Hochsensibilität und Mann-Sein: Wie Du als hochsensibler Mann Dein ganzes Potenzial leben kannst

Was bedeutet es heutzutage als Mann hochsensibel zu sein?
Und wie kann ich mit dieser Veranlagung einer Frau auf Augenhöhe begegnen?

Nachdem ich mich in den letzten Artikeln verstärkt auf die Themen Narzissmus und Selbstliebe konzentriert haben, möchte ich mich heute nach längerer Zeit ein weiteres Mal an die sensitiven und hochsensiblen Männer wenden. Der Artikel soll dich als hochsensibler Mann zu mehr Selbstvertrauen und Annahme deiner natürlichen Anlage animieren.

In diesem Beitrag wirst du erfahren, wie es mir seit meinem neuen Selbstverständnis als hochsensibler Mann vor über zwei Jahren erging, wie du als hochsensibler Mann in deine Kraft kommst und wie du mit dieser Veranlagung einer Frau aus deiner Mitte heraus begegnen kannst.

Hochsensibilität unter Männern

Ich bin ein emotionaler und sensibler Mann – und stolz darauf. Ich stehe in Kontakt mit meinen Gefühlen. Ich erlaube mir, sie ganz zu fühlen und angemessen auszudrücken. Ich versuche sogenannte unangenehme Gefühle so wenig wie möglich zu verdrängen oder mit Ersatzbefriedigungen zu kompensieren. Heute kann ich diese Sätze mutig und kraftvoll aussprechen. Das war bei Weitem nicht immer so.

Gefühle und Männlichkeit sind heutzutage so eine Sache. Insbesondere wenn es um „unmännliche“ Gefühle wie Trauer, Angst oder Scham geht. Aus vielen Gesprächen, Kommentaren und E-Mails weiß ich aber, dass sich viele Männer nach der ganzen Palette ihres Gefühlsleben sehnen. Nach der inneren Verbindung mit all ihren Gefühlen. Leider ist es so, dass sich die meisten Männer aufgrund von gesellschaftlichen Normen für Gefühle wie Trauer oder Angst schämen. Sich als unmännlich fühlen, als Memmen, Weicheier, Softies und leider oftmals auch so von ihrem Umfeld betitelt werden, falls sie sich trauen, solche gesellschaftlich „unangebrachten“ Gefühle zu zeigen.

In Verbindung mit den eigenen Gefühlen sein

Solch eine Reaktion finde ich äußerst schade und hilft letztlich keinem weiter: weder dem Mann noch seinem näheren Umfeld wie Frau, Kinder, Kollegen, Freunden. Warum? Weil er mit dieser inneren Ablehnung einen wesentlichen Teil seiner Identität als hochsensibler Mann ablehnt, dagegen rebelliert und ankämpft. Dies kostet nicht nur enorm viel Kraft und Lebensfreude, sondern blockiert auch sein Potenzial, sich als ganzer Mann in die Gesellschaft einzubringen. Das Einbringen von Männern, die bewusst mit all ihren Gefühlen in Verbindung stehen, wird in unserer Zeit immer wichtiger, davon bin ich überzeugt.

Ich habe es in den letzten 20 Jahren ja oft genug selbst erlebt. Bezeichnungen von Frauen wie Männern aus meinem Bekannten- und Kollegenkreis wie Memme, Weichei, Sensibelchen oder Frauenversteher sind mir durchaus bekannt. Doch es tut sich was in unserer Gesellschaftsstruktur, insbesondere was die tradierten Rollenbilder und Hierarchien angeht. Alte Verkrustungen und Hierarchien brechen auf oder fallen einfach weg. Ich begrüße diese Entwicklung außerordentlich, weil ich glaube, dass es an der Zeit ist, dass sich Mann und Frau auf einer neuen Ebene im 21. Jahrhundert begegnen. Diesen Wunsch höre ich gleichermaßen von Männern wie Frauen. Doch dazu ist es notwendig, dass wir Beziehungs- und Liebesfähig werden. Dies gilt insbesondere für uns Männer.

Als hochsensibler Mann Beziehungs- und Liebesfähig sein

Nehmen wir die Beziehungsfähigkeit. Bis vor einigen Jahrzehnten war die Rollenverteilung noch ziemlich klar: der (Ehe)Mann war der Ernährer, Versorger und Herrscher. Er war der Herr im Haus. Es gab eine „natürliche“ Hierarchie zwischen dem Mann und seiner Frau. Ein Gefälle von oben nach unten. Es wurden materielle, finanzielle und auch emotionale Abhängigkeiten geschaffen. Der Mann bestimmte, die Frau folgte. Dieses Gefälle hatte auch zur Folge, dass ein Mann niemals richtig in Beziehung mit seiner Frau treten musste. Es war einfach nicht notwendig.

Seit einiger Zeit ändert sich diese Hierarchie aber. Eine moderne Frau möchte nicht mehr unten stehen, sondern ihrem Mann gleichberechtigt gegenüber. Dies überfordert aber viele Männer, da sie zum einen an dem alten Rollenbild (fest)hängen und zum anderen sich nun zum ersten Mal mit ihrem Innenleben auseinandersetzen müssen. Viele Männer sind aber abgeschnitten von ihrem Herzen und damit von ihren Gefühlen. Und damit von der Beziehung und Verbundenheit zu ihrem Umfeld. Denn ohne Gefühle, keine Beziehung, kein sich einlassen auf den anderen. Weil genau dafür Gefühle da sind: um in Beziehung zu treten mit unserem Umfeld.

Anhand zweier Gefühle möchte ich das verdeutlichen.

