieder zusammen zu setzen.
      Vielen Dank für diesen Artikel und auch an den Autor. 😏

  4. Hallo Oliver,

    ein wirklich guter und interessanter Beitrag zum Thema Hochsensibilität und Narzissmus. Eine gute Ergänzung zum vorhergehenden Artikel über das Thema, bei dem ich auch schon einen Kommentar hinterlassen habe.

    Ich lese dein Blog wirklich mit großem Interesse und habe auch dein Buch in meiner Sammlung. Insgesamt finde ich deine Denkansätze immer sehr inspirierend, auch wenn ich nicht in jedem Detail damit übereinstimme (was ja auch nicht Sinn und Zweck ist).

    In der Beschreibung des entgrenzten Ichs finde ich viele Eigenschaften meiner Persönlichkeit wieder. Ich würde mich nicht zu 100% als hochsensibel bezeichnen, habe aber auch Probleme meine starke und männliche Seite nach außen zu tragen. Gründe dafür liegen eher in meiner Vergangenheit als in meinen Genen (wobei auch mein Vater mir ähnliche Charakteristika aufwies). Zum einen litt ich in meiner Schulzeit an einer Krankheit, die mich „demütigte“ und in eine (körperliche) Außenseiterposition zwang. Daraufhin entwickelte ich die Taktik, meine äußerlichen Defizite mit inneren Werten, Hilfsbereitschaft, Emotionalität, Empathie und hohen moralischen Ansprüchen auszugleichen (was ich dann wohl übertrieb). Zum anderen verlor ich im Alter von 14 Jahren meinen Vater durch einen Motorradunfall. Meine männliche Identifikationsfigur war urplötzlich weg, es blieben mir noch meine (autoritäre) Mutter und meine Schwester. Diese Ereignisse, zusammen mit kleinen Kränkungen und Krisen, die sicher jeder hat, prägen mich bis heute.

    Ich bin froh, dass ich es geschafft habe jetzt in stabilen Verhältnissen zu leben mit einem Job, der mir Spaß macht, und einem sehr intakten Familien- und Freundeskreis. Mein Verhalten und mein Charakter erschweren mein Leben aber trotzdem immer wieder, weshalb ich wohl auch das „Glück“ hatte, dass eine Narzisstin in einer 5jährigen Beziehung mein Leben bestimmte.

    Wie du es so schön beschreibst ist es ein Suchen und Finden. Wir ergänzten uns ja ganz gut. Ich war beeindruckt von ihrer Stärke und ihrem Selbstbewusstsein bekam zuerst einmal alles, was ich mir wünschte von ihr „gespiegelt“. Sie bekam ebenso ihre benötigte Zufuhr an Bestätigung und Anerkennung von mir. Im Laufe der Zeit wird es unmerklich destruktiver, wenn der Alltag einkehrt und alles etwas nüchterner wird und man auch mal kritisch hinterfragen muss. Ein Vorgang den man auf diversen Websites und in diversen Büchern gut nachlesen kann. Es spielt sich wohl immer gleich ab. Für einen „Wissenden“ oder sehr selbstbewussten Menschen wohl leicht zu erkennen…für einen „Unwissenden“ mit „passender“ Persönlichkeit unfassbar.

    Für mich ist nun der Absprung geschafft. Ich lebe seit 2 Monaten getrennt, seit einem Monat komplett ohne Kontakt. Für mich ist es eine Art Befreiung und ich fühle mich erleichtert und recht wohl in meiner Haut. Nach den Schamgefühlen kurz danach fühle ich mich nun eher stolz, dass ich mich trotzdem sehr oft gegen die manipulativen und verletzenden Übergriffe gewehrt und meine Freunde und meine Familie nie vernachlässigt habe. Oft denke ich nun auch über mich und mein Verhalten in der Beziehung nach, reflektiere und weiß, dass ich etwas ändern muss. Zur Zeit achte ich bewusst darauf, nicht alles zu akzeptieren, nein zu sagen und Grenzen deutlich zu machen. Es fällt mir schwer und braucht Übung, aber jeder Erfolg bringt mich ein Stück weiter.

    Daher kann ich mich dem Kommentar vor mir nur anschließen. Das Schlechte hat auch etwas Gutes gebracht: Eine große Portion Selbsterkenntnis und die Einsicht, dass ein kleines bisschen gesunder Narzissmus nicht schaden kann.

    Zum Schluss nochmal einen Gruß und Dank an dich, Oliver. Mach weiter so!

    • Hi Daniel,

      ganz herzlichen Dank für deinen wertschätzenden und ausführlichen Kommentar. Schön, dass dich meine Arbeit so inspiriert.

      Zum Thema Ursachen/Ursprung einer Hochsensibilität. Es ist die alte Frage: Was war zuerst da: Ei oder Hehne? Bis heute beschäftige ich mich mit der Frage, ob meine Hochsensibilität nicht einfach eine Folge meiner schwierigen Vergangenheit ist. Ganz ähnlich deinen Beschreibungen. Ausnahmslos jede HSP, die ich in den letzten 2 Jahren kennengelernt habe, hatte eine schwierige, mitunter traumatische Vergangenheit, soweit ich das erfahren habe. Ich bleibe bei dem, was ich gelesen und für mich reflektiert habe: Es ist ein Charakterzug, der sich aber durch traumatische Erlebnisse in Sachen Reizempfindlichkeit etc. erheblich verstärken kann. Neuere Forschungen von Elaine Aron (der Pionierin) belegen, dass auch Menschen mit einer vergleichsweisen „normalen“ oder glücklichen Vergangenheit (Kindheit/Jugend) eine hochsensible Anlage haben können.

      Aber warum immer in der Vergangenheit und nach Erklärungen forschen, so mein neuer Ansatz? Fakt ist, du, ich und viele andere HSP haben nun mal dieses besonders ausgeprägte Nervensystem mit all seinen Merkmalen. Was machen wir HEUTE daraus? In den kritischen Kommentaren und Berichten gegenüber der Entstehung von Hochsensibilität, lese ich eigentlich immer nur Pathologisches heraus, einer psychischen Erkrankung gleichgesetzt. Dabei werden völlig die positiven Aspekte einer HS außer Acht gelassen. Wie du es auch erlebt hast: Empathie, Moral, Verständnis, Verantwortung etc.

      Für mich geht es immer mehr darum, zu schauen, was ich mit meinen Werten, Überzeugungen, Verhaltensweisen bewirken kann, wie ich mich einbringen kann in mein Umfeld, anstatt andauernd nach dem Woher/Warum zu fragen, wobei ich das immer noch spannend finde, aber es ändert sich gerade.

      Glückwunsch zum Absprung. Deine Beschreibungen zu den Verhaltensweisen, der Anfangsphase eurer Beziehung, sind wohl ziemlich typisch für eine narzisstische Persönlichkeit. Wobei ich ja, wie du sicherlich gelesen hast, immer wieder dafür plädiere, nicht vorschnell jemanden den Stempel „Narzisst“ aufzudrücken. Zwischen narzisstischen (normalen) Tendenzen und einer destruktiven, narzisstischen Persönlichkeit besteht ein himmelweiter Unterschied! Aber das weißt du sicherlich 🙂

      Ich lerne ja auch ständig durch das Schreiben der Artikel dazu. Im Grunde ist es fast so, dass ich die Artikel für mich schreiben, weil mich ein Thema brennend interessiert, mitunter auch umtreibt und ich darüber lernen möchte 🙂 Das Thema brennt in mir und möchte in die Welt, so mein Eindruck!
      Ein Kommentator auf Facebook meinte, Narzissmus sei nur die Schatten/Anti-Seite von Hochsensibilität. Das sehe ich nicht so, das ist mir zu vereinfacht, undifferenziert. Aber eine Anziehung besteht, von beiden Seiten, HSP wie Narzisst, und darüber gilt es nachzudenken, zu reflektieren.

      Deshalb möchte ich in einem nächsten Artikel genau diese vermeintlichen Ähnlichkeiten von Narzissten und Hochsensiblen genauer untersuchen, als eine weitere Fortführung des Themas.

      Also, nochmals Danke für deinen Kommentar und alles Liebe – und ja, ich versuche so weiterzumachen 🙂

      Liebe Grüße an dich, oliver

      • Hallo Oliver,
        ich will nicht sagen, das Narzissmus eine Schatten/Anti-Seite von Hochsensibilität ist. Aber, seit 2013 bin ich einer Beziehung ( geheiratet 2016 ), meine Parnerin ist auf der einen Seite hochsensibel und auf der anderen hochgradig narzisstisch.
        Ich weiß mir im Moment nicht zu helfen. Bei dem, was ich bisher über beide Themen gelesen habe und wie meine Partnerin mit mir umgeht wundert mich nichts mehr.
        Wenn wir mit anderen zusammen kommen, spielt Sie die perfetke Partnerin, und alle glauben wir sind das Vorzeigepaar. Aber wehe wir sind wieder allein, ich habe das Gefühl, alle 5 Min. steht vor mir eine andere Person.
        Danke für diesen Blog.

        Danke Oliver
        LG an alle Betroffenen

        • Danke Uwe für deine Schilderung.

          Ich glaube durchaus, und schreibe es auch im Buch, dass man hochsensibel und versteckt narzisstisch sein kann. Aber meist nicht in der krassen und boshaften Form wie zum Beispiel a la Trump.

          LG Oliver

    • Ich danke Dir, lieber Oliver ♥

      Schön, dass Du dieses Thema aufgegriffen hast.
      Mein Gedanke ist auch oft die, die nach diesen Antworten suchen
      haben oft kaum narzistische Störungen.
      Meist suchen doch Jene nach Antworten, die Lösungen finden wollen.
      Wer innerlich leidet, der sucht nach Erkenntnissen.
      Die echten Narzissten, suchen höchst selten danach.
      Sie zweifeln nicht.
      Die Sensiblen suchen, weil sie merken, dass etwas nicht stimmt.
      Sie wissen nur sehr lange nicht – WAS es ist.

      Der GESUNDE sucht und zweifelt !!!

      Der stark Gestörte oder Narzist wird sich selbst immer für gesund halten.
      Das hat mir mal eine Ärztin geschrieben, mit der ich im Internet Kontakt hatte.
      Viele Jahre dachte ich, ich wäre komplett verrückt.
      Abgetrennt von der Welt, Zärtlichkeit, Freunden und echter Fürsorge, seelischer Sicherheit , habe ich fast den Verstand verloren.

      Dein Blog hier ist unglaublich wichtig.

      Ich danke Dir ♥
      (sorry wegen der Rechtschreibung)
      Claudia

  5. Hey Oliver,

    Danke für deine wertvolle Arbeit hier.

    hier mein Erfahrungsbericht:

    Ich stand auf der Liste eines Narzissten, der seit 10 Jahren in Therapie ist, wobei er jede Woche eine Stunde lang seine GRANDIOSITÄT trainieren kann. Die Beziehung scheiterte aufgrund meiner Toleranz und Diplomatie (als Schwächen) erst nach einem Jahr.

    Was ich gelernt habe:
    • Ich werde mich niemals wieder so abwerten lassen.
    • Ich werde niemals wieder so naiv sein und mich so täuschen lassen.
    • Nie wieder wird mich jemand so respektlos behandeln. Nie wieder!
    • Nie wieder wird mich jemand so demütigen.
    • Nie wieder werde ich Liebe mit Schmerz verwechseln.
    • beziehungsbedürftig ist ungleich beziehungsfähig
    • Zeitverschwendung, Energieverschwendung, wahnsinniger Aufwand.

    Positive Seiten:
    • Ich konnte meine Schuldgefühle, vor allem sexuelle erkennen, annehmen und loslassen
    • Ich habe die Welt besser kennen gelernt.
    • Differenzieren gelernt. Mit welchen Menschen, Gedanken und Problemen werde ich mich in Zukunft umgeben, um meine Energie nicht zu verschwenden?
    • Ich muss mich nicht erniedrigen lassen, um meinen Selbstwert zu erkennen. Er ist auch so da und will gepflegt und genährt werden, was mit einem narzisstischen Sadisten als Partner sicher nicht funktioniert. Das ist eine Tatsache.
    • Liebe ist ungleich Schmerz und Hass. Die Form von Liebe, die ich mir ersehne, die ist bedingungslos, gebend und nährend…
    • Ich hab mich selbst wieder.
    • Ich habe mich von belastenden Phantasien (psychischen Störfrequenzen) befreien können.
    • Dadurch, dass ich so tief verletzt worden bin (emotionale Erinnerung) konnte ich alte Traumen aufarbeiten.
    • Die Einstellung zu Sex und meinem Körper hat sich wesentlich verbessert, indem ich einen intensiven Kontakt zu meinem Selbst auf drei Ebenen hergestellt habe.

    Es war harte Schule, die ich nicht missen aber auch nicht wiederholen möchte. Ist Freiheit eigentlich das Gegenteil von Sicherheit? Ist Sicherheit Gefangenschaft? In mir finde ich Geborgenheit und Sicherheit. Es ist in mir, in jedem.

    alles Liebe

    • Hallo Barbara,

      Als Betroffener kann ich nur sagen, dass Du für mich mit den aufgezählten Punkten den Nagel auf den Kopf triffst. Danke, Liebe Grüße Hans Peter

      • Darf ich noch etwas schreiben?
        Ich bin so aufgeregt, dass ich diesen Blog hier gefunden habe.
        Eigentlich hätte ich gern mit fast allen Schreibern hier mehr Kontakt.

        Alles was ihr schreibt, kommt mir sehr bekannt vor.
        Auch dieser ganze Zweifel zB über die eigenen sexuellen Wünsche.

        Die eigenen Schuldgefühle, das ist ein sehr großes Problem.
        Vor allem, wenn man sich dann mal etwas traut und ein Tag
        später hat man ein unglaublich schlechtes Gefühl.
        Man prangert sich quasi selbst an. Eine Art Selbstzensur.
        Und dann schießt man irgendwann wieder über das Ziel hinaus
        und hat wieder schlechte Gefühle.

        Aber wie soll man sein ?
        Darf ich auch mal im Mittelpunkt stehen ?
        Oder nur andere Menschen….

