Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Hochsensibilität und Veganismus? ( inkl. 5 verbreiteten Vorurteilen gegenüber Veganern)

Was hat eine  pflanzliche Ernährungsweise mit dem Hunger der Welt zu tun?
Und stimmt es wirklich, dass Veganer die besseren Menschen sind?

Der heutige Beitrag richtet sich an alle vegan oder vegetarisch lebenden Menschen und all jene, die gerade mit dem Gedanken spielen, ihre Ernährung umzustellen. Er richtet sich aber genauso an alle, die sich nicht rein pflanzlich ernähren oder sogar diesem Ernährungsstil kritisch gegenüber stehen.

Ziel dieses Beitrags ist es, mit verbreiteten Vorurteilen und Mythen gegenüber dieser Ernährungsweise aufzuräumen. Aber auch berechtigte Kritik zuzulassen. Mehr Klarheit zu schaffen – auf beiden Seiten.

Und natürlich ist es kein Zufall, dass ich gerade jetzt über Veganismus schreibe.
Wie schon in vorangegangen Artikeln erwähnt, versuche ich beim Schreiben meiner Intuition zu vertrauen. Über das zu schreiben, was mich innerlich gerade am meisten beschäftigt, mich aufwühlt, traurig, wütend oder freudig macht, über das versuche ich zu schreiben, und zwar in einer Art, dass du als Leser etwas davon hast.

Seit gut fünf Jahren ernähre ich mich vegetarisch. Meine Beweggründe und meinen langen Weg dorthin, hatte ich bereits in einem meiner ersten Artikel ausführlich dargelegt.

Seit Anfang des Jahres ernähre ich mich nun zu rund 80% vegan – grob geschätzt. Der Schritt vom Vegetarier zum Veganer ist nicht groß. Milch ist bei mir komplett weggefallen. Wie bei den meisten Vegetariern, sind die beiden letzten großen „Hindernisse“, die mich von einer vollständigen veganen Ernährung abhalten, Eier und Käse. Ab und an eine Scheibe Käse auf’s Brot und ein Rührei zum Frühstück. Das war’s. Auch dies wird in absehbarer Zeit wegfallen und ich werde sicherlich nichts vermissen.

Was musste ich mir in den letzten Jahren als Vegetarier schon alles anhören. Jeder Vegetarier wird diese Diskussionen mit Fleischessern kennen. Und jedes Mal ärgere ich mich, dass ich mich darauf überhaupt eingelassen habe. Auf dieses Feuerwerk von Rede und Gegenrede. Von Beweisen und Gegenbeweisen. Gerade uns Hochsensiblen setzt soetwas immer wieder zu. Zumindest mir.

Deshalb macht es als erstes Sinn, uns über ein paar grundlegende Begrifflichkeiten zu verständigen.

Hochsensibilität und Veganismus

Wie dir mittlerweile bekannt sein wird, besitzen wir hochsensiblen Menschen ein erheblich empfindlicheres Nervensystem als Normal-Sensible. Dies bringt eine Reihe von Konsequenzen mit sich. Wir nehmen Umgebungsreize detaillierter und intensiver auf als der Rest. Wir verarbeiten all diese Eindrücke länger, tiefer, reflektierter. Wir sehen Querverbindungen und denken in komplexen Zusammenhängen.

Durch das vermehrte Aufnehmen von Stimmungen, Nöten und Bedürfnissen aus unserer Umgebung und können wir uns sehr schnell in die Lage eines anderen hineinversetzen. Ja, wir können regelrecht dessen Freude oder Schmerz fühlen. Das ist mitunter nicht einfach oder immer wünschenswert, weil wir dadurch oftmals unsere eigenen Gefühle oder Bedürfnisse vergessen, und vor allem schnell in eine Überstimulation gelangen können.

In diesem Zusammenhang ist es interessant, uns den Begriff Empathie etwas genauer anzusehen.

Der  Blogger David schreibt darüber in seinem lesenswerten Artikel:

„Wenn wir uns mit Hochsensibilität beschäftigen kommen wir um das Thema Empathie nicht herum, da Hochsensibilität mit Empathie zu korrelieren scheint. Empathie deckt sowohl die Fähigkeit zu Mitgefühl ab, als auch die Fertigkeit Verständnis zu entwickeln für Gedanken, Emotionen, Motivation und die Persönlichkeit von anderen Menschen. Umgangssprachlich wird Empathie jedoch zumeist gleichgesetzt mit der Fähigkeit sich in eine andere Person zu versetzen, oder deren Emotionen nachzuempfinden. Es ist jedoch auch wichtig zu verstehen, dass selbst das Nachempfinden und Verstehen der Notsituation einer anderen Person bei Menschen mit einer ausgeprägteren Empathie nicht automatisch zu helfenden Verhaltensweisen führt. Aber es erhöht die Wahrscheinlichkeit dafür.“

„Aber es erhöht die Wahrscheinlichkeit dafür“. Diesen Satz finde ich sehr passend. Es ist natürlich nicht so, dass jeder Hochsensible automatisch empathischer ist als ein Normal-Sensibler – egal ob einem Mensch oder einem Tier gegenüber. Aber diese erhöhte Wahrscheinlichkeit, aufgrund unseres ausgeprägterem Nervensystems, kann den Unterschied aus machen.