Nehmen wir als erstes das Gefühl der Wut. Wut als Kraft verstanden befähigt uns, eine Entscheidung zu treffen, ein klares „Ja“ oder „Nein“ auszusprechen. Mit dieser Kraft wissen wir, was wir wollen oder nicht wollen. Sie kennt keine Zweifel und kein Zögern, sie ist zielgerichtet. Die gedankliche Interpretation dahinter ist: „Das ist falsch. Das will ich nicht so.“ Als Kraft eingesetzt verschafft sie uns Klarheit und Durchsetzung. Wir können eine Situation verändern, die wir als falsch interpretieren, und bei der wie vor allem auch die Macht haben, sie zu verändern. Wut ist das Feuer in uns. In ihrem Schatten, als destruktive Ausdrucksform, schafft Wut Zerstörung. Wir brauchen Wut um uns durchzusetzen, ernst genommen zu werden, für andere greifbar zu sein, eine klare Position zu vertreten. Wenn wir Wut als Kraft in uns spüren, ist es in der Regel nicht notwendig, zu schreien oder sogar handgreiflich zu werden. Dies wäre dann der destruktive Ausdruck einer (jahrelang) angestauten Wut. Alleine die Tatsache, dass wir in Verbindung mit dieser Kraft in uns sind, reicht aus. Alleine das Spüren dieser inneren Kraft verändert die Situation schon, verschafft uns eine gewisse natürliche Autorität und Respekt. Bildlich gesprochen ist es so, als ob wir ein Schwert bei uns tragen würden. Es ist nicht notwendig, dass wir dieses Schwert ziehen, es reicht aus, dass wir es bei uns tragen. Alleine das Tragen verschafft uns schon eine andere Ausstrahlung. Unser gegenüber, egal ob Mann oder Frau, spürt dieses Schwert auf subtile Art und Weise.

Das zweite Gefühl ist die Trauer. Trauer als Kraft verstanden öffnet unsere Herzen. Authentische Trauer erfüllt uns mit Liebe, Wertschätzung und Annahme. Die gedankliche Interpretation dahinter ist: „Das ist schade. Ich kann nichts daran ändern“. Wenn wir einen geliebten Menschen verlieren, ob durch Trennung oder Tod, können wir daran nichts ändern. Wenn wir die Trauer als Kraft in uns spüren und zulassen, befähigt sie uns, eine unabänderliche Situation in Liebe ganz anzunehmen. Trauer ist das Wasser in uns. Sie hat Tiefe, lässt mein Herz weit werden und schafft dadurch Raum. Im Grunde ist Trauerkraft erst die wirkliche Liebesfähigkeit, wenn ich annehmen kann, dass es anders ist, als ich es mir gewünscht habe. Es liegt nicht in meiner Macht, an der Situation etwas zu ändern. Dabei muss es sich nicht nur um so einschneidende Ereignisse wie Tod oder Trennung handeln. Es kann auch das schlechte Wetter bei einem geplanten Ausflug oder die Seiten an meinem Partner sein, die ich nicht so gerne mag: „Ach schade, aber das gehört zu ihm als Gesamtheit und ich liebe ihn trotzdem.“ Trauer ist eine Kraft von großer Weite und Weisheit. Sie hilft uns loszulassen und uns dem Fluss des Lebens hinzugeben, uns ihm anzuvertrauen. Der Schatten von Trauer ist Passivität und Lethargie. Unseren zwischenmenschlichen Beziehungen fehlt dann jegliche Tiefe, sie dümpeln nur an der Oberfläche, alles ist austauschbar und beliebig. Wir haben dann Angst vor dem Wandel und ein tiefes Einlassen, weil wir Angst haben, enttäuscht zu werden, etwas zu begegnen, was uns nicht gefällt, wir nicht ändern können. Doch naturgemäß wohnt allen Dingen und Beziehungen diese Tendenz inne.

Loslassen können …

Diese beiden Grundgefühle (es gibt noch drei weitere) verkörpern für mich das Grundproblem vieler hochsensibler Männer. Zu dem Gefühl der Trauer hatte ich seit jeher einen guten Zugang, im Gegensatz zu dem Gefühl der Wut, die mir meist fehlte. Es ist ja so, dass die feinfühlige Seite unserer Männlichkeit, und dazu gehört auch die Trauer, eher weiblich konnotierten Werten entspricht, wie zum Beispiel Empathie, Einfühlungsvermögen, Tiefe, Kreativität, Kommunikation oder Verständnis. Ich war der Frauenversteher par excellence. Stets hatte ich ein offenes Ohr für die Belange und Sorgen von Frauen. Sie bauten schnell Vertrauen zu mir auf und teilten ihre Sorgen mit mir. Meist ging es um irgendwelche „Machotypen“, von denen sie ausgenutzt oder angelogen wurden, und meist war es so, dass ich sofort mit in ihren Klagegesang über diese „primitiven“ Männer einstimmte. Männer sind eben Schweine – und dagegen hatte ich nichts einzuwenden, weil ich mich nicht als einer dieser Typen fühlte. Ich war der männliche Verbündete der Frauen, was ihnen sehr gefiel, weil ich ihnen dadurch viele „Insidertipps“ geben konnte, wie sie einen verständnisvollen, tiefgängigen und treuen Mann (wie mich) von diesen „Machotypen“ unterscheiden konnten. Insgeheim beneidete ich aber immer diese „Machos“, da sie das hatten, was mir als Mann (und im Kontakt mit Frauen) meist fehlte: Biss, Schlagfertigkeit, Durchsetzung, Selbstvertrauen. Oder einfach die positive Kraft der Wut.

