Weder Macho noch Softie! Mehr Durchsetzungsvermögen als sensibler Mann

Kennst du das Gefühl, kein Durchsetzungsvermögen als Mann zu haben?
Immer wieder einzuknicken und nachzugeben?

Ich zumindest kenne es zu genüge aus der Vergangenheit. Wie oft befand ich mich in Situationen, in denen es mir nicht gut ging, ich mich aber nicht traute, etwas zu sagen. Und mir danach immense Selbstvorwürfe machte.

Durchsetzungsvermögen, Rückgrat, Grenzen ziehen, Nein sagen können – um all dies geht es in dem heutigen Freundschaftsgespräch, das Matthias Kirchner von lebenistleidenschaft mit mir führte.

Matthias und ich kennen uns vom Hochsensibilitätskongress 2016, und wir beide haben schnell erkannt, dass wir mit ähnlichen „Problemen“ in der Vergangenheit zu kämpfen hatten. Und viel daraus gelernt haben, um es heute an andere sensible oder schüchterne Männer weiterzugeben.

An dich, damit du in deine ganze Kraft als (sensibler) Mann kommst und einfach ein geiles und freudiges Leben führen kannst – nach deinen Maßstäben und im Einklang mit deinen Potenzialen.

Wann haben wir verlernt, für uns ein zu stehen? Wann haben wir Männer unsere Kraft, unser Durchsetzungsvermögen verloren?

Insbesonders geht es heute um positive und konstruktive Aggression, ein Thema, das ich schon öfters hier auf dem Blog angesprochen habe und auch in meinem neuen E-Book einen großen Stellenwert einnimmt.

Was ist denn Aggression überhaupt? Ist sie gut oder schlecht? Was hat Aggression mit Gewalt zu tun?
Dürfen wir überhaupt aggressiv sein – oder ist das nicht zu primitiv?
Und wenn ja: Macht mich das egoistisch und selbstsüchtig?
Wie kann ich eine Balance finden, zwischen Durchsetzungsvermögen und Respekt gegenüber meinen Mitmenschen? Schließt sich das aus?

Darum geht es im heutigen Gespräch.
Vor allem eben um die Rolle einer positiven Aggression und wie wir diese in alltäglichen Situationen einüben können.

Über das Vermögen, für sich selbst ein zu stehen. Rückgrat zu zeigen, die eigenen Perspektive zu vertreten.

Und warum diese Reibungsfläche auch für eine Frau (Partnerin) interessant und wichtig ist!

Macho oder netter Kerl? Keins von beidem. Einfach in der Mitte und bei sich sein.

Viel Spaß und mach was draus!

 

Wünschst du dir manchmal mehr Durchsetzungsvermögen in deinem Leben?
Wie stehst du zu dem Thema Aggression?
Ich freue mich auf deinen Kommentar

 

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Veröffentlicht von

www.simplyfeelit.de

Hi, ich bin Oliver: Blogger & Autor & Querdenker.

Nach einer dreijährigen beruflichen Auszeit und den anschließenden Orientierungs- und Anpassungsschwierigkeiten, weiß ich heute, wie ich leben möchte: Frei und Selbstbestimmt. Und im Einklang mit meiner sensiblen & kraftvollen Männlichkeit.

Ich schreibe über Beziehungen, Mann-Sein, Hochsensibilität, Minimalismus und Persönlichkeitsentwicklung.

Wie du als Mann in deine ganze Männlichkeit kommst

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  • Lerne deine sensible wie kraftvolle Männlichkeit ganz neu kennen
  • Erfahre, warum eine konstruktive Aggression nichts mit Gewalt zu tun hat
  • Erkenne, was es heutzutage bedeutet, ein Mann mit Rückgrat und Herz zu sein
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8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Danke Oliver,
    ich fand euer Gespräch sehr spannend und erkenntnisreich.
    Auch ich habe gemerkt, ganz viele negative Assoziationen mit Aggression zu verbinden und fand den Input sehr wertvoll, um ein ganzheitliches Bild von mir selber zu haben.
    Ganz gegen Ende hat die Aussage über Mann-Sein und Frau-Sein viel in mir ausgelöst. Was bedeutet das? Was sind diese Polaritäten? Ich habe nämlich den Eindruck, dass in diese Polarität so viel hineininterpretiert und -projiziert wird, was es nicht heißt, Mann/Frau zu sein, dass ich dem sehr wenig abgewinnen kann, wenn die so gegenübergestellt werden. Haben wir nicht alle beides ins uns? Wie passen andere Formen der Sexualität und des biologischen Geschlechts in diese Gegenüberstellung?
    Ich merke ganz viel Verwirrung in mir bei diesem Thema, habe den Eindruck es ist eine Quelle für sehr sehr viel Leid in unserer Gesellschaft, weil diese Rollenbilder einfach unglaublich einengen.
    Bin sehr neugierig auf deine Antwort!
    Liebe Grüße,
    David