        Was erlaube ich mir selbst?
        Ich neige seit Jahren dazu,
        mich selbst zu parodieren.
        So eine Art trauriger Clown.
        Es ist ein Ritual geworden, wobei ich mich
        selbst zum lachen bringe und manchmal auch andere.
        ( zB lustige Fotos ins Internet stellen )

        Danke an Barbara

  6. Hallo Oliver, danke für diesen wertvollen Beitrag! Schon beim Lesen des Titels ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen.
    Meine Erfahrung aus einer solchen Beziehung: ich bin gewachsen. Schritt um Schritt bis ich zu 100% auf meine Wahrnehmung vertraut habe und zu mir gestanden bin. Insofern war es die wichtigste Beziehung meines Lebens.
    Als ich gerade den Artikel gelesen habe, ist mir klar geworden: ich habe diese Resonanz nicht mehr. Jetzt fühle ich mich zu anderen Männern hingezogen und andere Männer kommen auf mich zu.
    Danke Oliver, dass du mir das bewusst gemacht hast und danke mir, dass ich diesen Weg konsequent zu mir gegangen bin 🙂

    • Liebe Karoline,

      das ist sehr schön zu lesen, und zeigt, dass es tatsächlich möglich ist, sich aus solchen destruktiven inneren Glaubenssätzen zu befreien, und letztendlich dadurch eine ganz neue Ausstrahlung zu erlangen!

      Danke für deinen Kommentar.

      Alles Liebe, Oliver

  7. Hallo Oliver,
    Danke für Ihre super Beiträge zum Thema!

    Darf ich einen Wunsch äußern, so kurz vor Weihmachten? Ich würde von Ihnen gerne etwas über die Rolle Narziss als Elternteil, vor allem im Trennungsfall, lesen. Das wäre für mich sehr wichtig

    Viele Grüße und einen schönen ersten Advent
    Sandra

  8. Hallo Oliver, von ganzem Herzen DANKE für diesen Beitrag!
    Bisher dachte ich, mein Ex-Mann sei ein Psychopath. Einiges jedoch passte nicht. Z.B. enorme Feigheit gegenüber mutiger Stärke, wie auch unfähig zu Eigen-Initiative.
    Nun wurde mir durch deine Erklärung einiges Bewusst. Narzisst, genau das trifft es. Jahrelang war ich zutiefst Traumatisiert, und konnte so vieles nicht verstehn. Ich litt unter schlimmster Angst-Erkrankung ( Panik Attacken ) konnte das Haus lange Zeit nicht mehr verlassen. Trotzdem fing ich an, mich durchzusetzen. Da er ja unfähig ist, alleine zu sein, suchte und fand er eine Freundin, wollte jedoch weiterhin bleiben. Familie, Ehefrau und Freundin. Gott sei Dank hatte ich dadurch den Mut, mich zu trennen. Auch, weil er anfing, Gewalttätig zu werden, weil ich mich nicht mehr fügte. Und weil ich meinen Kindern ein gutes Vorbild sein wollte.
    Warum er dann weiter Psycho-Terror betrieb, verstand ich Anfangs nicht. Dies gelang ihm jedoch nur solange, bis ich verstand ,, Er kann mich nur so lange quälen, solange ich dies mit mir machen lasse ,,!
    Also stellte ich mich aufrecht hin, machte mir meine Stärke und meinen Wert bewusst, und liess mich nicht mehr Erniedrigen! Von da an, konnte er mir nicht mehr in die Augen sehn und hatte sogar Angst vor mir.
    Jedenfalls, das Ganze führte dazu, dass sich aus meiner Hochsensibilität eine starke, gute Gabe entwickelte. Das Erlebte zeigte mir, dass Hochsensibilität ein wundervolles Geschenk ist. Ich arbeitete an mir, lernte vieles dazu, und entwickelte ein starkes, mutiges ICH 🙂
    Es ist keine Trauer mehr in mir! Da ich verstand, warum er so ist, wie sehr er gelitten hat als Kind, gibt es auch keine Hassgefühle. Gott sei Dank!
    Ich wusste zuvor nicht, dass es Menschen gibt, die keinerlei Einfühlungsvermögen haben. Und ich war meinen intensiven Gefühlen, zu sehr ausgeliefert.
    Heute bin ich sehr froh, um meine Hochsensibilität, da Sie mich sehr Stark machte!
    Liebs Grüessli Els

  9. Ich setze mich gerade sehr intensiv mit diesem ganzen Themenkreis auseinander, ich bin dankbar diese Informationen und Hintergründe so deutlich vor Augen geführt zu bekommen, Danke

    • Lieber Friedeman,

      das freut mich, dass ich dir mit diesem Artikel weiterhelfen konnte.

      Weiterhin viel Erfolg & Erkenntnis mit diesem Thema.

      LG, Oliver

  10. Hallo

    Natürlich sind wir selbst die Jenen, die sich einlassen oder in Narzissten verlieben. Dennoch bleibt es von Anfang an eine LÜGE, eine Maske und nicht mehr. Und deshalb denke ich, ist es nicht verwunderlich, dass ein Narzisst dann auch genau den Schwachpunkt bei seinem Partner sucht und findet, denn jeder Mensch hat irgendwann eine Erfahrung gemacht, die ihn geprägt hat. Narzissten suchen sich bedürftige Partner, evtl. z.B. einen der schon lange Single ist, frisch geschieden ect…und da liegt die Bösartigkeit. Denn diese PSler wissen was sie tun und reißen die Wunde noch mehr auf. Zerstörer, so benannte er sich selbst in unserer Zeit. Ich habe daraus gelernt, erkenne diese Menschen schon Kilometer- weit, kognitiv aufgearbeitet. Aber auch in mir wieder aufgeräumt, denn ich war frisch getrennt als ich ihn traf und nun gehe ich ihm absolut aus dem Weg, kein Kontakt. Was er für Storys erzählt ist mir egal, dass muss man zuletzt lernen. Eine hochsensible Person reißt es weg, wenn Signale ignoriert werden. Signale sind Drohungen wie :“Irgendwann wirst du mich hassen!“. Das hat er gesagt und ich hasse nichts und niemanden….nun blöd für ihn, denn so kann er sich selbst mit seiner Wut auseinandersetzen.

  11. Hallo.
    Nun, ob und was aus Cluster B ist nun nur noch wichtig um zu sehen wie weiter.
    Narzissten schleichen sich immer wieder mal in dein Leben nach der Beziehung, Borderliner haben kein emotionales Gedächtnis und du warst „nie da“, alles schöne vergessen, als ob du eine entfernte Bekannte seist.
    Hier liegt der UNterschied, denn Narzissten neigen dazu, immer mal wieder vorhanden zu sein in deinem Leben. Was für PSler er ist egal, nur die Zukunft ist dabei im Auge zu behalten : kein Kontakt mehr, egal was kommt:-)

  12. Hallo, ich möchte hierbei kurz anmerken, dass auch Frauen Narzissten oder Psychopathen sein können.. wobei es sich bei meiner Exfreundin wohl um einen negativen Narzissten handeln dürfte. Das ist scheinbar bei Frauen eher der Fall und äußert sich nicht so offensichtlich. Das durfte ich nun nach 1,5 Jahren schmerzlich feststellen. Es ist schier unfassbar, wie mir die Augen aufgingen, als ich mit einer Freundin darüber sprach und sie meinte, ich solle mal nach Narzissten oder Psychopath googeln. Plötzlich ergab alles einen Sinn, es passte wie die wohlbekannte Faust aufs Auge. Nahezu jede Taktik, jedes Verhaltensmerkmal konnte ich bei meiner – nun mittlerweile seit fünf Wochen – Ex-Freundin wiederfinden. Sie hat sich die Welt zurechtgedreht und gebogen, wie es ihr beliebte und ich hatte zu funktionieren und leidete darunter. Vor Freunden hinter meinem Rücken schlechtgemacht, isoliert und immer war ich schuld. Es ist unglaublich, wie lange man das mit sich selbst machen lässt, zumindest im Nachhinein betrachtet. Sie hat mich über die kompletten 1,5 Jahre mit einem verheirateten Mann betrogen, den sie nebenher laufen lies. Keine Skrupel, keine Gewissensbisse. Liebe und Aufmerksamkeit von zwei Männern, muss toll für sie gewesen sein. Ich hatte zwar immer wieder sehr viele Ungereimtheiten entdeckt und idiotischerweise eigentlich sogar Beweise dafür, aber sie hat mich immer wieder davon überzeugt, dass da nichts sei, sie nur mich liebt und hat den Spieß umgedreht. Du gehst mir fremd, hast kein Vertrauen, bist wahnsinnig etc und das obwohl ich sie nazu dabei erwischt habe. Ohne jeden Skrupel von meinem Bett in seines und zurück, über Monate hinweg und redete von Kindern und Hochzeit. Narzissten haben immer! eine Ausrede und machen sich die Welt, wie sie ihnen gefällt. Sie schaffen es, dich in den Grundpfeilern deiner Überzeugung zu erschüttern und bringen dich soweit, dass du deinen eigenen Augen nicht glaubst! Dachte niemals, dass dies möglich sei. Vielleicht ist es dumm, naiv, aber sie erwischte mich immer in „schwachen Phasen“ und das Spiel begann von neuem. Ich muss dazu sagen, dass meine Mutter damals nach kurzer aber schlimmen Krankheit verstarb. Ich hatte mich mehrfach getrennt, dann begannen ihre Spielchen und das geschickte Setzen von Weichen, damit man fast dazu geleitet wird, wieder in die Falle zu tappen. Kurzum, ich habe ihr wieder eine x-te Chance geben, weil sie heulend ankam, von Kindern und Liebe redete und nach nichtmal fünf Wochen hat sie mich wieder belogen und betrogen. Sie erzählte mir, sie sei mit ihrer Freundin im Urlaub, schöne Geschichte, total ausgeschmückt, nur dass ich in dieser Zeit ihre Freundin in der Stadt getroffen habe.. 🙁 Ihrer Aussage nach bin ich nun ein Stalker und irre, weil sie eine wahnwitzige Erklärung mit mehrfachen Lücken für das ganze parat hatte..
    Ich habe den Kontakt abgebrochen und werde dies auch beibehalten. Das war wohl der so häufig erwähnte Tropfen.. Sie zeigt null Reue, überhaupt keine Einsicht, sondern versucht wie beschrieben, ihre Maske gegen alle Fakten und die Realität aufrecht zu halten.
    Das Problem an der ganzen Sache ist einfach nur, dass man nicht davon ausgeht, derart schlechte Menschen zu treffen und auf diese Psychospielchen und Manipulationen einfach anspringt.. Meine Frage ist, sind derartige Menschen böse? Agieren sie bewusst so, bzw. wissen sie, was sie machen? Oder sind sie sich dessen nicht bewusst und lediglich Opfer ihrer Krankheit/Störung? Glauben sie ihre an die Wirklichkeit, die sie auch ihren Partner verkaufen wollen, um den Schein zu wahren?

    • Hallo TimTim,
      die Frage ob Narzissten Bewußt agieren oder unbewußt, hat mich auch lange umgetrieben, auch die Frage ab das „böse“ ist.
      Vielleicht ist es müßig, sich diese Fragen zu stellen, meine Erkenntnisse haben mich auch nicht besonders weitergebracht….
      Aber bei mir ist/war es ein Zwang, diesen Fragen nachzugehen.
      Lt. HG Tudor, ein bekennender Narzisst mit einem umfassenden Blog, verhält es sich folgendermaßen: Es gibt 3 Klassen von Narzissten, den komplett unbewußten Narzissten, den Narzissten der prinzipiell weiß was er tut, es aber verdrängt um sein eigenes Selbstbild zu schützen und den bewußten Narzissten, der genau weiß, was er tut.
      Meine persönlichen Erfahrungen mit Narzissten spiegeln dieses Bild. Bewußte Narzissten sind eher selten, aber extrem gefährlich, da sie sehr zielgrichtet vorgehen und absolut keine Hemmungen haben, ein gutes Beispiel ist Donald Trump. (diese Bewußtheit ist keine „absolute“ Bewußtheit, sie bezieht sich nur darauf, das ihnen ihr Handeln bewußt ist, andere Ebenen sind sehr wohl ausgeblendet).
      Verdrängende Narzissten haben ab und an klare Momente, in denen ihnen klar wird, was sie tun, sie sind meist intelligent und gebildet, beruflich erfolgreich und tragen Grandiosität nach außen, die aber auch ab und an in Depression verfallen, wenn sie klare Momente haben. Dies scheint mir die größte Gruppe zu sein.
      Unbewußte Narzissten sind oft erfolglos, ihre Weltsicht zeichnet sich dadurch aus, das immer die Anderen schuld sind, an ihrer Erfolglosigkeit, Unglück und am Niedergang der Welt generell. Dies ist die Gruppe mit dem größten Gewaltpotential. Oft schwer zu erkennen, da sie kaum mit dem typischen Bild einen Narzissten harmonieren und oft einfach als „Choleriker“ abgetan werden.

      Was die Frage nach dem Bösen betrifft (eine zutiefst philosophische Frage), halte ich es mit der buddhistischen Sicht:
      Es gibt kein gut und kein böse, es gibt nur bewußt und unbewußt. Bin ich bewußt (was Empathie einschließt, die bei „bewußten Narzissten“ nicht vorhanden ist), tue ich automatisch das richtige, gute. Bin ich unbewußt, werde ich das gute verfehlen……
      So kann man sagen, das der chronisch unbewußte Narzisst (und diese Bezeichnung trifft letztlich auf alle 3 Klassen zu) das verkörpert, was wir im christlichen Begriff als das „böse“ bezeichnen.

    • Hallo TimTim,
      die Frage ob Narzissten Bewußt agieren oder unbewußt, hat mich auch lange umgetrieben, auch die Frage ab das „böse“ ist.
      Vielleicht ist es müßig, sich diese Fragen zu stellen, meine Erkenntnisse haben mich auch nicht besonders weitergebracht….
      Aber bei mir ist/war es ein Zwang, diesen Fragen nachzugehen.
      Lt. HG Tudor, ein bekennender Narzisst mit einem umfassenden Blog, verhält es sich folgendermaßen: Es gibt 3 Klassen von Narzissten, den komplett unbewußten Narzissten, den Narzissten der prinzipiell weiß was er tut, es aber verdrängt um sein eigenes Selbstbild zu schützen und den bewußten Narzissten, der genau weiß, was er tut.
      Meine persönlichen Erfahrungen mit Narzissten spiegeln dieses Bild. Bewußte Narzissten sind eher selten, aber extrem gefährlich, da sie sehr zielgrichtet vorgehen und absolut keine Hemmungen haben, ein gutes Beispiel ist Donald Trump. (diese Bewußtheit ist keine „absolute“ Bewußtheit, sie bezieht sich nur darauf, das ihnen ihr Handeln bewußt ist, andere Ebenen sind sehr wohl ausgeblendet).
      Verdrängende Narzissten haben ab und an klare Momente, in denen ihnen klar wird, was sie tun, sie sind meist intelligent und gebildet, beruflich erfolgreich und tragen Grandiosität nach außen, die aber auch ab und an in Depression verfallen, wenn sie klare Momente haben. Dies scheint mir die größte Gruppe zu sein.
      Unbewußte Narzissten sind oft erfolglos, ihre Weltsicht zeichnet sich dadurch aus, das immer die Anderen schuld sind, an ihrer Erfolglosigkeit, Unglück und am Niedergang der Welt generell. Dies ist die Gruppe mit dem größten Gewaltpotential. Oft schwer zu erkennen, da sie kaum mit dem typischen Bild einen Narzissten harmonieren und oft einfach als „Choleriker“ abgetan werden.