Den Unterschied, ob wegen meines Genusses ein Tier leiden soll, oder nicht. Genau aus diesem Grund – dem Ethischen – bin ich vor Jahren Vegetarier geworden – und zur damaligen Zeit wusste ich noch rein gar nichts von meiner Hochsensibilität. Die Bilder, die ich vor Jahren in bekannten Dokumentarfilmen wie „Feed the World“  sah, lösten bei mir eine unmittelbare körperliche Reaktion aus. Eine Reaktion des Mitgefühls, des Ekels und der Trauer – mir standen die Tränen in den Augen.

Der Autor Georg Parlow geht davon aus, dass sich 30% aller Hochsensiblen vegetarisch oder vegan ernähren.

Natürlich wäre es zu einseitig und mitunter etwas überheblich, die Fähigkeit einer ausgeprägten Empathie nur uns Hochsensiblen zuzuschreiben. Für das unmittelbare Empfinden von Mitgefühl für Tiere ist es nämlich zusätzlich notwendig, dass wir Tieren einen ähnlichen Stellenwert einräumen wie uns Menschen. Das alleinige Berufen auf unser ausgeprägtes Nervensystem reicht da nicht aus. Dieser Stellenwert sagt aus, dass Tiere  unmittelbar Schmerz und Leid empfinden können – und dies in ihrem Leben vermeiden möchten – also ähnlich wie bei uns Menschen.

Dazu noch einmal der Blogger David:

„Es wäre an dieser Stelle aber falsch Nicht-HSP keine Offenheit für das Nachempfinden des Erlebens von Tieren oder HSP zu unterstellen, denn mit wenigen Ausnahmen sind die meisten Menschen sehr wohl dazu in der Lage, sich in die Perspektive eines anderen Menschen oder von Tieren zu versetzen. Doch liegt es eben an der veränderten Reizverarbeitung von HSP, dass Entscheidungsfindung auf der einen Seite länger benötigen, auf der anderen Seite Wahrnehmungsinhalte mit einbezieht, welche von Nicht-HSP kaum Beachtung geschenkt wird oder als unerheblich wahrgenommen wird.“

5 verbreitete Vorurteile gegenüber Vegetariern und Veganern

#1. Wir sind die besseren Menschen

Nein.

Gerade erst vor zwei Wochen hatte ich wieder eine heftige Diskussion zu diesem Thema. Wir Vegetarier würden unseren Ernährungsstil zu einer Religion erhöhen. Uns für bessere Menschen halten, und alle anders Essenden verurteilen oder abwerten. Es wäre nur ein Ernährungsstil von vielen. Jeder sollte sich seinen Ernährungsstil aussuchen dürfen, der ihm gut tut.

Genau so ist es. Und jeder Körper ist auch anders.

Ja, es gibt in der veganen Szene Hardliner, zum Teil sogar sehr bekannte aus den Medien, die mit stolzer Brust von sich behaupten, die besseren Menschen zu sein und Fleischesser beschimpfen oder verurteilen.

Ich persönlich halte von solchen Grabenkämpfen gar nichts. Mit Arroganz und Überheblichkeit sind wir in einer Debatte noch nie weiter gekommen. Auch wenn ich solche Diskussionen in den Jahren selbst schon geführt habe. Jedes Mal habe ich mich danach über mich selbst geärgert.

Für mich persönlich stellt eine vegane Lebensweise einen bewussten Verzicht da. Ein Verzicht aus Vernunft und Verantwortungsgefühl für die Generation nach uns (Kinder & Enkelkinder) und gegenüber meinen globalen Mitmenschen

Die Fakten sprechen einfach für sich, wenn man einmal gewillt ist, sich näher und unvoreingenommen damit auseinanderzusetzen.
Eine hoher Fleischkonsum hat massive Auswirkungen auf den Hunger und die Umweltzerstörung der Welt.

Um 1 Kilogramm Fleisch herzustellen, benötigt man 15.000 Liter Wasser. Das sind mehr als 100 (!) Badewannen voller Wasser.

Am 16.10. ist Welternährungstag der Vereinten Nationen, bei dem es um den Hunger in der Welt geht und welche Rolle dabei ein hoher Fleischkonsum  spielt.

Deshalb ist meine Meinung zu diesem Vorurteil: Bessere Menschen sind wir nicht.
Aber wir gehen bewusster und verantwortlicher mit Tieren und Ressourcen um.

#2. Ein rein pflanzlicher Ernährungsstil führt langfristig zu Mangelerscheinungen

Jein.

Hierzu gibt es sehr unterschiedliche Aussagen von Fachleuten und Experten. Die einen sagen Ja, die anderen Nein.