    • HI David,

      ich kann deine Fragen bzw. Zweifel bezüglich der Rollenbilder von Mann und Frau sehr gut nachvollziehen. Aus der Psychologie wissen wir, dass wir als Mann und Frau den jeweiles entgegengesetzten Pol in uns tragen – genau wie du schreibst. Und aus meiner persönlichen Sicht geht es darum, dass wir uns mit diesen beiden Polen versöhnen. Auf uns Männer übertragen bedeutet dies, dass wir unsere verschlossenen Herzen öffnen (weiblicher Pol) UND gleichzeitig unsere Mitte und Stärke spüren (männlicher Pol). Für eine Frau gilt das in ähnlicher Form.

      Doch, wie ich es versuche in meinem E-Book (der sanfte Krieger) aufzuzeigen, leben wir Männer meist nur den einen Pol. Entweder sind wir sehr maskuline, (be) herrschende Männer, ohne Zugang zum Herzen, oder eher verweichlichte, softe Männer, ohne Durchsetzung und Richtung. Der zweite Part trifft auf mich und viele andere HSP-Männer zu. So bin ich davon überzeugt, wenn wir in unsere Kraft und Stärke als Mann kommen, und dabei unser geöffnetes Herz nicht vergessen, dass dies auch für Frauen angenehmer und vor allem attraktiver ist. Die Natur hat nunmal eine natürlich Spannung zwischen Mann und Frau entwickelt. Eine Frau möchte sich auch mal reiben und einen starken Fels in der Brandung neben sich spüren – der aber auch seine Gefühle und Wünsche kommunizieren kann.

      Ich halte wenig von der weitverbreiteten Vorstellung (insbesondere in der Eso/Spirit-Szene), die Polaritäten aufzulösen, insbesondere bei uns Männern (Stichwort Spannung/Aggression), und nur noch mit Frauen zusammen zu weinen und unseren sanften Pol zu nähren.

      Erst letztes Wochenende war ich auf einem Männerseminar, das erste Mal ausschließlich in einem Kreis von Männern, und so kann ich dir bestätigen, dass unter bewussten Männern beides möglich ist: wir haben uns gemessen und unsere archaische Kraft erweckt, aber uns auch gegenseitig gehalten und getröstet. Dies war eine ganze andere, wertschätzende Energie, als ich sie in den letzten Jahren erlebt habe. Mehr Unabhängigkeit, mehr Freiheit und mehr Zentrierung. Und nach allem was ich mitbekommen habe, ist diese männliche Zentrierung den Frauen am Platze auch nicht entgangen!

      Ich hoffe, ich konnte damit deine wichtigsten Fragen in etwa beantworten. Ansonsten einfach noch einmal schreiben 🙂

      Viel Kraft und Erdung für dich!
      LG
      Oliver

      • Lieber Oliver,
        danke für deine Antwort!
        Viele Dinge, die du ansprichst, kann ich gut nachvollziehen.
        Bei einigen Punkten bin ich anderer Meinung.
        Für mich ist dieses Sich-auf-seine-Männlichkeit-beziehen etwas, das mir Halt geben kann, aber im Endeffekt mehr mit Geschlechterstereotypen zu tun hat. Ich kann nicht nachvollziehen, dass ich mich mit einer Ur-Männlichkeit verbinden muss, um ganzheitlich zu werden.
        In meinem Kern steckt für mich Menschlichkeit, nicht Männlichkeit.
        Die Biologie sagt mehr und mehr, dass das biologische Geschlecht auf einem Kontinuum liegt und sich nicht einfach auf zwei Kategorien aufteilen lässt.
        Siehe dazu: https://aeon.co/ideas/human-sex-is-not-male-or-female-so-what