      Was die Frage nach dem Bösen betrifft (eine zutiefst philosophische Frage), halte ich es mit der buddhistischen Sicht:
      Es gibt kein gut und kein böse, es gibt nur bewußt und unbewußt. Bin ich bewußt (was Empathie einschließt, die bei „bewußten Narzissten“ nicht vorhanden ist), tue ich automatisch das richtige, gute. Bin ich unbewußt, werde ich das gute verfehlen……
      So kann man sagen, das der chronisch unbewußte Narzisst (und diese Bezeichnung trifft letztlich auf alle 3 Klassen zu) das verkörpert, was wir im christlichen Begriff als das „böse“ bezeichnen.
      Das muß natürlich jeder für sich selbst entscheiden, was böse ist.

      • Anmerkung von mir:

        Du hast das sehr gut getroffen.Sehr schöne und intelligente Ergänzung auf subtile und extrovertierte Narzissten. Ich sehe es auch so. Es steht und fällt alles mit bewusst und unbewusst. Sogar ein Narzisst, der so identifiziert ist mit seinem falschen Ideal-Bild, das er ständig verteidigen muss, kann sich bei entsprechender Bewusstheit seiner Verhaltensweisen gewahr werden. Er wird immer noch „unbewusste“ Momente haben, und wieder verletzend, gekränkt, reagieren, aber sie können mit der Zunahme von Bewusstheit weniger werden, da er sein Verhalten erkennt und auch den Schaden, den er damit anrichtet. Ich weiß, entspricht nicht unbedingt der allgemeinen Auffassung, habe ich aber so bei meinen Recherchen erlebt. Ebenso würde ich per se nicht allen Narzissten ein Empathiegefühl gänzlich absprechen – ausgenommen für pathologische narzisstische Persönlichkeiten, bei denen die Spaltung so weit fortgeschritten ist, dass da nichts mehr ist. Beschäftige mich gerade im Zuge meines zweiten Ebooks intensiv mit der Thematik von allen Seiten.

        LG, Oliver

        • Hallo, ich mal wieder 🙂
          Finde ich auch und bedanke mich bei Oliver und Buddhafragt.

          Unsere Gesellschaft wird immer mehr eine Narzissten
          Selbstdarsteller Gesellschaft und ich hoffe auf einen Anti-Trend.

          Guten Rutsch Euch allen hier.

    • Sehr interessanter Beitrag, Tim. Einiges von dem, was Du geschrieben hast, habe ich in ganz Ähnlicher Form erlebt. Allerdings teilweise noch deutlich krasser. Ich frage mich mittlerweile, ob meine Ex-Freundin nicht vielleicht nur deshalb Fachärztin für Psychatrie und Psychotherapeutin geworden ist, um ihr narzisstisches Alltagsverhalten noch besser perfektionieren zu lernen, und um von möglichst vielen Männern möglichst maximale Aufmerksankeit, Bewunderung, emotionale Zuwendung, Sex, und Geld oder geldwerte Vorteile (Wohnungsmiete, Rolex-Uhren, Brillinat-Ringe, Wellness-Hotel-Aufenthalte, Luxus-Urlaube, Champagner, Kaviar, Hummer, Trüffel, Designer-Kleider, Schuhe, Sportwagen die sie nach wenigen Tagen zu Schrott fährt, …) zu erhalten. Bei mir hat sie vom ersten Zusammentreffen an einen sehr intensiven Beschützerinstinkt in mir geweckt, jedoch ohne das dies bis dahin zur Sprache kam mir bereits beim zweiten Treffen ungefragt erklärt, daß sie meine Beschützerintsinkt für sie spüre jedoch ablehne, da sie keinen Beschützer brauche und Beschützerinstinkte von Männern ihr bloß lästig wären. Gleichwohl ist mein Beschützerinstinkt für sie auch nach meiner Trennung von ihr immer noch so intensiv, daß ich es nicht aushalte nicht für sie da sein zu dürfen und nichts mehr für sie tun tun dürfen. Meine Trennung von ihr war für mich ein Fehler, denn ohne sie zu sein lässt mich noch mehr sehr viel schlimmer verzweifeln als leidvoll mit ihr zusammen zu sein. Für Dich war es offenbar richtig, Dich von Deiner narzisstischen Freundin zu trennen, aber für mich war es falsch. Ich wäre vielleicht klargekommen wenn ich ein Abschiedsgespräch geführt hätte bevor bzw. als ich die Trennung erklärte. Trotz all des Schmerzes und Leidens in der Beziehung möchte ich zu ihr zurück, obwohl sie mich sicherlich weiterhin abwechselnd sehr gut und sehr schlecht behandeln würde und höchstwahrscheinlich auch weiterhin stets mehrere Männer gleichzeitig haben würde. Ich bin anscheiend (vermutlich von ihr, aber etwas Veranlagung dazu habe ich vermutlich auch vorher schon selber mitgebracht) so programmiert, daß ich mich so um sie sorge und ihr so helfen will, als sei sie mein eigenes Kind, und die Fürsorgegefühle für ein Kind entfallen ja auch nicht wenn das Kind sich als mißraten herausstellt, sondern Eltern halten immer zu dem Kind, auch wenn es sich noch so unmöglich benimmt. Sie hat mir von Anfang an das Gefühl gegeben meinen Schutz und meine Zuneigung zu brauchen, und ich habe in Liebe und Euphorie diese Verpflichtung geschmeichelt und gerne angenommen (hoffte ich doch das ihr Bedürfnis nach meinem Schutz und nach meiner Fürsorge und nach meiner Zuneigung unserer Beziehung trotz ihrer enormen und alle Männer in ihren Bann ziehenden Attraktivität Bestand verleihen würde), und nun werde ich diese Fürsorge-Verpflichtung nicht mehr los, sondern gehe daran ein, daß sie mir nicht mehr erlaubt für sie da zu sein. Weder Psychater noch Therapeuten noch Familienangehörige oder Freunden konnten mir bisher helfen, und ich fürchte ich bin dem Untergang geweiht.

    • Hallo Tim.
      Hier noch eine Ergänzung:
      Meine Freundin, die sich wie gesagt eines gewissen Narzissmus bewußt ihn, ihn jedoch bei attraktiven Akademikerinnen für normal hält, und ihn bei sich bagatellisiert, ist nicht wirklich böse, denn es ist ihr nicht voll bewußt, wenn sie sich falsch verhält. Ein wenig bewußt ist es ihr aber vermutlich schon, denn sonst bräuchte sie ja nicht dauernd zu lügen, sondern könnte zu dem Stehen was sie tut. Sie sagt als Psychaterin von sich selbst, ambivalent zu sein, und Ambivalenz ist ja ein Symptom von Schizophrenie oder schizoiden Zügen. Sie ist keineswegs immer völlig gefühllos, sondern sie ist oft auch sehr lieb und freut sich oft wenn sie anderen Menschen (insbesondere Männern, aber nicht nur) etwas Gutes tuen kann. Sie möchte sozial sein, sie möchte gut sein, sie möchte liebevoll sein, aber ihr Narzismuss und ihre Sexsucht und ihre vielen anderen Persönlichkeitsstörungen verhindern dies oft. Sie ist nicht böse, sondern quasi „behindert“ oder „Blockiert“ so gut und sozial und liebevoll zu sein wie sie oder ein Teil ihrer Seele und ihres Herzens es möchte. Sie ist nicht böse sondern hilfsbedürftig, und unter anderem insbesondere deswegen komme ich emotional nicht von ihr los, und fühle mich ihr gegenüber zur Fürsorge verpflichtet, wobei ich jedoch nichts lieber tue als mich um sie zu kümmern – ich liebe sie als wäre sie meine Tochter (bitte nicht mißverstehen) oder ein Teil von mir. Ich empfinde sie als ein Teil von mir. One sie fühle ich mich unvollständig.

      • Das ist ganz schön krass lieber Thomas.
        Solche großen Geschenke macht man aber auch nur, wenn man das Geld locker hat. ODER?

        Wieso machen Männer das?
        Reicht nicht auch was NORMALES ?

        Narzisstinnen sind vor allem dann schlimm, wenn
        sie einem Gutverdiener ein Kind anhängen.
        Alles ein sehr krasses Muster von Sklaverei und vor allem,
        irgendwann ist das Netz der Spinne sehr dicht gewebt.

        Schade um die Männer, die darauf reinfallen.
        Aber der Weg dort raus, ist möglich.
        Männer sind oft weiche herzensgute Wesen
        die natürlich auch dem Trieb folgen.

        Die Frage ist doch immer, in wie weit kann sich ein Narzisst selbst erkennen und hat er überhaupt ein Interesse daran.
        Mich erinnern Narzissten immer an Spinnen.

        Thomas, wenn Du das alles erkannt hast, dann ist es Zeit
        die Erkenntnisse in die Tat umzusetzen.

        Narzissten hinterfragen sich selten, oder schieben gern anderen die Schuld zu.
        Entschuldigung können sie gar nicht sagen.
        Sie VERBUCHEN nur selbstgefällig Erfolge, Einnahmen, Mehrwert, Lob , Aufmerksamkeit.

        Treibt man sie gesprächlich in die Ecke,
        dann ist keine Kooperation mehr möglich.
        Oder noch schlimmer, sie werden BÖSE.

        Sei also vorbereitet.

  13. Lieber Timtim, das ist eine gute Frage, ob sie das alles bewusster tun. Ich weiß es auch nicht, aber ich denke, dass sie wirklich an ihre Lügen glauben. In ihrer Welt lieben sie einen vielleicht sogar. Das Problem ist nur, dass sie nicht wissen, was wahre Liebe ist. Also nur in der Theorie wissen sie es. Ähnlich wie Autisten sich bestimmte Gefühlsäusserungen antrainieren können (Sheldon) tun dies wohl auch Narzissten. Aber das, was sie spielen und das was sie fühlen stimmt nicht überein.
    Meine Frage wäre: was macht man als Gesellschaft mit solchen im Prinzip „behinderten“ Menschen? Jeder von uns kann das Pech haben, mit dieser Veranlagung geboren zu werden. Es ist vor allem genetisch determiniert. Und es sind unheimlich viele Menschen narzisstisch gestört, es ist nicht irgendeine Randgruppe.

    • Sorry nochmal an den Blogbetreiber.
      Ich lese und lese und will immer antworten, weil ich auch schon so lange
      mit Analysen dieser Art Zeit verbringe.

      Ich habe den Eindruck, dass uns auch das www ein Stück weit krank macht.
      Gesellschaftliche zwischenmenschliche Entwicklungen hängen eng mit den
      technischen Möglichkeiten zusammen.
      Und heute ist so viel *scheinbar* möglich, dass manche gänzlich abgekoppelt leben.

      Globalisierung ist eins der Hauptprobleme.
      Das Familienleben geht vor die Hunde.

      Sich bewußt mit allen Konsequenzen für eine
      bewußt lebenden Menschengruppe zu entscheiden,
      die regional lebt, wäre das gesündeste.

      Der Mensch kann verreisen, aber das globale vieldimensionale Leben
      ist einfach total ungesund.
      Und das bringt auch viele Störungen hervor.
      Die Großstädte waren schon immer Sammelplatz für
      psychische Störungen. Durch das www wird es noch gewaltiger.
      Denn das www hat ***scheinbar*** alle Möglichkeiten offen.

      Dabei wäre regionales Kleinstadtleben viel gesünder und
      auch die gesunde Langeweile mit immer den selben
      Menschen, wäre gesünder. 🙂

      Man könnte ein Dorf mit sensiblen Menschen
      gründen ♥ 🙂

  14. Lieber Oliver, danke für den interessanten Artikel. Allerdings bin ich der Meinung, daß hochsensibel zu sein, nicht zwangsläufig heißt, nicht zu seiner Meinung zu stehen. Es ist nur sehr viel anstrengender … Vor allem an der Seite eines Narzißten … Ein anderer Punkt dürfte der sein, daß viele Hochsensible bereits in narzißtischen Elternhäusern aufgewachsen sind, in denen sie regelrecht gedrillt wurden, das Husten einer Fliege richtig zu deuten und sich entsprechend gefällig zu verhalten, um keinen Unmut auf sich zu ziehen. Kein Wunder, daß daraus hochintelligente Nervöschen erwachsen. Überdies resultieren auch zwei weitere fatale Folgeerscheinungen daraus: Erstens wird ein solches Kind auch im Erwachsenenalter narzißtisches Verhalten anderer aus Gewohnheit als normal empfinden und seine Rolle eher als die des aufmerksamen Wunscherfüllers und Dienstleisters sehen – und zweitens kann es einem narzißtischen Partner aufgrund mangelnder Unterstützung durch die Familie oft schlicht auch einfach nichts entgegensetzen. Vor allem, wenn der Isolations- und Abhängigkeitsprozß bereits im vollen Gange ist – eine leider äußerst ungute Spirale des Machtmißbrauchs, die nicht nur etwas mit der Sensibilität per se zu tun hat, sondern leider schlicht auch mit den Gesamtumständen …

    • Jedes Ihrer Worte trifft auf erschreckende Weise auf meine jetzige Situation zu. Ich beschäftige mich erst seit Oktober mit dem Thema Narzissmus und bekomme gerade ein weiteres Puzzlestück für mein „fehlendes Ganzes“.
      Und ich kann behaupten, schon sehr viele Fliegen husten gehört zu haben 😐

  15. Hochsensible sind nicht automatisch entgrenzte Ichs. Dies ist zu einseitig beleuchtet. Hochsensibel bedeutet lediglich, mindestens einen überentwickelten Sinn zu haben – plus einem Thalamus, der dieses Mehr an Reizen nicht filtern kann.
    Wie sich dieses genetisch bedingte Merkmal ausprägt liegt einerseits an der Veranlagung (eher sensomotorisch, eher kognitiv, eher emotional), andererseits an den persönlichen Erfahrungen.

    • Den Begriff des entgrenzten Ichs habe ich von der bekannten Autorin Sylvia Harke übernommen. Und deckt sich mit meinen Erfahrungen und den Beobachtungen bei anderen HSP, die ich in den Jahren kennengelernt habe, insbesondere was Themen wie Abrenzung, Selbstwertgefühl oder Gefühle/Stimmungen von anderen Personen im Umfeld angeht.