Zunächst einmal sollte betont werden, dass mit einer veganen Ernährung ein vielfaches der von der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung) empfohlenen Vital- und Nährstoffe abgedeckt werden.

Dazu gehören Vitamine (Antioxidantien), Mineralstoffe, Spurenelemente und pflanzliche Proteine. Dieser Artikel stellt eine schöne Übersicht zusammen, an den über eine pflanzliche Ernährung gelieferten Vitalstoffen.

Ein immer wieder genanntes Thema in Bezug auf Mangelerscheinungen, ist die Versorgung mit den Vitaminen B12 und D3 und dem Spurenelement Eisen.

Auch hier scheiden sich die Geister und du wirst bei einer Recherche ganz unterschiedliche Meinungen dazu finden. Vitamin B12 ist eigentlich kein Vitamin, sondern ein natürlicher Mikroorganismus, der sich auf der Oberfläche von Obst und Gemüse befindet, den wir aufnehmen könnten, wenn wir unser Grünzeug nicht so gründlich waschen würden.

Der Mythos, ein Vitamin B12 Mangel würde nur Veganer betreffen, ist definitiv falsch. Er betrifft alle Menschen, die eine gestörte und nicht intakte Darmflora haben (also aufgrund unserer Ernährungsgewohnheiten fast jeden) und erst in der Folge daraus entsteht ein B12 Mangel. Schau dir diesen aufschlussreichen Artikel dazu an.

Vitamin D3 wird duch Sonnenlicht in unserem Körper produziert und außerdem versorgen uns verschiedene pflanzliche Lebensmittel wie Champigons, Steinpilze und Avocados mit diesem Vitamin.

Auch das bekannte Spurenelement Eisen, das angeblich in der ausreichend benötigten Menge nur in Fleisch vorkommt, lässt sich durch diverse pflanzliche Lebensmittel gut versorgen. Zu diesen gehören zum Beispiel Hülsenfrüchte, Ölsamen (z.B. Sesammus),  Nüsse, Vollgetreide, Fenchel, Rucola und grüne Erbsen.

Ich will dir aber auch nicht vorenthalten, dass eine Deutsche Vegan Studie aus dem Jahr 2005 in Sachen Vitamin B12 und Eisenmangel bei Veganern zu einem anderen Ergebnis kam.

In jedem Fall solltest du dich als Vegetarier oder Veganer mit etwaigen Mangelerscheinungen auseinandersetzen und eine für dich angemessene Entscheidung treffen. Schau dir zu diesem Thema und einer etwaigen Supplementierung durch Präparate auch dieses und dieses Video an.

Ich ernähre mich nun seit rund fünf Jahren vegetarisch und seit Anfang des Jahres zu rund 80% vegan. Von Symptomen einer Mangelerscheinung keine Spur. Im Gegenteil: Meine Haut sieht deutlich gesünder und glatter aus und ich fühle mich fit und vital wie seit Jahren nicht. Trotzdem möchte ich in absehbarer Zeit einen Selbstest auf Vitamin B12 machen – aber mehr aus Neugierde als aus Besorgnis.

Ich persönlich nehme den Großteil an Eisen, Vitamin D3 und B12 durch meine pflanzliche Ernährung zu mir, versorge mich aber zusätzlich mit einem Nahrungsergänzungsmittel (ja, die gibt es auch in nicht chemischer Form!).
Gerade in der nun anstehenden dunklen Jahreszeit (weniger Sonnenlicht), finde ich das sehr wichtig.

Vor allem ist diese Sublimierung für mich kein Widerspruch oder Argument gegen eine vegane Lebensweise. Wenn du ein wenig recherchierst und dich in deinem Bekanntenkreis um hörst, wirst du feststellen können, dass 40 bis 80% der Bevölkerung noch nicht einmal das Minimum der für die Gesundheit notwendigen Mengen an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen zu sich nimmt.

#3.  Pflanzen haben auch Empfindungen
( Meist wird im gleichen Atemzug mit erwähnt: Ihr esst doch trotzdem noch Lebewesen)

Falsch.

Dieses weitverbreitete Gegenargument lässt sich ganz schnell entkräften. In meinen bisherigen Diskussionen mit Fleischessern ist mir aufgefallen, dass dieser Irrglaube meist als letztes Argument gebracht wurde, um mich doch noch in irgendeiner Art und Weise in Widersprüchlichkeiten zu verwickeln.

Was bei dieser Argumentation gerne übersehen wird: Ein Schwein, Rind oder Lamm hat ein  Nervensystem, welches ihm ermöglicht, unmittelbar Schmerz und Leid zu erfahren (ähnlich unserem menschlichen). Genauso auch wie Freude und Wohlbefinden.

Ein Salat oder eine Paprika oder eine Brennessel besitzen solch ein Nervensystem nicht. Nur weil Nervenleitungen in Pflanzen nachgewiesen wurden, fehlen ihnen immer noch Schmerzrezeptoren und ein Gehirn, welches die Schmerzimpulse umwandeln kann.