Neben diesen emotionalen Eigenheiten zeichnete mich seit jeher eine große Gewissenhaftigkeit, Sorgfalt und Disziplin aus. Ebenso eine schnelle Auffassungsgabe, ein lösungsorientierter Ansatz und der Wunsch nach einem harmonischen Umfeld, um mich ganz zu öffnen und wohl zu fühlen. Es dauert lange, bis ich eine wirklich tiefgehende Freundschaft aufbaue. Ist dieses Vertrauen aber erst einmal aufgebaut, lasse ich mich auf diese Beziehung ganz ein, bin ein zuverlässlicher, reflektierter und verständnisvoller Freund und Gesprächspartner. Ich verabscheue aggressives und lautes Verhalten und Reden. Vor allem dann, wenn es völlig unreflektiert, plump und egozentrisch ist, wenn es nur zur eigenen Selbstdarstellung dient.

Mit dieser Schilderung meiner Hochsensibilität wollte ich dir einen ersten Eindruck vermitteln. Wie es sich anfühlt, als Mann hochsensibel zu sein. Genauso klar ist, dass es nicht den hochsensiblen Mann gibt. Jeder ist anders geprägt. Dem einen fehlt der Zugang zu seinen Gefühlen, dem anderen zu seiner archaischen Kraft. Doch nach über zwei Jahren der Beobachtung und Erforschung bei mir und anderen sensiblen Männern, sind mir zwei Grundtendenzen aufgefallen: oftmals zu viel Sanftheit, Verständnis, Tiefe, Abhängigkeit und zu wenig Durchsetzung, Klarheit, Richtung und Abgrenzung.

Um als Mann aber ganz in deine Kraft zu gelangen, ist beides notwendig: Sensibilität und Durchsetzung. Beide Kräfte sind gleich wichtig und stehen völlig gleichberechtigt nebeneinander. Deshalb schauen wir uns als nächstes an, wie wir diese beiden Kräfte in uns mehr in Balance bringen können.

Feinfühlig und kraftvoll

Der sanfte Krieger: sensibel und kraftvoll zugleich

Um mehr in deine Gefühle zu kommen, benötigst du als erstes eine gewisse innere Stabilität, ein männliches Rückgrat. Fehlt dieses Rückgrat, diese zentrierende Kraft, kannst du leicht von deinen Gefühl übermannt werden. Die Gefahr besteht, dass du dich dabei in Abhängigkeiten, Opferhaltung und Passivität verlierst. Du verlierst dich im Ideal des Softies. Umgekehrt verneinst du jegliche Tiefe und Gefühlsintensität in dir, wenn du Aggression in negativer und unkontrollierter Weise auslebst. Du verlierst dich im Ideal des Machos. Beide Stereotypen – Macho wie Softie – werden heutzutage zunehmend von Männern wie Frauen abgelehnt und bringen dich im Übrigen auch kein Stück weiter auf deinem Weg zu einer ganzheitlichen Männlichkeit.

Für eine Herzensöffnung und einer inneren Stabilität benötigen wir als hochsensibler Mann neben dem bedingungslosen Annehmen unserer femininen, sanften und weichen Seite auch das Integrieren unserer archaischen, wilden und kraftvollen Seite.

Die archaische Kraft leben

Um als hochsensibler Mann zu einem neuen Selbstvertrauen zu gelangen, ist es neben der Öffnung deines Herzens mindestens genauso wichtig, deine archaische (maskuline) Seite mehr zu kultivieren und zu erforschen. Wie erwähnt, war ich jahrelang von sehr maskulinen Männern umgeben und bewunderte sie insgeheim für ihre Schlagfertigkeit, Durchsetzungskraft und Erfolg bei Frauen. Heute weiß ich, dass sich hier mein unbewusster Schatten meldete. Dass es diesen Anteil ebenso in mir gibt, wenn auch tief vergraben. Nur wenn wir den sensiblen und archaischen Anteil in uns ganz annehmen und leben, ist es uns möglich, als Mann ganz in unsere Kraft und in unser Potenzial zu kommen.

Ohne das archaische Potenzial deiner Männlichkeit fehlt dir jegliche Spannkraft und Durchsetzung. Getrieben von einer ständigen Harmoniesucht vermeidest du jede Art von Auseinandersetzung, Meinungsverschiedenheit oder Konflikt – egal ob mit Frauen oder Männern. Du bist der Frauenversteher und beste Kumpel – nur eben kein Mann fürs Bett oder für eine Partnerschaft. Es fehlt offenbar etwas. Etwas Wesentliches. Aus vielen Gesprächen mit Frauen weiß ich, dass sich eine Frau beides wünscht: einen Fels in der Brandung, einen Mann der Klarheit und Sicherheit ausstrahlt, ebenso wie einen zärtlichen und einfühlsamen Mann, der Zugang zu seinen Gefühlen hat – und diese auch kommunizieren kann. Erst wenn du dich traust, dich auch deiner archaischen Seite gegenüber zu öffnen, fühlst du dich als ganzer Mann. So zumindest erging es mir, seitdem ich begonnen habe, dieses „schlummernde Raubtier“ in mir kontrolliert rauszulassen, zum Beispiel im Rahmen eines Männerseminars. Einen Großteil unserer Reise zu einer ganzheitlichen Männlichkeit können wir nur im Kreise von Männern absolvieren. Keine Frau kann uns diese Energie und Klarheit schenken.