      Viele Grüße, Oliver

    • Hallo B. Landwehr und Oliver,

      Es gibt viele Mischformen, die nicht unbedingt schadhaft sind für andere Menschen. Die echten vernichtenden Narzissten sind schnell daran zu erkennen, das keine andere Meinung gilt und das sie Dein Leid nicht erkennen.
      Auch nicht, nachdem Du es ihnen immer wieder erklärst.
      Nächsten Tag geht alles weiter wie gewohnt.
      Keine Änderungen für den Leidenden.

      Ähnliches kann aber auch passieren, wenn zwei
      Hochsensible zusammen leben.
      Die können sich unter Umständen überhaupt nicht helfen.
      Beide sind darauf bedacht, sich emotional stabil zu halten
      und müssen sich deshalb abgrenzen.

      Ich zB kann mich nicht unterhalten, wenn ich
      Musik höre oder der TV läuft.
      Das mit dem Filter stimmt.
      Allerdings war es bei mir früher mal anders, als ich jünger war.

      Viele Ereignisse haben dazu geführt, dass ich am
      liebsten nur noch im Wald wäre ohne Menschen.
      Am liebsten auch ohne Nachbarn.

      Zurückgezogen ist manchmal der einzige Weg,
      um irgendwie bei mir selbst zu bleiben.
      Im Internet habe ich schon viele Menschen getroffen,
      sie so ähnliche Probleme haben.
      Glück ist dann, wenn man einen Rückzugsort hat,
      der von anderen respektiert wird.

      Danke nochmal an die Schreiber hier und
      an Oliver

      Schade das es keine Seite auf Facebook gibt.
      Eine Feel it Gruppe 🙂

  16. Lieber Oliver,
    ein hochinteressanter Artikel. Ich bin über diesen „gestolpert“ weil mich genau diese Frage umtreibt. Ich bin eine hochsensible Frau und habe GsD schon recht früh verstanden dass ein narzisstisch veranlagter Mann kein Partner für mich sein kann. Aber (!) ich habe einen Chef der so drauf ist- und das tut mir nicht gut. Die ersten Jahre ging es, da war ich fast uneingeschränkter Fan obwohl ich schon erkannte wo seine persönlichen Defizite lagen. Aber ich mit meinem totalen Verständnis und meiner Sicht auf die positiven Seiten von ihm konnte damit leben.
    Doch seit einiger Zeit (ich habe mich weiterentwickelt und keine Lust mehr ständig im Speichellecker & Bewunderungsmodus festzustecken) bekommt er nun nicht mehr meine uneingeschränkte Bewunderung und die Folge davon ist dass er auf recht subtile Art & Weise versucht „mir ordentlich eins reinzuwürgen“. Es würde jetzt zu weit führen das alles darzulegen und ich will auch keinen langweilen. Fakt ist, ich habe das erkannt. Es ist- wie Du ja auch beschreibst- äußerst anstrengend in der Gegenwart eines Menschen zu sein der sein Umfeld versucht zu entwerten, klein zu halten, zu kontrollieren. Vor allem wenn man nicht in seiner vollen Kraft ist- was bei mir durch den Tod meines Vaters vor 8 Monaten der Fall ist.

    Das Ding ist- der Job selbst gefällt mir, ich bin auch nicht mehr SO jung (50) dass es easy-peasy ist einen neuen vergleichbaren Job zu finden. Aber -es ist nicht unmöglich, das weiß ich.

    Nun was ich sagen möchte ist folgendes: Durch diesen Narzissten bin ich nun gezwungen mich aus meiner geliebten Comfort-Zone zu begeben und nach neuen Tätigkeitsfeldern Ausschau zu halten. Und das wo ich dachte ich zieh das Ding jetzt durch bis zur Rente. Bequem, pragmatisch, sicher- so dachte ich. Aber meine derzeitige Jobsituation ist offensichtlich so unkomfortabel für mich geworden dass ich einen Sprung in Neuland wage. Und ich glaube das ist positiv.

    Wichtig ist mir noch zu betonen dass ich diesem in meiner erwähnten Narzissten-Chef keinerlei Schuld in die Schuhe schieben möchte. Er ist wie er ist und fertig, ich habe das ziemlich flott erkannt und zugelassen dass er meine Grenzen überschreitet.
    Wie Du schreibst, man lässt sich solange verar…en bis man es kapiert hat. (kein wörtliches Zitat aber Du weiß auf welchen Satz ich hinaus will).

    Vielen Dank für Deine Inspiration und alles Gute für Dich,

    Petra

  17. Lieber Oliver,
    ich habe 20 Jahre mit einem Mann gelebt, der eine sog. Dyssoziale Persönlichkeitsstörung hatte, er war tatsächlich ein Narzisst …
    Diese Beziehung hat mich um meine psychische, seelische und emotionale Gesundheit gebracht.
    Aber: Diese Begegnung war ganz offensichtlich not-wendig, um meine „Not“ im Umgang mit mir selbst zu „wenden“ und mir anzuschauen, wie ich teilweise selbst mit mir umgehe – dies hat mir mein Gegenüber, mein psychopathischer Mann, gespiegelt!
    Die schlimmste und unheilvollste Zeit meines Lebens, die zu der erfüllendsten und wichtigsten Entwicklung meines Lebens führte …
    Am meisten beeindruckt hat mich Deine Schilderung der „Zeit des Erwachens“ – wie ich sie nenne -: Wenn der Narzisst seine Authentizität zeigt, für einen Moment Nähe und Zuwendung zulässt … das war der Mensch, den ich eigentlich liebte …

    Danke für Deine Gedanken und Worte!

    Christina

    • Liebe Christina,

      danke für deine Schilderung und Kommentar!

      Hat dein Ex-Mann sicher die Diagnose pathologischer Narzisst erhalten? Oder hast du sie ihm gegeben aufgrund deiner Einschätzung? 😉

      Verstehe mich richtig: Ich glaube dir, nur wird aus meiner Erfahrung viel zu schnell und zu oft mit dem Begriff Narzisst herumgewirbelt (ja, auch ich machte dies in der Vergangenheit oft).

      Letztlich kann ich dir nur gratulieren, da du aus diesen 20 Jahren genau die richtige Selbsterkenntnis gezogen hast, und eben nicht in der Opferrolle stecken geblieben bist („Ich konnte nichts tun, er hat mich nur ausgenutzt etc.“). Genau wie ich es auch in dem Artikel beschreibe. Es hat immer Gründe, die in der eigenen Persönlichkeit verankert sind, wenn man über so einen langen Zeitraum sich der Destruktivität und Manipulationen eines Narzissten aussetzt, trotz allem Verständnis für seine traumatische Vergangenheit (Liebesmangel!), die wir als Begleiter oder Partner ihm aber niemals ersetzen können – sondern letztlich können wir uns nur selbst aus der Helfer und Kompensationsrolle befreien – und uns dabei selbst erkennen, wie du es offenbar getan hast. Glückwünsch!

      Ein Narzisst kann sich in gewisser Weise nur selbst helfen, soweit er gewillt ist, es endlich erkennt, dass der Verlust irreversibel ist, und von da an die Wunde betrauert – und schlussendlich akzeptiert und integriert!

  18. Hallo lieber Oliver,
    Dieser Artikel bringt das Thema zwischen diesen Beziehungen mal echt auf dem Punkt.
    Man denk oh ,nun man Menschen gefunden die einen so annehmen wie man ist.Man wird ja in solchen Beziehungen egal ob zum Cafe Trinken oder Kino besuche oder aud der ebene die nur in der Dämerung statt findet.Bin dazu noch Introvertiert was zu Hochsensiblität auch gut ins Opfer Bild passt,ja es passt.Für Die Narzisstische Person.

    Wie Habe ich gemerkt das es Narzissten waren:Deren Bedürfnisse waren immer ganz Oben egal bei Was,welchen Film man schaut in welchen Restaurant man geht.Ok damit konnte noch mit Leben…aber als diese Personen anfingen sich bei mir im Haus so zu benehem wie die Bosse….oder ein versuchten einen klamm heimlich Kosten unter zu jubeln.Ich bezahl das und lädst mich dafür zum Essen ein.Oder Bucht Ausflüge aber nach möglichkeit noch in Vorkasse gehen bis erste Kosten weg sind…die der Narzisst gerne auf ein überträgt oder es Bar ein raus gbt aber im selben moment bestimmen man müsse nun Mittagessen gehen wo Geld raus gehauen wird..und Ausflug immer vom Konto abgeht also wurde alles immer unten hin und her gerechnet..das wiedergebe Geld Bar der Narzisst duch Essen gehen wieder rein holte…weil der Ausflug wird via Ec gezahlt aber nicht von der Karte des Narzissten ,nein der des Opfers.Wenn denn doch nicht deren Meinung vertritt und auf seine eigene Meinung besteht spielen Narzissten sich gerne in die Opferrolle und geben den Hochsensiblen die Schuld ,ist der Böse.Da nicht den Narzissten ging…..was ich am schlimmsten fand das die immer meinen Recht zuhaben und über andere bestimmen…dieses manipulierte Verhalten.Was ich sehr traurig fand diese Person redete in mein bei sein von mir in 3ter Person,lachte mich aus…du stehst da wie ein Baum,siehst aus wie ein Bauer…….wollen auch immer sagen wann die Veranstaltung verlässt,auch wenn man selber noch bleiben möchte.Oder spielen Krank ,bis diese vole Aufmerksamkeit bekommen…hat sich zwar angeb den Margen verdorben..aber fettes Stoffeis ging dann plötzlich wieder.Nach möglichkeit wird noch Reisebüro und Packesel erklärt weil die Narzistische Person kein Bock hat gepäck zutragen oder die Jacke.Wenn da Nein sag werden diese auch noch Sauer.Weil man kein Bollerwagen mit nehmen möcht &jeder sein Zeug selber schlepp.

    Als ich da langsam zu Wehr setzte,wurde es bröcklig und als Kommisch abgestemmpelt.

    Was habe ich gelernt ,gehe erstmal mit Abstand auf neue Bekannte zu.Bevor es richtige Freunde werden.

    Beim ersten Anzeichen eines Narzissten wird sofort reagiert,grenzen gesetzt bis zu kein ausnutzen kommt.

    Es ist ein Teufelkreis weil Narzissten denken oft ,man gönne nicht ohne Sie.Bringen ein in eine gezwugene Abhängikeit.Nach dem Motto hänge mit dir hab und bin mit dir Befreundet wenn meine Bedürfnisse vor deinen kommen..und du dich drann häst ist Freundschaft gekündigt.

    So war es bei mir.

  19. Wirklich toller Artikel.
    Hab mich da wirklich wiedergefunden.

    Ich hatte das Pech mit 15 auf einen Narzissten (und wie ich jetzt weiß hat er noch zusätzlich eine dissoziale Persönlichkeitsstörung) reinzufallen und es nicht zu erkennen.
    Dadurch habe ich jetzt 12 Jahre Beziehungen mit allen möglichen Persönlichkeitsstörungen durch,weil ich dachte das sei normal.
    Anfang des Jahres hatte ich dann den endgültigen Zusammenbruch wo das dann alles aufgedeckt wurde (die Geschichte ist natürlich etwas umfassender und trauriger als sie jetzt vielleicht klingen mag).

    Im Endeffekt habe ich eine ganz wichtige Sache dabei gelernt: auf mein Bauchgefühl hören. Ich lag damit immer richtig,habe es aber ignoriert,weil ich dachte dass das was der andere sagt,nicht zu dem passt,was ich fühle.

  20. Hallo! Besteht eigentlich auch die Chance, dass 2 Hochsensible ein tragfähiges Paar werden? Sowohl meine Frau, wie auch ich hatten sehr schmerzhafte Beziehungen zu narzisstischen Partnern bevor wir zusammengekommen sind, die dann auch zu größeren emotionalen Scherbenhaufen geführt haben. Das ist uns aber erst seit kurzer Zeit bewusst.

    • Hallo Radulf,

      absolut besteht die Möglichkeit, dass zwei Hochsensible ein erfülltes Paarleben haben können.

      Beiden sollten halt auf die jeweiligen Eigenarten und besonderen Bedürfnisse des anderen achten (z.b. was Rückzug angeht). Im Grunde nicht sehr unterschiedlich wie bei einer „normalen“ Paarbeziehung. Und bei alledem die Wunden aus der Vergangenheit nichts aus den Augen verlieren, bei jedem Einzelnen, und dafür selbst die Verantwortung zu übernehmen, und nicht den Partner dafür verantwortlich machen.

      LG, Oliver

    • Das ist eine sehr sehr gute Frage.
      Wenn beide um die Dinge wissen, dann kann es klappen.

      Ich zB brauche fast den ganzen Tag für mich selbst.
      Eine ständige selbstverständliche Ansprechbarkeit mit Kleinigkeiten, lasse ich nicht mehr zu.
      Wenn allerdings der Andere in seelisch schlechter Verfassung ist, krank ist oder echten Zuspruch oder Rat benötigt, dann IMMER verfügbar.

      Aber keine Inszenierungen!

      Im Alltag möchte jeder sein´s machen.
      Wenn ich überlege, wie lange ich gekämpft und diskutiert habe, um in 14m“ Quadratmetern mein eigenes Reich zu haben und die Tür auch gern mal abschließe…… !!!

      Diese Dauerverfügbarkeit des hochsensiblen Menschen ist genau DAS,
      was ihn kaputt macht. Gegenseitige Hilfe und Arbeitsaufteilung finde ich hingegen wichtig.

      Manchmal habe ich das Bedürfnis mich zu verkleiden.
      ( kein Witz) Aber dieses Bedürfnis einfach mal in ein
      Kostüm zu schlüpfen wurde bisher immer belächelt.
      Dabei ist es eine künstlerische Ausdrucksform !!!

      Und ja ! Der Sensible Mensch darf auf jeden Fall auch
      einen gewissen Narzissmus und Egoismus haben.
      Anteile davon sind sogar gesund.

      Ich hätte gern einen Partner gehabt, wo man sich gegenseitig
      bewundert. DAS ! wäre klasse ….
      Nicht als Dauerbewunderung, aber das ausgesprochene Lob !
      Oder gemeinsame echte Erkenntnisse !
      Oder …..oder . …. einfach das bewußte umgehen
      auch mit Zärtlichkeit !

      Kann sich jemand vorstellen, mein Mann sagt nie meinen Namen.
      Höchstens im Streit. Echte Zärtlichkeit kenne ich nur noch
      zwischen mir und meiner Tastatur.