Natürlich sind Pflanzen auch Organismen und in gewisser Weise Lebewesen. Und jeder lebender Organismus ernährt sich in irgendeiner Form von anderen lebenden Organismen. Aber es gibt natürliche und evolutionäre Abstufungen in der Natur. Wenn ich aus ethischen Gründen auf Fleisch von Tieren verzichte, weil ich nicht möchte, dass wegen mir ein leidensfähiges Tier getötet wird, und stattdessen herzhaft und genussvoll meinen Salat und mein Gemüse verzehre, ist das kein Widerspruch. Der Rucola wird dabei nicht lauthals aufschreien. Das Schwein bei der Schlachtung schon.

#4.  Wir essen seit Urzeiten Tiere.

Falsch.

Der berühmte Sammler- und Jäger Mythos. Auch sehr weit verbreitet und bekam ich immer wieder zu hören.

Auch wenn sich unsere Vorfahren einige Jahrhunderte lang von Jagen und Tierresten ernährten, heißt das noch lange nicht, dass dies tausende Jahre später immer noch „natürlich und gesund“ sein sollte. Wir haben uns als Säugetiere und Spezies Mensch im Laufe der Evolution weiterentwickelt. Wir entwickelten Ackerbau und sammelten Früchte und Blätter.
Aber einer bestimmten Epoche war der Frühmensch nicht mehr ausschließlich auf die Jagd angewiesen, die meist sowieso lebensgefährlich für ihn war.

Dieses Video erklärt dir diesen Zusammenhang sehr anschaulich.

Aber vor allem:
Möchtest du dich heute noch mit den ersten Frühmenschen vergleichen?

Heute sind wir der Homo sapiens sapiens. Ein höheres Säugetier, mit dem höchstentwickelten Gehirn auf Erden. Dies befähigt uns, eine Entscheidung zu treffen. Wir haben eine Wahl. Wir müssen heute nicht mehr unser Essen in der Wildnis jagen (Gott sei Dank), wir gehen es im Supermarkt oder auf dem Wochenmarkt einkaufen – und können uns dabei entscheiden.

Ein Löwe in der Steppe kann sich nicht entscheiden, ob er die Gazelle reißt oder nicht. Er handelt entsprechend seinem Instinkt und seiner biologischen Natur. Wir als bewusste und reflektierte Wesen können das schon. Wir haben eine Wahlmöglichkeit und können uns bewusst gegen ernährungsbedingte Umweltzerstörungen und Krankheiten entscheiden – zumindest in unseren westlichen Industrie- und Wohlstandsländern.

Der bekannte Philosoph Richard D. Precht erklärt diesen moralischen Zusammenhang in diesem Interview sehr überzeugend  – und geht dabei auch auf die Essgewohnheiten der Frühmenschen und der damit verbundenen Wiederentdeckung in unserer Zeit durch die Paläo-Diät ein.

#5. Ihr esst doch trotzdem industriell verarbeitete Ersatzprodukte

Ja.

Auch – aber nicht nur.

Auch dies habe ich immer wieder gesagt bekommen. Gerade in der letzten Diskussion.
Und es stimmt: Eine vegane Bratwurst ist genauso hochindustriell verarbeitet wie eine konventionelle Bratwurst aus Schweinefleisch oder Rind. Vielleicht sogar noch mehr. Jede Menge Zusatzstoffe, Aromen und Geschmacksverstärker sind darin enthalten. Das einzige, was im Vergleich zu einer „normalen“ Bratwurst nicht drin ist, ist das gesundheitsschädliche Cholesterin.

Aber auch hier wird bei der Argumentation das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Es wird so getan, als ob sich alle Vegetarier und Veganer hauptsächlich nur von diesen Ersatzprodukten ernähren würden. Was die meisten aber nicht tun – zumindest die, ich in den Jahren kennengelernt habe inklusive mir.

Sehr oft kommt es mir bei diesem Argument so vor, als ob sich viele Fleischesser einfach nicht vorstellen können, von was  ein Veganer sich bitteschön ernähren soll – außer seinen geschälten Möhren. Vegan ist hip und trendy. Und natürlich hat das auch die Industrie entdeckt und somit einen neuen Markt. Einmal mehr: Wir haben die Wahl – auch in einem Biosupermarkt.

Keine Frage: Vom sogenannten „Pudding – Veganismus“ ist dringend abzuraten. Raffinierter Zucker sowie hochverarbeitete Industrieprodukte sollten weitestgehend gemieden werden. Gleichzeitig ist es aus meiner Sicht aber auch kein „Sakrileg“, wenn man als Vegetarier oder Veganer ab und an einen Sojapudding isst oder Lust auf veganes Schnitzel hat.