Die kraftvolle Seite in uns leben

Für die Kultivierung deines kraftvollen Anteils gibt es diverse Möglichkeiten:

  • Männerseminare, die dir einen geschützten und angeleiteten Rahmen bieten, in dem du deine jahrelang unterdrückte Aggression herauslassen kannst.
  • Sportarten wie Fußball, Karate oder Rugby, bei denen es um Stärke, Durchsetzung und sich fair miteinander messen geht, und die gewissen Regeln unterliegen.
  • Traue dich öfters mal einen flapsigen Spruch oder Witz zu machen.
  • Triff mehr Entscheidungen und übe dich im Nein sagen – auch gegenüber deiner Partnerin (dies kann in kleinen, alltäglichen Situationen geübt werden).
  • Äußere deine (sexuellen) Bedürfnisse und Wünsche gegenüber deiner Partnerin.
  • Erlebe ein Abenteuer (Expeditions-Reisen, einen Berg besteigen, uvm.)
  • Gehe in Männergruppen, die regelmäßig stattfinden, in denen du über dich und deine Gefühle redest und nicht wie so oft über Arbeit, Politik oder Fußball.
  • Finde eine positive Haltung zu bewussten Auseinandersetzungen und Konflikten.
  • Akzeptiere Meinungsverschiedenheiten und andere Werte.
  • Regele als Mann Familienangelegenheiten und Streitigkeiten (z.B. mit Behörden).

Wenn du die sensible und kraftvolle Seite in dir immer mehr integrierst und in Balance bringst, wirst du alsbald eine veränderte Wirkung auf dein Umfeld spüren – ja, auch auf Frauen. Dir stehen einfach viel mehr Handlungsmöglichkeiten zur Verfügung: Der verständnisvolle, herzensgeöffnete Liebhaber und Partner, der wild und zärtlich zugleich sein kann. Der einfühlsame Familienvater. Ein Mann der klaren Worte und Positionen, der weiß, was er will. Ein Mann, der Zugang zu all seinen Gefühlen hat und diese nach außen reflektiert kommunizieren kann. Ein Mann, der seine Vision und Richtung kennt und diese beharrlich verfolgt. Ein Mann, der einer Frau sagen kann, dass er sie attraktiv findet oder liebt.

Zeige dich!

In all deinen Gefühlen, in all deiner vermeintlichen Verletzlichkeit, in deiner ganzen Persönlichkeit. Es ist Zeit dafür. Unser Männerbild ändert sich gerade rasend schnell. Viele Männer leiden darunter, allen voran der hochsensible Mann. Wenn du es schaffst, keine Angst mehr vor Gefühlen zu haben und gleichzeitig zu deiner natürlichen, archaischen Kraft stehst, wirst du zu den (neuen) Männern unserer Zeit gehören. Du wirst dich mit deiner ganzen Emotionalität, Klarheit, Kreativität, Entschiedenheit und Verantwortung in die Welt einbringen.

Du bist nicht alleine auf diesem Weg. Viele begeben sich gerade auf diesen Weg zu einer neuen Art von Mann-Sein im 21. Jahrhundert. Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns als hochsensible Männer gegenseitig unterstützen. Mit Worten, mit Taten, mit Zuspruch, mit Umarmungen und mit Mut. Wir werden gebraucht und die Welt wartet auf unseren Einsatz.

Der Mann von heute zeigt Gefühl und Stärke.
Er ist im Einklang mit all seinen Anteilen. Er ist ein sanfter Krieger unserer Zeit!

In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Mut und Vertrauen auf Deinem Weg zu einer ganzheitlichen Männlichkeit!

Wann lebst Du als hochsensibler Mann Dein ganzes Potenzial?

 

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Dieser Artikel ist Teil einer Blogparade auf dem Blog Männlichkeit stärken. Im Herbst 2016 wurde ich gefragt, ob ich an dieser größten Wissenssammlung über Männlichkeit & Weiblichkeit im deutschsprachigen Raum teilnehmen möchte. Nach kurzem Überlegen habe ich zugesagt. In diesen 6 weiteren Artikeln erfährst du eine breite Sammlung an Fachwissen zum Thema Männlichkeit und Weiblichkeit von erfahrenen Bloggern und Autoren. Klick dich einfach mal durch. Viel Freude damit!

 


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Hi, ich bin Oliver: Blogger & Autor & Querdenker. Nach einer dreijährigen beruflichen Auszeit und den anschließenden Orientierungs- und Anpassungsschwierigkeiten, weiß ich heute, wie ich leben möchte: Frei und Selbstbestimmt. Und im Einklang mit meiner sensiblen & kraftvollen Männlichkeit. Ich schreibe über Beziehungen, Mann-Sein, Hochsensibilität, Minimalismus und Persönlichkeitsentwicklung.

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16 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Oliver,

    da geht mir wieder das Herz auf. <3
    Darf ich den Artikel auf meiner Website angeben (verlinken)?
    Für die Männer, die Liebe als Lebensphilosophie anstreben 😉

    Liebe Grüße aus WI
    Alexandra

  2. Pingback: „Neue“ Männer braucht das Land | Liebe als Lebensphilosophie

  3. Ja, kann ich unterstreichen. Eine intensive Zeit in der Männergruppe hat viel bewegt. Da haben viele Prozesse ihren Anfang genommen. Nur: In der Wut als Kraft steckt Aggression, Frustration plus eine gehörige Menge TRAUER. Der Anteil Trauer wird oft nicht angeschaut, geschweige denn gefühlt.