      Im Prinzip ist mein Leben versaut.
      Kann man so sagen…….

      Aber letztlich JA ! – zwei Menschen die das alles wissen
      und beide sehr sensibel sind, die haben eine echte Chance,
      wenn der Rahmen und die Abmachungen stimmen.

      🙂 ulf !

  21. Hallo, das ist ein wunderbarer Blog und ein sehr wichtiges Thema.
    Ich bin so froh, dass ich diese Beschreibungen der Persönlichkeiten und auch die Mischformen davon gelesen habe.

    Mein Leben lang wurde mir von vielen Seiten meiner (ex) Familie immer vorgeworfen ,ich sei egoistisch und auf mich selbst bezogen.
    Später kam raus, dass ich im grunde genommen mit diesen Aussagen *klein* gehalten wurde.

    Alles in allem habe ich sehr sehr lange gebraucht, um zu merken das ICH Übersensibel bin und nur wenige narzistische Anteile in mir trage.
    Es ist so schwer, wenn der eigene Lebensweg durch ein falsch vermitteltes Selbstbild ein gestörter Weg wird.

    Bei mir hat das alles letzlich in einer schweren Angsterkrankung
    und gesundheitlichen Eskalation geendet, die mich 10 Jahre meines Lebens gekostet hat.

    Um nach ewigem Selbststudium zu begreifen, das ICH der Hochsensible bin und nicht wie von außen oft behauptet ein Egoist.

    Am meisten kam die Bestätigung über die Aussage, dass der sensible Mensch sehr leicht zu beeinflussen ist und je nach Umfeld sich anpasst.
    Früher habe ich scherzhaft gesagt: Ich bin ein Chamäleon.

    Es gibt so viele Menschen die keinen inneren und äußeren Halt finden,
    da sie durch das Umfeld ausgebeutet werden. Und kaum wollen sie etwas nur für sich selbst tun und durchsetzen, heißt es: Man ist egoistisch und möchte nur im Mittelpunkt stehen.

    Ich danke dem Autor und jenen, die hier ehrlich antworten.
    Für sich selbst etwas zu wollen und dabei ständig Schuldgefühle zu haben ist schrecklich.
    Wie kann ich einen gesunden Egoismus legitimieren?
    Letztlich wird man zum traurigen Clown seines eigenen Lebens,
    wenn man merkt, dass man 48 ist und nie gemerkt hat,
    was sich eigentlich wirklich abspielt in der Familie und Freundeskreisen.

    Wo findet man jetzt noch die richtigen Menschen,
    die echte Freundschaft und echtes Miteinander ebenfalls suchen?

    …… Ein versautes Leben durch immer wieder
    die falschen Bestrebungen…

    Da kann man schon Angst bekommen.
    Das Unterbewußtsein hat mich nicht belogen.
    Ich habe nur nicht darauf gehört, weil ich immer dachte
    ich bin es dem Anderen schuldig und das ich irgendwelche
    Dinge im Leben von anderen erfüllen müßte.

    Ich glaube – Jetzt bin ich mal dran.

    Lg Claudi

  22. Also egal was passiert ist, es war eine Erfahrung und es ist schwer, wenn man seinen Standpunkt vertritt gegenüber einer Narzisstin oder nicht, letztendlich spielt die Liebe eine bedeutende Rolle, das wir das böse Spiel solange mitgemacht haben, aber wenn man merkt, das man selbst und andere im Familienumfeld in Gefahr geraten (Selbstmordgedanken) dann sollte man loslassen, ich hatte drei mal diese Gedanken und dann kam der kalte Entzug von meiner Narzisstin, es ist hart, das stimmt, wir haben das Internet, wir haben die Telefonseelsorge und es gibt Therapiemöglichkeiten, aber mit Sicherheit gibt es keine Zukunft mit einer Narzisstin, Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Zum Glück ist es vorbei, ich spüre von Tag zu Tag wie es mir besser geht und bald wird man diese Frische auch wieder in meinen Antlitz sehen, es ist eine ständige Belastung für alle, mit diesen armen Kreaturen leben zu müssen, nach außen hin erscheinen sie „grandios“ im privaten Bereich: Renne bloß 🙂 Liebesgedichte hatte ich ihr geschrieben, sie zeigte sie mir kurz vor der Trennung, ich sah nicht mal mehr hin, ich wusste meine Gedichte waren herzlich, aber es machte keinen Sinn, die Erfahrung mit ihr war schön und zugleich schmerzlich, die Narzisstin hat es einfach nicht verstanden, was das stand, denn sie kennt ja nicht dieses Gefühl und versteht diese schön geschrieben Texte nicht, dazu gehört Empathie, das sich einfühlen können und ich denke an die nächste hübsche Frau in meinen Leben und hoffe das sie das dann auch innerlich ist, nochmal möchte ich das nicht erleben Zuckerbrot und Peitsche, das ist doch kein Leben. Ich beneide niemanden nun an ihrer Seite, das sagte ich ihr auch, sie schrie mich an und beleidigte mich, ich packte meine Sachen und befreite mich dann, nein ich bin ein Mensch und keine Marionette oder dein Hampelmann. Zum Schluss merken Sie sich bitte gut, verspüren Sie weder Hass noch Wut, ich spürte Schmerz und Trauer ich verlor sie ja schon einmal durch die Berliner Mauer, und ich meide Sie nun, wo ich nur kann, und eins merken Sie sich sehr gut, Sie sind nicht Schuld daran. Alles wird gut, bleiben sie stark und auf der Hut und hören sie besser auf ihr Bauchgefühl, okay bei mir hat es nicht genützt, es war meine Jugendliebe da hatte sie einen Bonus und viele Chancen hatte ich ihr gegeben, sie schimpfte noch zum Schluss, ich sei ein Versager und sie sei mir so überlegen, wäre sie das wirklich, dann wäre ich heute noch bei ihr, ich habe den Hamsterlauf beendet im Rad, ich will lieber glücklich sein, anstatt ein armes Schwein. 🙂 Zum Schluss noch ein Zitat: Werde glücklich mit all meinen Geschenken, du hast mir alles genommen, ich bin aber dem Tod entkommen, was nützen einen dann weder Geld und Gegenstände, werde glücklich damit, ich fange lieber wieder von vorne an und bin mit Sicherheit ein gebildeter Mann, ich habe alles gegeben und alles versucht, eine Narzisstin zu sein, ist wohl ein böser Fluch. Und ich wiederhole hier und jetzt meine Gedanken: Nicht ich werde sie für alles bestrafen das nennt man Intuition, sie hat nur gelacht und dachte, ich meinte sie komme nicht klar ohne mich oder ich tue ihr was an, was für ein Quatsch das macht schon eine andere Frau oder vielleicht auch ein Mann, an ihre eigenen Kinder möchte ich dabei jetzt nicht denken, oh Gott war sie böse und ich scharf auf ihre Möse, aber irgendwann ist auch mal gut, ich habe sie geliebt und das tat mir nicht gut, die Aussenwelt hatte mich gewarnt, diese Frau tut Ihnen nicht gut, ich lachte und weinte nur und ahnte es, ich kämpfte und versuchte es bis zuletzt. So bin ich halt, ein Kämpfer bis dann kam der Dämpfer, egal es ist vorbei und jetzt pell ich mir ein Ei. 🙂

    • Ich lese das jetzt schon zum 3. Male und bekomme eine Gänsehaut.

      Zuckerbrot und Peitsche kann man als *Liebesspiel* machen aus Lust, wenn es beiden gefällt und ein bisschen *necken* und *sticheln* wenn es beiden ein Grinsen ins Gesicht treibt, aber es gehört nicht in eine Partnerschaft als Strategie, den Anderen klein und abhängig zu machen.

      Viele Narzissten verwechseln die eigene Genugtuung und Lust mit dem Leid des Anderen.

      Das hört sich wirklich total traurig an.

      Allerdings das Reimen und Dichten dazwischen finde ich sehr süß.
      Die Frau die Dich bekommt und witzige kleine Niedlichkeiten zu schätzen weiß, wird sehr glücklich sein.

      Barbara hatte oben schon geschrieben, eine Liebe sollte NÄHREN und BEHÜTEN und PFLEGEN.

      😉 Und ein bisschen Peitsche im Liebesspiel kann auch kichern herbeirufen !

      Schade, das all die Schreiber hier, sich nicht in einer Facebook Gruppe treffen können. Es hört sich toll an und so bereichernd.
      Ich bin nicht ALLEINE !!!

      seufz.
      Obwohl ich auch narzisstische Züge habe, bin ich immer auf das Wohl meiner Mitmenschen bedacht. Ich glaube, man kann mit seinem eigenen Narzissmus auch GUTES bewirken.

      Lieber Henru Thomas …. ich gratuliere Dir zur Trennung und wünsche Dir von Herzen Freunde wo Du Dich offen austauschen kannst.
      Du hast ein breites Herz und solltest nicht der Ausbeutung zum Opfer fallen.

      🙂 Ich bin bei Twitter die *Liebe Frieda* falls Du ein bisschen schreiben willst.
      Lg

  23. Hallo Oliver,
    erstmals vielen Dank für deinen Blog und die Themen, die du behandelst.
    Mir wird gerade erst bewusst, dass ich diesen Muster seit meiner Kindheit kenne und er sich wohl in der Familie durchzieht, vor allem bei Männern. Mein Vater und der Vater meiner Mutter. Ich habe es im weiteren Leben bei einem Lebenspartner gehabt, bei einer Chefin, wohl mehrere Lernstationen, bei denen ich mal kürzer, mal länger geblieben bin.
    Momentan ist es eher so, dass ich leider weiterhin solche Männer anziehe, allerdings für immer kürzere Abstände und die prallen dann mittlerweile an mich ab. Trotzdem beschäftigt es mich, wieso trotz des mittlerweile gut ausgebauten und sicheren Selbst ich solche Menschen anziehe.
    Was haben die Begegnungen mit mehr oder weniger ausgeprägten Narzisten aus mir gemacht? Die, die ich heute bin. Ich liebe mich, ich sorge für mich, ich respektiere mich. Und erstmals ist Pause von Beziehungen angesagt.
    Ich muss mittlerweile über die abstrusen und absurden Verhaltensweisen von „Narzisten“ lachen. Erst heute befahl mir eine erst vor kurzem entstandene „Freundschaft“ – ich soll absofort nur dann schreiben, wenn ich gut gelaunt bin. Ich kriegte mich vor Lachen nicht mehr ein.
    Solche Menschen machen die Fliege oder fangen mit Beleidigungen jeglicher Art an, sobald man klare Grenzen setzt. Dafür lerne ich immer mehr liebe wundervolle Menschen, die so denken wie ich, kennen. Es ist wie das Stroh vom Weizen zu trennen.
    Liebe Grüße aus Berlin,
    Anna

    • Liebe Anna,

      danke für deine Schilderung & Kommentar.

      Auch ich habe es so erlebt wie du: Sobald man Menschen mit einer narzisstischen Ader eine Grenze setzt, brechen sie den Kontakt ab. Dabei habe ich nur mein Gefühl ausgedrückt, was ihre Art mit mir macht. Und das Wort Narzissmus vorsichtig in den Raum geworfen. Erst vor wenigen Monaten mit einem Paar erlebt. Bezeichnenderweise selbsternannte Hochsensible. Natürlich haben sie alles abgestritten, ich wäre ein „Wiederkäuer“ und würde meinen Narzissmus auf sie projizieren (der Klassiker).

      Trotzdem empfehlen einige anerkannte Narzissmus-Autoren es genauso so zu machen wie du und ich: Ausdrücken, was das herabsetzende, manipulative Verhalten mit einem macht. Ohne jegliche Selbstvorwürfe. Die einem einzureden, darin sind Narzissten Meister!

      Falls kein Anzeichen einer Änderung ersichtlich ist, bleibt nur noch der Weg der Trennung und des Selbstschutzes: Ob Freund, Kollege, Partner. In manchen Kontexten ist das nicht so einfach, ich weiß. Deshalb werde ich darauf noch vertiefter in meinem bald erscheinenden Buch eingehen, in dem es um Narzissmus aus hochsensibler Sicht geht und vielen mehr. Insbesondere der Vorfall mit dem einst befreundeten HSP-Paar hat mich in Bezug auf HSP und Narzissmus stark zum Nachdenken gebracht.

      Alles Liebe, Oliver

      • Mit Menschen bin ich im allgemeinen sehr vorsichtig geworden.
        Erstmal weil ich selbst nichts falsches machen will und zweitens weil ich mit 48 keine Versuche mehr machen möchte.
        Früher habe ich schon drauflos geliebt und gefühlt und vor allem sehr viel gegeben und mich gekümmert.
        Manchmal auch aus Geltungsbedürfnis. Aber es hat anderen genutzt.

        Niemand hat gesagt, das man sich im Leben unsichtbar machen muss
        um ein guter Mensch zu sein.

        Aber ich war dann schon sehr verletzt, als ich richtig doll und lange krank wurde und alle, denen ich immer die Hand in der Not gegeben hatte, einfach die Hände hinter dem Rücken versteckt haben.

        Das hat mir irgendwie die Sache mit Menschen so richtig verdorben.
        Ich hatte mal die Illusion: In guten Zeiten und in schlechten Zeiten – Familie.

        Mir fehlt so sehr eine Familie die Loyal ist. Selbst Freunde sind alle weggebrochen.

        Irgendwann finden sich Menschen, die zu mir passen oder nicht.
        Beim Grenzen setzen kommt es darauf an, wie man sie setzt.
        Tut man es garstig oder erklärt man es sachlich.
        Verstehen die Anderen die Grenzen durch Gesten oder muss man deutlich werden?

        Und vor allem, kann man selbst Grenzen von Anderen Menschen fühlen und
        einhalten?

        Ich bin früher immer mal ein bisschen zu frech gewesen, weil ich so eine
        Satire Humor Art habe. Das verstehen viele nicht und ich habe es mit den Jahren abgebaut und mich verändert.
        Mit meinem Humor kann ich aber traurige Menschen zum lachen bringen.
        -Eine kleine narzisstische Anwandlung –
        Der Clown in mir, der schon die depressiven Eltern zum lachen brachte.

        Aber ich denke nach wie vor, es gibt soziale narzissten und ego NARZISSTEN.
        Mit den NARZISSTEN will ich nichts zu tun haben.