Natürliche, frische und regionale Produkte sind hier die Schlüsselwörter. Und selber kochen. Hier sträuben sich bei vielen die Nackenhaare: zu aufwendig, keine Zeit, zu teuer.
Innerhalb von 15 Minuten mache ich mir zuhause eine leckere Gemüsepfanne. Ein Stück Brot oder Reis dazu (der parallel dazu köchelt) und fertig ist mein schnelles, gesundes und leckeres Mittagessen.

Kostenfreie Rezepte gibt es mittlerweile zuhauf  im Internet. Eine kleine Auswahl gefällig?

Hier findest du einen Spätsommer-Smoothie (Zubereitung: 10 Minuten). Oder eine schnelle Kürbissuppe (Zubereitung: 30 Minuten). Wie wäre es mit einem Spinat-Kichererbsen-Curry (Zubereitung: 30 Minuten)

Fazit

Grabenkämpfe von Missionaren mit ihrem Dogma in der Hand haben in der Geschichte der Menschheit noch nie zu etwas geführt – ausser zu Elend und Krieg. Zu Beginn meiner Ernährungsumstellung vor gut fünf Jahren war ich zugegebenermaßen mitunter sehr militantisch unterwegs. Seitdem habe ich in einigen Diskussionen mein Fett wegbekommen. Ich zähle mich zu den reflektierten Menschen und versuchte daraus zu lernen. Gleichzeitig lasse ich mich aber auch nicht mehr von fadenscheinigen Argumenten und Halbwissen verwirren.

Unwürdige Witze, Diffamierungen und Respektlosigkeit sind für Fleischlose wie Fleischesser keine schöne Angelegenheit. Gerade manche „Hardliner“ in der veganen Szene sollten sich das hinter die Ohren schreiben. Weil sie durch diese Arroganz eine sinnvolle und nachhaltige Idee beschädigen und gerade dieses Vorurteil bestätigen (“ Alles arrogante Weltverbesserer“).

Eine rein pflanzliche Lebensweise ist mehr als ein Ernährungsstil. Es ist eine Philosophie und eine Weltanschauung, aber keine Ersatzreligion, zumindest nicht für mich.

Es ist vor allem eine Einladung über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen. Zusammenhänge zu entdecken, Mitgefühl zu entwickeln und Fragen zu stellen. Also genau das, was uns Hochsensiblen von Geburt an zu eigen ist. Auf dieser Grundlage kann jeder seine Entscheidung treffen, egal ob du deinen Fleischkonsum erheblich reduzierst oder ganz einstellst.

Kleine Schritte zu ein wenig mehr Bewusstheit sind ausreichend. So kannst du dir selbst und der veganen Lebensweise einfach eine Chance geben. Die Umwelt, die Tiere, die hungernden Menschen, deine Nachkommen und dein Körper werden es dir danken.

 

In welcher Form ernährst du dich? Hast du Erfahrungen mit pflanzlicher Ernährung? Was machst du für eine nachhaltige Welt?
Ich freue mich auf deinen konstruktiven und hilfreichen Kommentar.

 

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Bild: unsplash

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Veröffentlicht von

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Hi, ich bin Oliver: Blogger & Autor & Querdenker.

Nach einer dreijährigen beruflichen Auszeit und den anschließenden Orientierungs- und Anpassungsschwierigkeiten, weiß ich heute, wie ich leben möchte: Frei und Selbstbestimmt. Und im Einklang mit meiner sensiblen & kraftvollen Männlichkeit.

Ich schreibe über Beziehungen, Mann-Sein, Hochsensibilität, Minimalismus und Persönlichkeitsentwicklung.

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18 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hey Oliver

    Toller Artikel, gut geschrieben!
    Ich kann mir denken dass dieses Thema immer wieder auf Widerspruch trifft und du nette Konversationen triffst 🙂

    Ich bin Fleischfresser, höre mir aber sehr gern die Meinungen von Veganern und Vegetariern an. Vor allem möchte ich den Grund wissen weshalb sie sich für solch eine Ernährungsform entschieden haben. So richtige 100%ige Gründe höre ich aber nur selten. Sehr oft wird nur … „gefolgt“.

    zurück zu deinem Artikel:
    in deinem 1# Grund schreibst du dass du nichts von Grabenkämpfern hälst. Im nächsten Absatz schreibst du aber:
    „Für mich persönlich stellt eine vegane Lebensweise einen bewussten Verzicht da. Ein Verzicht aus Vernunft und Verantwortungsgefühl für die Generation nach uns (Kinder & Enkelkinder) und gegenüber meinen globalen Mitmenschen“

    Einerseits hälst du nichts von ihnen, machst aber (meiner Meinung nach) mit dem darauffolgenden Absatz so ziemlich klar dass der „Rest“ unverantwortlich ist.
    Ich finde das ist nicht so ganz fair! Man hat immer die Möglichkeit Massentierhaltung zu meiden und lokale Bauern aufzusuchen, welche ihre Tiere kennen, pflegen, gesund ernähren und Schmerzlos erlegen.