  4. Hallo Oliver,
    den Begriff bzw das schädigende, zerstörerische Gefühl WUT (hinter dem immer irgendein Schmerz steckt) würde ich unbedingt ersetzen durch eine produktive, gesunde Aggression im Sinne von Durchsetzungsvermögen, Stärke, Entschlossenheit, Zielstrebigkeit, wissen/zeigen was er will und was nicht, Mut zur eigenen Meinung, egal was andere denken und gfs Aktivitäten im sportlichen Bereich zum Dampfablassen.
    Aber mit einem Mann zusammenzusein, der wütend ist auf sich selbst oder gegen andere und somit eine extreme Unzufriedenheit verbreitet, die bis zum Selbsthass gehen kann, möchte ich definitiv keine Zeit verbringen, weil mir das nicht guttut und er unter solch massivem inneren Negativeinfluß nicht er selbst ist. Ein wütender „Mann“ ist überhaupt nicht beziehungsfähig und sollte zuerst Eigenverantwortung übernehmen und seinen verdrängten Schmerz/Trauer anschauen, bearbeiten und zur Heilung bringen.
    Liebe Grüße, Rena

    • Liebe Rena,

      danke für einen weiteren reflektierten Kommentar von dir!

      Ich bin da bei dir. In diesem Artikel habe ich mich für den Begriff der Wut ALS Kraft entschieden. Im Grunde verwende ich in diesem Kontext Wut synonym mit dem Begriff Aggression. In allen vorherigen Artikeln, in denen ich über ganzheitliche Männlichkeit spreche, verwende ich meist den Begriff der konstruktiven Aggression – mit all ihren positiven, von dir auch aufgezählten Attributen (Durchsetzung etc.).

      Der Grund ist einfach: Gerade in den letzten fünf Tagen konnte ich es selbst erleben, wie scheinbar unangenehme, „unmännliche“ Gefühle, wie die Trauer, sich in eine Kraft verwandeln können – weil ich ganz bereit war, es in meinem Körper zu fühlen, ohne in irgendeiner Weise sofort zu interagieren.

      Dass Gleiche sehe ich bei der Wut als Kraft, wenngleich es bei Männern womöglich schwieriger sein kann, es nicht destruktiv (zerstörisch) werden zu lassen. Dies wird es ja gerade dann, wenn in einer Situation völlig unangemessen gehandelt wird, wenn eben neben der Interpretation „Dies ist falsch“ noch alte, aufgestaute Emotionen hinzukommen.

      In dieser Hinsicht kann ich sehr das Buch „Gefühle? Eine Gebrauchsanweisung“ von Amana Virani empfehlen.

      Einen schönen Abend für dich und Liebe Grüße, Oliver

    • Hallo Rena,

      Assoziationen zu bestimmten Begriffen sind ja immer subjektiv und niemals allgemeinverbindlich. Im Laufe der Zeit setzt sich eine Art „Mainstream“ durch, der jedoch auch zeitgeistabhängig ist – und sich demzufolge auch immer wieder dem (veränderten) Denken der Menschen anpasst.

      Dieser „Mainstream“ ist niemals allgemeinverbindlich. Theoretisch kann jeder also denken und fühlen (also assoziieren), was er will. Allerdings – wenn er Pech hat – um den Preis, dass er von niemandem sonst verstanden wird…

      In Bezug auf „Wut“ und „Aggressionen“ kenne ich eigentlich nur zwei Lesarten:
      a) Beides ist mehr oder weniger dasselbe. Beides wird negativ bewertet.
      b) „Wut“ ist ein Gefühl, dass uns die Kraft gibt, Veränderungen anzustoßen – und somit durchaus positiv wirkt (bzw. wirken kann). „Aggression“ hingegen ist gegen andere Menschen gerichtet – was nicht zwingend, aber doch im Regelfall destruktive Auswirkungen hat.

      Die von dir vorgeschlagene Verwendung dieser beiden Begriffe kenne ich eigentlich überhaupt nicht. Aber nochmals zur Verdeutlichung: Das bedeutet nicht, dass du Unrecht hast. Es bedeutet, dass du möglicherweise von deinen Mitmenschen anders verstanden wirst, als du es beabsichtigt hast.

      Viele Grüße
      Katrin

      • Hallo Katrin & Rena,

        ich wollte in der Diskussion um das Wort Aggression nur noch mal klarstellen, dass ich damit ausschließlich eine innere Kraft meine, die reflektiert und kontrolliert eingesetzt wird. Nehmen wir das Beispiel bei Sportarten wie Fußball oder Karate, bei denen es Regeln (Schiedsrichter) gibt und die Männer (oder auch Frauen) in diesem Rahmen ihre Aggression (Durchsetzung) ausleben können.

        Dies ist mir wichtig, immer wieder zu betonen, da in der öffentlichen Wahrnehmung Aggression schnell mit Gewalt gleichgesetzt wird – was aber total dumm ist. Gewalt ist immer willkürlich, unkontrolliert und setzt auf die Verletzung (körperlich wie verbal) oder gar Zerstörung des anderen ab. Diese irrtümliche Gleichsetzung ist einer der Gründe, warum mittlerweile Aggression bei Jungen/Männern so vehemment abgelehnt wird. Doch sie ist elementar notwendig für den heranwachsenden Jungen & Mann (siehe Puplikationen von Jesper Juul oder Björn Leimbach u.a.). Nur dadurch erhält er ein gesundes Selbstvertrauen, gibt nicht so schnell auf, weiß was er will, wird unabhängiger von der Mutter (Frau) und hat ein Ziel und eine Vision vor Augen. Mit einem Wort: Nur in Verbindung mit dieser inneren Kraft wird er ein ganzer, selbstbewusster Mann – und nicht ein erwachsener (abhängiger) Junge! Ich weiß, wovon ich rede, da ich genau diesen Entwicklungsweg gegangen bin – und immer noch gehe!