        Schön hier zu lesen, dass immer wieder jemand seine Geschichte schreibt.
        schöner Blog – gefällt mir sehr

        Danke Oliver

  24. Alle Familienangehörigen, Freunde, Bekannten, Ärzte, Fachärzte für Psychatrie, Therapeuten, mit denen ich gesprochen haben, stufen meine Freundin als persönlichkeitsgestört und bindungsunfähig ein, und sie hat selbst eingeräumt, narzistisch zu sein, meint aber, bei attraktiven Akademikerinnen sei dies normal. Ich werde von meinem Umfeld als gutmütig und hochsensibel eingestuft. Leider hat meine Freundin mich so oft angelogen, daß mein Vertrauen zu ihr zerstört wurde. Sie begehrt extrem viel Aufmerksamkeit, Anerkennung, Rampenlicht, Sex, persönliche Zuwendung, finanzielle Zuwendungen, und zwar mehr, als ich ihr geben kann, weshalb ich nüchtern betrachtet immer befürchten muß, daß sie sich um das, was sie will, in dem von ihr gewünschten übergroßen Ausmaß zu bekommen, sie sich hinter meinem Rücken parallel immer auch an andere Männer wendet. Als wir uns kennenlernen wollte sie mich nur benutzen (sie ist zumindets mir gegenüber zwar eine andauernde aber keine gute Schauspielerin). Jedoch habe ich sie mit meinen sehr intensiven Gefühlen und mit meiner Zuneigung zu ihr und mit meinem Kinderwunsch angesteckt, und sie hat mir schließlich eine Ehe und die Gründung einer Familie zunächst in Aussicht gestellt und dann nach einigen Monaten auch zugesagt. Just an dem Tag, wo sie mir ihre Zusage per e-mail (sie war im Ausland bzw. auf dem Rückflug) zukommen lies, wollte ich sie am Flughafen abholen und die Nacht mit ihr vebringen, was sie aber ohne Begründung verweigerte, wobei sie mich auf die nächste Nacht vertrösten wollte. Daraufhin begann ich über sie zu recherchieren, und Puzzle-Stücke zusammenzusetzen, und erklärte ihr, daß es falls sie von mir nicht am Flughafen abgeholt werden wollte es wohl besser sei wenn wir uns zumindest einige Tage nicht sehen. In diesen Tagen sprach ich mit Familienangehörigen, Freunden, Ärzten, Fachärzten für Psychatrie, Thearapeuten über meine über meine Freundin neu gewonnen Erkenntnisse sowie über deren bereits von Anfang an beinahe unerträglich narzistisches Verhalten. Alle sagten (teilweise verlangten sie es sogar), ich solle die Beziehung endgültig zu beenden. Dies habe ich dann auch getan, insbesondere da ich mir das Verhalten meiner Freundin nicht anders erklären konnte, als das sie am Flughafen wohl von einem anderen Mann abgeholt oder begleitet und nach Hause gebracht und gevögelt wurde. Meine Freundin, die sehr attraktiv und 7 Jahre jünger ist als ich, hat meine Trennnungserklärung jedoch zunächst nicht ganz ernstgenommen, und konnte sich nicht vorstellen, daß ich mich trotz ihres ungeheur extremen Sex-Appeals von ihr trennen und ihr Angebot zur Heirat und Familiengründung ausschlagen wollte. Um meiner Trennungserklärung mehr Nachdruck zu verleihen, habe ich ihr eine fachärztliche Diagnose zukommen lassen, die ihr Persönlichkeitsstörungen und Bindungsunfähigkeit attestieren, und mir eine Co-Abhängigkeit attestieren. Daraufhin erklärte sie mir gegenüber ein totales Kontaktverbot. Auch auf meine Bitte nach einem Abschiedsgespräch reagierte sie nicht. Ohne Abschiedsgespäch gelingt es mir jedoch nicht, mich nicht nur faktisch sondern auch seelisch-emotional von ihr zu trennen. Als ich sie vor anderthalb Jahren zum ersten mal sah, empfand ich sofort einen extrem intensiven Beschützerinstinkt für sie, und dieser ist immer noch nicht erloschen, und ich glaube er wird auch nie erlischen. Ich empfinde sie als bessere bzw. schlechtere Hälfte von mir. Sie ist für mich ein Teil von mir, auch wenn sie noch so viele Schwächen und Fehler hat, und mir noch so oft weh tut und mich leiden lässt. Es geht mit mir körperlich und seelisch so sehr bergab, daß ich inzwischen arbeitsunfähig bin und fürchte (bin Selbständiger) bald insolvent zu werden. So kann es bzw. darf es für mich nicht weiter gehen. Ich brauche entweder ein Abschiesgespäch um seelisch-emotinal von ihr loszukommen, oder ich brauche sie als Freundin zurück (auch wenn sie höchstwahrscheinlich nicht treu sein wird). Meine Familienangehörigen, Freunde, Ärzte und Therapeuten, raten mir, sie zu vergessen, und mich in die Arbeit zu stürzen und mich damit abzulenken, aber ich muss immer nur an sie denken und hoffen oder verzweifelt weinen und über Strategien nachdenken mit ihr in Kontakt zu kommen, aber angesichts des totalen Kontaktverbots und ihres Unwillens mich zu sehen oder zu sprechen finde ich keine erfolgversprechende Strategie sie zu treffen. Und sie gegen ihren Willen vor ihrer Wohnung oder vor ihrer Arbeitstelle anzusprechen möchte ich weder ihr noch mir zumuten. Lange halte ich das jedoch nicht mehr aus, dann bin ich erledigt. Ihren erster langjähriger Freund ist wohl bereits seit fast zwanzig Jahren in der Psyschatrie, nachdem er angesichts ihrer chronischen Untreue einen Selbstmordversuch unternommen hat. Einen Suizid werde ich sicherlich nicht begehen, aber mein Geschäft wird bald zusammenbrechen wenn ich nicht wieder arbeitsfähig werde, und das könnte dann womöglich mit einer Insolvenz einhergehen. Mein Schwager meint ich solle mich nicht so anstellen sondern mich zusammenreißen und sie vergessen und in die Hände spucken und wieder arbeiten, aber ich kann an nichts anderes denken als an sie, und muß immer wieder weinen und unktrolliert laut heulen. In diesem Zustand kann ich keine Kunden empfangen. Ich brauche eine Stratege, wie ich da rauskomme.

  25. Ich denke Hochsensible sind selbst narzisstisch.Selbst davon betroffen kann ich das für mich sagen. Und Narzissten sind demnach wahrscheinlich auch hochsensibel 😉
    Und so kann es passieren das in einer Beziehung von 2 Hochsensiblen sich mal der eine,mal der andere narzisstisch verhält .Oder nicht?

    • HI Silke,

      ganz so vereinfacht sehe ich es nicht. Hochsensible können schon narzisstische Verhaltensweisen an den Tag legen, aber eben meist anders als ein pathologischer Narzisst. Mehr in Richtung eines kompensatorischen Narzissmus, also gegenteiliges Verhalten. Zum Beispiel, wenn man als Kind häufig kritisiert wurde, kann man als erwachsener HSP auf jede Kritik mit Abwehr und Kränkung reagieren.

      Dass Narzissten per se auch hochsensibel sind, halte ich für falsch. Du zielst damit vielleicht auf die erhöhte Reizempfindlichkeit ab, die nach Traumatisierungen (was Narzissmus im Endeffekt ist) sich verstärken kann. HSP ist aber nicht nur Reiz und Wahrnehmungserhöhung, sondern eben auch mitfühlend, verständnisvoll, Empathie eben, und die geht bei einem starken Narzissten völlig verloren. Oder er täuscht sie nur vor. Echt ist sie selten.

      So meine Erkenntnis nach der intensiven Recherche für mein zweites E-Book, das genau diese Fragen (und noch einige mehr) behandelt.

      LG, Oliver

      • Hallo lieber Oliver und Silke,

        Ich bin absolut der gleichen Meinung wie Oliver.
        Ein Mensch der wie ganz oben beschrieben, kaum sich selbst und seine Umwelt auseinanderhalten kann er sollte sogar narzisstisch sein.
        Diese Art Narzissten verletzen andere Menschen auch nicht mit Absicht.
        Sie schämen sich sogar, wenn sie es realisieren.
        Sie spüren alles und werten alles aus.
        Sie sind unterwegs wie ein lebender Sensor und haben es wirklich schwer.

        Kurioser Weise haben sie Mitgefühl mit Jedem, aber mit Ihnen hat keiner Mitgefühl.

        Und dann gibt es die Anderen. Die, denen andere Menschen egal sind.
        Die gehen über Stock und Stein …… Hauptsache sie zuerst und das Meiste.
        Sie pflegen ihr Leid und zeigen es vor ! Tragen ihre schlechte Laune nach außen
        und machen zynische Bemerkungen.

        Als ich mal einen Hexenschuss hatte und mich die Straße entlang quälte,
        da sagte eine narzistische Nachbarin zu mir – siehste ! Wir werden alle mal alt !!

        Genau diese Frau hat von mir dann ein Glas Honig ins Krankenhaus geschickt bekommen,
        weil ihr Hund sie gebissen hatte.
        Und genau diese Frau, hat nie Danke gesagt.

        Ich sage Euch – es gibt viele viele Menschen in dieser Welt, denen
        sollte man jede Art von Aufmerksamkeit entziehen.
        Herzlose Menschen.

        Ich lebe inzwischen ohne jegliche eigene Ansprüche.
        Bin dankbar und so brav es nur geht.
        Am liebsten ohne Menschen mit Hund im Wald.

        Mein Leben ist ein großer Haufen Verzicht auf ALLES.
        Und letztlich durch eine chronische generalisierte Angststörung lebe ich isoliert.
        Ich halte Menschen nicht mehr aus. ( Also die Meisten nicht )

        Was ich sagen will ist LIEBE SILKE –
        einfach mal Menschen länger beobachten.
        Nach 1-2 Jahren kann man sich dann eigentlich erst ein Bild machen.

        Danke Oliver für den Blog.

        Er hat mir auch die Augen ein Stück über mich selbst geöffnet.
        Und ich habe gelernt, dass ICH menschlich sehr OK bin.

        ♥ Danke an alle Mitwirkenden
        An Barbara , Hannah, Tim, Radulf, … ect ect …… Silvia…

        DANKE ♥

        Trotzdem ist das ein sehr einsames Leben, was ich jetzt habe.
        Immerhin weiß ich aber etwas mehr über mich.

        Und wie soll ein HSP Mensch im Kapitalismus leben?
        Die nächste Frage, auf die ich mit 48 keine Antwort weiß.

      • PS: Ich konnte nach einem Krankenhaus Trauma 8 Jahre fast keine Musik hören.
        Ich trage heute sogar am Tage manchmal Ohrenstöpsel.
        Träume Nachts von einsamen Hütten am Waldrand.

        Aber was macht man, wenn man dieses Wissen über sich selbst erlangt hat?
        Es gibt keine Rettung für diese Art Menschen.
        Ich kapsel mich ab, eine andere Umgangsweise habe ich nicht entdeckt bisher.

        Sobald ich mich auf Menschen irgendwie einlasse, scheine ich nicht mehr ich zu sein.

        Als wenn ich irgendwie mich selbst verliere. Dann verkrampfe ich und dann kommt meist die Panikattacke. Um so mehr Menschen oder Lärm oder Gebrabbel irgendwo…… um so schneller bekomme ich eine Panik.

        In unserer Gesellschaft gibt es keine Lösung für Menschen wie mich.

        also danke nochmal – ein wertvolles Thema

        • Nur ein kurzes Statement von mir, Murka.

          Es gibt definitiv eine andere Umgangsweise/Lösung als sich abzukapseln.

          Auch wenn du, wie du selbst sagst, eine Angststörung hast (diagnostiziert oder selbst „festgestellt?) gibt es Wege daraus. Meist schafft man das nicht alleine. Aber es gibt Hilfe.

          Das wichtigste ist: Du spürst in dir noch einen Funken davon, wie wertvoll und kostbar das Leben ist. Und das du aus eigener Kraft noch etwas bewirken kannst. Mit deinem Wirken, dir etwas gutes tun kannst, usw.

          Es kann schwierig und langwierig sein – ich weiß. Aber es lohnt sich!

          Normalerweise vermeide ich schlaue & schnelle Ferndiagnosen und Ratschläge – aber vielleicht schubst es dich etwas an 🙂

          herzlichst, Oliver

        • Muss mich da mal einklinken, weil ich selbst an massiven Panikattacken leide. Die waren Anfang letzten Jahres so schlimm, dass ich davon umgekippt bin,weil ich eine extreme Dissoziation gerutscht bin.

          War dann 6 Wochen im Krankenhaus. Dort wurde dank des inkompetenten Fachpersonals die Panik noch schlimmer.

          Mittlerweile halte ich die Panikattacken gut aus und kann sie innerhalb von wenigen Sekunden meist sogar beenden.
          Der Trick ist, sich der Angst zu stellen.
          Hast du Angst im Dunkeln rauszugehen? Geh im Dunkeln raus!
          Hast du Angst Menschen von deinen Problemen zu erzählen? Erzähl Menschen von deinen Problemen!
          Hast du Angst vor Menschenmassen? Geh zu einem Konzert!

          Und dann die Angst einfach aushalten. Das klingt einfach, aber es ist die Hölle. Aber es hilft.
          Wenn man vermeidet, wird die Angst nämlich leider nur schlimmer, wie ich aus eigener Erfahrung weiß 🙁

          • Sehr schöne Ergänzung, Katharina.

            Sehr treffend und richtig formuliert.

            Wie hab ich mal von einer Psychologin gehört: Immer der Angst entlang 😉

            LG Oliver

  26. Danke liebe Oliver für dein ständiges Bemühen rund um das Thema Hochsensibilität.Narzissmus- Könnte es sein, dass sich ein Narzist wie ein Süchtiger schützt, um nicht fühlen zu müßen,weil er Gefühle nicht aushält bzw. nicht gelernt diese auszuhalten.? Ein Süchtiger der andere bewirft und beschuldigt, damit es ihm nicht weh tut ? So wie viele Hochsensible auch, die ständig auf der Hut sind, dass sie niemand verletzt.Sei es ein Folge nach einer Traumatisierung, vorallem die die aus den kollektiven Erbe entspringen und somit angeboren sind bzw. sich im Laufe der Zeit in den Genen manifestieren.

    • Ich erlebe Hochsensible oft sich schützend, unter diesen Schutz sensibel für sich selbst, Durch diesen Schutz zeigen sich viele nicht mehr sensibel und empathisch für andere.

    • Hi Marion,

      ein sehr guter und interessanter Aspekt. Ja, ich erlebe es ähnlich wie du im Kontakt mit vielen HSP in den letzten Jahren. Aus meiner Sicht kann man Narzissmus als eine Art Schutzreaktion sehen. Wie du es gesagt hast. Ein Narzisst fürchtet nichts mehr, als sich verletzlich zu zeigen. Jegliche menschliche Schwäche, oder unangenehme Gefühle (wie Scham, Unsicherheit etc.) blendet er systematisch aus. In meinem neuen E-Book gehe ich genau darauf ein.