    Toller Blog! mach weiter so

    lg
    patrick

    • Hey Patrick,

      die Arena ist eröffnet 😉

      Nee, Spaß beiseite. Ich gebe zu, es ist mitunter nicht immer sehr einfach, bei der Veganerdebatte nicht in Ideologien und Besserwisserei zu verfallen. Weil man halt von deren Nutzen und Wirksamkeit vollkommen überzeugt ist und das gerne so auf andere übertragt (gerade als HSP) und dabei die Meinung des anderen schnell übersehen kann.

      Das Beste wäre wohl, einfach „kommentarlos“ seinen Lebensstil zu leben und den einen oder anderen damit zu inspirieren. Ich arbeite daran 🙂

      Für mich persönlich stellt sich dieser Zusammenhang von Fleischverzicht und einer globalen Verantwortung so dar. Und dabei spielt es für mich keine Rolle, ob das Tier vom Bauern nebenan kommmt, weil es genauso furzt (Methangas/Co2) wie sein Artgenosse in der Massentierhaltung.

      Ich habe auch mehr oder weniger bis vor zwei Tagen daran geglaubt, dass Tiere aus biologischer oder „Artgerechter“ Kleinaufzucht schmerzloser erlegt werden. Das verlinkte Video (easyvegan) aus dem Punkt 4 hat mich mit schockierenden Bildern eines besseren belehrt.

      Wenn ich noch Fleischesser wäre, würde ich ganz klar Biofleisch oder das vom Kleinbauern, der eine Beziehung zu seinen Tieren hat, vorziehen. Da hast du natürlich vollkommen recht. Wie erwähnt, kann ich Fleischkonsum aus empathischen und ethischen Gründen nicht mehr mit meinem Gewissen und meinen Herzen vereinbaren. Und diese Entscheidung muss jeder für sich alleine treffen – ob er das unterstützt oder eben nicht.

      Jedenfalls danke für deinen konstruktiven und netten Kommentar…

      mir war klar, dass dieser Beitrag zu einigen Diskussionen führen wird.

      LG
      Oliver

    • Hello,

      ich würde dazu auch gerne was aus meiner Erfahrung erzählen.
      Also ich bin definitiv hochsensibel und habe mich rund 1 Jahr vegan ernährt.
      Zuerst habe ich mich über vegane Ernährung informiert, habe mir alles besorgt, um nicht in den Nährstoffmangel zu kommen.
      Afangs lief es super, aber mit der Zeit wurde ich immer unzufriedener, ja sogar depressiv. Meine innere Stimme sagte immer „Dein Körper braucht Fleisch“ und ich habe es mir verboten auch nur an Fleisch zu denken.
      Leider kam ich dann in den Teufelskreis der aus Fressen und Depressionen bestand.
      Seit dem ich mir wieder erlaube Fleisch zu essen, geht’s mir wieder gut. Ich bin geerdeter und auch zufriedener.
      Es tut mir auch sehr leid, was mit den Tieren geschieht, aber in diesem Moment bin ich mir als Mensch einfach wichtig und als Zeichen meines Mitgefühls für die Tiere achte ich auf Herkunft und Haltung.

  2. Hallo Olli,

    ich ernähre mich seit etwa 2 Jahren mal mehr, mal weniger vegan. Glücklicherweise habe ich mich aus der „Wer-ist-jetzt-der-Geilste“ Diskussion von Vornherein herausgehalten. Dolche Diskussionen kann man nie gewinnen. Je mehr man darauf pocht, desto mehr hält der andere dagegen, ich glaube das ist ein natürliches Gesetz. Häme von Fleischessern war ich natürlich ausgesetzt, das wurde aber relativ schnell entkräftet, wenn ich gesagt habe, dass sich vegan für mich und meinen Körper richtig anfühlt, ich das aber niemals auf alle Menschen übertragen würde.

    LG Anja

    • Hey Anja,

      super Kommentar. Und diese Einstellung hätte mir sicherlich einige unnötige Diskussionen erspart.

      Aber was soll ich machen, wenn sich gerade für mich als HSP Zusammenhänge und Querverbindung zwischen Fleischkonsum und weltweitem Hunger glasklar darstellen – hinzu kommt noch das gelegentliche Gefühl von Weltschmerz und eben Mitverantwortung.

      Ich übe mich aber darin, einfach bei mir zu bleiben, und so wie du zu argumentieren, dass es sich für mich und meinen Körper richtig und gut anfühlt. Und stimmte dir da vollkommen zu: je mehr man auf etwas pocht (egal welches Thema), umso mehr geht der andere in den Widerstand, ein psychologisches Gesetz.

      Mannchmal stelle ich mich aber auch gerne kontroversen Debatten – wie mit diesem Artikel. Bei dem ich wirklich versucht habe, so ausgewogen wie möglich zu argumentieren – gleichzeitig aber auch unbestreibare Zusammenhänge aufzuzeigen. Ein Spagat, dies war mir klar.