        Die Vorstellung von diesen gegenseitigen Polen in spirituellen Kreisen verstärkt für mich eine Rollenaufteilung, die wie gesagt Sicherheit geben kann, aber für mich im Endeffekt nicht meiner erlebten Realität entspricht.
        Wenn wir, unabhängig von unserem Geschlecht, beide Pole in uns tragen, dann ist das Ziel doch für alle Menschen dasselbe, nämlich diese Pole in Balance zu bringen. Dass Männern eher der eine Pol beigebracht und zugeordnet wird und Frauen der andere bedeutet für mich nicht, dass wir uns fundamental in zwei Gruppen unterscheiden. Und dass ich abhängig davon, welcher Pol bei mir stärker ausgeprägt ist und ausgelebt wird, an anderen Dingen arbeiten muss, ist auch klar. Gerade dass zeigen hochsensible Männer ja sehr beispielhaft.
        Du schreibt, „Eine Frau möchte sich auch mal reiben und einen starken Fels in der Brandung neben sich spüren – der aber auch seine Gefühle und Wünsche kommunizieren kann.“. Möchte das denn ein Mann nicht? Ich auf jeden Fall schon. Ich möchte in der Begegnung Gleichheit haben, verschiedene Rollen einnehmen können, mal halten, mal gehalten werden.

        Ich denke auch, dass es nicht sinnvoll ist, Polaritäten aufzulösen. Ich würde sie aber von Konzepten über Männlichkeit und Weiblichkeit trennen. Da wird nämlich sehr viel an kulturell geprägten Stereotypen hineininterpretiert, was zu großer Verwirrung bei Menschen in der Sinnsuche und zur Aufrechterhaltung patriarchaler Strukturen führt.

        Ich danke dir für die Möglichkeit zum Austausch und wünsche dir eine schöne Woche,
        David

        • Hi David,

          danke für deinen ausführlichen Kommentar und die kontroverse Diskussion. Das kann für den Blog (und die anderen Leser) sicherlich nur bereichernd sein!

          Ich bin da tatsächlich anderer Meinung wie du. Jahrelang habe ich ähnlich gedacht. Warum künstliche Trennung/Polaritäten aufrecht erhalten, wenn wir doch letztlich all gleich sind: Menschen! Seelen! Klar, sind wir, und auf einer absoluten Ebene spielen die Geschlechter keine Rolle. Aber auf einer Relativen. Ich lade dich dazu ein, schau dir mal die alten Weisheitstraditionen an, z.B. der Daoismus, aus dem das berühmte Yin und Yang entnommen ist. Die beiden Urkräfte im Kosmos, das Negative und das Positive, und das kann man auf weiblich und männlich übertragen.

          Klar haben wir beiden Polaritäten (Animus/Anima wie C.G. Jung sagte) in uns, und es geht aus meiner Sicht darum, mit beiden in Balance zu kommen. Nichts anderes beschreiben ich in meinem Buch 😉 Aber, und das schließt sich für mich nicht gegenseitig aus, um eine positive Spannung, ähnlich wie bei einem Magneten, zwischen den Geschlechtern herzustellen, sehr ersichtlich beim Sex, ja auch beim Tantra geht es darum, braucht es eben eine „Erdung“ im jeweiligen Geschlecht. Vor zwei Wochen war ich auf einem Männerseminar. Es ging um die Aktivierung der archaischen Kraft, weil, so die Aussage der Leiter, erst auf dieser Verankerung das Herz/die Verletzlichkeit (die sensible Seite) des Mannes geöffnet werden kann – er präsent ist, in seinem Zentrum, wenn er verankert ist, in seiner ursprünglichen Kraft. Und wir haben da nicht nur rumgeschrienen, sondern uns als Männer gegenseitig auch gehalten.

          Mir ist bekannt, dass gerade in der spirituellen Szene es verstärkt darum geht, die Polaritäten aufzulösen (Licht & Liebe, wir sind alle eins). Ich halte davon, wie öfters erwähnt, nichts. Passend dazu der Ausspruch meiner damaligen Tantramasseurin, die sich verstärkt in diesen Kreisen aufhielt. Auf meine Frage, warum sie bisher keinen passenden Mann auf ihren Tantra-Seminaren kennengelernt hat, antwortete sie: „Die Männer auf diesen Seminaren sind mir meist zu weich!“

          Ich kann das gut nachvollziehen, deine Argumente verstehe ich lieber David, war ich doch jahrelang auf einem ähnlichen Gedankenweg. Und das ist auch okay so. Doch seit der Entdeckung meiner archaischen Seite, ändert sich da was in meiner männlichen Wahrnehmung und Präsenz.