      Lange Zeit habe ich mich gefragt, ob man hochsensibel und narzisstisch sein kann. Sieht man es unter dem Gesichtspunkt des Selbstschutzes ergibt sich ein klares Bild. Es gibt nicht den einen Narzissmus, sondern Typen und Abstufungen. Und da viele HSP in der Kindheit Traumatisierungen/Vernachlässigungen, ähnlich wie Narzissten, erfahren haben, kann sich als Gegenreaktion/Kompensation als Erwachsener narzisstisches Verhalten herausbilden. Man fühlt sich besonders, einzigartig, stellt das über andere, fühlt mehr, stellt seine Bedürfnisse über die der anderen – man ist ja hochsensibel! Das kann man dann durchaus als eine Art Narzissmus bezeichnen – aber eben anders als ein boshafter, zur Empathie völlig unfähiger Narzisst. Ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal: Wir alle legen mal zeitweise narzisstisches Verhalten an den Tag. Ein Narzisst dagegen ständig! Er ist damit vollkommen identifiziert, kann nicht mehr wählen!

      Das mit dem Kollektiverbe aus dem 2. WK und anderen Traumata unserer Ahnen spielt da sicher mit rein!

      Mehr dazu in meinem bald erscheinenden, neuen E-Book 🙂

      LG
      Oliver

      • „ein boshafter, zur Empathie völlig unfähiger Narzisst“ Kann nicht jeder empathisch für andere sein,wenn es sich wieder dafür öffnet? Wenn er es schafft seine Angst und seine Waffen abzulegen?

        • Ja, Marion!

          Nur fällt das einem ausgeprägten Narzissten extrem schwer. Ich glaube schon, dass er Empathieregungen in sich spürt. Aber diese nach außen zu zeigen, einem Gegenüber, ist für ihn ein Eingestehen von Schwäche, von Nicht Kontrolle. Deshalb vermeidet er es lieber.

          Bei einem boshaften (soziopathischen) Narzissten sehe ich komplett schwarz (Man denke dabei nur an all die Diktatoren im 20. Jahrhundert). Hier ist die Spaltung so weit fortgeschritten, dass es aus meiner Sicht keine Hoffnung mehr gibt. Im Gegenteil: Solche Menschen empfinden sogar noch Befriedigung und „Freude“, wenn sie andere quälen, ausnutzen und für sich gebrauchen.

          • Wirklich durch und durch boshafte soziopathsche Narzissten sind meinen persönlichen Eindrücken nach hierzulande in letzter Zeit erfreulicherweise deutlich seltener geworden, auch wenn es leider immer noch viel zu viel davon gibt.
            Dagegen sind depressive Narzissten, ängstliche Narzissten, traumatisierte Narzissten, manische Narzissten, passiv-agressive Narzissten, schizoide Narzissten, hedonistische bindungsunfähige sexsüchtige (pornokonsumsüchtige oder nymphomane oder satyrhafte) promiskuitive Narzissten, alkohol- oder medikamenten- oder drogen- (insbesondere Kokain-) -abhängige Narzissten, in letzter Zeit wohl mehr geworden.
            Es kann sein, daß man Mitmenschen Unrecht tut, wenn man sie vorschnell als boshaft-soziopathische Narzissten einordnet, auch wenn man angesichts des Leids und des Schmerz und der Verzweifelung die einem wiederfahren vielleicht zunächst so empfindet.
            Es ist auch nicht sachgerecht, sich selbst nur als Opfer und den Narzissten ausschließlich als einzigen Täter zu betrachten. Vielmehr sind viele Narzissten selber Opfer (ihres oft ungewollten aber nicht selten fast zwanghaften eigenen Narzissmus), und manche Co-Abhänige machen sich ungewollt und unbewußt zu Anstiftern oder Mithelfern oder Mittätern.
            Es wäre nicht sachgerecht, Narzistinnnen per se zu dämonisieren – sie sind keine Monster, sondern Mitmenschen, und schwarz-weiß-Malerei wird den Realitäten und wirklichen Problemen nicht gerecht (auch wenn Schwarz-Weiß-Malerei für schwache Personen oder für Kinder vielleicht eine Hilfe bzw. Krücke oder Stabilisationshilfe sein kann).
            Und der Umstand, sich darüber zu freuen, andere Menschen auszunutzen, reicht noch nicht, um jemanden als boshaften Narzisten einzustufen – denn solche Empfindungen haben oft auch Vertreter von Hoheitsgewalten, Politiker, Agitatoren, Autoritäten, Vorgesetzte, Arbeitgeber, Drogenhändler, Prostituiierte, Zuhälter, Diebe, Betrüger, Wucherer, Schutzgelderpresser, ohne daß bei ihnen alleine deswegen schom immer automatisch eine klinisch-krankhafte boshafte Persönlichkeitsstörung vorliegen würde.

          • Hi Thomas,

            hab mich ehrlich gesagt nach dem ersten Lesen deines Kommentars etwas schwer getan, gezögert, deinen Kommentar sofort zu veröffentlichen.Ich wollte mir dafür Zeit lassen, damit ich einen frischen Kopf habe. Deshalb die späte Antwort.

            Trotzdem danke ich dir dafür und hoffe wirklich, dich richtig verstanden zu haben. Dass es dir um einen differenzierteren Blick ging – und nicht um Beschönigungen oder Relativierungen.

            Weil: Aus Schaden wird man klug, wie es im Volksmund heißt. Mein Radar ist bei Narzissmus Kommentare einfach etwas feiner eingestellt, nach den sehr unglücklichen Erfahrungen mit einem Kommentator (diagn. Narzissten) aus dem letzten Jahr, der mich (und meine Leser) nach Strich und Faden an der Nase herum geführt hat.

            Insbesondere wenn es um „Partei ergreifen“ für Narzissten geht. Auch wenn du es nicht so gemeint hast, Thomas. Obgleich ich das ja in gewisser Weise auch mache. Oder sagen wir: genauer hinschaue. Aber Obacht: Es ist immer eine Gratwanderung.

            So verstehe ich deinen Kommentar auch. Ich versuch ihn mal aufzudröseln und dir zu sagen, wo ich mit dir konform gehen – und wo ich anderer Meinung bin.

            Was du in deiner Einleitung zu depressiven, süchtigen, bindungsunfähige, sexsüchtige, usw. Narzissten gesagt hast, würde ich generell nicht nur auf Menschen mit einer narzisstischen Störung beziehen. All diese Menschen habe sicherlich ein psychisches Problem aber aus meiner Erfahrung müssen es deshalb nicht zwangsläufig Narzissten sein (hatte schon mit Bindungsängstlichen Menschen im Coaching zu tun).

            Was deine Einschätzung zur Verringerung von wirklich boshaften Narzissten angeht, bin ich mir nicht sicher bzw. hab meine Zweifel. Aber du sagst ja selbst, dass es immer noch zu viele gibt. Das sehe ich zu 100% auch so! 🙂

            Es liegen mir dazu keine aktuellen Forschung/Untersuchungen vor.
            Meiner subjektiven Einschätzung folgend, gepaart mit den zahlreichen Rückmeldungen meiner LeserInnen, gibt es sehr wohl da draußen noch jede Menge wirklich krankhafte / Boshafte Narzissten, die das Leben eines anderen Menschen zerstören wollen (Stalking, Mobbing, Drohungen, Gerichtsprozesse, etc.). Ich glaube jedoch, dass sie sich besser tarnen können, sich besser hinter ihrer charmanten Maske verstecken – zumindest zu Beginn (solange wie alles nach ihrem Plan läuft).

            Ganz kritisch sehe ich deine These, dass viele Narzissten quasi selbst Opfer ihres eigenen narzisstischen Verhaltens sind! Bei weniger stärk ausgeprägten Fällen, bei denen noch (zeitweise) die Fähigkeit der Reue, der Einsicht, der Empathie besteht, mag das sein. Aber bei schwerwiegenderen Fällen, das heißt, wenn die Person von ihrem narzisstischen Verhalten vollkommen absorbiert ist und vor allem merkt, dass sie damit voran kommt, fehlt diese Einsicht komplett. Die Maske ist vollkommen mit der Person verschmolzen. Warum sollte er sein Verhalten auch hinterfragen oder darunter leiden?? Er sieht sich als perfekt und makellos an. Und kommt damit durch.

            Für mich ist nach wie vor hierzu ein absolutes Paradebeispiel US-Präsident Trump. Hier würde ich schon von boshaften Narzissmus sprechen, eine vollkommene narzisstische Persönlichkeit (wie einige Psychologen auch festgestellt haben). Hier sehe ich (leider) keine Hoffnung. In solch einem extremen Fall (den ich auch schon als Erfahrungsbericht von Lesern gehört habe) hilft nur noch Selbstschutz und sachlich und konsequent Grenzen aufzeigen! Beharrlich bleiben. Sich nicht einschüchtern lassen von all den Drohgebärden! (wie uns Trump ja gerade im Streit um die Handelszölle vorführt).

            Was ich insbesondere mit der vereinfachten Täter/Opfer Spirale meine, ist, dass ich an alle Hochsensiblen oder generell Partner appelliere, die immer wieder in Beziehungen an extreme Narzissten gerieten, zu schauen, was es mit ihnen zu tun hat. Und zwar insbesondere mit ihrem mangelnden Selbstwertgefühl (Unsicherheit) und dem damit verbundenem Wunsch in jemanden anderen aufzugehen, damit dieser im Gegenzug einem selbst Zuwendung und Aufmerksamkeit schenkt – dabei aber gar nicht merkt, wie abhängig man von dem Partner(Narzissten) ist!

            Und ja: Aus meiner Sicht wäre es zu kurz gegriffen, immer von pathologischen, extremen Narzissmus zu sprechen. Nach meinen Recherchen gibt es Abstufen oder nennen wir es eine Skala (von 1-10). Abgesehen davon, dass wir alle eine gesunde Selbstliebe benötigen. Sie droht aber dann immer mehr in rigoroser Eigenliebe umzukippen, wenn wir zunehmend den Anderen, die Nächstenliebe, aus den Augen verlieren. Und bei weniger krassen Fällen (zw. 4-6) wäre es um mit deinen Worten zu sprechen, nicht sachgerecht, sie als empathielose Monster zu bezeichnen. Sind Anzeichen von echter Einsicht und Veränderung erkennbar (ist der Narzisst sein Verhalten überdrüssig, weil sich immer mehr Leute abwenden) kann man versuchen, mit ihm in Beziehung, Kontakt zu bleiben.

            Bei allen anderen Fällen (zw. 7-10) kann man aus meiner Sicht (und nach Erfahrungsberichten) sehr wohl von rücksichtslosen Monstern sprechen, von denen man sich nur abwenden kann, oder wenn es nicht anders geht, den Kontakt auf das Mindeste zu beschränken. Wichtig ist hierbei immer, sachlich zu bleiben, und falls nötig, gesetzliches Maßnahmen einzuschalten, weil ein extremer Narzisst manchmal nichts anderes mehr akzeptiert. Ihm nichts anderes Einhalt gebietet, als der Gesetzgeber und ein Strafverfahren!

            So klar und eindeutig wie ich bei einer differenzierten Sichtweise auf das Phänomen Narzissmus bin, so klar und kompromisslos bin ich auch bei solch extremen Fällen! Auch weil ich selbst schon mit solchen Menschen zu tun hatte!

            Eine längere Antwort von mir, aber ich hoffe, damit ist meine Position klar.

            viele Grüße, Oliver

        • Es gibt Menschen liebe Marion,
          die sind innen leer + häßlich und außen wunderschön.
          Legen sie die Waffen ab und zeigen wer sie sind, wird schnell klar, wie wenig Schönheit innen ist.
          Viele Narzissten haben ein sehr hübsches Äußeres.
          Und dazu eine Scheinhülle.

          Die Angst nicht angenommen zu werden, ist für diese Menschen zu groß.
          Ihre gesamte Außendarstellung / auch für sich selbst / ist ein Klappergestell.
          Dann würde vielleicht rauskommen was für Defizite bestehen.
          Sie haben oft die Erfahrung gemacht, dass es genug KO-Narzissten gibt, die sie wegen des äußeren Scheins lieben.
          Das klappt auch sehr lange sehr gut.
          Das Wichtigste ist dann das Äußere.

          Ich würde sagen, bei dieser Art von Narzissten ist Hopfe und Malz verloren. Sie benutzen ihre Umwelt und geben nichts außer leere Frasen.

          liebe Grüße und viel Glück ( jetzt habe ich hier 3x geantwortet, auch ein bisschen narzisstisch von mir – auf dem Weg mich selbst zu finden )

          ich erlaube es mir ♥

          • Liebe Murka,

            wenn du jedesmal so fundiert und treffend antwortest, kannst du das ruhig öfter machen als 3 X 😉

            Und mach dir nicht so viele Gedanken, ob du zu narzisstisch bist. Das trifft meist auf Leute zu, die ein schwaches Selbstwertgefühl haben. Und den Eindruck machst du auf mich nicht! Und by the way: Ein wenig Eigensinn (ich vermeide bewusst Narzissmus, weil zu oft falsch verstanden), brauchen wir alle für unseren Selbstwert, um für uns einzustehen oder einfach mal eine Meinung zu vertreten!

            Kritisch wird es dann, wenn man systematisch und permanent über die Gefühle und Bedürfnisse von anderen trampelt – oder einem zunehmend die Fähigkeit zur Einsicht/Reue abhanden kommt. Alles weitere ist aus meiner Sicht im grünen Bereich.

            Dem Inhalt deines Kommentars kann ich sonst nichts dazu fügen. Außer: 100% Zustimmung.

            Liebe Grüße, Oliver

          • Hallo Oliver,

            danke für das Lob, aber ich bin nur im Internet selbstbewußt.
            Das ist der Rest von früher, der da noch durchleuchtet.
            Heute kann ich nicht mal alleine zum Arzt gehen oder allein in die Stadt fahren.
            Wenn ich eine Panikattacke bekomme, werden manchmal meine Hände taub.
            Bekomme dann meine Umwelt nicht mehr wirklich mit.

            Bin sehr abhängig von meinem Mann. (leider) 🙁

            Ich persönlich würde mich als empathischen Narzissten bezeichnen.
            Mein Ego war früher nur zufrieden , wenn auch die Menschen um mich herrum glücklich waren.
            Vielleicht auch eine Art *Fremd-narzissmus* ?
            Gibt es sowas überhaupt? Ich möchte, dass es den Menschen in meiner Nähe auch gut geht.