        Liebe Grüße, Oliver

    • Was mir nachträglich noch auffällt:

      Hinter Wut stecken Gefühle, das hast du ganz richtig so geschrieben.

      Nun verstehe ich diesen Artikel so, dass es Oliver gerade darum geht, Gefühle zuzulassen. Auch „negative“. Wir sind erst dann ganze, vollwertige Menschen/Männer/Frauen, wenn ihr zu allen unseren Gefühlen stehen.

      Jetzt überlege ich, inwiefern hinter deinen Worten insgeheim die altmodische Vorstellung steckt, dass Männer „tun“, aber nicht „fühlen“… nach dem Motto „Männer sollen sich durchsetzen, aber nicht flennen“.

      Und gleich darauf stelle ich mir auch schon die nächste Frage: Sind wütende Frauen denn ebenfalls nicht beziehungsfähig? Oder „dürfen“ die das – negative Gefühle haben??
      Wenn nicht: Ist ein Mensch (egal welchen Geschlechts) also nur dann beziehungsfähig, wenn er permanent „gute“ Gefühle hat? Herrje.

      Ich denke noch weiter (und werde jetzt leider dir gegenüber persönlich, aber ich meine das wirklich nicht böse, sondern schreibe das, um Klarheit zu gewinnen): Wenn ein Mann dich nicht mit wütenden Gefühlen „behelligen“ darf – bist DU dann eigentlich beziehungsfähig???

      Je mehr ich über deine Worte nachdenke, desto skeptischer werde ich…

      • Shit: Ich meine, desto skeptischer werde ich gegenüber deinen Worten – nicht gegenüber deiner Beziehungsfähigkeit!!! Um Gottes Willen, letzteres maße ich mir nicht an…

  5. Jeder sollte seinen Gefühlen Laufen lassen nach Beachtung
    niemand zu nahe kommen
    Oder was machen der Andere nicht Will …

  6. Hallo Katrin W.,

    Wahrnehmung ist etwas sehr Individuelles. Und manchmal verstehen Menschen auch nur das, was sie verstehen wollen bzw. womit sie aufgrund ihrer eigenen noch ungeheilten Schattenanteile in Resonanz gehen. Aber es gibt sehr wohl allgemeingültiges Wissen und Definitionen in der Psychologie, sonst wäre ein solches Studium ziemlich sinnfrei.

    Unter dem Begriff Wut wird im allgemeinen ein akuter emotionaler Affektzustand verstanden, der ein affektbedingtes Angriffsverhalten bewirkt gegen einen Menschen (gegen andere oder sich selbst, vgl. Autoaggression, selbstverletzendes Verhalten) oder gegen ein Tier oder Gegenstand – verbal oder körperlich. Zum besseren Verstehen hilft Ihnen vielleicht der Artikel bei wikipedia > https://de.wikipedia.org/wiki/Wut

    Ich hatte nirgends geschrieben, daß Männer ihre Wut oder Tränen unterdrücken sollen. Selbstverständlich gehören sämtliche Arten von Gefühl zum Menschsein dazu – völlig unabhängig ob Mann oder Frau. Und ich bewerte Gefühle grundsätzlich nicht als gut oder schlecht, wie allgemein üblich. Es sind einfach Gefühle. Punkt. Für mich persönlich ist nur entscheidend, ob ich mich in der Gesellschaft eines Menschen wohlfühle oder nicht.

    Jeder Mensch hat ein Recht auf seine Gefühle und sollte sie sich meiner Überzeugung nach auch erlauben, zulassen und ausleben, zumal jede unterdrückte Emotion – auch sogenannte positive – den Betreffenden über längere Zeit zunehmend belasten, im Untergrund brodeln und krank machen (Psychosomatik).

    Auch mein Partner dürfte mich selbstverständlich liebend gern mit all seinen Bedürfnissen und Gefühlen „behelligen“. Nur dadurch wird in einer Beziehung überhaupt erst eine echte, innige Nähe und Vertrautheit ermöglicht. Ich freue mich sehr über jeden Mann, der den Mut, die Stärke, das Vertrauen und auch den Wunsch hat, authentisch zu sein, sich zu öffnen, verletzbar zu zeigen und seine Frau/Freundin an seinem Innenleben teilhaben zu lassen. Das ist wunderbar!!
    Wenn ein Mann dazu nicht fähig ist, wäre er noch nicht erwachsen und hätte sowieso nicht die Chance, mein Partner zu werden.

    ABER: Gefühle ausleben bitte nicht auf meine Kosten! Es muß alles immer im beiderseitigen Einvernehmen bzw auf eine Art und Weise geschehen, bei der kein anderes Lebewesen geschädigt wird und Nachteile erleidet. Eigentlich klar, aber leider gibt es ja auch viele Menschen, die sich von ihrem Partner/ihrer Partnerin auf unterschiedliche Weise immer wieder – bewußt oder unbewußt – emotional missbrauchen, ausnutzen oder respektlos behandeln lassen. Aber das hat dann beidseitig ohnehin nichts mit Liebe zu tun.

    Für seine Eigenschädigung ist jeder selbst verantwortlich. Aber wenn eine andere Person mit hineingezogen wird und Wutanfälle sogar häufiger oder regelmäßig vorkommen, dann trägt dieser Mensch eine stark erhöhte Grundanspannung und ein destruktives Aggressionspotenzial in sich und wird von seiner Wut regiert (= durch das verletzte innere Kind), kann zur Cholerik und heftigen emotionalen Affekthandlungen tendieren durch z.B. rasende Eifersuchtsattacken (im schlimmsten Fall bis zum Todschlag, wie man häufig in der Presse hört), hat sich also recht häufig nicht unter Kontrolle und ist definitiv nicht beziehungsfähig – egal ob Mann oder Frau – sondern ist im Einzelfall je nach Ausprägung eine Gefahr für sich und andere.