      Danke für deinen Kommentar & Liebe Grüße
      Olli

  3. LIEBER OLIVER ! ALSO, ICH MÖCHTE MICH FÜR DIESEN WUNDERBAREN ARTIKEL WIEDER GANZ HERZLICH BEDANKEN -BEINAHE – WIE DURCH EIN WUNDER -TAUCHEN NUN ENDLICH HIER DIE ANTWORTEN AUF, DIE ICH SEIT JAHREN GESUCHT – ABER VORHER- NOCH – NICHT GEFUNDEN HABE. ICH FREUE MICH SEHR – ICH FÜHLE MICH REICH BESCHENKT !
    DANKESCHÖN !!!

    • Liebe Claudia,

      Aber gerne doch!

      Vielen herzlichen Dank für deinen netten Kommentar. Es freut mich immer sehr, wenn ich etwas geben und verschenken kann. 🙂 Und das dieser Artikel so hilfreich für dich war.

      Liebe Grüße
      Oliver

  4. Hallo Oliver,
    schön dass du den Zusammenhang zwischen diesen beiden Themen aufgreifst 🙂
    Ich bin selber HSP und ernähre mich seit 4 Jahren vegan, seit 2,5 sogar von Rohkost. Und ich kann dir sagen, damit wird die Sensibilität noch deutlich stärker.
    Persönlich empfinde ich das als Bereicherung, weil ich durch die zusätzliche Klarheit viel besser den Zusammenhang zwischen meinen Gedanken und Emotionen erkennen und mich selbst besser verstehen kann.
    Natürlich hat es auch Nachteile in bestimmten Situationen, die ich hier für HSP wohl nicht auflisten muss. Deshalb greife ich manchmal ganz bewusst auf gekochtes Essen zurück, einfach um meine Nerven zu schonen – im wahrsten Sinne des Wortes 🙂 Wenn ich zum Beispiel viel unterwegs bin, an Flughäfen in großen Städten oder einfach nur im Fernbus, esse ich gekochtes Gemüse oder Reis.
    Solange ich mir meine Umgebung aber selbst wählen und gestalten kann, ist Rohkost aus meiner Erfahrung das Beste für Geist und Körper.

    Viele Grüße
    Johanna

    • Hi Johanna,

      ah, sehr interessanter Zusammenhang, den du da beschreibst, in Bezug auf eine größere Sensibilität bei anhaltender veganer Ernährung. Ist mir so direkt noch nicht aufgefallen bzw. habe noch nicht so darauf geachtet. Ich ernähre mich seit rund 5 Jahren vegetarisch. Aber kann mir das total vorstellen, dass sich unser ohnehin schon feines Nervensystem durch das Zuführen von noch mehr Bioenergie in Form von frischen und gesundem Essen verstärkt.

      Ich persönlich, möchte auf eine warme Mahlzeit mindestens einmal am Tag nicht verzichten. Finde aber die Rohkostidee sehr spannend.

      Danke für deinen interessanten Kommentar und weiterhin viel Energie und Wohlbefinden für Körper und Geist 🙂

      viele Grüße
      Oliver

  5. Hallo Oliver
    ich ernähre mich auch schon länger vegetarisch und könnte mir etwas anderes nicht mehr vorstellen! Ich versuche auch, soweit als möglich auf tierische Produkte zu verzichten, muss aber zugeben, dass ich noch nicht soweit bin, ganz auf vegan umzustellen. Rohkost lehne ich allerdings ab. Ich bin der Überzeugung, dass gerade hochsensible Menschen mit dem Fleisch auch die Angst, den Stress oder was auch immer der geschlachteten Tiere übernehmen, auf alle Fälle nichts Gutes. Ich spüre einfach tief in mir drin, dass es richtig ist, auf Fleisch zu verzichten, da geht es mir so wie Anja. Interessanterweise macht niemand doofe Bemerkungen oder Witze auf meine Kosten und über Vegetarier. Vielleicht, weil ich darum kein Tamtam mache und andere nicht versuche zu „bekehren“ oder eventuell spüren meine „Mitesser“ auch, dass ich in diesem Punkt ganz bei mir bin und keine Angriffsfläche biete?

    Liebe Grüsse
    Nicole

    • Hi Nicole,

      danke für deinen Kommmentar.

      Kann dir da nur vollkommen zustimmen. Gerade was das Aufnehmen von Ängsten (und Medikamenten) von geschlachteten Tieren angeht. Grundsätzlich ist das bei allen Menschen so, doch bei uns HSP’lern scheint das aufgrund unseres ehtischen Gewissens und unserer großen Feinfühligkeit noch etwas verstärkt zu sein. Könnte nicht mehr ohne ruhigen Gewissens in ein Schnitzel beißen, ohne an die Todesangst eines Tieres zu denken, ja, sie regelrecht nachzufühlen.