            Der echte böse Narzisst ist meiner Meinung nach jemand,
            der auf *Leichen* tanzen kann.
            Der zB die gesamte Nachbarschaft gegen sich aufbringt und immer noch wie Püppie Langstrumpf sein *Ding* durchzieht. Der rotzfrech und nicht konfliktscheu ist.
            Echte Narzissten erinnern mich an Spinnen, die auf Beute warten.
            Für diese ist wahrscheinlich nur ein Tag mit Konflikten ein guter Tag.
            Wo ja auch schon ein Psychopath seine Freude hätte….. sind die Grenzen da fließend ?

            Ich falle erstmal meist auf solche Menschen rein.
            Schau mir das eine Weile an und dann fällt der Groschen.

            Wahrscheinlich bin ich ein hochsensibler empathischer Narzisst
            mit einer krassen Angsterkrankung und Krankenhaustrauma.

            An dieser Stelle könnte man tatsächlich eine 3. Narzisstengruppe erfinden. *MICH* (grinst ) 😉
            Da haben wir es wieder, ich will eine Sonderstellung. Das ist das Narzisstische in mir.
            Die Extrawurst haben wollen und sich danach aber schämen.

            Solange der Narzissmus keinem schadet, ist er der GUTE.
            Narzissmus hat viele Facetten. Und ich bin sicher, das entgrenzte ICH
            ist sogar verpflichtet den Focus auf sich selbst zu lenken um nicht
            kaputt zu gehen.

            Hab ich auch erst in den letzten 2 Jahren gelernt.

            Lg Murka

      • Lieber Oliver und liebe Marion,

        Das entgrenzte ich – ist es vielleicht schon in der Kindheit ?
        Wird es so geboren oder wird es dazu gemacht?
        Vielleicht alles zusammen.
        Letztlich geht alles solange gut, wie genug Kraft vorhanden ist
        alles zu verkraften und neue Kraft zu schöpfen.
        Niemand kann wissen, was in ihm steckt, bis es ans Licht kommt.

        Meist ist dann irgendwo ein Tropfen zu viel.
        Bei mir war es ein Krankenhaustrauma. Ich kann bis heute
        noch den Schmerz meiner Zimmergenossen fühlen ….. manchmal als Flashbacks….
        Es fliegt vorbei wie Schatten….. diese Eindrücke….. unvergessen 🙁 leider

        Der sensible HSP Narzisst wurde vielleicht an den Rand gedrängt in der Kindheit und versucht durch *gefallen wollen* Riesenkraftakte. Da er in der Lage ist, sich in Andere hineinzuversetzen und Andere zu fühlen….. wird er sich auf diesem Gebiet versuchen als Berater…. Muse…..Tipgeber oder Pflegender ….

        Meist bekommen wir in Krisen zu sehen, wer wir wirklich sind.

        Ich zB dachte früher doch wirklich – Ich kann alles schaffen.
        Die Jugend verlieh mir magische Kräfte.
        Und durch die Anerkennung und Aufmerksamkeit meiner
        Umgebung beflügelt, machte ich vielleicht viel zu viel.

        Wir wissen nie wann es genug ist, bis wir es nicht mehr verkraften.
        Und die meisten von uns HSP Menschen sind an Zusammenbrüchen unschuldig.
        HSP Menschen neigen dazu, die eigenen Kräfte zugunsten anderer Menschen überzubeansprunchen.

        Das lächeln von anderen Menschen macht sie glücklich.
        Und manchmal bekommen sie die Aufmerksamkeit, die sie als Kind nicht bekamen.
        Der Mensch streckt sich immer nach oben und der HSP Mensch
        belastet sich selbst manchmal über alle Maßen…….

        bis es knallt…

        Habe ich auch erst jetzt gelernt.

        herzliche Grüße und sorry für die langen Reden – mein Thema !

  27. Hallo Oliver,
    Du beschreibst mich und meinen Mann, den ich erst vor einem halben Jahr geheiratet habe. Wir sind aber schon 5 Jahre zusammen- mit wechselnden Zeiten der euphorischen Liebe und des totalen Rückzugs. Die große Liebe … Späte Liebe… Wir sind 52/54. Vor vier Monaten entdeckte ich, dass mein Mann jede freie Minute (Nachts, Mittags) im cam-chat verbringt, dabei besteht unsere Beziehung schon fast nur aus Sex… Ich möchte mich nicht beschweren, ich genieße das… aber das fand ich doch ein bisschen zu viel. Zumal er dafür auch noch potenzsteigende Pillen schluckt. Im Januar waren es 24 Stück… Da er mich aber (seit meiner Entdeckung) mit Sexentzug strafft, kann er sie nicht alle für mich genommen haben (maximal fünf..). Sein ganzes Leben scheint aus Lügen zu bestehen, selbst über die Motive seines Selbstmordversuchs (vor meiner „Zeit“) hat er gelogen. Die Brocken, die er über sich erzählt hat fügen sich jetzt, wie ein puzzle zusammen…Ich konfrontiere ihn mit (fast) allen Erkenntnissen und er mauert, schweigt, notfalls attackiert er verbal (selten, weil er immer noch als der liebevoller und gefühlvoller Mann gelten möchte). Ich wollte ihm zum Psychiater schicken … Wie dumm von mir …
    danke Oliver, Du hast gerade meine Augen aufgemacht , es wird kein leichter Weg für mich – es ist der dritte Narzisst, mit dem ich zusammen bin …. Ich bin fassungslos…
    Magdalena

  28. Lieber Oliver,

    ich lebe seit 10 Jahren mit einem Narzissten zusammen – vor einem Jahr haben wir geheiratet.

    Bewusst, das er narzisstische Züge zeigt, wurde mir das vor ca. 3 Jahren erst. Bis dahin fand ich für all sein Tun Erklärungen und Entschuldigungen.
    Mittlerweile ist es so, das ich unter starken Depressionen leide, die mir das Arbeiten fast unmöglich machen (bin Assistentin in einer höheren Hierachie-Ebene). Jedoch glaube ich das es falsch wäre, wenn ich mich nun zu Hause einigeln würde.
    Ergänzend kommt noch hinzu, das jede Form oder Äußerung von Schwäche meinerseits, zu einem Konflikt führt.

    Ich weiß nicht, ob mein Mann wirklich unter narzisstischen Störungen leidet oder er „nur“ teils extreme narzisstische Züge besitzt. Er ist Kind einer narzisstischen Mutter, die ihre Störungen frei ausleben konnte und war diesen immer schutzlos ausgesetzt. Auch heute noch kann er seiner Mutter nicht „die Stirn bieten“ – obwohl er dieses Jahr 40 Jahre alt wird.

    Ich leide immer mehr unter dieser Situation und habe den Kampf innerlich aufgegeben und verloren. Ich bin eine sehr starke und auch dominante Person, also keine, die sich der klassische Narzisst aussuchen würde. Auch wenn er mich nicht respektlos und abwertend behandelt, hat er mich gebrochen bzw. zerbrochen. Und ich schaffe es dennoch bisher nicht, mich von ihm zu lösen.
    Das ist so kurios und für mich selbst unvorstellbar! Er kann mich nicht auffangen, alle Konflikte bin ich Schuld…doch was mich am meisten verletzt: Er redet nicht mit mir. Spreche ich ein Problem an, schweigt er sich aus, ignoriert mich und überlässt mich quasi mir selbst (und hat somit auch schon meinen Jähzorn geweckt, den ich eigentlich sehr gut unter Kontrolle habe).
    Das klingt harmlos – doch es ist das Zermübenste und Schlimmste, was ich bisher erlebt habe.

    Es gab Situationen, in denen war ich emotional so allein und war mit meiner innerlichen Verzweiflung und dem Schmerz dermaßen überfordert, das ich in diesen Momentan etwas fühlen musste! Etwas fühlen musste außer dem Schmerz und diesem innerlichen Druck – also zerkratze ich mir mit beiden Händen von oben nach unten das Gesicht. Im Nachhinein natürlich nicht gut durchdacht – denn das Gesicht ist für jeden gut sichtbar.
    Ein anderes Mal lag ich mit einem Wein- und Schreikrampf auf dem Badezimmerboden (wie lange, kann ich nicht sagen). Diese Situationen zeigen mir, was diese Beziehung bereits mit mir angestellt hat. Selbst zwei emotionale Betrüge seinerseits habe ich ihm verziehen und waren für mich anscheinend kein Grund, ihn zu verlassen.

    Nun waren wir vor einigen Tagen bei einer (neuen) Therapeutin. Es waren die zwei grauenhaftesten Stunden überhaupt. Sie verstand ihr Handwerk gar nicht und bestärkte meinen Mann in all seinem Handeln und Verhalten. Nun habe ich einen Termin bei einer anderen Therapeutin vereinbart – obwohl ich glaube, das eine Paartherapie keinen Sinn macht, wenn er nicht anfängt zu sehen. Und der dauerhafte Kampf hat mich ausgelaugt – so ausgelaugt, das ich kaum noch meine Alltags-Maske aufsetzten kann.

    Aber es ist beruhigend zu sehen, das man nicht allein ist…

    Vielen Dank!

    Lieber Gruß
    Inga

  29. Lieber Oliver,

    vielen Dank für deinen tollen Artikel. Erst seit den letzten Monaten beschäftige ich mich mit diesem Thema. Hintergrund ist die Trennung von meinem Mann nach insgesamt 24 Jahren, davon 15 verheiratet (mit Trennungsjahr aber 16).

    Lange Zeit hatte ich immer alles auf mich geschoben. Ich sei zu sensibel, bin ich wahrscheinlich auch, deswegen zieht man offensichtlich auch Narzissten an. Ich war vorher eine junge Frau von 22 Jahren, selbstbewusst, etwas frech aber immer sehr emphatisch und sehr nachdenklich.

    Kurze Zeit später geriet ich an einen Chef, auf den das Urteil „narzisstisch“ sehr gut zutrifft. Da ich mich gegen seine Eigenart wehrte, bekam ich seine Art umso mehr zu spüren. Nicht nur ich litt darunter sondern auch andere Kollegen, die sich dann nach und nach wegbeworben hatten. Ich litt unter der Arbeitssituation. Hatte aber einen verständnisvollen Partner (glaubte ich) der mich auffing. Ich wollte nur noch von dieser Arbeitsstelle weg. Mein Exmann bestärkte mich, dort zu bleiben, da ich einen solchen tollen Job mit diesem interessanten Aufgabengebiet so schnell nicht mehr bekäme. Ein Fehler im Nachhinein. Ich blieb also dort und litt weiter, und wurde dadurch krank. So war ich schon mal klein, wenn ich nach Hause kam. Irgendwann hielt ich es nicht mehr aus und wechselte die Arbeitsstelle. Anfangs war ich noch schüchtern, blühte dann aber auf, ging mehr aus mir raus, traute mir mehr zu. Ich veränderte mich. Auch äußerlich. Veränderte meine Frisur, kleidete mich schicker. Mein Umfeld nahm das positiv auf und sagte mir das auch. Das war der Startpunkt, an dem meine Beziehung ins Kriseln kam. Immer mehr. Ich bekam immer mehr Druck, wieso ich mich denn so verändert hätte (äußerlich)…ich versuchte zu erklären. Komisch, dass ich mich nicht wunderte, wieso er sich nicht einfach für mich freute. Und irgendwann merkte ich es: es ging ihm immer richtig gut, wenn ich am Boden lag. Also galt es meiner Meinung nach für ihn, diesen Zustand zu erhalten. Ich wurde kontrolliert bzgl. mehrerer Sachen (Finanzen, mein Gewicht, mein Essverhalten, mein Arbeitspensum zu Hause, sehr wenig Lob) . Ich versuchte, zu Hause immer mehr zu arbeiten, um damit etwas mehr Anerkennung durch ihn zu erhalten. Klappte nicht wirklich. Es wurde zur Sebstverständlichkeit, dass ich ihm den Rücken frei hielt, obwohl selbst 100 % arbeitend. Wenn ich nicht so funktionierte, wie von ihm gewünscht, war er beleidigt, selbst wenn meine Schwester anwesend war, musste er loswerden, wie scheiße mein Outfit heute aussieht, denn ich hatte mir „erlaubt“ es anzubehalten und mich nicht umzuziehen. Ich war irgendwann in seiner Gegenwart nur noch in mich gekehrt, und gab es Streit, weil er mich öffentlich kritisierte und mir irgendwann der Kragen platzte, dann wusste er ja seiner Meinung nach gar nicht, weso ich immer so empfindlich reagieren würde und spielte das Opfer. Ich sei ja so hysterisch. Ich war einfach am Ende. Irgendwann war die Liebe weg. Und ich ging. Nachdem ich mir 1 1/2 Jahre den Mund fusselig geredet hatte, was schief läuft, was kränkt, was nicht passt. Und immer wieder wurde gesagt, du hast ja Recht, um genau wieder in die gleiche Kerbe zu hauen. Nach ingesamt 24 Jahren verließ ich ihn. Zog über 500 km weg. Neue Wohnung, neue Arbeit, neue Bekannte. Der Abstand musste sein, um wieder zu mir zu finden. Ich habe wieder Selbstbewusstsein, seit einem 1/2 Jahr habe ich einen sehr lieben und verständnisvollen Freund und bin endlich wieder glücklich. Ich habe aus den schmerzhaften Jahren gelernt. Anfangs hat es sehr, sehr weh getan und ich hatte sogar Schuldgefühle meinem Exmann gegenüber, dass ich ihn alleine ließ. Aber ich musste es für mich tun. Ich denke mittlerweile, dass seine Tränen nicht wirklich mir galten. Damals dachte ich es und ich fühlte mich so unendlich schuldig. Aber ich musste gehen, um aus diesem für mich krankem Verhältnis raus zu kommen. Mein Exmann sagt heute über mich, ich hätte mich sehr verändert, zum negativen. Ich sei nun so anders. Klar, für ihn ist meine jetzige Art, die ganz normal und selbstbewusst ist, natürlich negativ. Ich ducke mich jetzt nicht mehr. Aber ich lasse mich nicht mehr davon beeindrucken. Ich habe daraus gelernt. Seine Anfeindungen mir gegenüber, die auch noch nach der Trennung kamen/bzw. kommen, stecke ich mittlerweile mal mehr und weniger gut weg. Ich arbeite daran. Und solche Artikel wie die deinen, helfen mir, mit der ganzen Sache irgendwann abzuschließen. Danke dir dafür. Es wird vielleicht noch einige Zeit brauchen, aber ich bin auf einem guten Weg. Und ich wachse daran.

    Herzlichst
    Anja

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