    Diese Person gehört in eine professionelle Psychotherapie, damit die tiefliegenden Ursachen aufgedeckt und bearbeitet werden können. Wobei ich eine hysterisch-infantil herumschreiende „Frau“, die dem Partner laufend irgendwelche Vorwürfe macht, genauso unerträglich finde wie einen laut polternden, wütenden „Mann“. Geschrei kann ich grundsätzlich nicht leiden.
    Wohlgemerkt: dies ist keine Bewertung oder Verurteilung, sondern lediglich mein eigenes Empfinden! Dies nur vorsorglich, damit ich nicht wieder mißverstanden werde 😉

    Mal abgesehen davon, daß ich mich nicht auf einen latent wütenden, chronisch frustrierten „Mann“ näher einlassen würde, weil es mir nicht guttut und ich nicht seine Mutter oder Therapeutin sein will und ich diese lehrreiche, kraftraubende Lernerfahrung mit einem sich selbst verachtenden „Mann“ schon mal machen durfte… –
    wenn mein Partner mich anbrüllen oder in meinem Beisein Gegenstände herumwerfen würde, dann würde ich – auch wenn ich natürlich wüßte, daß ich nur als Projektionsfläche diene – das Verhalten nicht nur emotional als äußerst respektlos, unangenehm und schädigend empfinden, sondern auch energetisch. Denn bei einem akut, aggressiv-wütenden Menschen verändert sich schlagartig die Qualität der Energieschwingung (Ausstrahlung), so daß es sich sehr unangenehm, belastend und schwächend anfühlt, wenn man sich dann in dessen Nähe oder sogar Energiefeld (ca. 1 m Radius) befindet und die „volle Ladung“ abbekommt. Bei Trauer ist es genauso.

    Je sensibler, feinfühliger und herzoffener man ist, umso belastender reagiert man automatisch auf sogenannte negative Energien, d.h. auf Schwingungsfrequenzen, die von der eigenen sehr stark abweichen. Ich brauchte dann mindestens eine Woche für mich allein, um mich energetisch wieder einigermaßen zu regenerieren.
    Es versteht sich sicherlich von selbst, daß man sich sowas nicht antun sollte und selber die Verantwortung dafür trägt, ob der Partner/Bruder etc. einem Schaden zufügt und daß eine Frau oder ein Mann mit Selbstachtung und Selbstliebe sich nicht als Fußabtreter benutzen lassen möchte und würde – egal ob dies bewußt oder unbewußt geschieht – sondern daß man klare (Selbstschutz)Grenzen freundlich kommuniziert und sich gfs vollkommen distanziert.

    Eine Wut soll/darf gerne ausgelebt werden, aber bitte mit Rücksicht auf den gfs. anwesenden Menschen bzw. Partner, den man liebt und wertschätzt und demzufolge natürlich niemals schädigen möchte, d.h. man sollte in einer plötzlich auftretenden, akuten Phase zum Abreagieren sofort ins Freie gehen und z.B. Joggen oder Holzhacken oder sich je nach Örtlichkeit zumindest in einen Nebenraum zurückziehen. Beine ausschütteln, Sandsack treten, ins Kissen schreien oder damit auf den Boden schlagen wirkt befreiend, so daß anschließend die darunterliegende Traurigkeit bzw. der emotionalen Schmerz fühlbar wird und ebenso zugelassen werden kann.

    Viele Grüße, Rena

  7. Hallo Rena,

    erst einmal bin ich froh, dass du meine Worte nicht negativ interpretiert hast.
    Danke!

    Jau, bei Wikipedia wird Wut synonym zu Aggression verwendet. Eine Abgrenzung im Sinne von „Wut = eher negativ“ und „Aggression = eher positiv“ findet dort nicht statt.

    Jetzt überlege ich, weshalb ich bei deinem ersten Beitrag wiedersprochen habe, bei diesem hier jedoch zumindest tendentiell zustimme. Ich glaube, es liegt daran, dass du anfangs pauschal vom „wütenden Mann“ geschrieben hast, während du jetzt von einem „häufig oder regelmäßig wütenden Mann“ schreibst.
    Du beschreibst also jetzt einen anderen Typ Mann als vorher (oder zumindest verstehe ich deine Worte so): Anfangs ging es nämlich nicht um einen Choleriker, sondern (auch) um einen Menschen, der eben einfach mal wütend ist, oder vielleicht jemand, der gerade belastet ist (Stress, Schicksalsschlag, was auch immer) und deshalb dünnhäutig reagiert [so was soll’s ja geben].

    Permanent einen „Wüterich“ um sich zu haben, das ist nicht angenehm – allerdings liegt die Grenze des Erträglichen ja bei jedem Mensch woanders. Eine allgemeinverbindliche Aussage dazu ist also nicht möglich. Und deshalb kann man Männern auch keine allgemeinverbindliche Vorgabe dazu machen.

    Worin ich dir rückhaltlos zustimme ist, dass du auf dich selbst achten und nicht (wie es Frauen häufig tun) von dir so empfundene Zumutungen ertragen solltest für einen Mann oder überhaupt für eine Beziehung. Das kann nicht Sinn und Zweck einer Beziehung sein. Beide sollen sich in der Zweisamkeit wohl fühlen.