          „Du schreibst, „Eine Frau möchte sich auch mal reiben und einen starken Fels in der Brandung neben sich spüren – der aber auch seine Gefühle und Wünsche kommunizieren kann.“. Möchte das denn ein Mann nicht?“

          Diesen Satz bezüglich Fels in der Brandung habe ich übrigens nicht aus einem Männer-Buch (dort stehen die auch), sondern mehrfach von Frauen gehört, gerade in letzter Zeit. Und zu deiner Frage: Ich möchte auch eine Frau, die mir nicht alles mit Ja und Amen abnickt, nicht von mir abhängig ist, an der ich mich auch mal reiben kann und die mir ihre Meinung sagt. Frau-Sein in meiner Definition bedeutet nicht, dass stille „Heimchen“ zu sein, die sich nichts traut. Getreu meiner Theorie bin ich sogar davon überzeugt, dass eine Frau, die ganz in ihrem Frau-sein aufgeht, sehr präsent ist, und weiß was sie will und nicht will. Und erst durch diese Präsenz ihre Fürsorge und Nährende geben kann.

          Soweit. Schöne Woche für dich.
          LG
          Oliver

  2. Hallo ihr beiden,

    „Training sozialer Kompetenz“ wird manchmal an Unis oder in Städten angeboten. Schaut mal in eurer Stadt. HSP haben ja ein Problem mit Abgrenzung. Wichtig ist auch zu schauen wie die Vorbilder in der Familie waren. Wenn sich andere unsympathisch abgrenzten, will man selbst auch nicht so sein. Dann gibt es noch Menschen, die einem permanent die Grenzen einrennen auch wenn man sie deutlich und frühzeitig zieht. Die Frage, ob man die im Leben haben will oder sogar muss, weil sie nicht zu vermeiden sind. Ich finde auch wichtig, dass man sich mag wie man ist, also auch aggressionsgehemmt oder -verzögert. Wir sind halt das Wasser. Weich. Und nicht der Fels. Unbeweglich. Kenne ich auch von mir. Ich hab mittlerweile eher Wutlawinen weil ich mir mein deckelndes Verhalten weggenommen habe, da muss noch einiges in die richtige Bahn. Zeige ich nicht öffentlich. Von Männern wird Aggression gesellschaftlich erwartet, von Frauen nicht. Das finde ich schade. Ihr habt da aus meiner Sicht einen Vorteil. Auch wollen mir Leute immer meine Gefühle absprechen wenn ich sage, „ich bin wütend weil … “

    Ich wollte euch mal fragen, ich lese bei Rolf Sellin, dass man das feine Gehör, die Reizüberflutung steuern kann, indem man die Reize ignoriert. Z. B das Geschirrklappern im Café oder die lauten Kaffeebereiter. Gelingt euch das? Ich kann es nämlich nicht. Und warum das im mittleren Alter so heftig wird. Die HSP-Bücher wiederholen sich leider in sich. Ich weiß manchmal schon wie Texte weitergehen weil ich die Quellen kenne. Mir fehlen die Lösungen in den Büchern. Gibt es die? Selbstfürsorge, sich abgrenzen, sich annehmen wie man ist, die Stärken nutzen, das Leben danach ausrichten. Ist es das?

    Liebe Grüße,
    Tanja

    • Liebe Tanja,

      danke für deine Rückmeldung.

      Ja, das mit den Gefühlen absprechen ist aus meiner Sicht eher ein gesellschaftliches Phänomen, jenseits von der Geschlechterfrage. Dass du deinen Deckel geöffnet hast, kann für deine seelische Gesundheit sicherlich nur von Vorteil sein – immer unter der Prämisse, nicht unkontrolliert und aus dem Affekt zu reagieren (was insbesondere die Wut betrifft) 🙂

      Bisher habe ich kein Buch von Sellin gelesen. Naja, also ich persönlich kann nicht so einfach störende Reize/Geräusche ignorieren. Im Zug zum Beispiel blende ich sie eher aus, indem ich mir Kopfhörer aufsetze und angenehme Musik höre. Insofern bin ich in diesem Punkt ganz bei dir. Gebe dir auch recht, was du in Bezug auf HSP-Bücher gesagt hast. Obgleich ich in den meisten Büchern Lösungsansätze gefunden habe.

      Mein Lösungsansatz? Nun, da möchte ich auf deinen letzten Satz verweisen: Selbstfürsorge, sich abgrenzen, sich annehmen wie man ist, die Stärken nutzen. Hinzufügen würde ich noch: Auch seine Schwächen zu kennen und AUCH zu diesen zu stehen. Und: Das Leben gleicht einem Pendelschlag. Es gibt nicht nur schöne Zeiten (Glück etc.), sondern eben auch schlechte (Zweifel etc.). Beides entsteht und vergeht immer wieder aufs Neue und beides gilt es gleichermaßen in dem jeweiligen Moment anzunehmen. Beides IST das Leben!

      So versuche ich es zumindest seit einiger Zeit!

      LG
      Oliver

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