      Liebe Grüße
      Oliver

  6. Als HSP bin ich ebenfalls auf dem Weg, von der Vegetarierin seit 3 Jahren zur 80% Veganerin seit Ca. einem Jahr hin zur hoffentlich 100 % Veganerin, als Vorsatz für 2016, zu werden.
    Der Artikel trifft exakt auf mich zu – danke! 🙂
    LG Pia

    • Liebe Pia,

      ha, da haben wir ja beide den gleichen Vorsatz fürs neue Jahr! 🙂

      Danke für deinen Kommentar und drücke uns beiden die Daumen, dass wir den Vorsatz einhalten und die 100% schaffen (98% wären für mich auch okay 😉

      Alles Liebe
      Oliver

  7. Hey Oliver,

    Deinen Artikel fand ich interessant und obwohl er schon etwas älter ist wollte ich anmerken, dass ich annehme, dass Du „Supplementierung“ statt „Sublimierung“ meinst!?
    Gut gefallen haben mir die vielen Querverweise, danke dafür (;

    • Hey Nir,

      danke für deine Antwort.

      ja, klar Supplementierung statt Sublimierung passt in diesem Kontext wesentlich besser! 😉
      Danke dir für den Hinweis.

      LG
      Oliver

  8. Lieber Oliver!
    Mit großem Interesse habe ich Deinen Artikel gelesen. Er hat mir sehr gut gefallen. lebe selbst seit 6 Jahren konsequent vegan, davor viele Jahre vegetarisch.
    Worüber ich allerdings nciht nur bei Deinem Artikel, sondern auch in anderen Foren stolpere, ist der Ausdruck : Verzicht, wenn es um tierische Produkte geht.
    DIese Wortwahl empfinde ich als problematisch, weil der Gesprächspartner dann sofort einen Mangel im veganen Leben zu erkennen glaubt. Verzicht ist einfach negativ geprägt, wer abnimmt, verzichtet auf Zucker, wer aufhört zu rauchen, verzichtet auf die Zigarette, also auf das, was ihm doch „gut tut“.
    Deshalb reagiere ich in Gesprächen, wenn mich jemand darauf anspricht und das kommt oft vor) so:
    „Da musst Du ja auf ganz viel verzichten!“
    „Nein, ich lehne das Essen tierischer Produkte einfach aus verschiedenen Gründen ab.“
    Liebe grüße, Kerstin

  9. Hallo Oliver,
    vielen Dank für diesen tollen Beitrag! mich würde noch interessieren, wie du im Zusammenhang mit Tierleid als HSP mit dem Weltschmerz umgehst. Ich gerate als Veganerin regelmäßig in die Krise, wenn ich beispielsweise sehe, dass trotz ständigem Zuwachs der veganen Szene die Fleischproduktion stetig ansteigt (und etwa ins Ausland exportiert wird) und ähnliche desillusionierende Infos mich erreichen.
    Das würde ich gerne von Dir lernen.
    viele liebe Grüße
    Miriam

    • Liebe Miriam,

      das ist in der Tat ein schwieriges Thema mit dem Weltschmerz. Vor einigen Jahren war ich da noch sehr „fundamentalistisch“ unterwegs, wollte die „Welt (bzw. alle Tiere) retten.“ Mittlerweile ist mir klar geworden, dass dies unmöglich ist.

      Anstatt gleich die „ganze Welt“ retten oder verändern zu wollen, versuche ich im kleinen Umfeld etwas zu bewegen. Also: Ich lebe einfach nach meinen Grundsätzen und Werten, ernähre mich vegan und bewusst, und lasse den Rest los. Irgendwo las ich einmal von einem weisen Menschen den Ausspruch:“Verändere deine (innere) Welt, und du veränderst die Welt“ (sinngemäß). Sprich: Mehr Vorbild, oder einfach aus meiner Überzeugung und Mitte heraus leben und damit „unbewusst, natürlich“ auch mein Umfeld beeinflussen. Alles andere ist aus meiner Erfahrung große Kraftverschwendung, ständige Konflikte und letztlich mit dem Kopf gegen die Wand rennen.

      Letztlich führt wohl kein Weg an einer „bewussten und temporären Verdrängung“ vorbei, man könnte auch sagen Abgrenzung, weil wir HSP eben dazu neigen, den ganzen Weltschmerz aufzusaugen wie ein Schwamm. Damit überfordern wir letztlich aber nur uns selbst und reiben uns nervlich immer mehr auf. So meine Erfahrung, und derzeitige Herangehensweise, aber natürlich übe ich mich darin auch immer wieder (sprich manchmal lass ich mich dann noch wieder auf solch eine leidige Diskussion mit einem Fleischesser ein, wenn er sehr provokant ist).

      Es tut sich gerade weltweit und gesellschaftlich viel in Sachen Verantwortung, Nachhaltigkeit und Bewusstsein (schau mal in den Konventionellen Supermärkten, da gibt es mitunter schon Regale mit rein veganen Sachen), und auf diese (kollektive) Bewusstseinsentwicklung vertraue ich.

      Liebe Grüße, Oliver

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