    Inwiefern das bedeutet, dass der Partner seine Wut durch Joggen oder Holzhacken abreagiert, um den anderen nicht zu belasten, ist eine partnerschaftliche Entscheidung, sprich: wird individuell vereinbart. Da gibt es kein richtig oder falsch. Deshalb sind auch hierzu keine allgemeinverbindlichen Vorgaben oder die Formulierung von „Standards“ möglich. – Ich kann zumindest für mich sagen, dass es mich beschämen würde, wenn mein Partner das Gefühl hätte, mich nicht mit seinen Gefühlen belasten zu dürfen…

    Mehr noch, ich denke: Wer die Wut seines Partners (damit meine ich nicht körperliche Gewalt o.ä.) grundsätzlich nicht aushalten kann oder will, der hat entweder ein Abgrenzungs- oder Selbstwertproblem oder aber keine Lust, den Partner mit all seinen Facetten anzunehmen.
    Ersteres gilt, wenn er nicht in der Lage ist, die Gefühle des Partners als „dessen“ Gefühle zu erkennen. Daran sollte er dann arbeiten.
    Das Zweite gilt, wenn er Wut persönlich nimmt, statt auf die äußeren Umstände zu beziehen. Auch daran sollte er arbeiten.
    Und Letzteres, wenn der Partner es ihm nicht wert ist, auch seine negativen Seiten kennenzulernen. Das will ich gar nicht moralisch bewerten, weil jeder ja selbst wissen muss, welche Art von Beziehung er haben möchte.

    (Meine Ausführungen bedeuten nicht, dass man sich alles gefallen lassen muss!!!! Sie bedeuten, dass man auch im Umgang mit seinem Partner locker und cool bleiben sollte.)

    Ein weiteres „Aber“ von meiner Seite:
    Es geht in diesem Artikel darum, dass bestimmte Männer (nämlich sensible) erst einmal lernen müssen, ihr Aggressionspotential überhaupt einmal wahr- und ernstzunehmen und ihm Ausdruck zu verleihen, ohne sich dabei gleich „falsch“ zu fühlen. Das halte ich für unbedingt richtig und notwendig, denn auf andere Weise kann ein Mensch (egal welchen Geschlechts) nicht lernen, sich selbst zu akzeptieren.
    Daher halte ich es für ziemlich kontrapoduktiv, in einer solchen Diskussion gleich Assoziationen zu „Totschlag“ zu wecken. Was bringt das? Ich kann es dir schreiben: Sensiblen Männern wird auf subtile Weise vermittelt, dass sie tunlichst NIEMALS aggressiv werden sollten. Und dass sensible Männer solche Formulierungen genauso SO verstehen werden, ist ja wohl klar. Daher das Attribut „sensibel“. Im Grunde wird ihnen also mittels Doppelsprech vermittelt: Klar darfst du auch mal wütend sein – aber wehe, du bist es wirklich.
    Das empfinde ich als zutiefst unfair.

    Wir beide sind offenbar in vielen Dingen unterschiedlich. Aus diesem Grund habe ich wohl auch ein Problem mit deinen Worten über Männer, die sich öffnen und verletzbar zeigen, aber ihre Wut dann nur Wald ausleben dürfen. Der Mann darf sich (so mein Eindruck) nämlich nicht wirklich öffnen. Er darf nur bei Filmen von Rosamunde Pilcher feuchte Augen kriegen.
    Genau diese Haltung ist in meinen Augen der Grund, weshalb es „wahre Männer“ so schwer haben. Sie dürfen ihre Sensilibiltät nur auf eine den Frauen angenehme Weise zeigen. Wir Frauen scheinen geradezu die Deutungshoheit darüber zu haben, was sensibel und in einer Beziehung akzeptabel ist. Ein Mann hat da nicht viel zu melden. Der darf uns nur das nachsprechen, was wir ihm vorkauen.
    Der ‚domestizierte‘ Mann ist nicht das Gegenteil von unzivilisiert, sondern das Gegenteil von selbstbestimmt.

    Ich vertraue darauf, dass du auch dieses Mal keins meiner Worte persönlich nehmen wirst. Übrigens: Im Umgang mit mir bist du nicht übertrieben empfindlich – warum sollte das bei einem Mann anders sein. 😉

    Liebe Grüße
    Katrin

  8. Hallo Katrin,
    in einem Punkt gebe ich Ihnen Recht: Wir sind sehr unterschiedlich!
    Da Sie mich leider nicht wirklich verstanden haben und mir die Worte im Mund umdrehen,
    macht es für mich keinen Sinn, nochmal auf Ihren Inhalt einzugehen.
    Im übrigen ist mir Ihre Art und Ausstrahlung unsympathisch und ich erlaube mir,
    dies offen und ehrlich zu sagen.
    Gruß, Rena

  9. Hallo Rena,

    sorry, dass ich erst jetzt antworte: bin wieder im normalen „Alltag“.

    Offen und ehrlich zu sein, ist eine gute Sache. Und dass dir jeder unsympathisch ist, der deine Ansichten nicht teilt, ist normal. Umgekehrt halte ich dich vor allem für einen sehr gefährlichen und ausbeuterischen Menschen.

    Also lassen wir es gut sein.

    Ich wünsche dir alles Gute,
    Katrin

  10. Hallo Oliver,

    ich finde es super, wenn auch Männer ihre Emotionen zeigen. Denn das typische Bild eines Mannes wird nur von der Gesellschaft vorgegeben. Ich kann dazu das Buch „Radical Honesty“ empfehlen.

    MFG Philipp

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